{"id":662,"date":"2014-10-26T16:35:47","date_gmt":"2014-10-26T15:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=662"},"modified":"2014-10-26T16:35:47","modified_gmt":"2014-10-26T15:35:47","slug":"flop-swap-auf-einer-baustelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=662","title":{"rendered":"Flop Swap auf einer Baustelle"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Wieder ging die frohe Kunde rund: es darf wieder geswapped werden! Rund 300 Tauschfreudige fanden sich an diesem Wochenende in einer Seitengasse zum Prater, in einem aufgelassenen Seniorenheim, das zu einem Kulturen verbindenden sozialen Zentrum umgebaut wird (Magda\u00b4s Hotel). Baustelle bedeutet: Staubiger Boden, Strahler, welche die ausgestellten Tauschobjekte nur punktuell zum Leuchten bringen k\u00f6nnen, keine Heizung, weshalb sich die meisten Damen nur z\u00f6gerlich in die Anprobe verirren. Ich nat\u00fcrlich als Helferlein wieder mit dabei. Einige der anderen kenne ich noch von den letzten Malen. Brigitte beh\u00e4lt mich gleich bei der Annahme; sie erinnert sich wohl, dass ich dieser Rolle top bin. Eigentlich w\u00e4re ich ja bei der Fl\u00e4chenbetreuung eingeteilt gewesen. Aber die Annahme macht einfach viel mehr Spass, sieht man doch, wer was vorbeibringt &#8211; 5 Teile d\u00fcrfen es dieses Mal sein, getauscht wird 1:1; nur die Helferlinge d\u00fcrfen bis zu 10 Teile erswappen. Aber nur zu bald erkenne ich, dass ich mein Guthaben nicht aufbrauchen werde k\u00f6nnen, denn wie schon beim letzten Mal werden da Kleidungsst\u00fccke herbeigebracht, von denen ich kaum glauben, kann, dass es sowas \u00fcberhaupt zu kaufen gibt! Ich habe nat\u00fcrlich wieder Top-Ware mitgebracht (zum letzten Mal!): eine kurze Jeansjacke mit \u00d6sen und trachtig anmutenden Absteppungen, ein schwachsinniger Notkauf im Zuge einer Umtauscherei nach Weihnachten, eine Camouflage-Tasche von G-Star, die mir zu klein ist und immer von der Schulter rutscht, eine graue Hose im Pocket-Stil, was halt nicht so ganz mein Stil ist, schwarze Schuhe von Dominici, die ich nicht tragen kann, weil die Sohle meinen Fu\u00dfballen zum Brennen bringt und die hellen Velour-Stiefel von Shoetation, die ich mir aus einer gierigen Unbesonnenheit in Gr\u00f6\u00dfe 40 gekauft habe, wirklich unbesonnen, wie ich beim ersten Mal Tragen schmerzhaft erkennen musste. Super Teile, zu schade f\u00fcr diese Swap-Party, aber daheim im Schrank werden die Sachen auch nicht besser und bei willhaben.at hat sich bislang auch niemand daf\u00fcr begeistern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Swapperei beginnt um 14 Uhr; die ersten Ladies stehen schon in den Startl\u00f6chern. Aber wer zuerst kommt, kann eigentlich nur seine eigenen Sachen swappen &#8211; so gesehen geh\u00f6rt auch einiges an Geduld dazu. Dann wird es zunehmend etwas voller im Laden. Die Innentemperaturen unterscheiden sich nur wenig vom Au\u00dfenklima. Ich bin nur im d\u00fcnnen Strickm\u00e4ntelchen hergekommen, habe aber zum Gl\u00fcck noch einen Schal und einen Sweater dabei, sodass ich nicht ganz erfrieren werde. Meine Kolleginnen borgen sich zum Teil ankommende Jacken aus &#8211; keine schlechte Idee; die eine oder andere beh\u00e4lt sich das Teil dann auch gleich. Wir arbeiten alle gut zusammen: drei an der Annahme, drei, die parat stehen,\u00a0 um die neue Ware auf B\u00fcgeln in Empfang zu nehmen. Beim Check out ist klarerweise erst nach 