{"id":384,"date":"2014-03-02T22:17:51","date_gmt":"2014-03-02T21:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=384"},"modified":"2014-03-02T22:17:51","modified_gmt":"2014-03-02T21:17:51","slug":"kulisse-und-real-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=384","title":{"rendered":"Kulisse und real life"},"content":{"rendered":"<p>Neulich &#8211; sprich am letzten Tag des k\u00fcrzesten Monats &#8211; waren wir mit Freunden im Kabarett. Irgendwann muss man ja lachen, und wenn man daf\u00fcr Eintritt zahlen muss. Der &#8222;Tatort&#8220;, ein Etablissement im tiefen Hernals, in der Kulisse. Geschickt gemacht: freie Sitzplatzauswahl, keine Reservierungen, daf\u00fcr aber gute Wiener K\u00fcche. Kein Wunder also, dass ca. 200 lachgierige Wiener und &#8222;Zuagraste&#8220; sich schon um 18 Uhr vor den geschlossenen Toren einfinden, um einen guten &#8211; den besten? &#8211; Sitzplatz zu ergattern. Wir w\u00e4hnen uns ganz vorne seitlich als gut aufgehoben und schieben uns eng gedr\u00e4ngt an einen Tisch, wo noch gut 6-8 weitere G\u00e4ste Platz nehmen werden, um sich mit Wiener Schnitzel, Linsengem\u00fcse und einem gro\u00dfen Gupf Maronip\u00fcree (mit einem noch gr\u00f6\u00dferen Gupf Schlagobers) den Bauch vollzuschlagen. Lacht es sich dann besser als mit leerem Bauch? Wir vier in unserem Eck gestalten die 2 Stunden bis zum Beginn der Vorstellung als eigene Lachshow. Aber irgendwann so gegen halb 8 gehen uns die Schm\u00e4hs aus, und wir warten voller Ungeduld auf den jungen Kabarett-Neuling aus der Weststeiermark, gut aussehend, Gitarre und Singstimme als Markenzeichen, die Aussprache so, dass die mittleren Pl\u00e4tze knapp vor der B\u00fchne nicht unbedingt als die besten zu bewerten sind.<\/p>\n<p>90 Minuten lang werden unsere Lachmuskeln trainiert. Im Nachgang reflektieren wir die zum Teil bissigen Pointen zu Themen Familie, Liebeskiste, Politik. Das Paradoxe ist ja, dass man im Kabarett \u00fcber Dinge lacht, \u00fcber die man im IRL (in real life) eigentlich nie und nimmer lachen w\u00fcrde. Ein Kabarettist verf\u00e4lscht die Wahrheiten des t\u00e4glichen Allerleis so arg, dass der Betrachter hierbei wohl seine Mitmenschen ver\u00e4ppelt sieht, aber nie drauf kommen w\u00fcrde, dass er da selbst eigentlich auf die Schaufel genommen wird. Kabarett hat eine sehr lange Tradition und ist aus dem Wunsch entstanden, sich \u00fcber Missst\u00e4nde im Kaiser-\/K\u00f6nigreich \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen, ohne dabei Angst haben zu m\u00fcssen, wegen scharf gemeinter \u00c4u\u00dferungen aufs Schafott zu wandern. Denn Kaiser, K\u00f6nige, Politiker sind die letzten, die kapieren, dass man \u00fcber sie lacht. Und weil wir gerade im Endspurt der Faschingssaison sind: in diversen Faschingssitzungen, egal, ob in Villach oder Mainz, wird doch all das pointiert zur Sprache gebracht, was das Jahr \u00fcber den normalen Staatsb\u00fcrger auf- und erregt hat &#8211; und man lacht, obwohl man\u00b4s eigentlich zum Weinen finden m\u00fcsste. Spricht man deshalb von: ich habe Tr\u00e4nen gelacht? Liegen Humor und Freude so nahe neben Frust und Leid?<\/p>\n<p>Ist es aber nicht auch sch\u00f6n, wenn man \u00fcber sich selbst lachen kann? Wenn man sein eigenes Kabarett zelebriert und sich die eigenen Schw\u00e4chen durch einen verzogenen Spiegel anschaut? Wird man draus was lernen und \u00e4ndern? Oder wird daraus ein eigenes Markenzeichen?<\/p>\n<p>Ich glaube, ich mache mich ab &amp; dann selbst gerne zur Lachfigur &#8211; und wenn es nur meine elastische Haut ist, die sich gerne zu Grimassen verformen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich &#8211; sprich am letzten Tag des k\u00fcrzesten Monats &#8211; waren wir mit Freunden im Kabarett. Irgendwann muss man ja lachen, und wenn man daf\u00fcr Eintritt zahlen muss. Der &#8222;Tatort&#8220;, ein Etablissement im tiefen Hernals, in der Kulisse. Geschickt gemacht: freie Sitzplatzauswahl, keine Reservierungen, daf\u00fcr aber gute Wiener K\u00fcche. Kein Wunder also, dass ca. 200 &hellip; <a href=\"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=384\" class=\"more-link\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lucia-and-her-friends"],"views":328,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}