{"id":2628,"date":"2023-02-19T14:43:16","date_gmt":"2023-02-19T13:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=2628"},"modified":"2023-02-21T07:36:41","modified_gmt":"2023-02-21T06:36:41","slug":"ein-kurzer-moment-des-gluecks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=2628","title":{"rendered":"Ein kurzer Moment des Gl\u00fccks"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Am Montag habe ich noch nicht daran gedacht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Dienstag habe ich kurz mal nachgeschaut, wann denn die n\u00e4chsten Termine w\u00e4ren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Mittwoch habe ich den Newsletter mit der Ank\u00fcndigung erhalten, war pl\u00f6tzlich von Lust gepackt, allein der vorgeschriebene Dresscode machte mir Kopfzerbrechen. &#8212; Ah! Es geht um eine Kleidertauschparty? Richtig!<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Donnerstag habe ich dann doch nachgefragt, ob noch ein Platz frei w\u00e4re.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Freitag habe ich schlie\u00dflich das Teilnahmeformular ausgef\u00fcllt und abgeschickt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Freitag Nachmittag bin ich dann schwerbepackt \u2013 Handtasche \u00fcber der Schulter, Yogamatte am R\u00fccken, prall gef\u00fcllte Einkaufstasche und einer weitere Handtasche mit Inhalt am Arm \u2013 zuerst zu meiner Yogastunde aufgebrochen, die \u2013 by the way &#8211; derzeit mit so netten Leuten besucht ist, dass es richtig, richtig Spa\u00df macht, zu unterrichten (und ganz wichtig: in meinen Yogastunden darf auch geschmunzelt und gelacht werden! &#8230; LeiLei und Namaste!)<\/p>\n<p align=\"justify\">In der engen Damengarderobe fand dann eine schnelle Umwandlung statt: vom Yoga-Outfit in eine sehr individuelle Interpretation des heutigen Dresscodes: \u201eEnglish Royal\u201c \u2026 mmh! Da ich weder ein British-Fan bin noch \u00fcber die akkurate Eleganz einer royalen Lady verf\u00fcge, entschied ich mich eher f\u00fcr eine Szenerie, die auch am Land Bestand haben k\u00f6nnte: eine schwarze enge Hose, dar\u00fcber ein am Bund angeknipstes Leder-Cape, das so quasi zu einem offenbeinig geschlitzten (Damen-Reiter-)Rock wird. F\u00fcr oben habe ich mich f\u00fcr ein frosch-gr\u00fcnes Jogging-\u00dcberteil aus Neopren entschieden \u2013 wie gesagt: eine sehr freie Interpretation. Aber mit einem zuf\u00e4lligerweise gleichf\u00e4rbigen T\u00fcchlein und einer Perlenkette um den Hals w\u00e4re ich in meinen Augen nach einem ausgiebigen Ausritt oder einem langen Waldspaziergang mit sieben wilden Hunden sicher passend gekleidet, um am Kaminfeuer einen herrlich w\u00fcrzigen Earl-Grey-Tea einzunehmen!<\/p>\n<p align=\"justify\">Welches Stilelement machte die anderen Damen zu gazetten-geeigneten Ladies? An erster Stelle waren es selbstredend diverse Kopfbedeckungen: vom eleganten Hut mit Netz bis zur Dandy-Schirmkappe. An zweiter Stelle war hie und da ein wenig Karo zu erhaschen und unverzichtbar die eine und andere Perlenkette.<\/p>\n<p>Statt Tee gab es wie immer k\u00fchl-prickelnden Prosecco, der wie immer gro\u00dfen Anklang fand, was aber dazu f\u00fchren mag, dass die eine oder andere im leicht beschwipsten Zustand sich f\u00fcr Kleidungsst\u00fccke begeistern mag, die bei n\u00fcchterner Betrachtung aber dann doch schnell wieder den Weg zum n\u00e4chsten Kleidertausch finden!<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachdem an diesem Freitag alle Anwesenden schon mindestens einmal zum Tauschen, Quatschen und fr\u00f6hlichen Beisammensein da waren, ging es, sobald dann endlich alle da waren (!), schnell los und Reih um. In der Mitte wieder das legend\u00e4re \u00dcberbleibsel-Tuch im wilden Tigerprint \u2026 sozusagen als Reminiszenz an das British Empire, das einmal bis weit nach Indien und Afrika reichte!