Ich bin eine (kleine) Wildsau

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Go Gatsch or go home! So lautete die Devise beim Wildsau-Dirt-Run im Wiener Schwarzenbergpark an einem frühsommerlichen Tag, der eigentlich mehr die Tendenz zum Sonnenbad als zum Gatschbad hatte – aber nein: ich musste es wissen – musste einmal die kleine Wildsau in mir raus lassen!

Wie kommt ein Mensch, den Arbeitskollegen als etepetete bezeichnen und immer gestylt antreffen, dazu, sich absichtlich dreckig zu machen und dazu das lausigste G´wand anzuziehen, das sich in der dunkelsten Kleiderschrankecke finden lässt?

Im Kopf etwas marathonmüde, in den Gelenken aber actionsuchend – in diesem Zustand befand ich mich, als mich ein Fitnesstrainer auf den Run aufmerksam machte. Im ersten Moment skeptisch, habe ich mich dann doch auf www.wild-sau.com eingeloggt und sofort Feuer gefangen: das klingt ja nach einem geilen Event! Und wenn schon, denn schon: gleich die längste Distanz als Challenge, denn für eine „Marathonna“ sind 20 Kilometer doch ein Klacks – oder?

Wie bereite ich mich auf diesen Run vor? Regelmäßiges Laufen sowieso, ab und zu gespickt mit verwilderten Waldwegen und umgestürzten Baumstämmen, sofern im Prater vorhanden, um nebst Laufen auch ein wenig mehr Naturkontakt zu erfahren. Liegestütze kein Problem, bei Klimmzügen bin ich eine absolute Null!

Was ziehe ich für diesen Run an, ohne in die Kategorie Kostümierung zu fallen? In der Annahme, dass ich nach dem Lauf aufgrund heftiger „Gebrauchsspuren“ eh alles der Mülltonne anvertrauen werde müssen, fiel die Wahl auf Camouflage-Leggings von adidas, ein bereits löchriges und kaum bis gar nie getragenes Sportshirt von Falke, farblich schon mehr als vergilbte Laufsocken und das Paar Laufschuhe, das mich zwar durch den letzten Marathon begleitet hat, das aber schon zweimal geflickt wurde, weil sich die eine große Zehe im Durchbohren versucht hat. Um die Hände zu schützen habe ich mir dann noch dünne Bauhandwerkerhandschuhe besorgt, die sich dann allerdings nur als teilweise optimal herausgestellt haben.

Ein paar Tage vor dem Start lese ich in einem kleinen Nebensatz: für ungeübte Dirt-Runner wird die 5km-Runde empfohlen – na servas! Da kommt erstmals Angst auf, vermehrt durch ein paar Videos, die ich mir dann noch anschaue – wurscht!

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Wir sind um 10 Uhr da. Die Startnummer wird mit dem Edding auf die Hand geschrieben, der Chip ist in einem dicken Band verborgen, das Band wird mit breitem Klebeband um den Knöchel fixiert. Die Moderation ist ein wenig lahm, keine anfeuernde Musik, alle Teilnehmer warten, liegen in der Sonne oder trinken schon das erste Bier (?). Dann der Aufruf für die 20-Kilometer-Starter/innen: nicht ganz 10 Frauen und etwas mehr als doppelt so viele Männer, viele Frischlinge wie ich. Wir werden bzgl. der 37 Hindernisse pro Runde unterwiesen. Nach der dritten Hindernis-Beschreibung steigen alle bereits aus. Unbedingt zu merken ist aber: rechte Schulter = grünes Markierungsband / linke Schulter = rotes Markierungsband am Weg. Ich schreibe mir das sicherheitshalber mit Kugelschreiber auf den Unterarm. Den gut gemeinten Rat, nicht zu ehrgeizig zu sein und lieber aufzuhören als sich zu verletzen, nehmen dann alle wieder wahr – vor allem, als uns eröffnet wird, dass die 20 km eigentlich 28 sind (!) und das 4 Runden zu laufen sind – mit jeder Runde steigt der Grad der Verletzungsgefahr. Außerdem gibt es ein Zeitlimit, um überhaupt die 4.Runde beginnen zu dürfen. Mit all dem im Kopf und zudem das Wissen, dass eine Verletzung zwei Wochen vor dem Wandern nicht so klug wäre, starte ich mit den ersten Säuen und Keilern – und so sah der Parcours in etwa aus:

