{"id":244,"date":"2013-11-17T19:54:14","date_gmt":"2013-11-17T18:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=244"},"modified":"2013-11-17T19:54:14","modified_gmt":"2013-11-17T18:54:14","slug":"wer-swapped-hat-mehr-vom-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=244","title":{"rendered":"Wer swapped, hat mehr vom Leben!"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Gestern war es wieder einmal soweit: Aufruf zur Swap-Party im Novomatic-Geb\u00e4ude gleich neben dem Wiener Naschmarkt &#8211; der &#8222;Flohmarkt&#8220; der anderen Art \u00f6ffnet seine Pforten f\u00fcr einen Tag. Das Thema: bringe 5 Fashionteile mit &#8211; egal, ob ehemaliges Lieblingsteil, Teil, dem du entwachsen bist, Fehlkauf oder\u00a0 egal, warum &#8211; dieses Mal nicht nur f\u00fcr Ladies, sondern auch f\u00fcr Kids und Gents. Ich trenne mich, weil seit vielen Jahren ungetragen und daher nur Platz im Schrank okkupierend, von einem langen gr\u00fcnen Kleid, von dem Bodo meint, ich sehe aus, wie eine OP-Schwester, einem langen schwarzen Crinkle-Rock, den ich bei meiner Sponsion getragen habe (und seitdem nicht mehr), einen Blazer, der in Ungnade gefallen ist, eine Patchwork-Pluderhose von Desigual, die Bodo so gar nicht mag, da ihn ein tief liegender Schritt\u00a0an Inkontinenz erinnert und zum Schluss noch verr\u00fcckt bunte Stiefel mit klapperndem Pfennigabsatz.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Ich habe mich wieder zum Helfen angemeldet &#8211; meine Schicht ist von 11:00 bis 16:00, gemeinsam mit 14 anderen helfenden H\u00e4nden, wobei uns bald die eine und andere Hand abhanden kommen wird. Obwohl wir 8 Damen uns kaum bis gar nicht kennen, ist die Aufgabenteilung relativ rasch und ohne zickenhaftes Gehabe koordiniert: zu dritt stehen wir beim Check-in, zwei nehmen die 5 Teile pro Person entgegen; wenn es ein Teil mehr ist, sagen wir auch nicht nein. Allerdings darf sich keine \/ keiner mehr als 5 gebrauchte neue Teile mitnehmen. Ich werde nach wenigen Minuten zur &#8222;Aufh\u00e4ngerin&#8220; dieser Swap-Party und bekomme somit jedes geliebte oder nicht mehr so geliebte St\u00fcck in die Hand. In den n\u00e4chsten Stunden werden das schon so um die 1.500 Kleider, Oberteile, Hosen, Jacken, M\u00e4ntel, Accessoires werden. Der Andrang ist riesig. Bald schon komme ich mit dem Aufh\u00e4ngen kaum nach, die Kleiderb\u00fcgel (und vor allem die Kleiderspanner) schwinden zunehmend; noch kommt nichts aus dem Schauraum bzw. dem Check-out zur\u00fcck. Die Kolleginnen, die die Kleidungsst\u00fccke im Schauraum nach Geschlecht und Gr\u00f6\u00dfe vertragen m\u00fcssen, schleppen sich ordentlich ab. Mir ist hei\u00df und der Gaumen wird trocken. Mit Kennerblick lege ich mir bis zum Nachmittag drei Kleider und drei G\u00fcrtel zur\u00fcck, die ich halbwegs interessant finde, denn wenn ich die Sachen f\u00fcr die Meute jetzt freigebe, werde ich sie nicht mehr wiedersehen. Nachtr\u00e4glich \u00e4rgere ich mich, dass ich mir nicht auch den schwarz-gl\u00e4nzenden trenchcoat-artigen Mantel mit Messing-Nieten, ein ungetragenes St\u00fcck Modegeschichte von einem London-Trip, geswappt habe, denn der Mantel hat Klasse und sticht auch der Masse hervor. Keine Ahnung, warum die Lady ihn nicht mehr mag. Eines muss leider gesagt werden: die Zahl der richtigen Gustost\u00fcckerln ist sehr rar. Gesch\u00e4tzt 90% aller Modeeindr\u00fccke stammen von diversen Billig-Modeketten, die sich mittlerweile \u00fcber den ganzen Globus oder zumindest \u00fcber Europa verteilen. Zu Recht hat sich eine Dame, eine der wenigen, die richtig gute Sachen gebracht hat, beschwert, dass sie im Gegenzug f\u00fcr ihre Mitbringsel eigentlich keine ad\u00e4quaten St\u00fccke erbeuten k\u00f6nne. Eine K\u00fcnstlerin (Schauspielerin oder S\u00e4ngerin) kommt mit zwei gro\u00dfen Ikeas\u00e4cken und ist schon beim Check-in so entt\u00e4uscht, dass sie die beiden S\u00e4cke bei uns hinter dem Annahmetisch deponiert. Sie bietet mir zwar an, dass ich mir etwas aussuchen k\u00f6nne, aber beim schnellen Durchschauen in einem der wenigen Augenblicke, wo keine Swapperin am Tresen auspackt, ist f\u00fcr mich klar: dieser Promi hat zwar Geschmack, aber einen anderen als ich.