Herbst-Zeit

Dieser Sommer 13 hat meine Tastatur zum Schmelzen gebracht und meine Gedanken trockneten schweißgleich auf meiner Haut schneller als ich sie hätte einfangen können. Anstatt in der Stadt auf Fashion-Foto-Beute zu gehen, habe ich meine wenigen freien Minuten lieber auf der Sonnenterrasse verbracht. Brennender Asphalt unter den Fußsohlen? nee, sogar laufenderweise habe ich bevorzugt die staubig-weichen Pferdepfade im Prater aufgesucht. Wie ein Avatar bin ich durch das Laub und über zahlreiche Nacktschnecken gezischt. Daheim angekommen, nicht nur triefend und „olfend“ (für Nichtwissende: OLF ist die Maßeinheit für Geruch … 1 olf nach Körperhygiene und ohne körperliche Betätigung … mind. 30 olf nach Sport), sondern auch erdig bis hinauf zu den Knien. Wenn nur das Nachschwitzen nicht wäre! Ich bin nach erfolgreich anmutender „Ent-Olfung“ mit dem Handtuch luftzufächelnd in der Wohnung herumspaziert, unfähig, auch nur ansatzweise in eine Gewand zu schlüpfen! Und auch der kurze Weg ins Büro hat zu einem weiteren Transpirationsausbruch geführt. Bodo hat schon Recht: ich bin ein Schwitzkasten!

Den Sommer-Sale habe ich so gut wie auch komplett ausgelassen – mich in der Innenstadt durch die sich herumschleppenden Touristen zu schlängeln und sich in einer engen, stickigen Umkleidekabine auszuziehen und sich etwas überzuziehen, das vielleicht schon ein anderer schwitzender, un-deo-dorierter Körper anprobiert hat? brrrr …. allein der Gedanke daran verursacht mir Juckreiz! Aber ich bin muss auch fair meinem Mitmenschen gegenüber sein: ich selbst wäre ja auch einer von den hunderten Menschen gewesen, die sich  mit leicht klatschnassem Stoff auf dem Rücken und mit dunkler Sonnenbrille der Unkenntlichkeit wegen unters Volk gemischt hätten. Habe ich aber nicht – also sei es mit gedankt und Schwamm drüber, denn:

seit heute Nacht ist alles anders: der Herbst hat dem Kalender nach begonnen. Gefühltermaßen hat sich nicht wirklich was geändert, zumal nach einem sonnig-warmen Wochenende in der Steiermark die Wärme noch die nackten Beine umspielt. Gut durchblutet nach meinem heutigen Morgenlauf in knallblauer kurzer Hose und schwarzem Top beginne ich halbwegs munter diese neue Arbeitswoche in einem Sommerkleid und offenen Schuhen. Das, was seit ein paar Tagen „neu“ ist, dass ich doch eine Jacke mithabe, aber noch lange nicht meine noch ungetragene Lederjacke, denn die ist durch das Innenfutter einfach viel zu warm.

