Robin allein zu Haus

Für Bodo: ROOMBA
Für mich: ROBBIE!!!

Was? Ein Neuer?

Ja, sozusagen …. Seit ein paar Tagen haben wir ein niedliches Haustier – haart nicht, schnurrt, ist flink wie ein Wiesel … und frisst am liebsten STAUB!

Tatsächlich! Roomba/Robbie ist ein staubfressender Roboter!

Niemals, nein, niemals hätte ich mir gedacht, dass ich mich zu so einem Hightech-Dingsda hinreißen lassen würde – aber: sag niemals nie!
Angefangen hat das Ganze, als in einer netten Runde über die Entwicklung der kleinen Roboter philosophiert wurde: vom lauten und eher unkoordinierten Helferlein zu einem akustisch annehmbaren, halbwegs intelligenten System. Meine Schwester Julia hat meinen interessierten Gesichtsausdruck – ohne, dass ich es registriert hätte – mit einem aufmerksamen Auge gescannt und mir zum Geburtstag ein großes Paket überreicht – Wow! Die Freude war echt und groß –
… und Bodo hat weiter recherchiert mit dem Ergebnis, dass wir auf ein aktuelleres Modell umgestiegen sind – optisch nahezu ident, aber mit App-Funktion, sodass von überall aus startklar machbar.

Und dann standen wir beide wie Jungeltern in der Wohnung und sahen zu, wie sich Roomba/Robbie mit unserer Wohnung vertraut machte:
Der erste Auslauf war echt konfus – hin und her, wieder zurück zur Homebase, neuer Anlauf, an einem Hindernis angetutscht, kurz gewackelt und weiter gemacht, auf dem Teppich laut protestierend, ängstlich gegenüber Fransen, schließlich müde zurück ins „Bettchen“ – und die Windel voll!
Beim zweiten Mal waren wir bereits in der Trotzphase angelangt: „Nein, ich will noch nicht ins Bett!“ Erst mit sanften Fußstubsern gelang es uns, Roomba/Robbie in die richtige Richtung zu lenken – ein Spaß!
Aber Roomba/Robbie lernt schnell! Bald gab es deutliche Anzeichen von Erinnerung und Wiedererkennung – viel zielgerichteter und damit effizienter wurden damit die staubbeseitigenden Ausflüge.
Und mittlerweile darf er schon alleine im Wohnzimmer spielen – Robin allein zu Haus!

Wo es aber auch für uns noch zu lernen gilt, sind die Bereiche Eingang, Bad und WC: offene Schuhe mit Schnürsenkel oder der hochflorige Badteppich sind nicht bezwingbare Hindernisse – und der lichte Abstand zwischen Toilette und Fliesenboden ist um ein Eitzerl kleiner als Roomba/Robbie hoch ist – das wurde ihr/ihm zum schmerzvollen Verhängnis: die/der Arme ist stecken geblieben! – Ich denke, ich bleibe in diesem Teil der Wohnung lieber bei Swiffer und Nass-Pflege!

Das, was der Dyson-Staubsauger und der Swiffer-Mob in vielen Jahren nicht geschafft haben, hat dieses kleine runde Wesen in Null-Komma-Nix erreicht: Bodo ist zum Cleaning-Manager geworden. Er aktiviert unseren kleinen Star per Fernbedienung und „wechselt die Windeln“ (Roomba/Robbie ist nämlich auch ein kleines Tamagotschi und will gereinigt und verhätschelt werden!) –
Und ich? … kann abends heimkommen und barfuß über einen staubfreien Parkettboden gleiten –
So lässt es sich leben!

Jede Ent´ hat ihre eigene Geschicht´

Jede Ent´ hat nicht nur ihr eigenes Gesicht,
nein, sie erzählt spontan auch ihre ganz persönliche Geschicht´.
Zu lesen von ihren Taten,
kann jetzt wohl keiner mehr erwarten!

Da ist die eine mit viel Ballgefühl und einer blanken Glatz´,
will immer Gewinner sein am roten Platz.
Nicht selten flog durch die Luft der Schläger,
doch wo kein Richter, da kein Kläger.

 

 

Da ist es mit der anderen Ent´ ganz andersrum,
Sie strebt nicht nach rotem Teppich und glänzendem Ruhm,
stattdessen hält sie alle fest am Zügel,
wohl verdient sind da die Engelsflügel!