  • unter einem Baustellengitter über Wiesengrund durchrobben
  • vom Gartenschlauch nassgespritzt werden
  • durch unter Strom stehende abgehängte Bänder laufen
  • über ein Feuer springen
  • im Bach unter einem Verbau durchkriechen
  • durch mit Schlamm und Brachwasser gefüllte Tunnelröhren steigen, kriechen, robben
  • sich über eine glitschige und glatte Staumauer hinauf- und hinunter hanteln
  • im Nassen unter Baustellengitter durchrobben
  • eine schiefe, eingeölte Ebene rauflaufen
  • durch einen Reifen klettern und eine steile Rutsche hinunterflutschen
  • mit einem Holzscheit eine Runde laufen
  • sich über herunterhängende Schlaufen weiterziehen
  • durch ein am Boden gespanntes Netz laufen
  • auf einen querliegenden Baumstamm in luftige Höhe hinaufklettern und diesen übersteigen & runterspringen
  • auf einer Slackline über einen Teich balancieren
  • in Müllcontainer hineinklettern und über Baumstämme zum zweiten Container gelangen
  • über und durch Autoreifen steigen
  • über eingerammte Baumpfosten tänzeln
  • über eine weitere, recht hohe Mauer steigen
  • einen 100m-Sprint hinlegen
  • und einiges mehr kombiniert mit einem längeren Bergauf-Run und einem steilen Bergab-Run

In der ersten Runde war ich irgendwie teilweise ganz allein – fast einsam und an manchen Stellen hilflos! Das Elektroschockhindernis passiere ich insofern ohne Schock, weil ich mich am Rand halte und der plötzliche Wind die Bänder wie mit Zauberhand zur Seite weht. Die Feuer-Flamme nehme ich auch wieder eher seitlich, denn den Geruch nach verbranntem Gummi und verbrannter Haut mag ich nicht! Unter einem Hindernis durchzukriechen ist für mich kein wirkliches Hindernis, das kann ich ganz gut. Dann das erste Mal Schuhe nass, Hände nass und die Staumauer! Kein Mann, keine helfende, starke Hand weit und breit – Verzweiflung pur, als ich bei den ersten Versuchen abrutsche und die Handschuhe verfluche, weil die mir keinerlei Unterstützung sind! Ich weiß nicht mehr, wie ich da dann wirklich drüber gekommen bin! Völlig verwirrt tripple ich dann irrtümlich über den nächsten Baustellenzaun als mich stattdessen richtigerweise unter dem Gitter im Wasserlauf durchzuschlängeln. Das Bodennetz meistere ich als eingerollter Kokon mit eingezogenem Kopf ganz gut. Zwischendurch die Beine zum Laufen zu animieren, ist echt hart. Mein Puls trommelt in einem mächtigen Crescendo und mahnt zum Gehen, um einer Explosion zu entgehen. Dann plötzlich keine eindeutige Wegmarkierung mehr – wo bleiben nur alle anderen? Endlich trotten die beiden Rambo-Typen heran, die im Startbereich nur herumgenörgelt haben und dem treu bleiben. Aber das ist mir jetzt egal, Hauptsache: Mitstreiter und vielleicht die eine oder andere helfende Hand! Ach ja, es geht weiter in der Hitze einen Schotterweg hinauf. Dort wartet dann der Holzscheit – dumm bin ich nicht: ich nehme nur ein leichtes Stück Holz – und bin jetzt froh, die Handschuhe zu tragen, denn das Holz verliert doch gerne den einen oder anderen Speil/Spieß! Und weiter hinauf. Keiner läuft mehr, alle gehen. Bei der Labstelle am höchsten Punkt wieder so ein Baumstamm, der in unerreichbarer Höhe quer gelegt worden ist – bitte liebe Veranstalter: denkt daran, dass auch Frauen mitmachen und nicht jeder 1,90 m groß ist? Ich wähle den Weg unter dem Baumstamm hindurch. Man muss nicht jedes Hindernis bezwingen – so streng sind sie hier nicht. Schnell ein Becher Wasser, ein Becher Isostar und weiter geht´s bergab im Düseschritt. Trotzdem ist Vorsicht angesagt, denn Steine und Wurzeln können leicht zum ärgsten Feind werden! Im Tal folgen dann die letzten Hindernisse, die mich wieder ein wenig aufbauen, weil der Körper ein bisschen zur Ruhe kommen konnte. Allerdings gerate ich in leichte Rage, als ich aus dem ersten Müllcontainer hinaussteige – hier gibt es in der Wand leichte Tritte, an denen ich mich alleine hochziehen kann – und dann über eine Länge von ca. 3 Meter in 3 Meter Höhe – über raue Baumstämme drüber muss. Unter mir nur Beton – Hallo! wo bleiben die Fallschutzmatten?! Ich setze mich etwas ungeschickt und blöde in eine Grätsche und versuche so, voranzukommen – Autsch! Das tut weh und verpasst mir einen riesigen blauen Fleck und zerkratzte Waden! Ich bin froh, als ich da durch bin. Die restlichen Hindernisse mit Slackline sind dann beinahe easy. Ein Golden Retriever beobachtet jede Wildsau, die durch einen weiteren, gut mit Gatsch gefüllten Tunnel robbt und ebensolche Schlammspuren aufweist wie er selbst. Beim vorletzten Hindernis muss ich kapitulieren: eine mehr als 3 Meter hohe Blechwand, zum Rauf- und Runterklettern nur Taue mit Schlaufen – ich kann das einfach nicht! Hänge da wie ein elend-nasser Sack – und quäle mich nicht länger! Meine beiden Spontan-Begleiter denken auch nicht daran, mir zu helfen. Der Sprint auf der Laufbahn ist vergleichsweise entspannend – ich meine auch, dass ich es bei der ersten Runde belassen werde. Aber die beiden Mannsbilder warten dann nett und animieren mich zu einer weiteren Runde – die beiden wollen dann sowieso aufhören (der Mega-Nörgler wäre eh nur 10 km – also 15 km – gelaufen, und seinem Freund, der eigentlich auch die gesamte Tour hätte machen wollen, ist es zu anstrengend geworden). Also gut! Durchbeißen – jetzt weiß man ja, was einen erwartet! Sky-_MG_1471