Vorbereitend auf die kühleren Tage habe ich schon mal die ganz offenen Sommerschuhe in den Winterschlaf geschickt und mich gedanklich auf die Stiefelsaison vorbereitet. Der typische Zalando-Freudenschrei ist mir im Hals stecken geblieben, als ich mal systematisch in die Stiefelrubrik eingetaucht bin: wo soll ich nur anfangen?. Von „Z“ aufwärts habe ich mich dann durch klingende Markennamen geklickt und den Warenkorb langsam, aber sicher befüllt, um dann diese Shortlist noch weiter auszudünnen. Wirklich mit leuchtenden Augen bin ich dann bei „A“ hängengeblieben, genauer gesagt bei Airstep – die Jungs dürften meine Füße irgendwann in einem Traum eingescannt haben, denn die legen den Leisten so über den Schuh, dass meine Füße ein angenehmes Gehgefühl verspüren, egal, ob mit  hohem oder niedrigem Absatz. Wie auch immer: daheim stehen jetzt zwei Paar knautschige, nach echtem Leder duftende (sauteure) Stiefel in der Warteschleife, ob sie in meinen bereits gut gefüllten Schuh-Schrank dürfen. Ich bin mir noch nicht zu 100% sicher, wäge noch Kosten-Nutzen gegeneinander ab, aber sehr wahrscheinlich werden beide Modelle bei mir bleiben dürfen: das eine Paar in Negro, flacher Absatz, weiter Schaft – ein bisschen Musketier dank der Messingschnalle; das andere Paar geht in Richtung Boot, der Schaft in einem Grau-Violett-Anthrazit-Patchwork-Versuch. Was die Entscheidung halt verzögert ist, dass ich mir momentan einfach noch nicht vorstellen kann, dass ich in wenigen Tagen / Wochen was Warmes um meine festen Wad´ln brauchen werde. Deshalb findet das Anprobieren daheim in Shorts oder im Sommerkleidchen statt, aber sicher nicht mit blickdichten Leggings!

Ansonsten habe ich mir eigentlich vorgenommen, dass ich mir kaum was Neues kaufen werde, zumal die Anzahl meiner Winterkleider eine hohe ist – ich habe mich davon vor kurzem an einem halb verregneten Sonntag überzeugt, als ich den Kleiderschrank umsortiert habe. Aussortiert leider kaum: ich dürfte nunmehr wirklich alle „Fehlkäufe“ verschenkt haben. Nur die „gute“ Ware, die ich bei willhaben.at verkaufen wollte, die bekomme ich nicht an die Frau. Werde noch einen Versuch starten. Ansonsten muss ich wohl mal bei einem besseren Second-Hand-Shop vorsprechen, ob sie einen schwarzen Wintermantel, einen Tweed-Hosenanzug, Overknee-Highheels in Größe 40 (einmal getragen!, und dann doch zugegeben, dass meine Füße einfach größer sind), ein paar schöne Kleider, … verkaufen können. Eine Kollegin würde mich im Herbst zum Flohmarkt in Stadlau mitnehmen, aber dort würde ich nur Home-Accessoires und allenfalls meine rosaroten Eisschuhe und meine wenig genutzten Skater anbieten.

Ja, die Herbst-Zeit ist angebrochen: schnell noch alles loswerden, um dann in den Winterschlaf fallen zu können. Das Loswerden von sommerlichen Zuviel-Kilos wird aber zunehmend schwieriger. Heute im Radio richtigerweise kommentiert: im Herbst gibt es für jede Frucht und jedes Gemüse ein eigenes Erntedank-Fest. Zu jedem Fest ein Viertel Sturm, ein bisschen mehr – und man braucht schneller als gedacht doch den jetzt noch weit wirkenden Daunenparka! Mit mir nicht, denn jetzt macht das Laufen so richtig Spass – in zwei Wochen nach dem Verona-Marathon sprechen wir weiter!

Kundenrezensionen

Verhindert aufgrund eines verregneten Wanderurlaubs und dem nachfolgenden übervollen Arbeitspensum habe ich blogmäßig leider pausieren müssen … aber yeah: I´m back again!

Bei meinem letzten Spaziergang im Zalando-Kleider-Land habe ich, obwohl gelenkt vom inneren Aufschrei „Ich habe nichts anzuziehen!“, dieses Mal nicht wahllos gierig meinen Warenkorb befüllt und damit die Verpackungs- und Versandmaschinerie angeheizt, sondern habe – ganz cool im Kopf – vorweg die Kundenmeinungen angeklickt. Zuerst nur grob überflogen, kamen mit der Zeit Amusement und großes Staunen dazu. Schon eigenartig, wie zu ein und demselben Artikel die Meinungen derart auseinandergehen können: von „macht eine super Figur“ bis hin zu „unvorteilhaft sackartig“ – hallo: sprecht Ihr von ein und demselben Kleid?

