{"id":421,"date":"2014-03-30T19:56:44","date_gmt":"2014-03-30T17:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=421"},"modified":"2014-03-30T19:56:44","modified_gmt":"2014-03-30T17:56:44","slug":"das-war-spitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=421","title":{"rendered":"Das war Spitze!"},"content":{"rendered":"<div class=\"OutlineElement Ltr SCX161415958\" style=\"margin-left:0;text-indent:0;\">\n<p>Was tun an einem Wochenende, das als perfektes, sonnendurchtr\u00e4nktes, wolkenloses, wohltemperiertes Fr\u00fchlings-Sommerzeit-Umstellungs-Wochenende prognostiziert wurde?<\/p>\n<p>Neidisch in einem Gastgarten den anderen beim Aperol, Hugo, Prosecco zusehen? Die Terrasse schrubben und die Holzbretter frisch einlassen? Den Kleiderschrank auf Sommer umsortieren? Faul auf dem Sonnendeck d\u00f6sen?<\/p>\n<p>Oder &#8211; ein genialer Gemeinschaftsgedanke: wir machen eine Wanderung!<\/p>\n<p>Bodo hat sich \u00fcbers Googeln f\u00fcr zwei Wanderrouten mit Ausgangspunkt Spitz an der Donau in der wundersch\u00f6nen Wachau entschieden. Wir wollten auch dort \u00fcbernachten, um m\u00f6glichst viel aus den kurzen zwei Tagen herauszuholen. Ich habe am Samstag sogar auf mein vorletztes langes Lauftraining vor dem Marathon verzichtet in der Annahme, dass zwei Wandertage auch als Ausdauertraining gelten k\u00f6nnten. Andererseits h\u00e4tte ich zumindest eine kleiner Runde drehen k\u00f6nnen, denn Bodo war doch so ziemlich auf Wochenend-Ausschlaf-Rhythmus eingestellt und nur schwer aus dem Bett zu locken.<\/p>\n<p>Mit Kleingep\u00e4ck, aber voller Fotoausr\u00fcstung r\u00fcckten wir vormittags in Spitz an, um zuerst den Spitzer Graben zu erkunden, ein &#8222;Graben&#8220;, der in gem\u00e4chlichem Auf und Ab unsere Waden strapazierte. Es zeigte sich, dass ein Mensch mit seinen beiden H\u00e4nden ganz sch\u00f6n aufgeschmissen ist, will er auf der einen Seite seinen neuen Wanderstab de luxe in die Magie der Wanderung einf\u00fchren, andererseits aber die Sch\u00f6nheit der Natur auf digitaler Fotografie festhalten? So landete der neue zerlegbare Wanderstab aus Schwarzdorn, hergestellt in einem Ort nahe Augsburg, den nur Insider kennen und solche, die irrt\u00fcmlich in P\u00f6ttmes abfahren, im Rucksack und wurde wie in einer S\u00e4nfte bequem herumgetragen, w\u00e4hrenddessen das schwere Objektiv so manchen Vogel und so manches freche Bl\u00fcmchen ins Visier nahm. Beim Bergaufgehen zeigte sich allerdings: die Fotographie ist eine Leidenschaft, die schon auch mal Leiden schafft.<\/p>\n<p>Die Weinbauern sind den D\u00e4mpfen der alkoholischen G\u00e4rung entkommen und arbeiten bereits an den Vorbereitungen f\u00fcr die heurige Ernte. Die Radfahrer erkunden die Ufer der bedenklich wasserarme Donau und finden im gerade ge\u00f6ffneten Gastgarten Unterschlupf und einen guten Schluck. Bodo g\u00f6nnt sich dort ein Fastenbrecher-Joker-Bier, danach schlupfen wir leicht ersch\u00f6pft unter die dicke, bl\u00fctenwei\u00dfe Bettdecke. Ich wache nach einer Zeit erschrocken auf, da ich im eigenen Saft schwimme, so stark haben mich die weichen Daunen zum Schwitzen gebracht.<\/p>\n<p>Beinahe zeitlos und ohne Wecker gleiten wir nachts in die Sommerzeit hin\u00fcber und sch\u00e4len uns erst gegen 9 Uhr aus dem Bett, um in einen neuen Tag hineinzuwandern. Spontan entscheiden wir uns f\u00fcr die Jauerling-Runde, die wie gestern gleich mal steil beginnt, dann aber einer H\u00f6henkante entlang dem fr\u00f6hlichen Gesang der Vogelwelt folgt. Ein sp\u00e4tes Fr\u00fchst\u00fcck, bestehend aus knatschigem Kornspitz und pikantem Liptauer wird auf einem sonnenbeschienen Granitfelsen eingenommen. Die Schmetterlinge rund um uns sind ganz zappelig und lassen sich nicht leicht fotografieren. Auf Abenteuersuche verlassen wir den Forstweg und st\u00fcrmen in schleppenden Schritten einen steilen Hang nach oben, um auf einen anderen Weg zu treffen. Der halbe Wald befindet sich danach in meinen Schuhen. Da die Sehnsucht nach Sonnengekitzel auf der Nase und entspannter Beinstellung bei der Einnahme eines k\u00fchlen Getr\u00e4nks st\u00e4rker ist als eine Asphaltstra\u00dfe zu erklimmen, drehen wir alsbald um, um dann wieder den Weg zu verlassen, in der Annahme, dass es da weitergeht, Sackgasse! Aber anstatt umzudrehen, rutschen wir den H\u00fcgel bergab, ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Po und dem Rucksack liegend. Zum zweiten Mal ist der Wald im Schuh. Knapp vor dem Verlassen des Waldes, in einem Moment der geistigen Abwesenheit mache ich dann einen f\u00fcr mein rechtes Knie sehr schmerzhaften K\u00f6pfler \u00fcber eine unscheinbare Wurzel &#8211; Ja &#8211; AU &#8211; JAUL &#8211; Jauerling: alles klar? 2 Wochen vor dem Marathon, 5 Wochen vor dem World Life Run und zwei Monate vor der Grande Tour, Teil 2 (yipppiehh!!), kein erfreuliches Hoppala, aber mit einem Eis im Magen und einem Coolpack wird\u00b4s schon wieder. Die sch\u00f6nen Sonnenstunden machen jeden Kratzer wett! Bodo: gut gemacht! Das Wochenende war SPITZ-e!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was tun an einem Wochenende, das als perfektes, sonnendurchtr\u00e4nktes, wolkenloses, wohltemperiertes Fr\u00fchlings-Sommerzeit-Umstellungs-Wochenende prognostiziert wurde? Neidisch in einem Gastgarten den anderen beim Aperol, Hugo, Prosecco zusehen? Die Terrasse schrubben und die Holzbretter frisch einlassen? 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