Vorsicht Glas!

Nachdem zuletzt doch ein wenig arg die Luft draußen war, was die weiteren Schritte in Bad und WC betrifft (Bodo hat seinen Kopf derzeit ganz woanders … siehe Blogbeitrag von gestern 🙂 – und ich kann daher nur geduldig abwarten), hatten wir gestern doch einen wichtigen Milestone, der auch eine nicht unerhebliche Veränderung mit sich brachte:
Die beiden Glaswände für die Dusche wurden geliefert, bis ins Dachgeschoss hinauf geschleppt (eine Glastafel mit 100 x 210 cm Fläche und 10 mm Dicke bringt selbst zwei Profis zum Keuchen!), in die Wand- und Bodenfugen eingelassen und entsprechend silikonisiert (muss noch ordentlich austrocknen!).

Und auch wenn das Glas durchsichtig ist, schaffen die beiden Glasscheiben nun doch eine Art Barriere. Oder anders: Wir haben uns in den paar wenigen Wochen schon so an die „Großzügigkeit“ im Bad gewohnt (ist das nicht herrlich, mit dem Akkustaubsauger in der Dusche aufsaugen zu können?!), dass es nun doch ein wenig „beengt“ wirkt – vor allem, wenn die dunklen Handtücher drüber gehängt werden.

 

… MERKE: hellere Handtücher kaufen!!!

Und das alte, dunkle Sideboard nebst den noch zu verstauenden Werkzeugboxen im dunklen Grün sowie die noch fehlende LED-Leiste am Deckenrand verstärken natürlich den Eindruck, dass die Dusche zu groß fürs Bad ist.

… MERKE: Das neue Tischlermöbel muss jedenfalls weiß werden und muss genug unauffälligen Stauraum für das Werkzeug bieten!!!

… MERKE: Im Oktober muss wieder gehandwerkelt werden!!!

Bodo unkt schon, dass wir das Bad in 5 Jahren wieder umbauen werden – oh nein!!! Ich bin mir sicher, dass wir uns nach ein paar Tagen auch an das Glas gewöhnt haben werden – und wenn wir ein paar Mal dagegen laufen sollten, halt mit Beulen am Kopf!

Alles scheiße, deine Elli

Hallo? Hallo? Wo ist meine gute Erziehung geblieben? Und – „who the f###“ – ist Elli?

Bodo überrascht mich in letzter Zeit immer wieder mit Zitaten aus der Früh-Moderne deutscher Lieder-Lyrik – aber mal ganz ehrlich: Welche Liedtexte kann man sich von einer Gruppe erwarten, die sich Clo-Shars nennt? Sind das Leute, die bei einem Laufevent eine traumatische Erfahrung mit einem mobilen Plumps-Klo hatten (mein Tipp: schau nie, aber auch nie in die Öffnung hinein – Augen/Nase zu und durch!) oder orientiert sich der Bandname eher am französischen Wort für einen Stadtstreicher, also einem [clochard]?

Irgendein traumatisches Erlebnis muss aber der Initiator gewesen sein, denn im Refrain heißt es:
Alles scheiße, deine Elli
Schrieb sie mir im letzten Brief
Denn es blieb nicht ohne Folgen

Als ich neulich bei ihr schlief“
… und weiter:

Denn es blieb nicht ohne Folgen
Und die Folgen sind von mir

Man darf der Fantasie freien Lauf lassen, wird sich aber nach dieser Passage vielleicht ein wenig wundern, denn:
Dein Bett, das roch so wunderschön nach frischer Kernseife
Aus der Küche kam ein Duft von Zimtkuchen und Sauerkohl
Und du kamst mit Omas geblümten Nachthemd
Das war voll blauer Veilchen, ich bekam davon einen Heuschnupfen

Ganz schön schräg!

Aber es kommt noch ärger: Vor kurzem, wir lagen schon im Bett, Körper und Geist bereits im „Herunterfahr-Modus“, als – aus welcher Veranlassung auch immer – Bodo mit getragen-tiefer Stimme zu singen begann: „Mein Freund, … der Baum, … ist tot!

Mein erster Gedanke: Hat der Badumbau auch psychische Auswirkungen gehabt? Sind das erste Anzeichen für die Notwendigkeit einer weißen Jacke – Model „no-way-out? Mitnichten!