Das hat mir aber vor Augen geführt,

–        wie unterschiedlich jeder von uns ist

–        was ein paar Zentimeter mehr oder weniger in Breite / Größe / Umfang ausmachen können:

entweder verliebt sich frau in ein Kleid, eine Hose, ein Shirt, ….

oder aber frau gleitet in totale Frustration ab, weil „es“ bei einem selbst so gar nicht passt!

Überzeugen mich die Meinungen anderer oder will ich es besser wissen, will ich mir meine eigene Meinung bilden? Online-Shopping ist für uns 24-h-voll-beschäftigten Frauen die Erfindung des Jahrhunderts, weil unabhängig von jeder Öffnungszeit. Aber was ist mit den Öffnungszeiten der Post oder der Hermes-Annahmestelle? Wer hat schon einen netten Vermieter oder jemanden sonst im Haus, der tagsüber daheim ist, um mein Packerl entgegen zu nehmen? Irgendwann muss ich zumindest einmal die Zeit finden, um bei Post / Hermes oder sonst wem vorbeizuschauen. Und wenn man für die Retouresendung nochmals Zeit aufwenden muss, ist es endgültig vorbei mit dem online-Komfort! Da kann ich nicht einmal ein positives Sternchen vergeben! Aber ich weiß, dass ich spätestens nach Durchsicht der bereits eintrudelnden Herbst-/Winterkataloge wieder schwach werde! Die Spirale dreht sich weiter und weiter und weiter …

Mein Warenkorb ist dieses Mal leer geblieben – zu viele negative Übereinstimmungen auf meiner imaginären Stricherlliste.

Das führt mich aber zu einem viel erschreckenderem Gedanken: wird nur mehr Masse statt Klasse produziert? Lebt der Handel davon, schlechte Ware so verlockend anzubieten, dass man nicht umhin kommt, zuzugreifen (gaaaaanz gefährlich auch die Jahreszeit SALE!!!), um dann nach relativ kurzer Zeit alles daran zu setzen, die erbeuteten Enttäuschungen bei willhaben.at oder einer Swap Party oder einer Reinigungskraft aus xy-Land wieder loszuwerden? Natürlich mit einer ausgesprochen Spitzenbewertung / einer persönlichen Kundenrenzension!

Die Spirale dreht sich weiter und weiter und weiter …

Übrigens: Bei meinen auf willhaben.at platzierten Fashion-Schnäppchen handelt es sich wirklich um Spitzenware!

Verzweiflung auf 2 Füßen

Ich bin echt verzweifelt! Verzweifelt über die Schuhmode 2013! Was ist nur passiert in den letzten Monaten? Ich verstehe ja, dass man die kurzen Jahreszeiten Frühling & Sommer mit Fröhlichkeit empfangen und den primär weiblichen Füßen ein breites Angebot an Ultra-hoch und Möglichst-flach (zwischendrin gibt es quasi Null-Niente-Nada) kredenzen will, aber es gibt sowas wie Schuh-Ästhetik, Geschmack und vor allem: Qualität. Allein, wenn ich daran denke, lackumhülltes Plastik in Popfarben an meine beiden lastverteilenden Platten zu lassen, bekomme ich a) Blasen und b) geschwollenen Knöchel! Ich weiß, durch meine Hallux-OP bin ich vielleicht übersensibilisiert bis hin zu dieser gerade geouteten Allergie. Aber wer ist bereit, mir zu bestätigen, dass man mit diesem Schuhwerk eine ganzen (Arbeits-)Tag oder eine fetzige (Tanz-)Nacht verbringen kann, ohne dass es zu einer Rebellion der Nervenbahnen kommt? Kein Wunder, dass die Menschheit sich nicht mehr bewegen will – sie KANN es nicht mehr! Flaches Schuhwerk mag zwar bequem und unkompliziert sein, aber wenn ich Ballerinistinnen und FlipFlopperinnen von hinten betrachte, ist die Analogie zum Catwalk-Gang ungefähr so nahe wie die Milchstraße zur nächsten Galaxie! Hier orte ich heftiges Brennen der Fußsohlen, wenn die dünne Sohle beim Stadtbummel mit glühendem Asphalt in Verbindung tritt. Bleiben eigentlich nur mehr Sneakers mit sportlicher Sohle übrig, diese leider meistens mit schlechtem Fußbett – und leider nicht immer office-tauglich.