 

 

Was ist denn nur passiert mit dieser Ente?
Sie schickte Federn und Flossen unsanft in Rente,
küsste was Grünes aufs Goscherl
und ist nun selbst ein freches Froscherl!

 

 

Dieser Ente war groß genug nicht mehr der Teich.
Drum große Autos fahren wie ein Scheich?
Ich weiß nicht – wird das nicht ein bisserl fad?
Viel spannender zu sein dagegen ein Pirat!

 

 

Mit Gurkenscheiben, Lippenstift und Spiegel,
bekräftigt diese hübsche Ent´ ihr Siegel.
Sie bleibt für immer jung, hüpft rauf und runter,
und hält ihren Käpt´n damit munter.

 

 

Das schwarze Schaf unter gelben Enten
hat manches Mal auch ein Horn. Doch nur selten
wird daraus ein wunderbares Mirakel.
Diese Ent´ hier aber ist ein einzigartiges Spektakel!

 

Und da gibt´s dann noch das gelbe Gefieder,
tagsüber eingezwängt ins enge Business-Mieder.
Abends dann endlich frei für Beautymaske und Frottee,
ein Glaserl Wein zwischen den Flügerln – ma, ist das schee!

 

 

Wer meint, eine Ente sei nicht flexibel,
in allen Dingen akkurat und sehr penibel?
Der irrt, denn diese freaky Ente da im Clan
singt Om, grüßt die Sonn´ und ist gelenkig wie ein Schwan.

 

Die Wander-Katze

Der erste Betriebsausflug der “Project Advisers” am Freitag, 28.Juli 2017!

Ursprünglich war geplant gewesen, eine kleine Bergtour auf der Rax zu machen. Nur leider war genau in dieser Woche das Tief Alfred aktiv, hat Wind und Regen und kühlere Temperaturen gebracht – in der Stadt leicht zu ertragen, aber auf dem Berg? Also haben wir – Michael, David und ich – flexibel und spontan, wie wir sind, schnell umgeswitched auf eine kleine Wanderung im schönen Wienerwald mit anschließendem Mittagessen in einem Landgasthaus.

Gesagt, getan! Treffpunkt Purkersdorf, Michael´s Wohnort. Nach kurzem beruflichem Gedankenaustausch und Auto-an-den-Schlusspunkt-Stellen machen wir uns zu Viert – Michael´s Ehefrau Susi ist mit von der Wanderpartie – direkt von ihrem Wohnhaus aus auf den Weg. In der Gasse, bevor es in den Wald geht, werden wir von einer sehr schönen, schlanken schwarzen Katze mit leuchtenden Augen und einem leicht buschigen Schwanz umschwänzelt. Da kann ich nicht umhin, mich mit ein paar Streicheleinheiten zu bedanken. Wenn ich gewusst hätte ….!

Noch denken wir uns nichts dabei, als die schwarze Schönheit uns in den Wald nachläuft. Ein bisschen Neugierde – ok, es wird ihr aber eh bald langweilig werden und dann wird sie wieder umkehren. Weit gefehlt! Die Kleine weicht uns von der ersten Sekunde unseres Zusammentreffens nicht mehr von der Seite, lässt sich um keinen Preis verscheuchen, läuft mal voraus, lässt sich mal zurückfallen und ist immer zu Schmuserei aufgelegt. Susi wird nervös. Ich bin noch immer der Meinung, dass eine Katze auch über weitere Strecken wieder nach Hause finden kann, wenn sie nur will. Nur “unsere” Katze will unbedingt an unserem Wandertag teilhaben!

Was sollen wir tun?

Michael biegt in einen engen, gatschigen Weg ab. Das taugt der Katze, die wir in Anlehnung an einen sehr anhänglichen Pilger (von meiner verregneten Frankreichwanderung) “Erwin” taufen – ohne Wissen bezüglich des Geschlechts -, gar nicht. Wir gehen weiter, “Erwin” bleibt maunzend zurück. Michael und David taub und erleichtert, das Anhängsel losgeworden zu sein, Susi und ich voll des schlechten Gewissens und der Trauer.  Juchuu! Michael dreht sich murrend um und bedeutet mir, zurück zu gehen, um “Erwin” zu holen; die beiden anderen gehen erleichtert weiter. Würde “Erwin” auf uns gewartet haben? Na was! “Miau, Miau! Da bin ich!” Ich trage “Erwin” über Gatsch und Pfützen. Sie/er lässt alles geduldig über sich ergehen und genießt das Wiedersehen. Was für ein eigenartiges Tier! Eine Katze, die neben dir herläuft wie ein Hund, die sich rufen lässt und folgt, die nicht im Gestrüpp abhaut. Ich muss zugeben, ich habe mich in dieses außergewöhnliche Tier verliebt!

