Wohlfühl-Tight

Jetzt, wo es endlich allerorten wieder zu sprießen und zu blühen beginnt, muss auch beim Yogisieren ein frischer, bunter, blühender Wind hinein! Dachte ich mir und setzte meinen Gedanken auch gleich ins Praktische um, sprich www.zalando.at / Sport / Yoga … und siehe – da sind sie die Hey Honey Cacti Tights! Meine Beine werden in den Dschungel versetzt, mein Kopfschweiß symbolisiert Regenwald-Klima pur! Heute Morgen auf der Mantra-Yogamatte hatte ich auch das Gefühl, dass einige Stellungen viel beschwingter und flüssiger eingenommen und gehalten werden konnten. Ich bin natürlich noch weit entfernt von der Gelenkigkeit eines Primaten (im TV gibt es gerade eine dreiteilige Dokumentation über Affen und ihre Besonderheiten – grandiose Aufnahmen!!!!), und doch hatte ich heute einen beflügelten Flow … bis mich dann der „gebundene Lotussitz“ in meine Schranken wies – um das zu können, müsste ich meine Arme um etliche Zentimeter verlängern, um sie um den Rücken schlingen zu können, damit ich meine Zehen, die in der jeweiligen Diagonal-Leiste ruhen, packen könnte! Sei´s drum: die Tight stimmt fröhlich, sitzt perfekt und rutscht nicht!

Ein Fauxpas in Streifen

Uiuiui! Das hätte mir – gerade mir! – nicht passieren dürfen!

Mittwoch, 18:30, meine Bodywork-Std beginnt – noch heißt sie klassisch „Bauch-Beine-P0“ … meine Stunde ist aber alles andere als klassisch und tendenziell mehr „dynamic bodyweight“! Doch ich will nicht ablenken. Die Stunde beginnt, gute Musik, viele Mädels und im hintersten Eck ein Mann, der die mittleren Jahre schon überschritten hat – alles gut, soweit – bis … bis auf mein Spiegelbild! Abgesehen davon, dass ich meine besagten Tage vor dem nächsten Friseurtermin habe, habe ich mich in der Wahl meiner Sportbekleidung dieses Mal total vergriffen: die Tight ging ja noch: weiß mit schwarzen Flecken – wie dreckig halt; aber das Top – ein „Schnäppchen“ aus dem Outlet – vorne in Schwefelgelb mit querlaufenden dünnen schwarzen Streifen bzw. weiß-schwarze Blockstreifen – auch quer – am Rücken! Es sah aus, als wäre einer Biene zum Kotzen schlecht!!! Zudem noch eine Passform, die zwischen viel zu weit und doch ein wenig knapp hin- und her schwankte … So eine Blamage, so ein modischer Fauxpas! Wer hat mir damals im Outlet nur ins Ohr gesäuselt, dass mir das Top gut steht? Ich glaube, da war ich beim Anprobieren stark überzuckert oder so!

Mir ist jetzt noch schlecht, wenn ich daran denke ….!

Aus Fehlern sollte man lernen – in dieser Kombination stelle ich mich jedenfalls nicht mehr vor meine Bauch-Beine-Po-Süchtigen!

Szene eines Alltags im Taschenformat

Szene eines Alltags – und ich glaube nicht, dass es sich um einen Einzelfall handelt:

Es ist Samstag und der Wocheneinkauf beim Supermarkt steht an. Bodo ist schon so gut wie ausgehfertig und wartet leicht genervt, weil ich mich nicht für eine Handtasche entscheiden kann! Unter der Woche wird man mich auf der Straße immer mit einem riesengroßen Beutel aus Leder oder Stoff antreffen (plus Sportrucksack und Yogamatte – also einem Packesel nicht unähnlich). Den Einkauf im Supermarkt erledige ich aber lieber mit einer kleineren Umhängetasche, um die Hände bei der Auswahl von Äpfeln, Orangen, Joghurt … und Süßigkeiten 🙂 ungehindert frei haben zu können. Jetzt ist es aber so, dass ich mir ein neues Geldtascherl kaufen „musste“, weil meine langgediente den Dienst aufgab. Und die Neue (mit der an sich sehr zufrieden bin) ist nun einfach etwas zu groß/lang für meine kleine Umhängetasche!