Ich glaube, ich werde meine Verzweiflung nur so in den Griff bekommen, dass ich endlich das Schuhwerk, das mich in den letzten langen kalten Monaten begleitet hat, in den Sommerschlaf zu schicken und meine Errungenschaften des letzten Jahres bzw. der letzten Jahre mit großer Freude und Ehrfurcht in meinem Schuhschrank zu platzieren. Und ich bleibe weiterhin eine Verfechterin der Plateausohle, denn die stellen für mich die sinnvolle Kombination aus HighHeel und Bequemlichkeit dar – und sind aus Leder, Textil und nicht aus Plastik!

Aber ich gebe die Suche nicht auf – die Hoffnung stirbt zuletzt!

Meine 42,195 km

 2 Tage danach- und es fühlt sich gut an! Verrückt oder? aber so bin ich halt ab&dann – Bodo nennt es: schrullig!

Aber alles mal der Reihe nach: seit Anfang dieses Jahres hing mein persönlicher (weil leicht adaptierter) 14-Wochen-Trainingsplan. 14 Wochen! Das klingt anfangs urlang, vor allem, wenn es in der Früh um 6 Uhr stockdunkel ist und ich mir für den Lauf im Prater sogar eine Stirnlampe bei den Crazy-Days bei amazon erwerbe … die mir dann so gut den Weg ausleuchtet, dass ich glatt vom normalen Weg abkomme … Jedenfalls habe ich das Training annähernd brav und konsequent durchgezogen – vor allem, was die Laufdauern betrifft; eher negiert habe ich, was GAT1, GAT2, GAT3 betrifft – ich mag mich nicht von der Pulsuhr drangsalieren lassen und Intervall am Laufband ist so gar nicht meins – ich muss draußen schwitzen – je kälter desto besser …. ich sollte mich für den Nordpol-Marathon qualifizieren (was der MoneyMaker kann, sollte Lucia schon allemal durchstehen!)

Ich habe seit dem letzten Herbst mehr Laufschuhe als „schöne“ Schuhe erworben: der Aktionskauf vom Herbst war – trotz Saucony – nicht gut gewählt: wenn ich ehrlich bin, war mir das Rein-Weiß mit einem Hauch von Neon an den Schuhbändern zu fad – genauso haben sich meine Füße beim Laufen angefühlt. Daher der Griff zu zwei Paar ähnlich neongelben Wettkampfschuhen, von Asics bzw. Saucony (sie unterscheiden sich quasi nur an der Farbe der Schuhbänder, sind aber unterschiedlich geschnitten, also nix mit Schuh-Mix) – 2 Wochen vor dem Marathon damit zu trainieren, ist sicher ein Risiko, aber meine beiden Füße haben sich rasch angefreundet, auch mit den Luftlöchern in der Sohle – das wird zum nassen Spassfaktor, wenn man gänzlich unvorbereitet mit Schneematsch in Berührung kommt – und ich kann nur sagen: diese Berührung ist sehr intensiv und lässt dich nicht mehr locker, bis du daheim dann klitschnasse Socken von den Füßen zupfst!