Wir sind nun über eine Stunde unterwegs – keine Frage mehr, dass “Erwin” wieder nach Hause zurückfinden könnte. Also heißt es ab nun, dass wir zusammenbleiben müssen. Es ist recht warm – das Tief Alfred hat sich komplett verzogen. Zum Glück weht ein kleines Lüfterl. Aber “Erwin” hat das kleine Mäulchen offen. Ihr/ihm ist sicher heiß im schwarzen Fell. An einer Wegkreuzung, als die beiden Männer den weiteren Wegverlauf bis zum Auto studieren, platzt “Erwin” sich auf dem kühlen Boden nieder. Ich sehe, wie arg schnell das kleine Herz schlägt. Andere Wanderer sind sehr amüsiert, dass wir mit einer Katze wandern. Mein Mitgefühl ist unendlich, ich trage “Erwin” das nächste Stück, aber sie/er braucht nur eine kurze Pause und läuft dann wieder fröhlich (?) mit uns mit. Oder denkt sie/er sich: “Was sind das nur für Leute, die gehen und gehen und gehen?”

Auf einer Lichtung naht ein Schäferhund. Noch hat “Erwin” keine Spur aufgenommen. Ich packe sie/ihn auf meine Schulter, halte sie/ihn fest, riskiere den einen und anderen Kratzer und wende mich von der “Gefahr” ab. Aber alles in allem bleibt sie/er komplett ruhig und entspannt. Und die Hundebesitzer haben ihr Tier auch gut im Griff. Ich bin sehr erleichtert!

Nach 2,5 Stunden nähern wir uns dem Auto. “Erwin” ist schon etwas geschlaucht – uns ist auch heiß (grober Fehler: ich habe mir nichts zum Trinken mitgenommen, dachte ich doch in der Früh, dass wir nur “spazieren gehen” und nicht mit Auf&Ab beglückt werden würden!). Michael und David gehen abkürzungsweise über eine Wiese, um das Auto zu holen. Susi und ich bleiben wegen “Erwin” lieber auf der Straße. Kleine Schrecksekunde: “Erwin” reißt aus und versteckt sich maunzend im Dornengestrüpp. Bei aller Liebe: da steige ich nicht hinein! Aber mit ein bisschen Lockerei kommt sie/er wieder hinaus, ich packe sie/ihn und wir eilen zum Auto.

“Erwin” benimmt sich auch während der Autofahrt mustergültig! Sie/er krallt sich zwar ein bisschen an mir fest, aber gibt sofort nach, wenn ich die Krallen löse. Sie/er schaut interessiert aus dem Auto und kuschelt sich dann auf meinem Schoß zusammen – so süß!

Was tun wir während des Mittagessens? Ich lege ein Veto ein, “Erwin” im Auto zu lassen. Da kaum mehr andere Gäste im Gastgarten sitzen, darf “Erwin” mit uns hinein. Wir müssen nur aufpassen, dass sie/er nicht auf Stühle und Tische springt. Das Wasserschüsserl wird kaum begutachtet, stattdessen lieber kleine Katzenwäsche und Erkundungstour – ich hinten nach. Susi ist anfangs leicht hysterisch und kann ihre Vorspeise nicht genießen; Michael versucht, mit seinem Gürtel eine Leine zu basteln – das geht aber gar nicht – das arme Tier! David beobachtet stumm. Und mir gelingt es, “Erwin” in Schach zu halten. Wir haben einen sehr guten Draht zueinander! Mittlerweile ist sie/er auch zum Schnurren aufgelegt. Wir finden nun endlich heraus, dass “Erwin” eine Sie ist – daher schwenke ich auf “Charlotte” um. “Charlotte” sitzt zufrieden auf meinem Schoß und schlummert leicht vor sich hin – eine zufriedene Wanderkatze voll des Vertrauens zu mir, einer unbekannten Person!

