{"id":490,"date":"2014-05-04T20:31:26","date_gmt":"2014-05-04T18:31:26","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=490"},"modified":"2014-05-04T20:31:26","modified_gmt":"2014-05-04T18:31:26","slug":"35-000-auf-der-flucht-vor-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=490","title":{"rendered":"35.000 auf der Flucht \u2026 vor mir"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Bodo und ich werden Mai 2014 &#8211; so es denn sein soll, wie wir es uns auch sehr w\u00fcnschen &#8211; im Ausland verbringen. Aber auch den Maibeginn haben wir im nahen Ausland verbracht, wobei Deutschland an sich aus \u00f6sterreichischer Perspektive gesehen eigentlich nicht als Aus-Land zu betrachten w\u00e4re. Der eine oder andere feine Unterschied: ja, aber ansonsten sind wir nette Nachbarn. Jedenfalls waren wir zu Besuch bei Bodo\u00b4s Eltern, die im geographischen Schnittpunkt zwischen Augsburg und Ulm im allseits bekannten \u00d6rtchen K\u00f6tz wohnen. Noch nie davon geh\u00f6rt? Wenn du Kinder hast und ihnen das Legoland in G\u00fcnzburg zeigen willst, bist du Luftlinie 500 Meter entfernt. Es l\u00e4sst sich vermuten, dass das Leben hier abgesehen von der stark befahrenen Landesstra\u00dfe relativ ruhig ist, weshalb wir jedes Mal auf gutes Wetter hoffen f\u00fcr intensive Sonnenb\u00e4der im Garten oder ausgedehnte Wald- und Feldspazierg\u00e4nge. Seit gut 12 Jahren aber ist unser Kommen und Bleiben aber meistens mit einigen vielen Regentropfen gekr\u00f6nt. B\u00f6se Zungen geben mir die Schuld daran! Was tut man aber, wenn am Himmel d\u00fcstere Wolken mit Wasser schwanger gehen? Man sucht sich einen sicheren Pfad in Richtung Shopping-Meile. Bodo\u00b4s Mutter lockt zu DEM Modehaus am Platz, dem Schild. Dort steht ein Umbau ins Haus, weshalb 35.000 (!) Artikel der Schn\u00e4ppchenjagd ausgesetzt werden. DAS klingt verlockend. Und da ich keine besonderen Absichten habe, kann ich mich ganz entspannt mit einem geduldigen Bodo im Schlepptau Meter um Meter von Kleiderstange zu Kleiderstange voran tasten. Mein (S)kennerblick focussiert sich alsbald auf eine ganz bestimmte Ecke im Gesch\u00e4ft. Bodo beweist wieder einmal, dass er mich ganz gut kennt, und zieht das eine und andere T-Shirt hervor. Bald wandere ich mit gut zehn Teilen in die Kabine und probiere im Schnelldurchlauf: f\u00fchle ich mich nicht auf Anhieb wohl, wird das nichts. Und schon erlebe ich eine Reduktion um 75%. Bei den modischen T\u00fcchern ist es \u00e4hnlich: ich entscheide mich unter vielen f\u00fcr einen Snoop in Tannengr\u00fcn und Pink und diversen Musterungen. Bodo w\u00e4chst zur H\u00f6chstform heran: er ersp\u00e4ht eine knall-orange Tasche aus weichem Leder &#8211; um 30% reduziert &#8211; da muss ich zugreifen. Da mir bei Handtaschen aber das Viel an Au\u00dfentaschen wichtig ist, w\u00e4re diese orange da ein kleiner Kompromiss, da nur ein kleines Au\u00dfenfach, gerade mal f\u00fcr den Schl\u00fcsselbund geeignet. Aus der gleichen Serie entdecke ich dann die gro\u00dfe Schwester mit mehreren Appendixen, in einem hellen, bescheidenen Rosa. Ich schwanke innerlich gewaltig. Bei 30% Nachlass &#8211; sind da nicht beide drin? Alles wandert f\u00fcrs Erste zur Kassa-Zwischenablage, denn ich muss meine H\u00e4nde frei haben bzw. fallen Bodo als Beipack-Eselchen schon die Arme ab. Bei einer knautschigen Fr\u00fchjahrsjacke im Ethnostil bleibe ich aber standhaft &#8211; die bleibt am Kleiderb\u00fcgel (ausschlaggebend war der enge Gummi am R\u00fccken; das verursacht einen unsch\u00f6nen Buckel am Ende des R\u00fcckens \u2026). Jetzt ist aber Schluss! An die Kassa! Nur dumm, dass da beim Anstehen der Blick auf die kleine Taschenschwester f\u00e4llt &#8211; in hellem Petrol-T\u00fcrkis. S\u00fc\u00df und nur f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse, wo ich keinen &#8222;K\u00e4nguru-Beutel&#8220; mit mir herumschleppen muss. Nimm sie, meint Bodo (was ist heute nur los mit ihm? Hat ihn auch das Schild\u00b4sche Schn\u00e4ppchenfieber gepackt?). Aber: \u00fcberredet! \u2026 Ich stehe noch immer an der Kassa, denn auch andere Frauen wollen die 35.000 jagen bis zum Aufgeben. Da wandert mein Blick nach links (\u00e4hem: es war das eigentlich das &#8222;andere&#8220; Links) in ein Tischregal, wo ich doch glatt die gro\u00dfe Schwester in Orange erblicke. &#8222;Bodo! Diese da bitte bringen und die mittlere Schwester daf\u00fcr wieder zur\u00fccklegen!&#8220; Die Damen an der Kassa sind schon leicht verwirrt, aber geduldig und bleiben freundlich. Jetzt stehe ich noch vor der Qual der Wahl: orange oder hellrosa oder beide? Alle umstehenden Frauen und Bodo geben der orangen Schwester mehr Pepp-Punkte. Also gut &#8211; Ihr habt ja Recht. Hinter der Kassa wird dann noch laut betont: &#8222;Das w\u00e4ren jetzt NEUN Teile!&#8220; \u2026 und der ganze Laden wei\u00df es jetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Jagd auf die 35.000 war alles in allem sehr beschwingt, erfolgreich, am\u00fcsant und zufriedenstellend. Und was freut Mann mehr, wenn frau gl\u00fccklich eine Boutique verl\u00e4sst und er die Packerln tragen darf?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">(Bodo hat dann \u00fcbrigens auch etwas sehr Fesches bekommen!)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bodo und ich werden Mai 2014 &#8211; so es denn sein soll, wie wir es uns auch sehr w\u00fcnschen &#8211; im Ausland verbringen. Aber auch den Maibeginn haben wir im nahen Ausland verbracht, wobei Deutschland an sich aus \u00f6sterreichischer Perspektive gesehen eigentlich nicht als Aus-Land zu betrachten w\u00e4re. 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