Ob die zweite Runde leichter oder schwieriger zu bewältigen ist, kann ich eigentlich nicht sagen. Man fühlt sich ein bisschen sicherer, weil nichts Unvorhergesehenes mehr kommt oder kommen sollte. Allerdings sehe ich jetzt, was ich zum Beispiel im Bachlauf mit den Baustellengittern hätte machen sollen. Aber nachdem es sich dort mittlerweile staut, weil die 5- und 10-km-Starter am Werkeln sind, und meine beiden Begleiter-auf-Zeit-ohne-Namen weiter drängeln, lasse ich das spannende Hindernis schweren Herzens aus, um nicht den Anschluss zu verlieren. So geht es auch bei ein paar anderen Hindernissen, denn die Zahl der Wartenden ist bei Rutsche und Kletterwänden zum Teil sehr hoch. Manchmal lassen die „Ein-Rundler“ den „Mehr-Rundlern“ ehrfürchtig den Vortritt. Auf der Slackline turnen teilweise anstelle von 3 Personen 8 herum, das Seil hängt schon mächtig durch. Bei der zweiten Runde entdecke ich dann aber noch mindestens ein (unüberwindbares) Hindernis, das mir bei der ersten Runde wegen der irreführenden Markierung gar nicht über den Weg gelaufen ist. Sky-_MG_1477

Als ich den zweiten Sprint hinter mich gebracht habe, bin ich froh und traurig zugleich – froh, nach fast 2:30 Stunden (!) und 15 Kilometern das (Zwischen-)Ziel erreicht zu haben – traurig und enttäuscht, dass ich nicht den Mumm hatte, alleine eine weitere Runde zu absolvieren. Ich bin zwar beim Sport eher der Einzelgänger, aber bei Durchsicht der Ergebnisse ist mir klar geworden: Viribus unitis – mit vereinten Kräften kommt man beim Wildsua-Lauf leichter ins Ziel! Allerdings war es beim zweitem Mal schon dermaßen rutschig an manchen Stellen, dass ich mich so und so der Vorsicht zu beugen hatte – wie gesagt: keine Dummheiten vor einer über 700 km langen Wanderstrecke!

