{"id":1283,"date":"2018-03-18T18:02:33","date_gmt":"2018-03-18T17:02:33","guid":{"rendered":"https:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=1283"},"modified":"2018-03-18T18:02:33","modified_gmt":"2018-03-18T17:02:33","slug":"swapperei-keiler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=1283","title":{"rendered":"Swapperei \u2013 Keiler"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Ich war vor kurzem nach l\u00e4ngerer Zeit der Abstinenz und Verweigerei doch wieder einmal bei einer Swap Party \u2013 der Kleidertauschb\u00f6rse, wo modische Lieblingsteile ein neues Frauchen bekommen k\u00f6nnen. Ich habe zwar im letzten Herbst\/Winter viel aussortiert und einiges zur Carla (eine Institution der Caritas) gebracht. Aber bei einigen Kleidungsst\u00fccken dachte ich mir, dass sie doch besser zu einer Swapperei passen w\u00fcrden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit zehn guten, aber von mir nicht mehr getragenen Teilen im Beutel machte ich mich also sonntags auf die Suche nach dem Tauschlokal. Je nach Veranstalterin findet diese Party immer woanders statt \u2013 dieses Mal in einem Kellerlokal in einer neuen Wohnhausanlage, mitten im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Unser zugegebenerma\u00dfen etwas beschr\u00e4nktes Navi hat uns (Bodo hat mich hingef\u00fchrt und wollte mich dann nach einer guten Stunde wieder abholen) umst\u00e4ndlich im Kreis und schlussendlich ein eine Sackgasse gef\u00fchrt. Gefunden habe ich den Partyort dann aber doch! Ein Blick gen\u00fcgte und ich wusste: Alles beim Alten!<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Veranstalterinnen, bekannte Gesichter, die sich sonst auf der anderen Seite als T\u00e4uschnerinnen tummelten. Einige Gesichter, die mir von vorangegangenen Swap-Veranstaltungen gut in Erinnerung geblieben sind. Und das Angebot an Tauschware? Hat sich leider nicht wirklich verbessert. Fast kam es mir so vor, als ob an den Kleiderstangen die gleichen Hosen, R\u00f6cke, T-Shirts, Blusen hingen wie beim letzten Mal. Wird nur das geswapped, was schon mal getauscht worden war?<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine Stunde Zeit, eigentlich Zeit-Druck, hatte ich, f\u00fcr die abgegebenen zehn Teile doch etwas zu finden, mit dem ich mich identifizieren k\u00f6nnte. Noch sah es aber leider nicht danach aus. Was blieb mir also anderes \u00fcbrig, als mich wie die anderen Frauen und jungen M\u00e4dchen auch, auf die Lauer zu legen, wie eine gierige L\u00f6win, die Beute wittert, sie aber noch nicht ausmachen kann? Im Schleichgang zwischen den Kleiderst\u00e4ndern, x-Mal die gleiche Hose angreifend, und immer einen Blick zur T\u00fcre in Erwartung von leckerem \u201eFrischfleisch\u201c. Endlich entdeckte ich eine taillierte, hinten l\u00e4nger geschnittene, enge Jacke aus dichtem Wollstoff, mit dezentem Animalprint und trachten\u00e4hnlichen Kn\u00f6pfen. Schnell anprobiert: naja, aber besser als nichts, also erstmal nicht hergeben und weiterhin auf der Lauer bleiben. Die Zeit zerrann schnell. Dann kam ich mit einer gepflegten Dame ins Gespr\u00e4ch, knapp 10 Jahre \u00e4lter als ich, die mit einer zart-rosafarbenen Strickjacke und Fransen lieb\u00e4ugelte. Ihr Mann am Rand sitzend war nicht so begeistert. Ich machte ihr den Vorschlag, unsere beiden Jacken zu tauschen \u2013 was f\u00fcr beide ein Gl\u00fcckstreffer war! So gut: ein Teil f\u00fcr zehn!<\/p>\n<p align=\"justify\">Zwischendurch konnte ich beobachten, wohin es meine zehn Teile hin verschlug. Schon eigenartig, dass ein und dasselbe Kleid sowohl mir als auch einer Frau mit gut 20 kg mehr passen sollte? Nun gut, Strick ist geduldig!<\/p>\n<p align=\"justify\">Vielleicht dachte sich das die Vorbesitzerin eines extrem kurzen gr\u00fcnen Sommerkleides, als ich mich darin im Spiegel pr\u00fcfend begutachtete. Die Blicke anderer Frauen signalisierten mir aber: gar nicht mal so schlecht \u2013 also: zwei Teile f\u00fcr zehn.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jetzt hat mich glatt doch noch das Jagdfieber gepackt!<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Augen in einem schnelleren Hin- und Her-Rhythmus \u2013 aller guten Dinge sind doch immer noch drei?<\/p>\n<p align=\"justify\">Ein neongelbes Regenblouson signalisierte mir: ich bin Deine Nummer Drei &#8211; auch wenn Du mich wahrscheinlich nie tragen wirst. Aber vielleicht gibt es ja den einen besonderen Moment, wo Du mich dann doch aus dem Kasten zerrst!<\/p>\n<p align=\"justify\">Einigerma\u00dfen zufrieden, aber noch nicht satt, pirschte ich mich wieder an den Check-in-Tisch an und machte bewusst eine zum \u00c4rgern pr\u00e4destinierte Beobachtung: Es gibt Frauen, die schon mehrere Teile in H\u00e4nden halten, sich dann aber noch mehr in Blitzesschnelle unter den Nagel rei\u00dfen, ohne einer anderen Frau eine Chance zu geben! Auf meine Frage, wann sie wisse, ob sie dieses Kleid behalten wolle (ein kurzes Kleid, ich glaube von Hallhuber oder Zara, wild gestreift in Rot, Gr\u00fcn, Braun, Schwarz auf wei\u00dfem Untergrund \u2013 also etwas f\u00fcr mich!), die lapidare Aussage: ich will nur einmal in die Umkleidegarderobe \u2013 und das kann noch dauern! Ich k\u00f6nnte ja etwas verpassen! Mit dieser Ansicht war sie offenbar nicht allein, wie mir mein Rundum-Blick best\u00e4tigte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich werde dieses Verhalten nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen, das geh\u00f6rt offenbar zum Swappen dazu \u2013 also Schwamm dr\u00fcber und hin zum Check-out-Tisch, denn die eine ausgedehnte Stunde Swapperei ging langsam dem Ende zu.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn ich ehrlich bin, wollte ich die L\u00fccke in meinem Kleiderschrank gar nicht wieder 1:1 auff\u00fcllen \u2013 wo bliebe denn sonst Platz f\u00fcr ganz Neues?<\/p>\n<p align=\"justify\">Die rosa Jacke hat sich zwischenzeitlich schon als sehr kleidsam erwiesen. Ich hoffe, dass die andere Lady mit ihrer Jacke genauso zufrieden ist wie ich mit meiner!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war vor kurzem nach l\u00e4ngerer Zeit der Abstinenz und Verweigerei doch wieder einmal bei einer Swap Party \u2013 der Kleidertauschb\u00f6rse, wo modische Lieblingsteile ein neues Frauchen bekommen k\u00f6nnen. Ich habe zwar im letzten Herbst\/Winter viel aussortiert und einiges zur Carla (eine Institution der Caritas) gebracht. 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