Es folgt das letzte gemeinsame Stück – die Autofahrt zurück nach Purkersdorf. Ob sich “Charlotte” freut, wieder heim zu kommen? Denn eines ist sicher: “Charlotte” ist eine gepflegte Hauskatze und keine wilde Streunerin, dh sie hat ein Zuhause. Wir biegen in die Gasse ein, wo sie uns vor ein paar Stunden im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg gelaufen ist und verabschieden uns. Ich setze sie im Schatten ihres Zuhauses ab und gebe ihr noch einen guten Rat: “Geh nicht mit fremden Leuten mit und steig nicht in Fremder Leute Auto ein!” Und “Charlotte”? Sie schaut mich noch einmal mit ihren durchdringenden Augen an – welche Abschiedsbotschaft hast du für mich? – und bleibt artig sitzen – ist sie vielleicht traurig, dass unser gemeinsamer Wandertag nun vorbei ist? Auf jeden Fall hat sie der Katzenschaft ihrer Nachbarschaft sicher viel zu erzählen!

Ich betrachte noch immer ein wenig melancholisch die Kratzspuren auf meinen Armen, die mich noch lange an diese besondere Begebenheit erinnern werden!

out of order

Das tut weh! Unser Lubo (wer sich erinnert: das ist unser Hausgenosse auf 4 Rädern) ist schwer erkrankt 🙁 Leistungsabfall um mehr als 100% – da fühlt sich mein immer wiederkehrender Eisenmangel im Vergleich dazu an wie ein Energydrink!

Was ist los?

Die ersten Anzeichen gab es ja schon länger. Immer wieder hat das Störzeichen “Werkstatt-Notwendigkeit” aufgeleuchtet. Aber das ließ sich mittels Computer-App wieder entfernen – der Smart ist eigentlich ein Computer, der halt fahren kann. Dann der versuchte Ausflug nach Deutschland, der nach knapp 40 km für Lubo zu Ende war, denn trotz meines energischen Gas-Fuß-Abdrucks kamen wir nicht über 80 km/h. Über die Bundesstraße ging es da dann langsam zurück – der Mietwagenverleiher hat mit uns ein gutes Geschäft gemacht.

Bei den wenigen Stadtfahrten störte zwar die leuchtende Warnung, aber bis zum Supermarkt und zurück fuhr es sich einigermaßen normal. Aber zwei Dinge waren klar: 1) Autobahnfahrten sind derzeit nicht möglich und 2) Lubo muss in die Werkstatt!

An der Hochzeit meines Bruders am vergangenen Wochenende mit 180 km Autobahn hat der Mietwagenverleiher an uns wieder gut verdient.

Dann das totale Aus: Bodo hätte am Montag mit reparierten / installierten Computer-Zeugs nach Schwechat fahren müssen – 20 km Autobahn – nee! Nach bereits (oder glücklicherweise) 1 km meinte Lubo: nicht mit mir! … und blieb kurz nach einem Tunnel und kurz vor der Autobahnauffahrt, halt dort, wo es alle Autolenker im Frühverkehr besonders eilig haben und demzufolge die städtische Geschwindigkeitsbeschränkung nicht beachten … einfach stehen!

Bodo hat sich nicht getraut, in den Rückspiegel zu schauen; das Geräusch quietschender Reifen hinter ihm war Adrenalin genug! Ich hätte jetzt sicher die Nerven über Bord geschmissen – und damit einen wirklichen Unfall verursacht. Bodo blieb aber (seiner Erzählung nach, ich war ja nicht live dabei) weitestgehend ruhig. Ein zufällig vorbeikommender Feuerwehrmann – ein Urgestein an purer Muskelkraft – half ihm, den kleinen Lubo aus dem Gefahrenbereich zu heben/tragen/schieben – wie sagt man eigentlich bei einem Smart zu einer unmotorisierten Bewegung von dritter Hand? Der Abschleppdienst war auch bald da … ab ins Car-Hospital! Als passionierter Grey´s Anatomy-Fan sehe ich Lubo natürlich auf dem OP-Tisch, der Chirurg wühlt in den Organen herum, Operation am offenen Herzen bzw. mit dem Bohrer durch die Schädeldecke, statt Blut halt Öl – und alles ohne Narkose!