Youtube macht´s möglich und beweist: Das ist ein Liedtext! Und tatsächlich auch im Original seeeeehr langsam, seeeeehr tief gesungen – aber nicht Marlene Dietrich steckt dahinter, sondern eine Alexandra.

Die Ballade ist datiert mit 1968 – kaum erträglich, sie sich anzuhören, aber vom Inhalt her wahrscheinlich die Hymne aller Baumschützer! Tragisch, dass der beschriebene Freund aus Kindertagen im frühen Morgenrot fiel, viel tragischer aber, dass Alexandra nur ein Jahr später auf dem Weg nach Sylt ein Stoppschild übersah und tödlich verunglückte …

Das war mein heutiger Beitrag zur lebendigen Musik-Geschichte – je schräger, schriller, skurriler, desto leichter merkt man sich Dinge – sollte unbedingt mit aufgenommen werden in den Lernplan! Bei mir hat es sich jedenfalls ins Hirn eingebrannt!

Alles gut, deine Lucia!

Platz! Luft! Freiheit!

 Das Mal-Finale vom Freitag hat das Eis gebrochen – der gestrige Sonntag brachte dann das Sahnehäubchen!

Nach einem erholsamen Schlaf und einem fröhlichen Aufwachen stand für mich fest: Heute wird geputzt! Dafür verzichte ich sogar auf den letzten (?) Sommer-Sonnentag auf meiner Sonnenterrasse! Männer mögen es ja meistens bis immer so gar nicht, wenn ihr Weibchen zum Putzfetzen, zur Sprühflasche, zum Staubsauger etc. greift – denn dann ist Mann immer im Weg! Bodo verhält sich da nicht viel anders, aber gestern bekam ich seine volle Unterstützung – er machte rasch einen weiten Bogen um „meine Arena“ für die kommenden Stunden und widmete sich anderen Dingen.

Nachdem Bad, WC und Vorraum ja aufgrund der Sonderbehandlung der letzten Wochen und Tage als sauber-rein-clean bezeichnet werden können, war meine Putzstrategie nun wie folgt:
1 – ich arbeite mich von hinten nach vorne vor (wobei „hinten“ der Schlafbereich ist, wochenlang stark vernachlässigt, da vollgestellt)
2 – ich brauche Bodenfreiheit, um dem Lurch zu zeigen, dass die Zeiten der großen Entfaltung nunmehr vorbei sind – daher wurden Bett und Terrasse kurzfristig zum Zwischenlager umfunktioniert
3 – 2 Eimer mit Wasser und a) Allzweckreiniger zum Abwischen von (verstaubten) Oberflächen und b) Parkettbodenpflege und je zwei Putztüchern für Nass- und Trockenwischen
4 – Akkustaubsauger in unmittelbarer Nähe, ebenso die Sprühflasche mit der Möbelpolitur
5 – bequemes, praktisches Arbeitsgewand – aber ja nicht zu sexy, denn, wenn der Po in knappen Short beim Bodenwischen wackelt, werden Männer leicht nervös 🙂

Im Kampf gegen Staub bin ich in meinem Element! Robert, unsere Mikro-Hausspinne der siebten Generation, nahm schnell Reißaus, denn mein Staubtuch kennt kein Pardon, wenn es um das Zerstören von Spinnennetzen geht!

Die Zeit verging wie im Flug – um 9 Uhr hatte ich begonnen – und erst gegen 14 Uhr war ich zufrieden mit meinem Tagwerk. Zeit für eine Pause, einen Snack als verspätetem Frühstück und einem Glaserl Prosecco, das sich auch Bodo verdient hat, denn er war in seinem Arbeitseck zugange, um hier technische Verbesserungen durchzuführen. Seine Workstation selbst kann aber erst im Herbst, wenn alle Lehrer*innen und Schüler*innen EDV-/IT-mäßig versorgt sind, angegangen werden – denn das ist richtig viel Arbeit und vor allem heikle Arbeit!

Eigentlich hätte ich es für den einen Tag gut sein lassen können, aber nach ein paar Leseminuten und schwindender Sonne hatte ich dann doch noch Lust, das Sideboard unter den Dachflächenfenstern samt Untendrunter und Ringsherum zu entstauben und zu refreshen – erst dann war´s gut!