Die 14 Wochen vergingen genauso schnell wie der diesjährige Winter beharrlich war: die ganze Zeit über lange Tights, 2 Lagen langärmelige Shirts mit langen Ärmeln, um die kalten Hände zu wärmen, Bandeau zum Stirnband gedreht oder als Haube aufgerollt. Und dann: von einem Tag auf den anderen wird´s warm und wärmer … und meine Panik wächst mit jedem Grad, denn zu sehr sind mir die beiden Male, als ich wegen Hitze und Dehydrierung kollabiert bin und mit der Rettung das Ziel erreicht habe, in Erinnerung! Bodo beruhigt mich: es wird nur 14 Grad haben, sonnig bis wolkig, leichter Wind – nun gut, ich versuche, mich darüber zu freuen, schaue mir am Tag vorher noch einen Beitrag über Extremläufer in der Wüste Gobi an und die zwei Brüder Moretti & Bloeb auf ihrem Weg Paris-Dakar – das (!) ist mentale Stärke!

Samstags natürlich noch der Fashion-Check für den großen Lauf: kurze Kompressionstight, die vom vielen Schwitzen bei diversen Runs an ungünstigen Stellen Spuren aufweist. Deshalb ziehe ich noch eine hautdünne blitzblaue Tight drüber – auf der Marathonmesse erstanden. Meine Befürchtung, dass sie sich beim Laufen hochwuzzelt, ist nicht ganz unbegründet – daher besser: keine Experimente beim Marathon! Oben drüber ein dunkelviolettes Sporttop von Reebock mit eingebautem „Rückenstärker“; auch dieses schon dem Grunde nach kampferprobt – zumindest hat sich schon ein gewisser Geruch eingenistet, der leider nicht mehr ganz raus geht – Bakterien sind halt stärker als jeder Schweiß. Am Kopf ein rotes Bandeau, das ich beim Lauf dann als Haube ausrolle – die Erinnerung an einen Sonnenstich lebt! Na ja, färbig so ganz optimal aufeinander abgestimmt ist das Outfit des 14.April 2013 leider nicht – fetziges Sport-Outfit findet leider erst langsam Einzug in die Damenwelt und vergreift sich leider nur zu oft im Geschmack – oder wer glaubt allen Ernstes, dass man gefärbelt und gemustert wie ein vom Aussterben bedrohter Papagei sportliche Betätigung welcher Art auch immer genießt? Auch hier zeigt sich dann, dass die meisten doch wieder zu schwarzen Tights greifen und allenfalls beim Oberteil Mut zur Farbe (wenn man von Farbe reden kann – manchmal ist´s an der Grenze zum Augenkrebs) bekennen. Bei Laufschuhen kann ich es ja noch verstehen – siehe meine Bemerkung oben zur Fadesse am Laufschuh – aber warum müssen Kompressionsstutzen an strammen Wadeln dann den Neon-Look weiterführen? Ich persönlich habe diesem Trend, die Waden einzuengen, abgeschworen – meine Waden (und davon ist viel da!) brauchen Luft, Luft, Luft!