Diagnose? Kurz vom Laien zusammengefasst: zugewachsene Verstopfung im Katalysator (gibt es dafür einen lateinischen Ausdruck?)

Entlassung aus dem Car-Hospital: hoffentlich bald! … und der Car-Doctor wird gut verdienen!

Egal, denn: Lubo, nicht nur mein nervöser Gas-Fuß braucht dich zurück!

Endlich unendlich!

Nun endlich – offiziell unendlich!

Mein Bruder Lukas und seine seit etlichen Jahren bessere Hälfte Adriana haben sich am vergangenen Samstag – es war der 08.07.2017 – endlich getraut und  laut und deutlich zueinander “JA!” gesagt.

Die Aufregung vor dem Standesamt unendlich groß: Lukas hat vor dem Standesamt in Schnelle ein Glaserl Prosecco trinken müssen – ich leistete ihm dabei getreu schwesterliche Gesellschaft – und sich im Grazer Café Sacher noch den Code für die Toilette geben lassen. Adriana war währenddessen bei Friseur, Visagist und Ankleidezofe – bei Letzterem hat meine Schwester Julia tatkräftig zugepackt! So betrachtet, war die jeweilige Trauzeugin vor dem Akt der Eheschließung eigentlich beim Falschen von den beiden Brautleuten (?)!

Unsere Hochzeitsgesellschaft im überschaubaren familiären Rahmen und alle sehr adrett herausgeputzt – wie wohl die Männer im Sakko nicht zu beneiden waren, noch schlimmer im Krawatten-Würgegriff! Die kleine Anna glänzte in einem hellen Tüllkleidchen, Julia und ich, die beiden Zeuginnen dieser Trauung, in silbrigem Anthrazit bzw. schlicht-hellem Blauton, der sich über das Knie bis zu den Waden runter zog, die Mütter der beiden Herzen und Claudia ebenfalls schön-elegant, ohne auftrumpfen zu wollen.

Um uns herum nicht minder wenig Aufregung und Rumor, wollte doch ein dunkelhäutiges Brautpaar auch den Bund fürs Leben schließen – nur, dass hier wie aus allen Himmelsrichtungen hervorgepurzelt viele, sehr(!!!!) viele Hochzeitsgäste antanzten – wie sich herausstellte, mit ordentlicher Verspätung. Die Männer entweder im schwarzen Dresscode oder im Streetwear-Style – es lebe der HipHop!; die Damen in üppig bestickten langen Roben, die sich über teilweise an sehr üppigen Kurven (gleichermaßen vorne wie hinten!) anschmiegten; die Buben den Männern gleich auch in einen schwarzen Anzug gezwungen, die Mädchen im weißen Tüllkleid – ein kleiner Knirps war davon gar nicht erbaut und hat alles und alle mit seinem Gebrüll übertönt.

Ein beängstigendes, stickig-schwüles Gedränge auf der breiten Stiege – da ergriff “unsere” Braut die Initiative: wie ein Schneepflug bahnte sich Adriana plötzlich den Weg die Stufen hinauf, mit Ellbogentechnik wurde die dunkelhäutige Horde zur Seite geschubst – eine Braut in Weiß sieht Rot! Wir anderen hinterher, so gut und schnell es ging; nur nicht den Anschluss verlieren!

Im Trausaal eine salbungsvoll leise flüsternde und kaum zu verstehende Standesbeamtin, draußen unvermindert lautes Gemurmel und Geplärre. Das alles irgendwie und überhaupt egal, denn durch zwei laute, deutlich artikulierte “JA!” sind Lukas & Adriana nun endlich offiziell unendlich verbunden mit dem Symbol eines Ringes – nicht um einander zu knechten, sondern um sie stets daran zu erinnern, dass … es jetzt vorbei ist mit Fremdflirten in der Disco :-)!

So kurz die eigentliche Trauung war, so harmonisch ausgedehnt das Après in und mit der Familie: mit Häppchen in der großzügig-schönen “Villa Klatil”, mit einem Schmaus im Aiola im Schloss Graz Andritz, mit einer bewegend-brillant-prägnant getexteten Ansprache des Bräutigamvaters, mit einer spontanen Electronic-Beat-Beschallung während der Taxifahrt, mit einem gelungenen Tortenanschneiden (wobei hier das Innenleben unter der weißen Zuckerglasur das junge Ehepaar mit ziemlich trockenem Humor beglückwünschte), mit allzu viel Prosecco – und für manche mit dem einen Glas-Zuviel Gintonic 🙂

Das Wunderbare an dieser Geschichte: spät abends hat sich der frischgekürte Ehemann – seiner Rolle getreu – dem Willen seiner frischgekürten Ehefrau – ihrer Rolle getreu – gebeugt: Teil 2  der endlichen Unendlichkeit folgt im Oktober in der Kirche!