So gut, wieder freien, sauberen Boden unter sich zu spüren – Platz zum Tanzen, zum Yogisieren – oder einfach, um sich auf den Boden zu legen!

Ein bisschen habe ich mir noch aufbewahrt, denn Staub versteckt sich auch unter Teppichen und unter dem Kleiderschrank!

Entzug!

Und dann waren sie mit einem Mal weg – die Handwerker und auch „unser guter Geist“, der als Finalist am Samstag um Punkt 12:00 Uhr mittags all seine Utensilien zusammenpackte und das Belohnungsbier, das „normalerweise“ erst um 17.00 Uhr mit Bodo geteilt wurde, nun einfach als Aperitiv betitelte. Als wir ihm halfen, die Sachen, die er zum Ende hin zum Verfugen der Fliesen und für die Elektrik im Bad gebraucht hat, zu seinem Transporter zu tragen und uns mit der noch immer gebräuchlichen Form des Faust-Aufeinander-Schlagens von ihm verabschiedeten, kam fast so was wie Wehmut auf – schließlich war er fast 4 Wochen lang beinahe täglich bei uns „zu Gast“! Und wenn derjenige dann auch noch ein sympathischer Kumpel ist und für Bodo eigentlich sowas Ähnliches wie ein Seelenverwandter geworden ist, freuen wir uns geradezu aufs Wiedersehen, wenn es um die Abrechnung geht!

Nur was ist morgen am Montag? Kann uns BITTE irgendjemand irgendjemanden um Punkt 8:30 Uhr vorbeischicken, der bei uns irgendetwas handwerkeln will? Ich befürchte fast, dass wir in den kommenden Tagen von Entzugserscheinungen gebeutelt werden könnten!

Um aber allem Irrglauben vorzubeugen: wir sind noch lange nicht fertig! Nur die Handwerker, die sind fertig mit unserem Bad / WC. So gesehen sieht alles noch ein bisschen karg und nüchtern aus, wie auf den Bildern unweigerlich zu erkennen ist. Außerdem ist unsere Ehrfurcht vor den weiß gestrichenen Wänden so groß – es war halt einfach eine Schweinearbeit, die Wände nach den alten Fliesen so glatt zu bekommen! -, dass wir die Fugenmasse gerne noch etwas länger austrocknen lassen – als Vorwand dafür, nicht im Bad zu duschen. Aber gestern Abend so im Schein des dünnen Kipferl-Monds auf der Terrasse zu duschen, das hatte schon seinen eigenen Reiz und Charme – sogar Bodo hat mittlerweile (dank dem außergewöhnlichen trocken-heißen Sommer hier in Wien) am Draußen-Waschen Gefallen gefunden!

Offenbar kann man sich so rasch ans Außergewöhnliche gewöhnen, dass das Annehmen von Normalität geradezu Angst bereitet! Vielleicht sind es aber einfach die noch fehlenden Glaswände, die uns lieber mit Kaltwasser duschen lassen als uns unter der Kopfbrause zu entspannen, denn die Umstellung aufs neue WC und die neue Armatur im Bad-Waschtisch ging sehr rasch. Und auch der Spiegelschrank stellt keine „Bedrohung“ dar – die „bisschen“ vielen Fingerabdrücke werden einfach mit dem Supertuch, das uns Bodo´s Mutter zukommen hat lassen, wegradiert! Und das Barfußgehen auf den leicht rauen Fliesen ist ein Traum!

Ich denke, wir lassen die vergangenen 6 Wochen jetzt erst einmal sich ein wenig setzen, bevor wir uns mit dem Stauraum-Verbau unter dem Waschtisch und rund um ihn herum näher befassen (denn der alte Unterschrank ist mit einem Mal so hausbacken  und passt gar nicht mehr dazu!!!) – und dann: dann haben wir sehr wahrscheinlich wieder Handwerker bei uns!

 

zum Vergleich – so sah es vor 6 Wochen aus:

… Ich halte Euch am Laufenden, wenn „Krimskram und Schnickschnack“ Einzug ins neue Bad und ins neue WC gefunden haben! Jetzt beginnt die Phase, die MIR richtig viel Spaß macht – mit Altem und Neuem Räumen eine besondere Note zu verleihen! 🙂

Lux lucis, das Licht

Vom Glühwürmchen zur Taschenlampe … zum LED-Strahler! Und der ist wahrlich eine sehr gute Investition, wie sich in den letzten Tagen / Wochen herausgestellt hat!