Großes Dilemma!

Und gleichzeitig die Frage: Wo bleibt die Kompatibilität zwischen Hand- und Geldtaschen? – vor allem, wenn man einen Lieblings-Taschenlieferanten hat, der an sich ein “ Berliner Liebeskind“ ist? Ich kann mir ja nicht zu jeder Handtasche auch gleichzeitig die passende Geldtasche dazu kaufen?! Das Innenleben einer Damenhandtasche von A nach B umzupacken ist – sofern im Vorfeld gut strukturiert – schnell erledigt. Aber so klein im Verhältnis eine Geldtasche auch ist: was da alles rein passt!!! Und das soll ich jedes Mal, wenn ich mit einer anderen Handtasche unterwegs sein möchte, ebenfalls umsortieren? Da kann ich mir das Ausgehen gleich sparen!

Grübel!

Häh häh Wickie! Das ist es!

Ich gehe überhaupt ohne Geld aus dem Haus und lasse bezahlen!

… aber DAS wäre eine ganz andere Geschichte …

Besen-Meditation

Gründonnerstag 2016. Liturgie in der Kirche zu St. Elisabeth im 4.Bezirk. Eine Idee des neuen mitreißenden und aufgeschlossenen Pfarrers, der zudem zu unseren Freunden zählt: jeder kann sich in einem Formular zu kleineren Aufgaben eintragen, die er/sie in der Pfarre verrichten würde wollen. Bodo und ich sind zwar im 3.Bezirk angesiedelt. Macht nichts – Grenzen, auch Bezirksgrenzen, werden niedergelegt, wenn es um eine gute Tat geht. Ich melde mich für den Putz- und Räumtag im September.

Gründonnerstag war im Frühjahr – da ist es bis zum Spätsommer noch weit her. Da gerät so einiges nur allzu leicht in Vergessenheit. Wie gut, dass vor ein paar Tagen das Erinnerungsmail kam: „Wir putzen und räumen gemeinsam am 10.09.2016!“

Jetzt gibt es kein Zurück, auch wenn das Wetter nochmals den Hochsommer am Teller präsentiert. Ich kann Bodo zum Mitmachen animieren – er glaubt, dass er wie sonst auch seine Fähigkeiten am Computer unter Beweis stellen wird können – weit gefehlt!

Als wir uns angemeldeterweise erst um 12:00 Uhr einfinden, sind einige Personen schon heftig am Werkeln und Schwitzen, ein bisschen unkoordiniert erscheint uns. Aber Gerald hat alles im Griff, führt mich in die Sakristei zu den Frauen und behält Bodo bei den starken Jungs. Dort werden dann Bizeps, Hände und Rücken zu Spitzenleistungen herausgefordert! Das nicht unkleine Pfarrhaus wird mehr oder weniger auf den Kopf gestellt. Vom Dachboden – Bodo berichtet begeistert: ausbaufähig!!! – werden z.B. schwere Steinplatten zum Entsorgen nach unten bis auf den Platz und in einen Container geschleppt. Kästen werden von A nach B getragen und auch uralte Taufbücher sollen neu einsortiert werden. Und da ist dann auch Bodo bald ordentlich durchgeschwitzt! In der Mittagspause schlingt er dann auch hungrig einen Teller Spaghetti Bolognese hinunter.

