{"id":664,"date":"2014-11-02T12:53:46","date_gmt":"2014-11-02T11:53:46","guid":{"rendered":"http:\/\/luciaklatil.wordpress.com\/?p=664"},"modified":"2014-11-02T12:53:46","modified_gmt":"2014-11-02T11:53:46","slug":"man-lernt-nie-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lucia.klatil.at\/blog\/?p=664","title":{"rendered":"Man lernt nie aus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Das Ph\u00e4nomen Computer. Programme, ungeahnte Verkn\u00fcpfungen und Verbandlungen, die den Umgang im t\u00e4glichen Leben erleichtern sollen und dem Arbeiten einen spielerischen Touch geben sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Meine Eltern geh\u00f6ren ja noch zu einer Generation, die mit Stenographie, stromloser Schreibmaschine und W\u00e4hlscheiben-Telefon aufgewachsen sind. Der Sprung in die ach so hippe virtuelle Welt, wo Daten von unsichtbarer Hand und sensiblen Nervenbahnen von A nach B transportiert werden, oft schneller als ein Wimpernschlag, ist f\u00fcr Menschen, die in den wilden 50ern mit Petticoat und hochgestrafftem Pferdeschwanz getanzt haben, die sich in den 60ern mit ehrlicher \u00dcberzeugung das Ja-Wort zugehaucht haben, die in den n\u00e4chsten 20 Jahren dann mit der Erziehung Ihrer Brut besch\u00e4ftigt waren, die in den 90ern mit den ersten Wehwechen zu k\u00e4mpfen hatten, die jetzt noch immer dann und wann im Schilling und nicht im Euro rechnen, nicht so leicht, wie f\u00fcr ein heute geborenes kleines Wesen \u2013 sei es meine gerade geschl\u00fcpfte Nichte, seien es die Kindergartenkinder meiner Nachbarn -, das mehr oder weniger das www-Gen in den Windeln eingepflanzt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich bin so mitten drin. Auch ich habe noch einen Stenographiekurs besucht, aber schon auf der elektronischen Schreibmaschine die 10-Fingertechnik gelernt. Das Architekturstudium habe ich noch mit Tuschestiften und Schablone absolviert. Erst den Text zur Diplomarbeit habe ich in einen Computer reingetippt. Ausdrucke waren kaum leserlich, da auf Tintenstrahldrucker und Endlospapier. Zuerst wurden die Daten auf einer Floppy-Desk abgespeichert, dann kamen die kleinen quadratischen. Von USB und CD\/DVD noch keine Rede!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich bin stiller, meist ungeduldiger und hin und wieder verzweifelter User. Seit mehr als 12 Jahren mit einem autodidaktischen Computer-Freak zusammen. Was uns unterscheidet: er hat keine Angst, er wei\u00df, bis in welche Tiefen er abtauchen muss, um ein Hindernis beheben zu k\u00f6nnen, er probiert auch mal schon was aus \u2013 nachdem er eine Sicherung durchgef\u00fchrt hat \u2013 und er \u00e4rgert sich auch schon mal sehr laut, wenn etwas so gar nicht funktioniert. Das ist dann der Zeitpunkt, wo ich mich ganz leise verhalte oder einladend das Fenster \u00f6ffne, damit er den ganzen Krempel auf die Stra\u00dfe werfen k\u00f6nnte \u2013 was nat\u00fcrlich nicht passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Abh\u00e4ngigkeit ist mittlerweile enorm. Alltag und Freizeit werden von Notebooks, Tablets und Smartphones bestimmt und dominiert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Wie k\u00f6nnte ich sonst aber meine Gedanken in alle Welt hinausposaunen?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Warum habe ich nach langj\u00e4hriger Ablehnung sofort Gefallen an meinem neuen Firmenhandy gefunden. Vorbei die Zeit des groben Dr\u00fcckens \u2013 die Menschheit sehnt sich nach Streicheln und sanften Ber\u00fchrungen. Daher gibt es jetzt wohl auch die Smartphones.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Und gerade eben \u2013 das mit der Ausl\u00f6ser f\u00fcr diesen tiefsinnig-irrelevanten Blog \u2013 haben wir eine Eigenschaft entdeckt, die es mir erlaubt, direkt aus dem Word eine Verkn\u00fcpfung mit meiner Blogseite herzustellen \u2013 ph\u00e4nomenal!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Aber: schaut aus dem Fenster \u2013 ein strahlender Novembersonntag, ich sitze mit nackten, wenn gleich auch schon leicht erfrorenen F\u00fc\u00dfen auf dem Balkon und lasse mich von den mitt\u00e4glichen Sonnenstrahlen an der Nase kitzeln. Und was tue ich? Dank technologischer Entwicklungen liegt jetzt ein Computer auf meinen Knien, kein Stromkabel wickelt sich schlangenartig um meinen d\u00fcnnen Hals, und ich kann absolut entspannt und l\u00e4ssig meine in jungen Jahren erlernte 10-Fingertechnik trainieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Trotzdem: der heutige Morgenlauf im Wald, ganz ohne Technik (nicht mal Musik in den Ohren), war schon auch recht geil. Ich habe mich geradezu gef\u00fchlt wie ein flinkes Bit\/Byte im Schwarm rund um die Welt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ph\u00e4nomen Computer. Programme, ungeahnte Verkn\u00fcpfungen und Verbandlungen, die den Umgang im t\u00e4glichen Leben erleichtern sollen und dem Arbeiten einen spielerischen Touch geben sollen. Meine Eltern geh\u00f6ren ja noch zu einer Generation, die mit Stenographie, stromloser Schreibmaschine und W\u00e4hlscheiben-Telefon aufgewachsen sind. 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