So hatte dann auch ich einmal eine wichtige und tragende Rolle – im wahrsten Sinne des Wortes … in diesem Sinne: Bilder sagen mehr als 1000 Worte!

                 

Man beachte – nebst meiner passablen Statur als Lampenhalter – auch die professionelle Baustellenbekleidung und insbesondere das (nicht vorhandene) Schuhwerk!

Metamorphose eines Glühwürmchens

Bodo meinte gerade zu jemandem: Aus dem Glühwürmchen wird langsam eine Taschenlampe!

Wie man´s nimmt: Wir haben gestern jedenfalls beschlossen, dass wir im Bad doch lieber einen Teppich auflegen … WAS?

Warum nicht? So ein Baustellen-Vlies hat doch Charme: es ist „bunt“, man sieht keinen Schmutz (er bleibt stattdessen an rauen Fersen haften), und man jederzeit das Verlegemuster ändern.

Lagerkoller!!! Baustellen-Wahnsinn!!!

Aber jetzt mal ernst: Nachdem „unser guter Geist“ gestern nochmals (!!!) die Wände im Bad verspachtelt und nach dem Trocknen nochmals (!!!) fein abgeschliffen und danach mit einem feuchten Wischtuch entstaubt hatte, haben wir das schon leicht lädierte Vlies entfernt – für 5 Minuten war unser Bad dann auch quasi „fliesenfrei“ – und ein frisches aufgelegt – und das in gemeinsamer Maßarbeit … aber mit der scharfen Schere am Vlies hatte eindeutig ich den qualitativ besseren Schnitt! Bei der Folie zum Abdecken der Fliesen waren es dann genau 5 Zentimeter zu wenig, die mit dem breiten Malerkreppband ausgeglichen werden mussten – für 5 Minuten Spaß muss immer Zeit sein! Das gestrige Tagwerk wurde dann mit dem Auftragen der Grundierung beendet – ich durfte mit dem langen Pinsel in den Ecken arbeiten, dort, wo man mit der Rolle nicht hinkommt. Bodo mit Argusaugen hinter mir: Wenn du das ordentlich machst, darfst du später dann das Vorzimmer ausmalen. Na dann: demnächst darf ich mich mit weißer Wandfarbe bekleckern!

Dass sich unsere Baustelle bald der – hoffentlich – (vor-)letzten Bauphase nähert, sieht man auch daran, dass „unser guter Geist“ gestern Abend all das mitgenommen hat, was er hier bei uns nicht mehr brauchen wird: Fliesenschneider, einige Eimer, Reste von „Anmach-Zutaten“ für Schnellzement, Fliesenkleber, Wasserwaagen, Schneid-Unterlagen, Spachteln etc. etc. – daher steht im Vorzimmer nur mehr das herum, was zum Malen und Verfugen notwendig ist. Und die Nachbarn werden sich freuen, dass auch im Stiegenhaus kaum mehr was an der Wand lehnt – abgesehen von den Restfliesen („unser guter Geist“ hat echt gut gearbeitet!!!) und den Säcken mit dem Bauabfall.

Ja, es wird ein wenig lichter!

Heute wird erst am Nachmittag weiter gearbeitet. Bodo hat aber die „ruhige“ Zeit genutzt, um Überlegungen anzustellen, wie er zukünftig sein eigenes Werkzeug-Sammelsurium am besten unterbringen kann, nämlich unterhalb von der Therme und … NEIN!!! … auch im Bad!?!? Halb so wild, da sind wir gerade am Austüfteln von „unsichtbaren“ Lösungen – wofür wir aber einen Tischler brauchen werden –

aber das wird dann wohl eine ganz andere Geschichte!

Die Würfel sind gefallen …

… aber die Wandfliesen halten!

Yesss – gestern zu Mittag war es dann soweit: das Thema Fliesenverlegen kann abgehakt werden!