So, jetzt stehe ich dann nach mehrmaligem Nervös-Pinkeln ziemlich ruhig am Start mit rd. 40.000 anderen Wahnsinnigen, die zum 30 Jahre Jubiläum die Jagd auf die Handvoll Kenianer eröffnen – ha, ein guter Witz: der schnellste ist bereits unter der Dusche, als die meisten „von uns“ gerade erst mal in die Gänge gekommen bzw. bereits schon wieder müde sind. Ich starte gerne weiter hinten – mit meinen Zeiten zwischen 3:45 und 3:35 ist es der grüne Block. Hier zu starten ist angenehmer, weil entspannter. Weiter vorne ziehen die Ehrgeizler davon und das ist mir einmal nicht gut bekommen: man wird da mitgerissen und läuft über seine persönlichen Fähigkeiten – nee, mach ich nicht mehr. Außerdem ist es für das Mentale sehr aufbauend, wenn man das Gefühl hat, an anderen Läufern vorbeizuziehen und zu überholen. Meine Füße fliegen, der Puls ist in einem guten Rhythmus; ich schaffe es – und das macht mich am meisten stolz -, dass ich die Sonne über meinem Kopf ausblenden kann, dass ich jede dunkle Wolke als Zwischengeschenk ansehe und – ja: und einfach laufe. Meine Beine wissen eh, was zu tun ist. „Oben drüber“ achte ich darauf, dass ich doch regelmäßig was trinke und ab km 15 meine Stärkung aus der Tube zu mir nehme. Der Angstfaktor Wienzeile Richtung Schönbrunn geht schnell vorbei, auch die erste Halbzeit ist gefühlt rasch um – da ich während des Trainings sehr oft 90 Min-Einheiten gelaufen bin, ist mein Körper daran gewöhnt. Mit Überraschung reagiert er dann meistens ab Minute 120 und vollkommen neu sind dann die Minuten > 180. Aber da mache ich mir einfach damit Mut, dass ich die Kilometer runter zähle: komm, es sind nur noch 7 … noch 5 und bei km 39, dort, wo´s dann meistens an der Grenze ist (weil man könnte da dann auch zu Fuß ins Ziel gehen), packe ich nochmal meine ganze Energie … 40, 41 – jetzt noch ein bisschen mehr Gas zu geben, fällt nicht leicht, vor allem, wenn man die Strecke kennt und weiß, dass es bis zum Ziel doch noch ein Stückerl ist …. 500 m können daher auch sehr lang sein! Aber endlich die Ziellinie, weitergehen, nicht stehen bleiben, die sehr schöne sternförmige Medaille entgegennehmen, zur Labestation weiterhumpeln, zum Treffpunkt mit Bodo torkeln – und dann, dann streiken meine Beine: zuerst krampft sich die rechte Wade zusammen, gerade so, als wäre sie beleidigt, dass es schon vorbei ist. Ich kann mich nur mit Hilfe auf die Erde nieder lassen, als die Krämpfe auch schon weitergehen: der Fuß, alles auch am linken Bein, auch die Oberschenkel! Ich getraue mich nicht mehr, mich auch nur irgendwie zu bewegen, lasse mir von Bodo Schuhe und Socken ausziehen, und er dehnt vorsichtig meine beiden tollen Weggefährten. Wasser, Magnesium, Banane – langsam beruhigt sich alles wieder und ich kann mich der nassen Sachen entledigen. Den Läufern rundherum geht es teilweise auch nicht anders: die Wiese im Volksgarten sieht aus wie ein open-Air-Lazarett nach einer schweren Schlacht. Trotzdem schwebt ein Hauch des Stolzes und der Erleichterung bei jedem mit: Year, ich habe das Ziel erreicht, habe dieses Mal nicht an meinem Tun gezweifelt und auch nicht daran: das ist mein letzter Marathon! Und als ich dann im VIP-Zelt meines Arbeitgebers als schnellste Frau der Erste Bank gekürt werde, ist es mir auch gänzlich egal, dass ich im Vergleich zum letzten Jahr ganze 4 Minuten auf der Strecke vertrödelt habe … ich weiß: das Intervalltraining geht mir ab!

So, was mache ich als nächstes? Jetzt mal mit Yoga den Körper langziehen und … ich habe schon wieder Lust, in meine neonfärbigen Laufschuhe zu steigen – ohne Laufen bin ich es nicht!

TOP SWAP im Hilton Vienna

Jede von uns hat zu viel Klamotten im Schrank – schöne /  schreckliche /solche, die aus Leidenschaft, aus Gier, aus Frust hier im Lande oder im Ausland gekauft wurden / solche, die Frau einfach „haben musste“ (und ja keine andere) – das Phänomen der Beute ist faszinierend und bekommt für mich nach der althergebrachten Tradition “ Männer sind Jäger – Frauen Sammlerinnen“ eine neue Bedeutung.

