Sorgen – eingebildete und echte

Ist schon komisch, wie wir – insbesondere Frauen – ticken und welche „interessanten“ Aspekte und Sorgen da ans Tageslicht kommen:

  • Die Befürchtung, dass – anders als bei den Aktienkursen – die Kilo-Kurve extrem nach oben geht, ist mittlerweile kein offenes Geheimnis mehr, sondern hat Einzug in den Sozialen Medien gefunden (zB #schwere-zeiten) und ist damit populär.
  • Den „Vorstadt-Weiber“ Prosecco muss frau jetzt ohne Freundinnentreffen trinken. Und nachdem sich der Sprudel bekanntermaßen ja schnell verflüchtigt, muss frau in der Isolation die Flasche nun alleine leer bekommen (ausgenommen natürlich all jene, die noch brav dem Alkohol-Fasten standhalten – so wie ich!)
  • Wer bislang gewohnt war, seine Finger- und Zehennägel einer Fremdbehandlung zu überlassen, muss jetzt selbst zu Nagelschere, Nagelfeile, Nagellack – und Nagellackentferner (!) greifen oder alles dem natürlichen Lauf der Dinge überlassen. – Doch bitte: Passt in diesem Fall auf, wenn Ihr Euren Partner streichelt!
  • Richtig schlimm wird es aber, wenn man auf das Können eines Friseurs angewiesen ist. Wer schneidet meine Haare, wer färbt meinen Haarnachwuchs? Und NEIN: Weiße Haare als optische Dauerlösung sind überhaupt keine Option! Das seelische Wohlbefinden ist sowieso schon angeknackst, aber ein weiß-schimmernder Scheitel …?

„Sorgen“ von kinderlosen Frauen – zum Schämen, wenn man mitbekommt, welche Jonglagen berufstätige Frauen im homeoffice mit Kindern zu bewältigen haben! Ein Arbeitskollege von mir hat Frau und fünf (5!) Töchter im Alter von 1 bis 16; ein anderer aus meinem Stockwerk ist vor kurzem zum zwölften (12.!) Mal Papa geworden! Das ist dann das Sahnehäubchen auf die derzeitige Ausnahme-Melange!

„Sorgen“ von Frauen, die in einer geborgenen Umgebung leben dürfen – zum Schämen, wenn man sich bewusst macht, wie viele Frauen „daheim“ mit Gewalt, übermäßigem Alkohol-, übermäßigem Drogenkonsum konfrontiert sind, denn momentan gibt es kein Entrinnen, keine Fluchtmöglichkeit!

„Sorgen“ von Frauen, für die die Wohlstandsgeneration eine Selbstverständlichkeit ist – zum Schämen, wenn man endlich versteht, dass es viele Frauen gibt, alleinerziehend und mit geringen bis gar keinem Einkommen, die mehr denn je auf caritative Einrichtungen und soziale Unterstützung angewiesen sind.

„Sorgen“ von Frauen, die gesund uns schmerzfrei sind – zum Schämen, gibt es doch genug – vorwiegend natürlich ältere – Jahrgänge, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, die an einer Krankheit leiden und nun befürchten müssen, dass ihnen nicht mehr in der benötigten Weise geholfen werden kann.

COVID-19 und die Fastenzeit 2020 – Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken, zum Dankbar-Sein!

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