Medaille gab es trotzdem eine! Und stolz bin ich, dass ich Muskeln spüre, die mich sonst eher in Ruhe lassen!

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Bis auf die Socken habe ich alles der Waschmaschine anvertrauen können.

Eine neue Erfahrung und auf jeden Fall: gestern war nicht aller Tage – ich lauf wieder mit! Keine Frage! Wir hören uns diesbezüglich im Herbst wieder!

mehr Fotos unter: https://onedrive.live.com/redir?resid=DB337DB661A66582!37572&authkey=!AAnqdPXiCSG-oFc&ithint=folder%2cjpg

Ich bin ein Blaumann

Gwen Stefani und Heidi Klum können sich warm anziehen – denn: er ist da, MEIN Denim-Overall! Drei Modelle standen zur Auswahl – G-Star hat recht spontan und klar das Rennen gemacht – Stoff, Schnitt, Wohlfühl-Charakter haben mich einfach überzeugt!  Das Wetter zum Wochenende hat dann brav mitgespielt, mich im Strampler auf der Straße zeigen zu können – fast zu kühl war es aber, und das brachte mich kurzfristig in die brenzlige Lage, aus meinem Fundus noch etwas für Drüber auswählen zu müssen. Trenchcoat, sowohl der beige als auch der schwarze: geht gar nicht! Blazer: jein! schwarze kurze Bikerjacke: Notlösung! Besser gefiel mir dann schon der Stilbruch in Form einer leicht wattierten, kurzärmeligen Laufjacke in Metallic-Bronze, in Kombination mit einem meiner übergroßen Tücher von Plomo O Plata (einer meiner treuesten und unerschütterlichsten Begleiter seit Jahren), dazu der Hamburger-Schuherwerb – freundlich-pastellige Plateauslipper im Schlangendesign. Die große schwarze Umhängetasche mit Echoeffekt über die Schulter geschwungen – und schon beinahe Paparazzi-tauglich, wären da nicht die bad-hair-days gewesen, die mich derzeit an den Rand des Wahnsinns bringen und mein zerknautschtes Gesicht, weil ich die Wintermüdigkeit einfach nicht abzuschütteln vermag. Oder liegt es daran, dass zu wenig Prosecco in meinen Adern fließt?

Was bleibt ist:

a) googlen, was die Stars zum Denim tragen

b) einen Termin beim Friseur ausmachen

c) einfach mal zufrieden sein!

Auf Aufholjagd

Kaum ist der Kleiderschrank leer oder … bzw. um ehrlich zu sein … kaum ist der Kleiderschrank innen ein bisschen luftiger und übersichtlicher, ist er auch schon wieder voll! Wie geht denn so etwas!

Nun ja – da gibt es mehrere Möglichkeiten, im Speziellen handelt es sich um Anlassfälle, Verlockungen, Verpflichtungen, Schnäppchen, Langeweile, tatsächliche Notwendigkeiten, …

Konkret?

Fall 1: Ein Besuch in Hamburg – Geburtstagseinladung mit Kostümierungswunsch unter dem Motto: es leben die 70er und 80er – und schon landet eine Jeans mit Schlag im Regal mit den Hosen. Zum Glück sind diese Hosen heuer wieder in, sodass die Investition auch einen gewissen Mehrwert haben wird – allerdings muss ich dazu recht hohe Schuhe tragen, damit ich vom schlagfertigen Hosenbein nicht zu Fall gebracht werde!

Tja: und wenn man dann schon mal in Hamburg weilt und gut zu Fuß ist, die Augen offen für alles hat, sind es mit einem Mal (ganz ohne Schlag und jegliche andere Form von Gewalt) 4 locker geschnittene Kleider – ähnlich zwar in Stil und Farbe, aber sozusagen für jede Jahreszeit eines -, die in dem kleinen Flugkoffer Platz finden müssen – reguläre Preise und Schnäppchen-Glücksgriff: getragen wird jedes Stück zum Tages-Liebling, denn nix engt ein beim langen Sitzen am Schreibtisch und ich bleibe mit jedem einzelnen Teil auf jeden Fall meinem sportlich-lässigen Business-Style treu.