Das 10. Wander-Jahr ante portas

Wahnsinn!!! Morgen bereits steigen wir gegen Mittag in Lienz / Osttirol aus dem Zug und wagen uns zaghaft auf eine neue Entdeckungsreise – eine Reise ins Ich vielleicht? Zum Denken habe ich derzeit viel – vor allem, was die Yoga-Ausbildung betrifft, weil da sind ein paar Dinge auszuarbeiten …

Der Rucksack ist quasi fertig gepackt. Bodo hat sein Zeugs einfach reingestopft, wie´s gerade passt, denn heuer verzichtet er auf seine “Technik-Box”, die sonst immer ganz unten liegen musste und damit das Packverhalten maßgeblich beeinflusst hat.

Gestern kam er arg ins Grübeln, denn er hat erfahren, dass es auch recht leichte 50 Liter Rucksäcke gibt – unter 2 kg – unsere wiegen mehr als das Doppelte! Ich kann´s nicht recht glauben, aber sein Arbeitskollege ist sich dessen ziemlich sicher, weil er einen sehr leichten Rucksack besitzt. Stellt sich allerdings nur die Frage: Frauen können meistens keine Entfernungen abschätzen – tun sich Männer vielleicht beim Schätzen von Gewichtsangaben schwerer? Oder kann mir jeMANNd sagen, wieviel ich “zarte Elfe” (HAHAHA!!!!) auf die Waage bringe???

Wenn es stimmt, dann wäre das eine gute Investition für die nächsten 10 Wanderjahre!

Ich hoffe und bete, dass dieses Jahr alles gut geht – gesundheitlich, meine ich! Bodo wird sich bemühen, dass er seinen Rucksack nicht lässig über die Schulter wirft, sondern sich anatomisch ausbalanciert – und er nimmt heuer seinen Wanderstock der ersten Stunde mit, der mit ein wenig Panzerband und Klebstoff wieder in der Mitte fixiert ist. Ein Restrisiko, dass der Stecken bricht, bleibt allerdings! Warum dieser Sinneswandel? Bodo meint, dass der Schwerpunkt dieses alten Bambus-Steckens (oder ist er aus Rattan?) ergonomisch besser sitzt als der vom Pöttmes´schen Wildsau-Stab. Nun gut, er wird das schon richtig einschätzen, hat er sich doch damit am vergangenen Sonntag, als ich beim Yoga-Teacher-Training war, ausgiebig und in aller Tiefe auseinandergesetzt!

Ich habe mir vergangene Woche durch neue Sommerschuhe, die nach der langen Zeit mit Socken und geschlossenen Schuhen zum ersten Mal heuer so richtig wieder Luft an die Füße hätten lassen sollen, einige Blasen – eine ganz lästige und offene an der linken großen Zehe – eingefangen. Ich hoffe, dass wird nicht zum Problem! Leider gibt es aus der Apotheke offenbar keinen Blasenwund-Spray, der einen dünnen Schutz für die offene Stelle bildet – jeder Apotheker will mir Compeed-Pflaster andrehen. Aber die funktionieren nicht, wenn sie mit Schweiß in Verbindung kommen, durch eine Schuhnaht geschoppt werden und dadurch nur die Blasenwunde nur verstärken! – An dieser Stelle: Liebe Pharmaindustrie, bitte lass dir etwas einfallen!

Was die Arbeit im Büro betrifft überlasse ich leichten Herzens „meine“ Männer ihrem eigenen Schicksal – sie werden das schon irgendwie machen. Angst habe ich eigentlich nur um „meine“ Ordnung in der Computer-Ablage – das wird nämlich nicht so ganz ernst genommen, denn solange ich weiß, wo die Dateien abgespeichert sind, ist´s ja gut!

Tagwache morgen: 5 Uhr und 10 Minuten – wir müssen um 06:25 Uhr im Zug sitzen – das frühe Aufstehen ist für mich „Early-Yogi-Bird“ kein Problem, für meinen lieben „Sieben-Schläfer“ aber schon! Da hilft wohl nur liebevolles Aufwecken!