Auf mich wartet hingegen eine beinahe meditative Tätigkeit. Da in der Sakristei schon zu viele Frauen am Aus- und Neusortieren sind sowie am Putzen der Fenster, wird mir aufgetragen, die Wachsflecken hinter und rund um den Altar zu entfernen – mit einem alten Bügeleisen und Zeitungspapier! Bis auf eine andere ältere Frau, die sich um den Glanz der Kirchenbänke kümmert – in einer halsbrecherischen Schief- und Liegelage -, ist sonst niemand in der Kirche. Ab und zu ein paar Touristen, ab und zu Bodo. Ich krieche auf den Knien, schaue gegen das Licht, um die Wachsflecken zu entdecken, meistens ist ein sanftes Drüberstreichen über den kühlen Stein aber zweckmäßiger. Das Bügeleisen quält sich, zum Glück habe ich einen starken Daumennagel. Immer wieder kommen Frauen aus der Sakristei oder sonstigen geheimen Verstecken vorbei, von denen ich in kurzen Statements gelobt bzw. mit Ratschlägen versorgt werde. Eine meint zu meiner knieenden Tätigkeit: „Das sind deine Stufen in den Himmel“ – schön wär´s!

Wenn man aber, so wie ich, gerade dem Boden näher ist als dem Himmel, sieht man auch den Dreck, der sich über die Sommermonate (und länger?) angesammelt hat. Also greife ich nach dem Bügeln zum großen Besen und beginne hinter dem Altarbild mit dem Auskehren. Und da kommt viel zum Vorschein! Vor allem tote Fliegen. Als ich dann nach mehrmaligem Hin- und Her-Fegen endlich vorne beim Altar angelangt bin, tropft auch mir der Schweiß vom Kinn. Was ist da? Noch mehr Wachsflecken? Also nochmals auf die Knie und das Bügeleisen aktivieren! Zwischenzeitlich hat eine andere helfende Hand damit begonnen, die bereits gefegten und damit vorgesäuberten Flächen nass aufzuwischen. Ich bekomme daher zwar ein bisschen Druck, lasse mich aber von meinem Fege-Rhythmus nicht abbringen. Das große Kirchenschiff und die beiden Seitenschiffe müssen systematisch gereinigt werden!

Es ist bereits 16 Uhr – und ich habe noch ungefähr ein Drittel vor mir. In der kleinen Kapelle wird eine Gnadenhochzeit (= 70 Jahre Ehe!!!) gefeiert – und dazu erklingt dann wunderschön das „Ave Maria“!

17 Uhr – fertig! Meine meditative Reise durch einen wunderschönen Raum ist zu Ende. Gedacht habe ich an sehr wenig, auch kaum gebetet, ich habe einfach die Ruhe in mir selbst genossen! Und der Steinboden freut sich strahlend über die ausgiebigen Streicheleinheiten.

18 Uhr – die Arbeiten werden allgemein beendet. Nicht überall ist man fertig geworden, aber dieser Tag hat zu einem wunderbaren Zueinander und Miteinander geführt, egal, ob im 3. oder 4. Bezirk ansässig. Schweinsbraten und Knödel haben wir dann zwar ausgelassen, aber das Bier hat gut geschmeckt!

Beim nächsten Mal sind wir wieder mit dabei!

Fresh!

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Was soll das jetzt? Werbung für ein neues Putzmittel, das jede Fliese und jede Armatur von selbst zum Strahlen bringt?

Schau genau!

Die Auflösung liegt im Kleingeschriebenen: Moschino!

Hat das nicht etwas mit lustig-bunt-untragbar gemustert-verniedlichten Kleidern zu tun, mit einem Label, das die allgemein gültigen Regeln des guten Geschmacks in Frage stellt und die eigenen Ideen mit einer prickelnden Prise Ironie versetzt? Ziemlich richtig – und wo Fashion, da meistens auch der passende Schnüff-Schnüff dazu, der bei Moschino darauf abzielt, mit stylischen Konventionen zu kokettieren!