Fall 2: Mitgliedschaft in einem Online-Outlet-Club – und plötzlich sind auch klassische Missoni-Streifen in ZickZack-Linie erschwinglich. Das Kleidchen sitzt wie angegossen, nur der Unterrock macht sich in der Länge selbstständig – aber, sofern ich nicht ständig im Gegenlicht stehe, geht´s auch ohne. Einzige Herausforderung: kein Gramm mehr über die nächsten Monate zunehmen, denn das Kleid ist small und nur in der kälteren Jahreszeit hautverträglich.

Fall 3: zwei Tage Seminar in Graz – dummerweise sind die Geschäfte da abends schon geschlossen und ist die Mittagspause zu kurz, um in der steirischen Metropole in den Boutiquen der gutbetuchten Grazer Schickimicki-Szene gustieren zu können. Zum Glück ist Graz aber nur 2 Autostunden entfernt – sofern unser Lubo (Smart!) keine Böckeleien macht und das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten lässt!

Fall 4: gibt es noch nicht, aber in den nächsten Tagen sollte Zalando auf Kurzbesuch kommen – und Jeansoveralls zum An- und Ausprobieren mitbringen – ich brauche so ein Teil – angestiftet haben mich dazu Gwen Stefani und Heidi Klum … ja, ich weiß: die beiden können das auch tragen, weil die Proportionen wie geschaffen dafür sind – ich hoffe aber, dass eines der möglichen Modelle dann auch meine Proportionen ins rechte Licht zu rücken vermag!

Wenn ich dies so schreibe, packt mich doch ein bisschen das blanke Entsetzen und das schlechte Gewissen – die niedergeschriebenen Zeilen erinnern mich an die urmenschliche Schwäche, die einen nach einer Diät überkommt: kaum ist man ein paar Kilo losgeworden, hat man das Gefühl, wieder nachlegen zu müssen – ein steter Kreislauf, leider mehr vom Teufel gelenkt als von jeglicher Vernunft!

So gesehen bin ich mehr als deutlich im JoJo-Effekt gelandet – da hilft nur wieder strenge Disziplin: keine Besuche in der City (nicht einmal morgendliches Schaufenster-Joggen!), keine Ausflüge ins Internet bzw. wieder mal ein Besuch bei der nächsten Swap Party – dieses Mal übrigens in einer coolen Location, einer Strandbar am Donaukanal!

Platz schaffen!

Der Kleiderschrank einer Frau – die unendlichen Weiten eines immer ungenügenden Volumens! Da wird gestapelt, gelegt, übereinander aufgehängt und in die letzte aller Fugen hineingestopft, um doch noch ein Plätzchen für einen neuen Liebling auf Zeit zu schaffen. Der verzweifelte Blick in der Früh – „Was soll ich heute nur anziehen?!“ – wird vom Mann an der Seite trocken kommentiert: „Kein Wunder, vor lauter Viel siehst du das Eine nicht!“ – gggrrrrrups: da ist leider ein Körnchen Wahrheit drin (aber nie und nimmer gebe ich zu, dass ER hier mal Recht hat!). Gegen Saisonende wird es für uns Frauen dann noch schlimmer, denn sind wir die Winterklamotten, die wir seit nunmehr gut einem halben Jahr tragen, nicht so was von überdrüssig? Ich habe das Gefühl, dass ich immer gleich gekleidet bin (nun ja, bei mehr als 3 schwarzen Kleidern kein Wunder). Schuhwerk hatte ich diese Wintersaison eigentlich auch nur 2 Favoriten, weil bequem mit grober Plateausohle – einfach optimal für Office und urbane Herumlauferei.

Jetzt aber – jetzt ist März und irgendwann wird sich die kalte Jahreszeit endgültig verabschiedet haben – Zeit, um Gewand-Bilanz zu ziehen: was trage ich? was trage ich noch mal vielleicht? was trage ich mit Sicherheit nicht mehr?

Ein Wochenende mit Regen und sichtbarer Staub im Schrank sind da schon die optimalen Voraussetzungen, sich mit dem Thema „einen sauberen Platz schaffen“ zu beschäftigen! Eine Freundin von mir ist teils Abnehmerin, teils Weitervermittlung für gut erhaltene Kleidungsstücke – sozusagen eine minimierte Swapperei mit Einbahn und Anreiz genug, sich über Kleiderstange und Regale herzumachen.