Und dann kann´s los-GEHEN!

Was kommt jetzt auf mich zu?

Seit gestern Abend ist es sozusagen amtlich: ich werde Teil, genauer gesagt ein Zwölftel, des neu gewählten Pfarrgemeinderates für die im Vorjahr zusammengeführten Pfarrgemeinden „Drei Marien-Kirchen“ im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Wie? Was? Wo?

Ich kann nicht sagen, ob es eine „innere Stimme“ war oder einfach aus einem Impuls heraus, dass ich mich mit 17 anderen Frauen und Männern (vom Schüler bis zur Pensionistin) auf die Kandidatenliste setzen habe lassen. In meiner Bewerbung habe ich angeführt, dass ich dazu beitragen möchte, die Generationen näher zusammen zu bringen – auch das kam mehr aus dem Bauch heraus als aus meinen Kopf, doch je mehr ich darüber nachdenke, formen sich klare Gedanken und Ideen.

Der Pfarrmoderator und der Pfarrvikar haben meine Kandidatur wohlwollend begrüßt. Auch von einzelnen Kirchgängern kamen aufmunternde Worte. Eine Dame meinte gestern zu mir: „Es muss ein frischer Wind rein!“

Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich schlussendlich doch genügend Stimmen bekommen werde, zu unbekannt bin ich doch: ich singe nicht im Chor, ich gehe nicht mit dem Klingelbeutel sammeln, ich lese nicht aus dem Alten Testament vor, ich backe keine Kuchen für das Pfarrcafé – und trotzdem! Ein bisschen baff und geflasht bin ich schon!

Wenn mich jemand auffordert, meine Beweggründe zusammenzufassen, kann ich nur sagen: ich fühlte die innere Notwendigkeit, aus einer gläubigen Passivität in eine Glauben-vermittelnde Aktivität hineinzuwachsen.

Allerdings habe ich keine Ahnung, was da jetzt auf mich zu kommt! Was wird von mir erwartet? Was kann ich tatsächlich real zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde beitragen?

Momentan begleiten mich Vorfreude und ein bisschen Ängstlichkeit und Neugierde, der beste Impulsgeber!

Valencia 2

Kaum zu glauben, dass seit unserem wunderschönen Ausflug nach Valencia schon wieder gut zwei (2!!!) Monate vergangen sind. Das Schöne aber ist, dass es auch wunderschöne Fotos gibt – exklusiv unter:

http://foto.bodo.2bs.at/2016/Valencia/

🙂

 

 

Kleine Freude ganz groß

Meine kleine Nichte ist vor kurzem 2 Jahre alt geworden (wie die Zeit verfliegt! Zum einen, weil Anna schon eine kleine Dame ist und zum anderen, weil ich erst jetzt zum Festhalten meiner Gedanken komme).

Was schenkt man einem aufgeweckten, jungen Persönchen, das das Rundherum erst zu entdecken beginnt und sich gegenüber den Großen am besten mit Zeigen und Schreien verständigt, dessen Neugierde grenzenlos ist und das dann aber auch zuweilen ängstlich und schüchtern reagiert?

Vor ca. 20 Jahren war ich bei einem Kindergeburtstag Dreijähriger eingeladen und bin dort als fröhlicher Clown verkleidet (ich erinnere mich, dass als Verkleidung mein bunt gestreifter Futonbett-Überzug herhalten musste) mit Helium-gefüllten bunten Ballons aufgetreten – ein voller Erfolg – zumindest solange, bis um den letzten rosa Luftballon gestritten wurde. Also dachte ich mir, dass ich doch auch meine Nichte (und wohl auch den Rest der Familie) mit einer Clownmaskerade und ein paar Ballons überraschen könnte. Ich bin ja nicht der Verkleidungsfetischist, daher kam es mir ehrlicherweise auch gar nicht ungelegen, dass um Halloween herum schrecklich-böse Clowns die Stadt erregten und daher diese Kostümierung vollkommen in Misskredit geriet. Blieben also die Luftballons – und das Helium. Wohlgemerkt: meine Nichte wohnt 200 Kilometer von mir entfernt in Graz, und um dorthin zu kommen, fahre ich derzeit gerne mit dem flotten Flixbus. Also ist der Transport von bereits gefüllten, schwebenden Ballons ein NoGo! Aber ein SMS und Anruf nach Graz genügten und das Helium war organisiert. Alles erledigt – bis auf die Ballon-Auswahl. Da bietet ein kleiner Laden in Wien Mitte reichlich Auswahl. Ich kam wahrlich ins Staunen, legte mich aber bald dahingehend fest, dass die einzelnen Ballons mit Tier-Motiven, die Anna bereits kennt, zu tun haben sollten. Und so fuhr ich bestückt mit einigen “Airwalker-Ballons” (haben Füße aus Papier und bleiben daher am Boden) in Form von: Frosch, Marienkäfer, Schaf und Gans sowie zwei fliegenden Ballons mit einem Bauernhof- bzw. Dschungel-Motiv nach Graz.