<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachdem es dieses Mal aber recht lange dauerte, bis alle Sessel belegt waren, musste die Wartezeit irgendwie \u00fcberbr\u00fcckt werden. Da kam eine j\u00fcngst ausgestrahlte Doku \u00fcber Fluch und Segen gespendeter Kleidung gerade gelegen, die zu einer ernst-kritischen Diskussion f\u00fchrte: dass x-Hektoliter Wasser f\u00fcr die Produktion eines St\u00fcck Baumwoll-Shirts ben\u00f6tigt werden; dass in Afrika stinkende Kleiderm\u00fcllberge aufsteigen, best\u00fcckt aus unseren europ\u00e4ischen Textil-Sammel-Containern; dass alles nur mehr verbrannt werden kann, weil in so schlechter Qualit\u00e4t bzw. in so schlechtem Zustand, dass es zum Weitertragen nicht mehr taugt. \u2013 Das sa\u00df!!!<\/p>\n<p align=\"justify\">Aber alle, die wir hier zusammensa\u00dfen, sind auch Teil dieser Wegwerf-Gesellschaft! Wir z\u00f6gern zwar den Wegwerf-Kreislauf etwas hinaus, weil wir unseren nicht mehr so gerne getragenen Ex-Lieblingen zumindest noch eine weitere Chance geben (beim Tauschen war dieses Mal auch eine Jacke dabei, die ich sicher vor der Pandemie vorbeigebracht hatte, also ging dieses Teil schon ein paar Mal von Hand zu Hand!), aber Fakt ist doch, dass gerade wir Frauen immer wieder mal auch gerne auf Beutesuche gehen, um ein gerade top angesagtes neues Teil zu kaufen. Ich gebe es offen zu, dass ich mir gerne etwas Neues kaufe. Ich folge zwar nicht mehr jedem Modetrend, sei es, was den Schnitt betrifft oder die Farbt\u00f6ne, aber ich st\u00f6bere gerne in einer Boutique oder auch auf Zalando, aber ich lasse mir mittlerweile bei meiner Kaufentscheidung bewusst Zeit, schlafe schon mal eine Nacht dr\u00fcber und entscheide mich erst dann f\u00fcr oder gegen. Ich habe schon sehr oft eine Boutique mit dem Satz verlassen: &#8222;Das muss ich mir noch \u00fcberlegen!&#8220; oder &#8222;Ich muss erst schauen, womit \/ wie ich das Teil kombinieren kann!&#8220; Und beim Online-Shoppen bef\u00fclle ich immer zuerst die &#8222;Wunsch-\/Merkliste&#8220; und lasse die gekennzeichneten Teile oft tage-\/wochenlang dort schmoren. Oft l\u00f6sche ich etwas wieder, oft ist dann etwas auch ausverkauft &#8211; und zuweilen schlage ich zu!<\/p>\n<p align=\"justify\">Wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, bin ich beim Kleidertausch meistens mehr auf dem Beobachtungsposten. So ist es mir dieses Mal \u2013 im Vergleich zum letzten Mal &#8211; aufgefallen, dass insbesondere diejenigen, die ihren Farbtyp eigentlich kennen und\/oder auch schon die eine\/andere Stilberatung genossen haben, zuweilen ein wenig gierig \u201eIch\u201c oder \u201eTanzkarte\u201c in den Raum schrien. Da dachte ich mir doch zuweilen: \u201eLady, das ist doch so gar nicht Deins!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Aber vielleicht war das auch nur der Suche nach dem (schnellen) Moment des Gl\u00fccks geschuldet, denn so, wie ein St\u00fcck Schokolade, das man langsam und bedachtsam auf der Zunge schmelzen l\u00e4sst, herrliche Gl\u00fcckshormone zu wecken vermag, so zaubert auch der kurze Triumph, im Wettstreit die Schnellere gewesen zu sein, ein L\u00e4cheln auf die Lippen. Und verpufft der Gl\u00fccksmoment dann in der Pause bei der Anprobe vor dem Spiegel, kommt das erbeutete Kleidungsst\u00fcck halt auf den W\u00fchlberg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich habe mir die M\u00fche gemacht und nach dem Ende der Tauscherei und des Nachst\u00f6berns den W\u00fchlberg zu sortieren, die Kleidungsst\u00fccke zusammenzulegen und in Papiers\u00e4cke zu verstauen. Und ja &#8211; es waren dann doch sieben (!) prall gef\u00fcllte S\u00e4cke, die jetzt zu einem gemeinn\u00fctzigen Verein wandern werden, um dort ein wenig Gutes zu bewirken \u2013 ich bin mir sicher, dass die nicht eingetauschten Jacken, M\u00e4ntel und Hosen dankbare Abnehmerinnen finden werden. Bei den Krawatten bin ich mir allerdings nicht so sicher!<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich habe dieses Mal vielleicht keinen eigenen magischen Gl\u00fccksmoment gehabt, ging ich doch nur mit drei von meinen eigenen Sachen, die niemand haben wollte, wieder nach Hause. Aber mich freut es immer, wenn sich jemand \u00fcber meine Weggeb-Kleidung freut \u2013 und das hoffentlich f\u00fcr mehrere gl\u00fcckliche Augenblicke!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag habe ich noch nicht daran gedacht. Am Dienstag habe ich kurz mal nachgeschaut, wann denn die n\u00e4chsten Termine w\u00e4ren. 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