Ich war gut drauf am letzten Samstag – und habe radikalst (!!) aussortiert … weg, weg, weg mit Dir! Schnell war der Stapel verabschiedeter Kleider, T-Shirts, Jacken … ein sehr hoher – wieviel passt in einen grooooßen Koffer hinein? (Beinahe musste ich die Shoppingfalte aktivieren, um alles unterbringen zu können. Geschafft! Meine Freundin hat eine große Freude, und ich hoffe, die unbekannten neuen Besitzerinnen auch! Und ich? freue mich auf zweierlei Arten: zum einen natürlich, dass ich anderen etwas abgeben kann – das ist mein soziales Ich -, zum anderen, dass ich jetzt wieder Luft für Neues habe – das ist dann leider mein egoistisches Ich. Ich darf nun quasi mit „gutem Gewissen“ ein bisschen im Internet stöbern oder mich auf die Einkaufsstraßen wagen (nächste Woche bin ich in Hamburg!!!).

Bis ich dort dann allerdings fündig werde, stehe ich morgens weiterhin ratlos vor dem Schrank – und ziehe dann doch wieder eines meiner schwarzen Kleider an (von denen trenne ich mich nicht!) – allerdings habe ich gestern das Schuhwerk von Winter auf Übergangszeit geändert – schließlich muss ich ja die neuen Schnürschuhe testen!

S-M-L und das X

Das „X“ ist nicht nur in Verbindung mit den Chromosomen wichtig, sondern in der Modewelt geradezu ein dominierender Faktor geworden!

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat frau sich mit 36-38-40-42-44 zufrieden gegeben. Und es gab noch die eine oder andere Boutique-Besitzerin, die mit geschultem Auge ziemlich zielsicher die Konfektionsgröße ihrer Kundin einschätzen konnte. Und wer kennt nicht die Szene aus „Verlockende Falle“ … Sean Connery gibt seiner rechten Hand den Auftrag, für Catherine Zeta Jones ein Abendkleid zu besorgen – dazu die Aussage – eines Mannes: „… in Größe 38, aber in Größe 36 kommt ihre Figur sicher noch besser zur Geltung!“ (Unausgesprochen blieb, dass dies für die Trägerin einen atemlosen Abend bedeuten musste.)

Mittlerweile ist die Fähigkeit des Kennerblickes leider vor dem Aussterben bedroht bzw. wird dieses über Jahre angelernte Wissen nicht mehr an die nächste Generation weiter gegeben – wozu auch?

Mode ist international. Wie lautet doch gleich die Umrechnung von italienischen Damengrößen auf deutsche Verhältnisse? Deutsch 38 = Italienisch 44, also plus 6 – und in Frankreich schaut es dann schon wieder anders aus!

Der weibliche Körper hat sich emanzipiert und lässt sich nicht mehr so ohne weiteres in eine Größe hineinpressen (siehe „Verlockende Falle“).

Segen oder Fluch?, als sich Small – Medium – Large leise eingeschlichen und schlussendlich durchgesetzt haben? Mit Small liegt frau nunmehr zwischen (dt.) 36 und 38, mit Medium zwischen (dt.) 38 und 40. Das heißt mit einem Wort, dass frau Klamotten sowohl nach den vielen Weihnachtsnaschereien als auch in der Fastenzeit findet, ohne sich von gleich „S“ oder „M“ verabschieden zu müssen.

Aber leider gibt es dann noch die nicht unbeträchtliche Anzahl von weiblichen Figuren, die sich außerhalb des S-M-L-Schemas fesch und attraktiv kleiden möchten und müssen. Nur wie abtötend klingen denn Minus-Small bzw. Large-Plus? Also hat ein schlauer Kopf zum unverfänglichen „X“ gegriffen. Dieser Buchstabe ganz hinten im Alphabet, der bislang in unserer Sprache ein mehr oder weniger einsames Leben geführt hat, bekommt nunmehr einen Stellenwert, der ins Extreme geht – im wahrsten Sinne des Wortes. Bist du extrem dünn und schmal, wird für dich einfach in „XS“ geschneidert, bist du dann irgendwann dem „L“ entwachsen, bekommt dein neues T-Shirt oder die neue Hose einfach ein, zwei, drei, …(?) „X“ als Attribut vorangestellt – und die Welt ist wieder in Ordnung … oder doch nicht?