Als es dann dort “zur Sache ging”, genügten zwei Ballons, um das kleine Mädchenherz höher schlagen zu lassen. Faszinierend, wie begeistert Anna vom Frosch und einem der fliegenden Ballons, den wir mittels Proseccokorken am Ende der Schnur am Davonfliegen hindern konnten, war. Dazu noch 3 bunte von Mund aufgeblasene Hasen-Köpfe – und der Geburtstagsnachmittag war gebongt! Anna flitzte mit den Ballons, so viel sie halt tragen und halten konnte, durch die Wohnung – wieder und immer wieder! Kein Müde-Werden – oder doch? Doch! Aber die Ballons mussten unbedingt mit ins Bett!

Um kurz nach 6 Uhr früh höre ich schon das helle Stimmchen: “Lucia, wo bist du?” Das war´s dann mit sonntäglichem Ausschlafen. Nur Limba, die schwarze Labradorhündin, blieb unbeeindruckt und okkupierte meine Schlafstatt am Fenster mit Aussicht. Spielen, toben – und die Luftballons waren angesagt – ich kam noch nicht einmal zum Zähneputzen!

Aber: “einen” hatte ich noch! Als ich das wieder frei gewordene Bettzeug zusammenlegen wollte, kam mir die geniale Idee, damit zwischen Küche und Essplatz – also am besten Platz im Haus – eine Höhle zu bauen. Dort haben Anna und ich uns dann versteckt, bis es dann endlich Lukas und Adriana komisch vorkam, dass es so still im Haus ist.

Für mich ein wunderbarer Kindergeburtstag – geschlafen habe ich dann bei der Rückfahrt im Bus 🙂

Gedenklauf

Liebe Fendi!

Du bist seit etwas mehr als einer Woche leider nicht mehr bei uns, aber ich muss dir erzählen, dass ich Dir zu Ehren gestern 42,195 km gelaufen bin. Es ging von Bad Ischl nach St. Wolfgang und einmal um den See herum. Es war kalt, es war anstrengend, der zu bezwingende Berg gefühltermaßen noch höher als beim letzten Mal, aber ich habe es schlussendlich in einer na ja, nicht so berauschenden Finisher-Zeit bis ins Ziel geschafft – geschafft, weil ich in den Phasen, als mich meine Kräfte zu verlassen drohten, an dich gedacht habe, daran, wie du mit unermüdlicher Freude den Berg hinaufgerannt wärst, wie du mit fliegenden Ohren und heraushängender Zunge den Berg herabgekommen wärst, daran gedacht, welch Kämpferin du immer warst: du hast dich, als du noch unter Geschwistern warst, vorgedrängt und dir dein Frauchen und Herrchen ausgesucht, du hast dich ins Herz der älteren Kimba gekämpft, du hast als 4-jähriger Hund gegen eine schwere Krankheit angekämpft, du hast immer wieder erfolgreich um eine Belohnung gebettelt, du hast uns alle um den kleinen Finger gewickelt und dein Frauchen und Herrchen um so manche ruhige Nachtstunde gebracht, weil dich irgendwelche Geräusche in den Garten lockten. An der Leine warst du ein kleiner Plagegeist, beim Ohrenkraulen der größte Genießer, Haarbürste und Fotoapparat hast du so gar nicht gemocht, umso mehr aber die Kredenz mit der Kekslade.

Danke für die vielen schönen Stunden und Erinnerungen, die wir im Herzen bewahren können – wir vermissen Dich!