Eau de TOILETTE – was liegt daher näher als einen Flakon zu designen, der bei jedem Duft-Zerstäuben gleichzeitig und mit Nachdruck daran erinnert, dass auch die TOILETTE daheim wieder einmal einen frischen Duft vertragen könnte?

Ich finde die Idee erfrischend, zum Schmunzeln anregend und nicht ganz ernst zu nehmend – wohl gerade deswegen habe ich, eine bekennende „ich probier´ was Neues aus“-Konsumentin, zugelangt – und den letzten Flakon seiner Art ergattert, wohlgemerkt, nicht ohne vorher einen Probestreifen (und den Handrücken) großzügig einzunebeln … die Kennernase riecht sofort die „Kopfnoten“ Bergamotte, Mandarinorange und Ylang-Ylang, die „Herznoten“ Pfingstrose, Himbeere und Herbstduftblüte und die „holzigen Basisnoten“ Patschuli und Ambroxan heraus … ähem, wie bitte???

Den heutigen Sommertag verbringe ich also gerne umgeben von diesem olfaktorisch frischen Odeur und denke nur hin und wieder mit geringfügig schlechtem Gewissen an Bad und Toilette daheim.

Bitte nicht so heiß!

Mode-Unverträglichkeit, Fashion-Intoleranz – gibt es das?

Einer unserer bekanntesten österreichischen Radiomoderator hat eine Ballerina-Phobie, die er in regelmäßigen Abständen auch im Äther kund tut. Aber das ist in meinen Augen echt harmlos!

Brutal sind in Wahrheit diese Dinger, die sich Hot Pants nennen – bei näherer Betrachtung ein breiter Gürtel mit 3 großen Löchern, die das bisschen verbleibenden Stoff ad absurdum führen. In der seriösen Mode-Literatur wird zwar schonungslos beschrieben, welche körperlichen Voraussetzungen frau mitbringen sollte, um ein solches Teil in der Öffentlichkeit tragen zu können, ohne beim plötzlichen Betrachter Augenkrebs  oder Herzschlagaussetzer zu verursachen – demzufolge wäre das wohl nur ein einstelliger Prozentsatz bezogen auf die westliche weibliche Bevölkerung -, allein fehlt es nur zu oft an ehrlicher Selbsteinschätzung! Nichts für ungut, liebe Kolleginnen, aber es sieht halt einfach nicht sexy aus, wenn

  • der Oberschenkelumfang nicht einer Gazelle entspricht, sondern einem beliebten Grauhäuter
  • die Spannkraft der Haut einem Luftballon ähnelt, der drei Tage nach einem Geburtstagsfest traurig am Bettpfosten hängt
  • wenn die Farbe der Beine allzu sehr Schneewittchen gleicht und nicht dem sanften Bronzeton eines Popstars von den Bahamas
  • aufgrund fehlender Hochsommertemperaturen oder um die Beinlänge zu strecken zu Strumpfhosen und Leggings in 20 DEN gegriffen wird, hier sehr oft auch mehr Laufmasche als Nylon zu sehen
  • die Gehbewegung der Beine mit einem Schlurfi versehen ist – von Catwalk-Gestälze keine Spur!

Hot Pants sind in den Olymp der sommerlichen Must-Garderobe emporgehoben worden und haben dort offenbar einen Dauerplatz bekommen – aber muss frau sich jedem Mode-Diktat unterwerfen? Ist es nicht besser, aus der Vielfalt des Angebots zu sondieren und sich die Leckerbissen rauszupicken, die einem wirklich schmecken, sprich passen?

Daher: Spieglein, Spieglein – sag mir nicht, wer ist die Schönste im Land! Sag mir im vollständigen 360°-Blick, ob mein heute gewähltes Outfit meine Vorzüge positiv hervorhebt und meine Schwachstellen verbirgt.