Ich bin ja der S/M-Typ, oben rum mehr Small, ab der Hüfte dann eher ins Medium abrutschend. Jetzt ist es aber leider so, dass es für S-M-L keine einheitlichen Schnittbögen gibt, sondern dass sich die Designer doch stark an der durchschnittlichen Statur ihrer Herkunftsnation orientieren. Und das führt dazu, dass ein spanisches Mango-Medium und ein niederländisches Adidas-Small ohne Stoffverlust übereinandergelegt werden können.

Wieder nichts mit Vereinheitlichung; und die Aufregung beim Klamottenwühlen geht weiter!

Bei mir kommt „L“ jedenfalls gar nicht in Frage, dann lieber ohne androgynes G-Star-Teil im Kleiderschrank!

Doch eines macht mich jetzt schon sehr nachdenklich: Ich hatte vor kurzem bei einem Wochenendtrip in meine Heimat aus welchen Gründen auch immer – war es das Unterbewusstsein? – keine Lauftight eingepackt. Macht ja nichts: rein ins nächste Laufgeschäft – die Frühlingsmode in erfrischendem Azurblau und Limonengelb lockt die Sportlerin so wie die Blume die Bienen an. Die Verlockung dürfte jedenfalls so groß gewesen sein, dass mein erwähltes Teil nur mehr in „XS“ bzw. „L“ vorrätig war. Wie gesagt: „L“ ist ein NoGo für mich und wäre eindeutig zu groß gewesen (ich hasse Laufhosen, die die Tendenz zum Rutschen haben!). Das „XS“ sah mir auf den ersten Blick gar nicht mal so bohnenstangig aus. Doch ganz ehrlich: meine Oberschenkel stehen eindeutig für „M“, wie muskulös und nicht für „extrem schlank“. Mit Skepsis und ein wenig Hoffnung verschwand ich trotzdem in der Kabine, um mit möglichst viel Grazie und möglichst wenig Mühe, diese Tight über meine Waden und Schenkel hinauf zu ziehen – und siehe da: schon war ich drin, knackig zwar, aber nicht unbequem und auch ohne Angst, bei einem größeren Sprung plötzlich „im Freien“ zu stehen. Dass die Verkäuferin in Jubelschreie ausbrach, ist selbstredend – welche Verkäuferin zeigt noch einen Funken taktvolle Ehrlichkeit? Dass auch Bodo wohlwollend ein bejahendes Nicken von sich gab, hat mich dann bei der Kaufentscheidung unterstützt.

Nur: verstehen tu ich das jetzt nicht! Ein Einzelfall oder ein falsch reingenähtes Größenetikett (seit den „Vorstadtweibern“ wissen wir ja, dass in dieser Beziehung gerne mal geschummelt wird!) oder ein Umdenken in der Sportmode, um der Kundin zu suggerieren, dass sie – auch ohne eine einzige Bewegung gemacht zu haben – bereits um die eine oder andere Konfektionsgröße schmäler an Bauch-Bein-Po geworden ist?

Ich jedenfalls liebe meine neue Lauftight, einfach deswegen, weil sie wirklich rutschfrei sitzt, ich mich gut darin bewegen kann und mich die frische Farbe auch beim longjog bei Laune hält – so gesehen „XS“ für eXtreme Super!

LuBo

Und wieder ging eine Ära zu Ende: Carlos ist Vergangenheit –

it´s time for LuBo – unser neues Familienmitglied, das gerne im Freien übernachtet und tagsüber vorbeiziehende Personen beobachtet. Wehe aber dem Hund, der in LuBo einen Baumstamm vermutet! LuBo hat außen 4 Reifen, innen einen, ist klein und geräumig, der Himmel ist auch innen zugegen, wird bei Bedarf zur Rakete, ist nicht ganz perfekt und freut sich auf das eine oder andere Facelifting, hat bereits ein paar Järchen am Buckel und ist zweimal rund um die Erde gekommen und trinkt vorwiegend Diesel.

LuBo ist …. unser Smart!

