Beflügelt wie eine rosarote Nachteule

Sommerzeit und Großstadt – das bedeutet neben meinen „geliebten“ Menschenmassen ebenso viele Baustellen auf den Straßen – die einen beleben unsere heimische Wirtschaft, die anderen machen unsere Stadt wieder sicherer im Straßenverkehr. Quasi vor unserer Wohnung werden seit ein paar Wochen die Gleisanlagen der Straßenbahnlinie erneuert – und das meistens nachts! Ganz schön lustig, wenn um 23 Uhr die Presslufthammer zum Leben erwachen und um 3 Uhr nachts noch immer Party feiern. Da kann es dann schon vorkommen, dass aus den paar Bettstunden nur wenig erholsamer Schlaf herauszuholen ist. Mit müdem Auge schleppt man sich dann ins Bad und später in die Arbeit. Auch dort müssen die Lider-Muskeln schwerste Haltearbeit leisten.

Wenn man so wie ich vollkommen koffein-frei lebt und auch stilles Leitungswasser kein Prickeln auf der Haut mehr erzeugen kann – was soll man tun? Was hilft, den Tag zu überstehen?

Aus einer hellseherischen Eingebung heraus habe ich mir vor einigen Wochen, als ich mich extrem schlapp gefühlt habe – das war vor der Eisentabletten-Kur – eine Dose Redbull light gekauft und dann im Kühlschrank deponiert – für den Fall der Fälle. Vorgestern war es dann soweit – Durst, Müdigkeit und aus Ermangelung an anderen Getränken heraus wurde ich schwach und habe es gewagt, die Dose zu öffnen!

Der erste Schluck – und ich wollte schon aufgeben, weil mir dieser „gummibeerliche“ Geschmack doch ein wenig schwer über die Zunge ging. Wegschütten oder Aufheben oder Augen zu & Austrinken? Lebensmittel werden bei mir selten weggeschmissen. Redbull ohne Kohlensäure ist eher auch ein Graus – also rein mit dem Saft!

Und wo sind jetzt die Flügel?

Ich gehe ins Fitness-Studio, unterrichte dort meine 2,5 Stunden – keine merklich spürbaren Nebenwirkungen; ich bin zwar nicht mehr ganz so müde, aber das mag auch an der Bewegung liegen.

Ich gehe heim, und der restliche Abend verläuft wie sonst auch.

Ich gehe kurz vor 23 Uhr ins Bett, um meine 6 Stunden Schlaf zu bekommen – aber dann:

… dann geht´s los: mein Gehirn ist wie unter Strom, Gedankengänge fetzen durch meinen Schädel: Beruf, eine Yogastellung, an der ich gerade kiefle, und und und … an Schlaf ist nicht zu denken! Ich könnte glatt auf einen Sprung runter auf die Straße gehen und mich zum Presslufthammer gesellen, so quirlig fühle ich mich. Im Morgengrauen ebbt dieser Zustand einer losgelösten Nachteule dann zwar etwas nach, den Rest des Energieschubs nehme ich mit zum Laufen und mit in die Arbeit. Erst nach mehr als 24 Stunden dieser Koffein(über)dosis bin ich wieder „clean“ … und falle nach zwei unruhigen Nächten wieder einmal in einen tiefen Schlaf.

Das wird wohl ein einmaliges Erlebnis gewesen sein!

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