In Hot Pants wirst du mich jedenfalls NIE sehen! (und auch nicht in Ballerinas … ich will es mir ja mit dem Radiomoderator nicht verderben 🙂

Ich bin ein Blaumann

Gwen Stefani und Heidi Klum können sich warm anziehen – denn: er ist da, MEIN Denim-Overall! Drei Modelle standen zur Auswahl – G-Star hat recht spontan und klar das Rennen gemacht – Stoff, Schnitt, Wohlfühl-Charakter haben mich einfach überzeugt!  Das Wetter zum Wochenende hat dann brav mitgespielt, mich im Strampler auf der Straße zeigen zu können – fast zu kühl war es aber, und das brachte mich kurzfristig in die brenzlige Lage, aus meinem Fundus noch etwas für Drüber auswählen zu müssen. Trenchcoat, sowohl der beige als auch der schwarze: geht gar nicht! Blazer: jein! schwarze kurze Bikerjacke: Notlösung! Besser gefiel mir dann schon der Stilbruch in Form einer leicht wattierten, kurzärmeligen Laufjacke in Metallic-Bronze, in Kombination mit einem meiner übergroßen Tücher von Plomo O Plata (einer meiner treuesten und unerschütterlichsten Begleiter seit Jahren), dazu der Hamburger-Schuherwerb – freundlich-pastellige Plateauslipper im Schlangendesign. Die große schwarze Umhängetasche mit Echoeffekt über die Schulter geschwungen – und schon beinahe Paparazzi-tauglich, wären da nicht die bad-hair-days gewesen, die mich derzeit an den Rand des Wahnsinns bringen und mein zerknautschtes Gesicht, weil ich die Wintermüdigkeit einfach nicht abzuschütteln vermag. Oder liegt es daran, dass zu wenig Prosecco in meinen Adern fließt?

Was bleibt ist:

a) googlen, was die Stars zum Denim tragen

b) einen Termin beim Friseur ausmachen

c) einfach mal zufrieden sein!

Auf Aufholjagd

Kaum ist der Kleiderschrank leer oder … bzw. um ehrlich zu sein … kaum ist der Kleiderschrank innen ein bisschen luftiger und übersichtlicher, ist er auch schon wieder voll! Wie geht denn so etwas!

Nun ja – da gibt es mehrere Möglichkeiten, im Speziellen handelt es sich um Anlassfälle, Verlockungen, Verpflichtungen, Schnäppchen, Langeweile, tatsächliche Notwendigkeiten, …

Konkret?

Fall 1: Ein Besuch in Hamburg – Geburtstagseinladung mit Kostümierungswunsch unter dem Motto: es leben die 70er und 80er – und schon landet eine Jeans mit Schlag im Regal mit den Hosen. Zum Glück sind diese Hosen heuer wieder in, sodass die Investition auch einen gewissen Mehrwert haben wird – allerdings muss ich dazu recht hohe Schuhe tragen, damit ich vom schlagfertigen Hosenbein nicht zu Fall gebracht werde!

Tja: und wenn man dann schon mal in Hamburg weilt und gut zu Fuß ist, die Augen offen für alles hat, sind es mit einem Mal (ganz ohne Schlag und jegliche andere Form von Gewalt) 4 locker geschnittene Kleider – ähnlich zwar in Stil und Farbe, aber sozusagen für jede Jahreszeit eines -, die in dem kleinen Flugkoffer Platz finden müssen – reguläre Preise und Schnäppchen-Glücksgriff: getragen wird jedes Stück zum Tages-Liebling, denn nix engt ein beim langen Sitzen am Schreibtisch und ich bleibe mit jedem einzelnen Teil auf jeden Fall meinem sportlich-lässigen Business-Style treu.

Fall 2: Mitgliedschaft in einem Online-Outlet-Club – und plötzlich sind auch klassische Missoni-Streifen in ZickZack-Linie erschwinglich. Das Kleidchen sitzt wie angegossen, nur der Unterrock macht sich in der Länge selbstständig – aber, sofern ich nicht ständig im Gegenlicht stehe, geht´s auch ohne. Einzige Herausforderung: kein Gramm mehr über die nächsten Monate zunehmen, denn das Kleid ist small und nur in der kälteren Jahreszeit hautverträglich.