Neben sehr viel Fingerspitzengefühl und Technik war aber auch extrem viel MAN-Power erforderlich (daher nix für schwache Frauen :-), denn eine einzelne Fliese 120 x 60 cm bringt ein Gewicht auf die Waage, dass einem der Schweiß auf der Stirn erscheint und der Bizeps zum Zittern neigt! Daher auch unsere Bange, dass die Fliesen dann überhaupt an der Wand kleben bleiben … Schwerkraft und so! Aber der Fliesenkleber hält offenbar, was er verspricht – es ist jetzt ein Tag vergangen und alles sitzt perfekt!

Das tut jetzt mal einfach gut – ein wichtiger Milestone sozusagen.

Trotzdem bleibt noch genug zu tun für „unseren guten Geist“: die Wände müssen fertig grundiert werden, Acryl muss in die Ecken gespritzt werden, dann erst der finale Anstrich und die Fiesenfugen müssen noch gefüllt werden … klingt nicht viel, bedeutet aber: ZEIT!

Und es wird wirklich ZEIT, denn die Outdoor-Temperaturen haben in den letzten Tagen etwas abgenommen – und wenn dann auch noch ein frischer Wind über die Terrasse zieht, wird´s beim Duschen doch ein wenig huschi – Abhärtung pur! Da hat auch das lästige Virus keine Lust, sich niederzulassen!

Fliesen-Countdown

Reichen sie aus oder nicht? Nach einer Lagebesprechung ließ ich mir vom Fliesenshop sicherheitshalber bestätigen, dass die von uns ausgesuchten Bodenfliesen zum Glück keine Exoten sind und daher binnen 2 Tagen abholbereit wären. – „Unserem guten Geist“ war sichtlich die Erleichterung anzusehen, denn im Bad müssen fast alle 60 x 60 Fliesen geschnitten werden – mal ein gerader Schnitt, meistens aber mit Millimeterabweichungen – von den Sonderstellen im kleinen Raum gar nicht zu sprechen! Da kann schon mal ein Hoppala passieren – besonders blöd zum Beispiel, wenn bei einem glatten Schnitt dann doch ein Eckerl abbricht! Oder, wenn man(n) „falsch herum“ denkt!

Das „Maß aller Dinge“ ist zweifelslos die neue Dusche – dort entscheidet sich das Fugenbild für den Rest des Raumes. Daher wurden dort auch die ersten Fliesen verlegt – noch ausgelassen die erforderliche Spitzfindigkeit rund um die Schlitzrinne – das war dann reinste Puzzlearbeit!

Die 60 x 60 Fliesen haben ein ordentliches Gewicht plus das Bücken und Knieen – das geht auf den Rücken! Für die noch größeren Wandfliesen sollten wir vielleicht ein paar Gewichtheber von den Olympischen Spielen abwerben???

Messen mit dem Maßband, Fugen-Flucht-Kontrolle mit dem Laser, Schneiden auf dem Profi-Fliesenschneidbrett und im Einzelfall mit der „kleinen“ Maschine, Saugnapf zum Heben der Fliese, Keile, um die Fliesen bis zum Trocknen des Klebers stabil zu halten – mein Respekt: das ist eine Wissenschaft!

Am entspanntesten hat es der Sack mit dem Fliesenkleber-Rohmaterial: der hockt im Klo und wartet seinen Einsatz einfach ab!

Gestern durfte dann ich mal ein bisschen assistieren (zureichen, Fugen auskratzen), aber Hand aufs Herz: Handwerks-MÄNNER wollen doch lieber unter sich sein! So war dann auch wieder Bodo live dabei, als die quasi VORLETZTE Bodenfliese eingesetzt wurde!

Zum großen Glück fehlt jetzt nur noch die Waschmaschinen-Nische mit dem neuen Bodenablauf (für den Fall der Fälle) – dann ist es für Woche 4 (!!!) mal genug!

Und schön langsam bekommt der Raum wieder ein Gesicht – eine Vorstellung, wie es sein wird! Das gibt Mut für Woche 5 (im Wissen, dass diese kein Honigschlecken wird!)!