2 Stunden zu tun &#8211; auch dort helfe ich mit: die Sachen m\u00fcssen zwar dem Grunde nach abgez\u00e4hlt werden, aber Ehrlichkeit ist doch noch eine Tugend, die nicht ganz verschwunden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit einer \u00e4lteren Dame komme ich ins Streiten, weil sie 12 Teile mitbringt &#8211; schrecklich alte Fetzen &#8211; und w\u00fctend wird, weil ich ihr sage, dass wir kein Kleiderspendercontainer sind. Um des Friedens willen nehme ich alles an, gebe ihr die 5 Gutpunkte und werfe fast alles in eine Box, in der miese und besch\u00e4digte Ware landet.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Eine andere alte, aber sehr gepflegte Dame ber\u00fchrt mich, die sich mit Eifer und am Rollator hin- und her schiebend vom Swapfieber anstecken l\u00e4sst. Ich helfe ihr beim Checkout. Sie hat hier ganz klar f\u00fcr andere Personen Kleidung gesucht. Am zweiten Swap-Tag ist sie wieder da, wieder mit 5 mitgebrachten Teilen, aber leider wenig erfolgreich im Tauschen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Meine Nachbarin kommt mit den beiden kleinen Kindern. Eigentlich h\u00e4tte sie einen &#8222;freien&#8220; Nachmittag gehabt &#8211; aber wo sind die V\u00e4ter, wenn man sie braucht? Ich biete mich zum Babysitten an, damit sie in Ruhe schauen und probieren kann. Nur leider machen da die Kids nicht mit: heulend peppen sie den chilligen Sound der Hintergrundmusik auf, da hilft kein Kitzeln und kein Apfelstrudel vom Bufett. Ein Anruf in mehr oder weniger bestimmten Tonfall &#8211; und der gel\u00e4ndeg\u00e4ngige Doppelkinderwagen geht in v\u00e4terliche Obhut \u00fcber. Zumindest findet die Jungmama ein paar Teile. Ich spendiere ihr einen meiner Gutpunkte und rei\u00dfe mir im Gegenzug ihre Tasche unter den Nagel, die sie mitgebracht hat &#8211; gro\u00df und ger\u00e4umig, als Citybag mit Sportsachen-Stau-Potential. Bodo meint sp\u00e4ter: warum auf einer Baustelle tauschen, wenn wir das bei uns im Stiegenhaus h\u00e4tten machen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ein einfaches beiges Kleid von Sisley wandert noch in meinen Besitz und muss jetzt den einen oder anderen Styling-Test durchlaufen. Das war\u00b4s aber auch schon an Beute.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich mache eine \u00dcberstunde, weil ich nun am Check out mithelfe. Aber dann wird\u00b4s kratzig im Hals und die K\u00e4lte hat Besitz von meinem K\u00f6rper ergriffen. Ich bin von diesem dritten Swap-Event ein wenig entt\u00e4uscht. Aber nicht nur mir ist es so ergangen. Ich habe es vor allem heute am Sonntag, als ich f\u00fcr eine Stunde nochmals dort war, gesp\u00fcrt, dass die Erwartungen nur wenig erf\u00fcllt wurden. Aber M\u00e4dels, wenn jede einzelne von Euch ihren Kleiderschrott vorbeibringt, kann man dann wirklich erwarten, dass tolle Schn\u00e4ppchen dabei sind? Meine Tauschobjekte haben jedenfalls sehr rasch einen Abnehmer gefunden &#8211; habt Spass bei Eurer neuen Besitzerin, Du Jacke, Du Hose, Du Tasche, Ihr Schuhe und Stiefel!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder ging die frohe Kunde rund: es darf wieder geswapped werden! Rund 300 Tauschfreudige fanden sich an diesem Wochenende in einer Seitengasse zum Prater, in einem aufgelassenen Seniorenheim, das zu einem Kulturen verbindenden sozialen Zentrum umgebaut wird (Magda\u00b4s Hotel). 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