Fall 3: zwei Tage Seminar in Graz – dummerweise sind die Geschäfte da abends schon geschlossen und ist die Mittagspause zu kurz, um in der steirischen Metropole in den Boutiquen der gutbetuchten Grazer Schickimicki-Szene gustieren zu können. Zum Glück ist Graz aber nur 2 Autostunden entfernt – sofern unser Lubo (Smart!) keine Böckeleien macht und das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten lässt!

Fall 4: gibt es noch nicht, aber in den nächsten Tagen sollte Zalando auf Kurzbesuch kommen – und Jeansoveralls zum An- und Ausprobieren mitbringen – ich brauche so ein Teil – angestiftet haben mich dazu Gwen Stefani und Heidi Klum … ja, ich weiß: die beiden können das auch tragen, weil die Proportionen wie geschaffen dafür sind – ich hoffe aber, dass eines der möglichen Modelle dann auch meine Proportionen ins rechte Licht zu rücken vermag!

Wenn ich dies so schreibe, packt mich doch ein bisschen das blanke Entsetzen und das schlechte Gewissen – die niedergeschriebenen Zeilen erinnern mich an die urmenschliche Schwäche, die einen nach einer Diät überkommt: kaum ist man ein paar Kilo losgeworden, hat man das Gefühl, wieder nachlegen zu müssen – ein steter Kreislauf, leider mehr vom Teufel gelenkt als von jeglicher Vernunft!

So gesehen bin ich mehr als deutlich im JoJo-Effekt gelandet – da hilft nur wieder strenge Disziplin: keine Besuche in der City (nicht einmal morgendliches Schaufenster-Joggen!), keine Ausflüge ins Internet bzw. wieder mal ein Besuch bei der nächsten Swap Party – dieses Mal übrigens in einer coolen Location, einer Strandbar am Donaukanal!

Platz schaffen!

Der Kleiderschrank einer Frau – die unendlichen Weiten eines immer ungenügenden Volumens! Da wird gestapelt, gelegt, übereinander aufgehängt und in die letzte aller Fugen hineingestopft, um doch noch ein Plätzchen für einen neuen Liebling auf Zeit zu schaffen. Der verzweifelte Blick in der Früh – „Was soll ich heute nur anziehen?!“ – wird vom Mann an der Seite trocken kommentiert: „Kein Wunder, vor lauter Viel siehst du das Eine nicht!“ – gggrrrrrups: da ist leider ein Körnchen Wahrheit drin (aber nie und nimmer gebe ich zu, dass ER hier mal Recht hat!). Gegen Saisonende wird es für uns Frauen dann noch schlimmer, denn sind wir die Winterklamotten, die wir seit nunmehr gut einem halben Jahr tragen, nicht so was von überdrüssig? Ich habe das Gefühl, dass ich immer gleich gekleidet bin (nun ja, bei mehr als 3 schwarzen Kleidern kein Wunder). Schuhwerk hatte ich diese Wintersaison eigentlich auch nur 2 Favoriten, weil bequem mit grober Plateausohle – einfach optimal für Office und urbane Herumlauferei.

Jetzt aber – jetzt ist März und irgendwann wird sich die kalte Jahreszeit endgültig verabschiedet haben – Zeit, um Gewand-Bilanz zu ziehen: was trage ich? was trage ich noch mal vielleicht? was trage ich mit Sicherheit nicht mehr?

Ein Wochenende mit Regen und sichtbarer Staub im Schrank sind da schon die optimalen Voraussetzungen, sich mit dem Thema „einen sauberen Platz schaffen“ zu beschäftigen! Eine Freundin von mir ist teils Abnehmerin, teils Weitervermittlung für gut erhaltene Kleidungsstücke – sozusagen eine minimierte Swapperei mit Einbahn und Anreiz genug, sich über Kleiderstange und Regale herzumachen.

