{"id":606,"date":"2014-08-04T14:25:35","date_gmt":"2014-08-04T12:25:35","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=606"},"modified":"2014-08-04T14:25:35","modified_gmt":"2014-08-04T12:25:35","slug":"was-oder-wo-ist-der-balaton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=606","title":{"rendered":"Was oder wo ist der Balaton?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Eigenartiger Zufall: aus den Medien ist heute zu entnehmen, dass sich unser derzeitiges blondes Aush\u00e4ngeschild &#8211; Modelanw\u00e4rterin und Dschungel-Zicke &#8211; Larissa in einer Show blamiert hat, weil sie mit dem Begriff &#8222;Balaton&#8220; nichts anfangen konnte &#8211; wir schon, denn wir waren genau zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Show live dort!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um einem vielleicht weiteren Wochenend-Blues zu entgehen, hatten wir die spontane Idee, nach Budapest und zum Plattensee zu fahren. Um samstags rechtzeitig auf die Autobahn zu kommen, habe ich meinen rituellen Trainings-long-jog von Samstag Fr\u00fch\u00a0auf Freitag Nachmittag verlegt, was einerseits eine neue Erfahrung war, denn pl\u00f6tzliche starke Sonneneinstrahlung von hinten auf einer baumfreien\u00a0Geraden hin zum Praterspitz\u00a0(danach nur\u00a0braunes Donauwasser) macht mehr als durstig, andererseits habe ich beim Lusthaus einen fr\u00fcheren Arbeitskollegen getroffen und wir sind die 4 km lange Strecke auf der Prater Hauptallee\u00a0quatschend\u00a0&#8211; leicht atemlos &#8211; flott dahingaloppiert. Danach war die Kraft aus den Beinen und der restliche slow-jog bestand aus einer Mischung aus Gehen und\u00a0schleppend-langsamen Laufen. Zumindest war dann kein Schwei\u00df mehr \u00fcbrig, um nach dem Duschen in minutenlanges\u00a0Nachschwitzen zu verfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Jedenfalls waren wir so am Samstag Vormittag zeitig an der Grenze, um auf einer hilflos \u00fcberf\u00fcllten Rastst\u00e4tte f\u00fcr die ungarische Vignette anzustehen: nur bar zu bezahlen, \u20ac 12,50 f\u00fcr 10 Tage &#8211; kleinere Zeiteinheiten leider nicht verhandelbar! Eigenartig jedenfalls, dass eine der Angestellten, die sich um den Gastrobereich\u00a0gek\u00fcmmert hat, nicht wu\u00dfte, dass die Kollegen nebenan auch die Vignette verkaufen (?) Die\u00a0ungarischen Autofahrer sind leider arg gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig: zwischen Bremsern und Rasern ist so ziemlich alles vertreten. Und leider d\u00fcrfen bei unseren Nachbarn samstags auch die LKWs\u00a0die Autobahn befahren. Daher kamen wir nach etwas mehr als 2 Stunden Fahrzeit mit etwas Herzklopfen in Buda(pest) an &#8211; Fr\u00fchst\u00fcck ist angesagt &#8211; ein kleiner Platz, ein nettes Caf\u00e9 im Freien, eine wohlige St\u00e4rkung, bevor wir uns einem ausgedehnten Shoppen\u00a0widmen wollten. Allein, die dr\u00fcckende Hitze, machte es schlichtweg unm\u00f6glich, in kaufrausch\u00e4hnliche\u00a0Ekstase zu verfallen. Wir haben uns nur \u00fcber die lange Einkaufsmeile\u00a0dahingeschleppt und vergeblich nach Schatten gesucht. Die Beute: zwei auff\u00e4llige Sonnenbrillen im Ausverkauf (die eine mit Orange und Schwarz, die andere in einem gr\u00fcnlichen Tarnton mit Gl\u00e4sern, welche die\u00a0Umwelt in kontrastfreundliches\u00a0Sonnengelb tauchen) und ein schlichtes graues Sommerkleid aus Sweatshirt-Stoff.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Danach aber nur mehr das Bed\u00fcrfnis: hinaus aus der Stadt und hinein in den See!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">90 Minuten und wir n\u00e4hern uns diesem gewaltig gro\u00dfen See mit einer relativ geringen Wassertiefe (2 Meter?). Aber noch sehen wir vom See so gut wie nichts, da er gut von Bewuchs, Schilf und Geb\u00e4uden abgeschirmt ist. Fast jeder Ort tr\u00e4gt vorweg die Bezeichnung &#8222;Balaton&#8220;, danach kommen Anh\u00e4nge wie &#8222;-kenese&#8220;, &#8222;-keszthely&#8220;, &#8222;-vilagos&#8220;, das meiste unleserlich und an eine korrekte Aussprache ist gar nicht zu denken. Wir fahren hin und her, langsam aber sicher auf der Suche nach einem Quartier in Wassern\u00e4he. Endlich werden wir f\u00fcndig und nehmen in Kauf, dass wir den Preis f\u00fcr 4 Personen zahlen, denn das Ehepaar (er freundlich, sie unsichtbar) vermietet nur ein Appartement mit 2 Zimmern. 