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Willkommen in unserer Mitte und begleite uns sicher von A nach B und wieder zurück!

Wir Zwei und das Meer

Das ist der Titel unseres diesjährigen Pilger-Wander-Tage- und Bilder-Buches!

Ein Wort hat das andere gejagt.

Jedes Foto wollte an erster Stelle stehen.

Das alles und noch mehr wurde wild und doch systematisch durcheinander geschüttelt – herausgekommen sind viele Seiten mit tollen Eindrücken und dem einen und anderen Abdruck im Sand.

An alle, die leider keine gebundene Ausgabe bekommen können:

nicht traurig sein – mit ein wenig Geduld öffnet sich das Tagebuch mit einem Klick auf diesen Link:

http://www.brinkmann.at/WirZweiunddasMeer.pdf

In diesem Sinne wieder einmal die besten Wünsche an Euch alle!

Von der Rolle

Dass ich manchmal von der Rolle bin, ist wahrscheinlich nichts Neues.

Aber dass ich seit kurzem auf Rollen stehe, ist mehr oder weniger neu!

Nein, keine Rollen-Spiele, keine Maki-Seetang-Experimente, keine akrobatischen Versuche, nichts von alle dem und viel simpler!

Ich bin – dank einer Eingebung meiner beiden treuen Gehirnzellen – dazu übergegangen, meine Sporthosen und Schals/Tücher sauber zu einer kompakten Rolle zu wickeln, was dann – in meinen Augen – einen recht appetitlichen Eindruck hinterlässt.

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Platzsparender ist diese Variante der Aufbewahrung leider nicht unbedingt, und man braucht auch eine boxartige Ablage, damit die Rollen nicht beliebig durcheinander kullern können und den Berg zur Tiefebene mit Massageeffekt machen.

Ich freue mich jedenfalls jedes Mal, wenn ich einen Blick in eine der beiden Boxen werfe 🙂

…. eine kleine Botschaft für alle, die Ordnung in ihr Leben bringen wollen!

Das Ufo ist gelandet

Eine Ära ist nun zu Ende gegangen: nach 8 Jahren darf ich sagen: das Ufo ist gelandet!

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Abseits von Star Wars und Raumschiff Enterprise ist gestern das Gebäude, an dem ich die langen Jahre mitarbeiten durfte, (teil-)besiedelt worden. Bis vor kurzem war es noch eine Baustelle, wo viele fleißige Arbeiter mit Geduld, Können und manchmal auch fehlendem Hausverstand gewerkelt haben. Jetzt sind es Menschen im Anzug und Kostüm oder auch legerer Bekleidung, die der kleinen Stadt aus Glas erst so richtig Leben einhauchen werden.

Was bleibt für mich und meine Kollegen? Eine Drehtür, die bockt; eine Mieteinheit mit winterlichen Temperaturen; erboste Assistentinnen, die ihren Schreibtisch direkt an der Fassade haben wollen; ein noch zu pflanzender Garagenpylon, der den Herumirrenden den Weg zeigen soll; ein Restaurant, das schon ungeduldig auf den Ausbau wartet, um mit Stäbchen hungrige Mäuler kitzeln zu können; das ängstliche Facility Management will beruhigt werden; und einiges mehr – langweilig wird es, scheint mir, noch lange nicht.

Was derzeit aber überwiegt, sind gemischte Gefühle:

Erleichterung: geschafft und endlich vorbei! /

Wehmut: eine spannende und aufregend-aufreibende Zeit ist dahin! /

Neid: warum dürfen die einziehen und ich nicht? /

Stolz: ich war ein Teil davon! Ich werde immer ein Teil davon bleiben!

Rechenschreck

Eine schreckliche Rechnung:

Gestern in 13 Monaten bin ich 100 minus zwei Mal 5 zum Quadrat!

oder andersrum:

Wenn ich 2066 zurückschauen könnte, würde ich sagen, dass ich von heute gesehen noch mal solange plus 365x24x60x60 Sekunden vor mir hätte, um noch immer einen ganzen Monat zu brauchen, um endlich dort ankommen zu können, wo ich mich zum Zeitpunkt meines Rückblicks gerade befinde.

Wem das jetzt zu hoch ist, schaut einfach im Kalender nach! 🙂