Ich war am vergangenen Freitag Zeugin dieses Beuteschemas – bei einer  SWAP Party unter dem besonderen Motto „a girls night out“ im noblen Hilton Vienna – also Glitzer, Glamour, Pailletten und a lot of sex! Meinem Organisationstalent entsprechend habe ich mich nicht als Laienmodel (trotz High-Heel-Catwalk-Erfahrung bei der LaDonna 2010) gemeldet, sondern als wichtiges Helferlein am Puls des Geschehens, nämlich bei der Kleiderannahme – Qualitätscheck und Vergabe der Einlöspunkte von 1-3, beim Eingang – hier der beste first look auf Jäger- UND Sammlerinnen, im Shop – wer wird von was, im wahrsten Sinne des Wortes, magisch angezogen, beim Check-out – welches Kleidungsstück hat schlussendlich eine neue Besitzerin auf Zeit gefunden?! Wie leicht lässt sich Frau zu fashion-Dingern hinreißen, wenn es quasi nix kostet? Eine Swapperin sagte mir beim Check-out: „Eigentlich passt mir das Ballkleid ja gar nicht, aber es ist sooooo schön!“ (und war nebenbei gesagt eines der Kleider, das ich zum Tauschen mitgebracht hatte). Andere dagegen – so wie ich (siehe unten) – sehr gezielt und stilsicher und begnügten sich mit einem neuen Teil. Andere wiederum haben ihre Einlöspunkte mehr als vorhanden eingelöst; ein paar Augen habe ich schon zugedrückt, aber da andere wiederum nicht alle Punkte eingelöst haben, war das „Abrechnen“ in Summe unterm Strich dann wieder ausgeglichen.

Toll für mich war die gelöste Stimmung aller Frauen, Freundinnen, egal, ob 20 oder 60, der Spass, den alle hatten – ich nenne es „zwangloses Klamotten-Besäufnis“ (mit dem einen und anderen und noch einem Gläschen Prosecco mehr als zutreffend).

Und ich selbst?: Bei mir haben ein neues Heim gefunden: ein helles, leichtes, langärmeliges Kleid von Lila …. habe ich schon getragen – mein geschultes Styling-Auge hat mich nicht im Stich gelassen (Foto folgt) – und schwarze Prada-Pantoletten, die ich hoffentlich beim Spaziergang ins Office nicht im Park verlieren werde, denn Pantoletten an meinen Füßen haben die Angewohnheit, dass sie sich gerne selbstständig machen …

Links:
– TopSwap: http://www.topswap.at
– Fotos: http://www.haffertography.com und http://www.derfritz.at

Über mich…

Hallo, ich bin die Lucia!

Meine Freunde meinen ich sei modebegeistert…,

Mein Freund sagt ich hätte einen Schuh-Fetisch…,

Ich mach unglaublich viel Sport…,

Aber ich arbeite auch viel…,

Also woher zum Henker, nimmt diese Frau die Zeit zum schreiben?

Vielleicht liegt es daran das ich in eine Stunde Zeit einfach mehr hineinpacken kann, als sich physikalisch ausgehen sollte!

Viel Spaß beim Lesen!

LucK

Schreiben wollte ich ja schon immer….

Besser gesagt, ich habe schon geschrieben…, Tagebücher, über die Wanderungen und Pilgerwege mit meinem Freund Bodo.

Aber ich wollte mal etwas anderes schreiben.

Man sagte mir ich solle ein Buch schreiben.., über mein Leben, neeee wirklich…, das will bestimmt keiner lesen!

Einen Krimi…, na ja, die lese ich nun dann doch lieber selber! 🙂

Aber MODE…, SCHUHE…, das wärs. Sich dreimal über ein Schnäppchen freuen…, einmal beim Entdecken, einmal beim Tragen und einmal beim drüber schreiben…!

Dieser Wunsch scheint nun greifbare Wirklichkeit zu werden…, nur ein wenig mit der WordPress-Technik auseinandersetzen und schon gehts los!!