Ich war gut drauf am letzten Samstag – und habe radikalst (!!) aussortiert … weg, weg, weg mit Dir! Schnell war der Stapel verabschiedeter Kleider, T-Shirts, Jacken … ein sehr hoher – wieviel passt in einen grooooßen Koffer hinein? (Beinahe musste ich die Shoppingfalte aktivieren, um alles unterbringen zu können. Geschafft! Meine Freundin hat eine große Freude, und ich hoffe, die unbekannten neuen Besitzerinnen auch! Und ich? freue mich auf zweierlei Arten: zum einen natürlich, dass ich anderen etwas abgeben kann – das ist mein soziales Ich -, zum anderen, dass ich jetzt wieder Luft für Neues habe – das ist dann leider mein egoistisches Ich. Ich darf nun quasi mit „gutem Gewissen“ ein bisschen im Internet stöbern oder mich auf die Einkaufsstraßen wagen (nächste Woche bin ich in Hamburg!!!).

Bis ich dort dann allerdings fündig werde, stehe ich morgens weiterhin ratlos vor dem Schrank – und ziehe dann doch wieder eines meiner schwarzen Kleider an (von denen trenne ich mich nicht!) – allerdings habe ich gestern das Schuhwerk von Winter auf Übergangszeit geändert – schließlich muss ich ja die neuen Schnürschuhe testen!

S-M-L und das X

Das „X“ ist nicht nur in Verbindung mit den Chromosomen wichtig, sondern in der Modewelt geradezu ein dominierender Faktor geworden!

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat frau sich mit 36-38-40-42-44 zufrieden gegeben. Und es gab noch die eine oder andere Boutique-Besitzerin, die mit geschultem Auge ziemlich zielsicher die Konfektionsgröße ihrer Kundin einschätzen konnte. Und wer kennt nicht die Szene aus „Verlockende Falle“ … Sean Connery gibt seiner rechten Hand den Auftrag, für Catherine Zeta Jones ein Abendkleid zu besorgen – dazu die Aussage – eines Mannes: „… in Größe 38, aber in Größe 36 kommt ihre Figur sicher noch besser zur Geltung!“ (Unausgesprochen blieb, dass dies für die Trägerin einen atemlosen Abend bedeuten musste.)

Mittlerweile ist die Fähigkeit des Kennerblickes leider vor dem Aussterben bedroht bzw. wird dieses über Jahre angelernte Wissen nicht mehr an die nächste Generation weiter gegeben – wozu auch?

Mode ist international. Wie lautet doch gleich die Umrechnung von italienischen Damengrößen auf deutsche Verhältnisse? Deutsch 38 = Italienisch 44, also plus 6 – und in Frankreich schaut es dann schon wieder anders aus!

Der weibliche Körper hat sich emanzipiert und lässt sich nicht mehr so ohne weiteres in eine Größe hineinpressen (siehe „Verlockende Falle“).

Segen oder Fluch?, als sich Small – Medium – Large leise eingeschlichen und schlussendlich durchgesetzt haben? Mit Small liegt frau nunmehr zwischen (dt.) 36 und 38, mit Medium zwischen (dt.) 38 und 40. Das heißt mit einem Wort, dass frau Klamotten sowohl nach den vielen Weihnachtsnaschereien als auch in der Fastenzeit findet, ohne sich von gleich „S“ oder „M“ verabschieden zu müssen.