600 Meter zum Strandbad &#8211; es ist 17:30, es bleibt uns etwas mehr als eine Stunde zum Entspannen! Entspannung? Das Bad ist verst\u00e4ndlicherweise pumpvoll\u00a0(sch\u00f6nes Wetter, Monatsanfang, Urlaubszeit); wir verdr\u00fccken\u00a0uns ganz ans Ende, dort, wo auch noch ein wenig Sonne hinkommt. Die Ameisen sind nicht erfreut bzw. begr\u00fc\u00dfen uns mit\u00a0innigen Umarmungen. Das Testen des Sees entsch\u00e4digt dann aber f\u00fcr die lange Sitzerei\u00a0im Auto. Als &#8222;erstes&#8220; Abendessen probieren wir die Spezialit\u00e4t der Region: Backfisch (fast gr\u00e4tenfreier\u00a0Hecht), dicke Scheiben Wei\u00dfbrot, Salzgurken, ein paar Pommes frites\u00a0(ich brauche was Salziges!) und ein gro\u00dfes Bier &#8211; nicht schlecht! Trotzdem schwebt mir momentan noch eine Pizza (?) als &#8222;zweites&#8220; Mahl vor &#8211; also 2x 600m zu gehen. Kaum vom Wasser weg schl\u00e4gt die schw\u00fcle Hitze wieder mit voller Kraft zu. Ich bin von einem Moment zum anderen sowas von schlapp: R\u00fccken, Nacken, Stirn sind schwei\u00dfnass. Bodo ist skeptisch, ob ich die Pizzeria auch finde, aber f\u00fcr bestimmte Dinge habe ich den absoluten Orientierungssinn! Und siehe da: hier ist das Etterem\u00a0\/ Restaurant mit einem lauschigen\u00a0Gastgarten. Auf Pizza ist mir die Lust vergangen; wir bestellen\u00a0stattdessen den Temperaturen entsprechend\u00a0einen guten Ruccola-Tomaten-Parmesan-Salat und trinken dazu einen Wei\u00dfwein, den man eigentlich nur gespritzt trinken kann. Die schwarzen Gewitterwolken haben ein Einsehen mit uns und suchen sich einen anderen Ort der Entladung.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Tags darauf sind wir bereits kurz nach 9 Uhr wieder unterwegs: wir wollen jetzt das belebtere\u00a0Ufer abfahren und finden einen sehr langgezogenen freien Strand, wo wir uns zwei Stunden aufhalten mit intensivem Aqua-Jogging\u00a0bis hin zu am\u00fcsanten\u00a0Gehvarianten im maximal brusthohen Wasser. Gegen Mittag werden die Gewitterwolken gr\u00f6\u00dfer, wir brechen auf, investieren die letzten Forint in\u00a0 Obst und Wasser und fahren die engen Stra\u00dfen ab. \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten bieten sich hier ohne Ende an &#8211; von verwahrlost bis lieblich; manche Orte sind noch vertr\u00e4umt, andere dagegen erinnern an Lignano-Jesolo-Bibione: Fressmeilen und\u00a0Souvenier-Shops ohne Ende: nur weg von hier!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das entgegengesetzte Ufer zeigt sich dann als sehr schilfig; es gibt nur kleine geschlossene Strandb\u00e4der, wo man eng an eng liegt &#8211; das entt\u00e4uscht uns ein wenig, denn zwischen hier und Wien w\u00e4re die k\u00fcrzeste Entfernung, passend f\u00fcr einen gezielten Wochenendtrip. Wobei: mit 90km\/h auf einer Landstra\u00dfe in einem Konvoi zu fahren, wo einer\u00a0vor dir\u00a0bremst ohne Ende und andere vergeblich versuchen, zu \u00fcberholen, ist auch nicht so angenehm. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir bei offenen Scheiben den Fahrtwind und die sch\u00f6ne ebene Landschaft genie\u00dfen. Das hat was f\u00fcr sich, zumal es langsam Abend wird, das Licht sich ver\u00e4ndert und die heftigen Gewitterwolken erst nach der Grenze den Himmel f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Fazit: Das Wochenende war super &#8211; es hat sich auf jeden Fall mehr aus ausgezahlt, dass ich meinen long-jog auf Freitag vorverlegt habe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigenartiger Zufall: aus den Medien ist heute zu entnehmen, dass sich unser derzeitiges blondes Aush\u00e4ngeschild &#8211; Modelanw\u00e4rterin und Dschungel-Zicke &#8211; Larissa in einer Show blamiert hat, weil sie mit dem Begriff &#8222;Balaton&#8220; nichts anfangen konnte &#8211; wir schon, denn wir waren genau zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Show live dort! 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