<\/p>\n<\/div>\n<p>Gegen Mittag bekomme ich endlich etwas zum Trinken. Das Fernsehen war auch da und hat uns bei der &#8222;Arbeit&#8220; gefilmt. Ich glaube aber fest, dass sie mich wieder aus dem Clip rausgeschnitten haben, denn ich war wohl zu energisch beim Kleiderb\u00fcgel-Catching. Au\u00dferdem stand mir der Kameramann im Weg. Die F\u00fc\u00dfe in den hohen Wedges schmerzen schon &#8211; n\u00e4chstes Mal ziehe ich auch Sneakers an so wie Kollegin Sophie, die ganz in Schwarz gekleidet knallorange Nikes tr\u00e4gt und mir die angenommenen Kleidungsst\u00fccke entweder so hinh\u00e4ngt, dass sie mir bei meinem System im Wege sind oder mir die Sachen einfach hinschmei\u00dft. Nun gut, sie ist einer der Mitorganisatorinnen, da darf man wohl etwas \u00fcberheblich sein. Um 4 Uhr nachmittags schnappe ich mir dann meine Beute und ziehe mir die Kleider auf der Toilette schnell \u00fcber den Kopf, ohne mich davor auszuziehen &#8211; wird schon passen, denke und hoffe ich &#8211; sonst kommt\u00b4s zur n\u00e4chsten Swap-Party im Fr\u00fchjahr. Die drei Kleider sind jetzt nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches oder allzu Flippiges: ein schlichtes graues Kleid mit gro\u00dfem Ausschnitt &#8211; wahrscheinlich zu tiefblickend vom MamaLicious, ein echter Boss in hellgrauem Strick und \u00e4rmelos, daf\u00fcr unten balloniert und dann noch das f\u00fcr mich komplett untypische chanel-artige wei\u00dfe Kleid mit einem Stinktierartigen schwarzen Blockstreifen l\u00e4ngs \u00fcber den ganzen R\u00fccken.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr bin ich als Helferlein sicher wieder dabei, denn obwohl es f\u00fcr uns alle in unserem Bem\u00fchen, alle schnell zufrieden zu stellen, doch recht stressig ist, macht es Spass. Zu sehen, mit welchen Textilien (und Kunststoffen) sich die Menschheit verh\u00fcllt, die unterschiedlichsten Geschm\u00e4cker zu entlarven und einfach zu sehen, wie gierig alle sind. Der Jagdinstinkt nach einem quasi Gratis-Schn\u00e4ppchen existiert auch (und vor allem) bei Frauen. Das, was augenscheinlich gef\u00e4llt und vielleicht passen k\u00f6nnte, wird an den Leib gedr\u00fcckt, nur, damit keine andere es wegschnappt. Vergessen ist der dabei der eigene Einsatz. Ich sehe eigentlich nur aufgeregte und fr\u00f6hliche Gesichter, ab und dann vielleicht kleine Verzweiflung, weil noch nichts Passendes dabei war. Kluge K\u00f6pfe legen sich bei unserer Sammelstelle auf die Lauer, um hier schon abzuchecken, ob etwas Passendes dabei ist. Eine Frau zB kommt alle 10 Minuten vorbei &#8211; sie sucht Oberteile in Large. Der Gro\u00dfteil, der bei uns abgegeben wird, hat Gr\u00f6\u00dfe Medium. Small liegt an zweiter Stelle und alles, was noch kleiner ist, kann ich kaum am Spanner aufh\u00e4ngen. Und bei vielen Besucherinnen hat man das Gef\u00fchl, dass sie deshalb noch nicht auschecken, weil es k\u00f6nnte ja noch das ultimative neue Lieblingsteil kommen. Zugegebenerma\u00dfen denke ich abends, nachdem ich endlich zum Sitzen gekommen bin und mich wieder ein wenig erholt habe, dass ich nochmals hinschauen k\u00f6nnte, vor allem dann, wenn meine Beute sich als ungenie\u00dfbar erweisen sollte &#8211; aber siehe da, mein Kennerblick hat mich nicht im Stich gelassen: die drei Kleider passen quasi perfekt (beim Fotoshooting meinte Bodo zwar: &#8222;Oh Stretch, das w\u00e4chst noch mit!&#8220;), zwei der drei G\u00fcrtel sind ok, den dritten im Cow-Style kann ich nur als Brustgurt tragen oder ich versuche es mal als breiten Armgurt. Man muss kreativ denken und das werde ich &#8211; sp\u00e4testens bis zum n\u00e4chsten Swap-Event.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0761.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-255\" alt=\"wpid-Sky-_MG_0761.jpg\" src=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0761.jpg?w=200\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0756.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-252\" alt=\"wpid-Sky-_MG_0756.jpg\" src=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0756.jpg?w=200\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0748.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-248\" alt=\"wpid-Sky-_MG_0748.jpg\" src=\"http:\/\/luciaklatil.files.wordpress.com\/2013\/11\/wpid-sky-_mg_0748.jpg?w=200\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war es wieder einmal soweit: Aufruf zur Swap-Party im Novomatic-Geb\u00e4ude gleich neben dem Wiener Naschmarkt &#8211; der &#8222;Flohmarkt&#8220; der anderen Art \u00f6ffnet seine Pforten f\u00fcr einen Tag. 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