Aber leider gibt es dann noch die nicht unbeträchtliche Anzahl von weiblichen Figuren, die sich außerhalb des S-M-L-Schemas fesch und attraktiv kleiden möchten und müssen. Nur wie abtötend klingen denn Minus-Small bzw. Large-Plus? Also hat ein schlauer Kopf zum unverfänglichen „X“ gegriffen. Dieser Buchstabe ganz hinten im Alphabet, der bislang in unserer Sprache ein mehr oder weniger einsames Leben geführt hat, bekommt nunmehr einen Stellenwert, der ins Extreme geht – im wahrsten Sinne des Wortes. Bist du extrem dünn und schmal, wird für dich einfach in „XS“ geschneidert, bist du dann irgendwann dem „L“ entwachsen, bekommt dein neues T-Shirt oder die neue Hose einfach ein, zwei, drei, …(?) „X“ als Attribut vorangestellt – und die Welt ist wieder in Ordnung … oder doch nicht?

Ich bin ja der S/M-Typ, oben rum mehr Small, ab der Hüfte dann eher ins Medium abrutschend. Jetzt ist es aber leider so, dass es für S-M-L keine einheitlichen Schnittbögen gibt, sondern dass sich die Designer doch stark an der durchschnittlichen Statur ihrer Herkunftsnation orientieren. Und das führt dazu, dass ein spanisches Mango-Medium und ein niederländisches Adidas-Small ohne Stoffverlust übereinandergelegt werden können.

Wieder nichts mit Vereinheitlichung; und die Aufregung beim Klamottenwühlen geht weiter!

Bei mir kommt „L“ jedenfalls gar nicht in Frage, dann lieber ohne androgynes G-Star-Teil im Kleiderschrank!

Doch eines macht mich jetzt schon sehr nachdenklich: Ich hatte vor kurzem bei einem Wochenendtrip in meine Heimat aus welchen Gründen auch immer – war es das Unterbewusstsein? – keine Lauftight eingepackt. Macht ja nichts: rein ins nächste Laufgeschäft – die Frühlingsmode in erfrischendem Azurblau und Limonengelb lockt die Sportlerin so wie die Blume die Bienen an. Die Verlockung dürfte jedenfalls so groß gewesen sein, dass mein erwähltes Teil nur mehr in „XS“ bzw. „L“ vorrätig war. Wie gesagt: „L“ ist ein NoGo für mich und wäre eindeutig zu groß gewesen (ich hasse Laufhosen, die die Tendenz zum Rutschen haben!). Das „XS“ sah mir auf den ersten Blick gar nicht mal so bohnenstangig aus. Doch ganz ehrlich: meine Oberschenkel stehen eindeutig für „M“, wie muskulös und nicht für „extrem schlank“. Mit Skepsis und ein wenig Hoffnung verschwand ich trotzdem in der Kabine, um mit möglichst viel Grazie und möglichst wenig Mühe, diese Tight über meine Waden und Schenkel hinauf zu ziehen – und siehe da: schon war ich drin, knackig zwar, aber nicht unbequem und auch ohne Angst, bei einem größeren Sprung plötzlich „im Freien“ zu stehen. Dass die Verkäuferin in Jubelschreie ausbrach, ist selbstredend – welche Verkäuferin zeigt noch einen Funken taktvolle Ehrlichkeit? Dass auch Bodo wohlwollend ein bejahendes Nicken von sich gab, hat mich dann bei der Kaufentscheidung unterstützt.

Nur: verstehen tu ich das jetzt nicht! Ein Einzelfall oder ein falsch reingenähtes Größenetikett (seit den „Vorstadtweibern“ wissen wir ja, dass in dieser Beziehung gerne mal geschummelt wird!) oder ein Umdenken in der Sportmode, um der Kundin zu suggerieren, dass sie – auch ohne eine einzige Bewegung gemacht zu haben – bereits um die eine oder andere Konfektionsgröße schmäler an Bauch-Bein-Po geworden ist?

Ich jedenfalls liebe meine neue Lauftight, einfach deswegen, weil sie wirklich rutschfrei sitzt, ich mich gut darin bewegen kann und mich die frische Farbe auch beim longjog bei Laune hält – so gesehen „XS“ für eXtreme Super!