     

Ein Glühwürmchen am Ende des Tunnels

Der Hulk-Hals ist zwischenzeitlich wieder auf Normalweite geschrumpft – die „Ich-nehme-das-jetzt-selbst-in-die-Hand-Aktion“ zur Begradigung der bodenebenen Duschfläche war zum Glück erfolgreich. Der Installateur war in der vergangenen Woche auf Urlaub – schon mal was von Bandansage gehört? – und hat sich gestern vorab nur über die Assistentin gemeldet – und das ziemlich unaufgeregt … „wegen ein paar Zentimetern …“ – Uih, da sehe ich gerade wieder eine Ader anschwellen …!

Das ist also noch ein offenes Thema!

Die Tage vergehen – mittlerweile sind wir in Woche 4 unserer Baustelle … und fast schon an den Zustand (im wahrsten Sinne des Wortes) gewohnt:

sorgfältiges Reinigen des Baustellenbereichs nach erbrachter Tagleistung – siehe den Ober-Hilfsarbeiter beim Kehren …

… respektvoller Abstand, wenn einer von uns beiden aufs Klo muss, denn die Türe ist ausgehängt; mehrmaliges Trockenwischen des Spülbeckens, weil dies derzeit unsere einzige brauchbare Wasserquelle ist; wo ich hinlange, wird dem Staub der Garaus gemacht; den Parcour-Lauf durch das vollgestellte Wohnzimmer schaffen wir mittlerweile schon blind; und dank anhaltendem Schönwetter ist das Duschen im Freien eine Wohltat!

Und langsam geht auch was weiter, wobei „langsam“ nicht als Kritik aufzufassen ist, denn das Tagespensum eines Menschen ist nun mal begrenzt – rein aus körperlich-muskulärer Sicht betrachtet. Gerade werden im Klo zum letzten Mal vor dem finalen Anstrich die Wände geschliffen. Gestern gab es im Bad die äußerst schweißtreibende erste Ausgleichsgrundierung – aufgrund der Feuchtigkeit des Materials wurde der kleine fenster- und derzeit lüftungslose Raum zur Sauna – „unser guter Geist“ musste daher mittags auch schnell unter (seine) Dusche! Die Schienen für die Duschwände sind passgenau zugeschnitten und montiert (geklebt) worden.

Nicht zu vergessen: Unsere Action im Klo! Es gibt hier ein Loch nach außen, vor dem Umbau war hier der Entlüfter eingebaut. Aber nachdem wir ein kleines Fenster haben, ist der Entlüfter eigentlich nicht notwendig. Nur was tun mit dem Loch? Das Gewitter vorgestern hat jedenfalls gezeigt, dass hier sehr wohl Wasser durch kann!  Aber nachdem wir mittlerweile (dank Amazon!) ein kleines Ersatzteillager haben, ist die Lösung in der Theorie auch schon gefunden: wir müssen nur an der Fassade – also von draußen! – ein Außenluftgitter mit Insektenschutz einbringen und einkleben. Das klingt einfach – nur: wie bringen wir das Ding von außen an? Auch wenn ich durchs schmale Fenster hinaussteigen könnte – wir sind hier gut und gerne 20 Meter über Niveau und an der Fassade zum kleinen Innenhof gibt es kein Klettergerüst! Aber Bodo ist zum Glück sehr erfinderisch und „unser guter Geist“ hinkt hier überhaupt nicht nach. Und MacGyver hätte seine Freude gehabt! Also her mit: einem dicken Draht, einem Besenstiel und Panzerband; Bodo mit dem Arm im Rohr, ich halbseits aus dem Fenster hängend, ging das Außengitter auf die Reise vom Fenster bis zum runden Loch – und sitzt!

Und zur Krönung des gestrigen Tages wurde im Bad auf dem Boden die Ausgleichsschicht aufgetragen – unser Dyson-Lüfter war mehr als 12 Stunden lang als Trockner im Einsatz! Jetzt steht dem Fliesenlegen im Bad bald nichts mehr im Weg!!!

So sah es noch vor ein paar Tagen aus!

So sieht es heute aus!

Ja – am Ende des Tunnels leuchtet das erste Glühwürmchen!

Ein Hals, so dick wie bei Hulk

Lasse einen Handwerker nie allein – und schau, dass du alles mit Argusaugen kontrollierst! Nur blöd, wenn „das Objekt der Begierde“ zum Schutz abgedeckt wird – „Nicht betreten!“

Die Theorie ist das eine – in der Praxis spielt´s leider deutlich differenzierter! Der gestrige Bau-Tag war bis zum Nachmittag recht entspannt: denn wenn gespachtelt wird, hört man nur leichte Kratz- und Schabgeräusche und es fällt wenig Dreck an.

Doch mit einem Schlag war´s vorbei mit „entspannt“, denn ein zorniger Aufschrei aus dem, was wieder einmal ein Bad werden soll, schreckte mich von meiner Homeoffice-Arbeit auf. (Nein! Ich war nicht gerade beim PowerNapping!) Ich natürlich schnell hin – und wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Abschlusskante des Gefällebetons im Mittel auf 120 cm gesetzt wurde — aber OHNE Berücksichtigung der bei 60er Fliesen zwangsläufigen Fliesenfugen und einer kleinen Toleranz wegen der leicht schiefwinkeligen Rückwand!!!

Oh Mannomann – Bodo hat – bezogen auf seine Körpergröße – echt breite Schultern, aber sein Hals gestern war um nichts schmäler – es hat wirklich nur noch der grüne Teint des Marvel-Helden Hulk gefehlt … und dessen Trümmerhand, wenn er zornig ist!

Undenkbar, bei den Fliesen 2 mm schmale Streifen abzuschneiden! Also was tun?

Ich, mit einem Bein schon in meinen Yoga-Tights für eine Runde Outdoor-Yoga, sofort ein empörtes Schreiben an den Installateur verfasst, Bodo zeitgleich die Fotodokumentation auf Mailformat verkleinert:

Plan A – Der Installateur muss SOFORT kommen und den Mangel beheben (Wir haben ja nicht unendlich viel Zeit und wollen ENDLICH wieder normal wohnen – ich bin ja nur dankbar, dass das Wetter mitspielt und die Outdoor-Dusche daher erträglich ist – I like it!).

Plan B – Wir (also „meine“ beiden Handwerker mit vier goldenen Händen) schneiden den Boden entsprechend auf, dichten erneut ab, etc., und der Installateur muss ein paar Partiestunden gutschreiben – die Deadline: heute, also Freitag, 09:00 Uhr!

Gut und schön, uns ist aber erst heute eingefallen, dass die Firma diese Woche wieder eine „kurze“ Woche hat, sprich: donnerstags ab 16:30 Uhr ist der Laden dicht bis montags früh um 07:00 Uhr. Und damit keine Reaktion aufs Schreiben, kein Anruf, gar nichts! Damit stand fest: Plan B wird in die Tat umgesetzt – und das ging dann eigentlich sehr schnell. Allerdings ist noch unklar, ob wir die geforderte Gutschrift bekommen (?)

Bodo´s Hals ist mittlerweile wieder auf Normalgröße geschrumpft – die ruhige Art von „unserem guten Geist“ wirkt auf ihn zum Glück beruhigend. Aber wie immer gegen Ende der Woche, ist Bodo´s Leidensdruck am größten, sind die Nerven knapp vor dem Zerreißen, und ist die Laune ganz tief unten. Ich kann hier ebenfalls nur beruhigend einwirken, unaufdringlich zum Besen greifen, aufmunternde Worte finden und abends für ein gutes Essen sorgen. (Gestern gab es köstliche Quesadillas = mit Thunfisch, Zwiebel, Paprika, Käse gefüllte Tortillas, in der Mitte zusammengeklappt und in der Pfanne herausgebraten – mmmh!!! Kommt jetzt öfters auf den Tisch!)

Unser Segen ist, dass „unser guter Geist“ derzeit keine fixe Anstellung hat und daher für uns zur Verfügung steht. Er arbeitet sehr gewissenhaft, hat einen enormen Erfahrungsschatz (und mächtig viel nützliche Utensilien – das IT-Piece: eine ca. smartphone-große LED-Akku-Lampe – genial!), und Bodo schätzt die Zusammenarbeit mit ihm sehr, lernt dabei auch viel! Wahrscheinlich hätten wir ihn alles machen lassen sollen – wenn wir´s vorher gewusst hätten …!?!?

Nur, wenn die beiden darüber maulen, dass der viele Aufwand nur daher rührt, dass sich „Madame“ fliesenlose Wände wünscht – „Meine Herren, ich kann Euch hören!“ -, dann schwillt auch mein Schwanenhals etwas an! 🙂