Advent 2020 – # 05

heute mal was vom Dalai Lama:

„Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.“

Was kann dem noch hinzugefügt werden? Dieser Satz ist doch eigentlich die Quintessenz dieses Jahres!?

In den vergangenen Monaten sind die meisten von uns mit Herausforderungen konfrontiert worden, die zu Höchstleistungen geführt haben – und ich schließe hier alle ein, egal, ob medizinisches Personal, Pflegekräfte, Angestellte im Lebensmittelsektor, in der Logistik-, im Lieferdienst, …, Mütter & Väter, Söhne & Töchter, Schüler & Schülerinnen, … aber auch die, die nie erwähnt wurden!

Jede Herausforderung, der du dich stellst, macht dich stark. Jede Herausforderung, die du meisterst, soll dich auch stolz machen! Und falls dafür kein tosender Applaus ertönt: klopfe dir selbst auf die Schulter und lobe dich!

Advent 2020 – # 04

„Irgendwann wird alles Sinn machen.

Also lache jetzt über deine Verwirrung, überstehe die Tränen, sei stark und denk daran:

Alles hat einen Grund.“

Das trifft so ziemlich ins Schwarze und spiegelt meine Einstellung zum Lebenw wider (lt. Duden ist das die richtige Schreibweise). Ich kann auf so viele kleine Einzelheiten zurückgreifen, die in irgendeiner Form meinen Weg bereitet haben: ein Rat hier, das Kennenlernen einer Person dort, so manche Entscheidung, …

Gerade, wenn es um Entscheidungen geht, spürt man Verunsicherung – ist es das Richtige? Was, wenn ich falsch liege? Jede Entscheidung löst irgendetwas aus, das „irgendwann“ den Sinn dahinter beleuchtet – allein der Zeitpunkt bleibt das große Fragezeichen .

Wichtig ist:  offen und neugierig zu sein, denn: sich zu Tode fürchten, bringt mit Sicherheit nichts!

Advent 2020 – # 03

„Jeden Tag einen Schritt weiter zu gehen, kann auch ein schönes Ziel sein.

Vergangenem nachtrauern, heißt, Gegenwärtiges versäumen.“

Vor kurzem habe ich irgendwo gehört: Weil wir hinten keine Augen haben, können wir auch nicht der Vergangenheit hinterherschauen. Stimmt irgendwie: unsere Augen sind immer nach vorne gerichtet. Will ich zurückschauen, muss ich mich umdrehen bzw. zumindest den Kopf drehen – und schaue dann doch erst wieder nach vorne.

Vergangenes findet sein Bettchen in unserer Erinnerung – in einer Kommode mit vielen kleinen einzelnen Laden lässt sich alles unterbringen, was einem wertvoll erscheint. Von Zeit zu Zeit sollte man aber auch hier aussortieren, denn nicht jede Erinnerung muss eine Erinnerung bleiben! Manchmal wird es sogar notwendig sein, sich von bestimmten Erinnerungen endgültig zu verabschieden, um Platz für neue Erinnerungen zu schaffen.

Vergangenes ist geschehen – eine geballte Konzentration von kleinen Sequenzen einer Gegenwart, die viel zu schnell-lebig ist, um richtig erfasst werden zu können. Wie kann ich etwas versäumen, das schneller vorbei ist, als ich denken kann und erst im Nachhinein greifbar wird?

Advent 2020 – # 02

„Das Leben ist viel zu wertvoll,

um seine Gedanken mit Ärgern zu verschwenden.“

Na ja, ganz so einfach ist das nicht! Gerade erst gestern hatte ich eine Situation, die meine Stirn zum Runzeln brachte und meinen Kiefer zum Malmen. Wahrscheinlich eine Kleinigkeit, über die ich locker hätte hinwegsehen sollen / können – und mit meiner Rest-Erinnerung an die Mediation-Ausbildung war mir das Bedürfnis meines Gegenübers (in Zeiten von homeoffice eher das Bedürfnis, das aus dem Text des hereingeflatterten Mailinhalts herauslesbar war) auch bewusst – aber: manchmal muss „Sich-Ärgern-Dürfen“ auch erlaubt sein!

Beim Kochen oder Duschen entsteht ja auch Dampf, der sich zuerst verdichtet und dann wieder ins Unsichtbare auflöst – zurück bleibt im besten Fall ein köstlicher bzw. frischer Duft.

Es ist weitaus bekömmlicher, etwas Gutes / Positives / Erfreuliches in jeder kleinsten Handlung / Aktion / Begebenheit zu erkennen, als entgegen jeder Anti-Aging-Behandlung seine Mimik vorzeitig „reifen“ zu lassen oder sich Steinchen im Bauch heranzuzüchten!

Pizza am laufenden Band

Jeder, der Pizza mag, hat irgendwo in seiner Umgebung seinen „Lieblingsitaliener“ mit Wurzeln, die oftmals auch bis nach Eurasien und Indien reichen können.

Es gibt die runden Fladen mit dünnem Teig oder mit einem dick-flaumigen Teig, mit wenig Rand oder mit einem breiten trockenen und verbrannten Rand und neuerdings auch mit einem Käse-gefüllten Rand. Es gibt sie mit der traditionellen roten tomatigen Pizzasalsa oder mit einer hellen buttermilchigen Sauce. Damit´s eine Spur pikanter wird, neigen viele Pizzabäcker zum Knoblauch-Öl, nur zögerlich setzt sich feuriges Chili-Öl durch. Der Belag kann üppig sein oder bescheiden. Bei der Pizza-to-go ist sie meistens schon vorgeschnitten, damit man ohne Essbesteck auskommt – nicht aber ohne Serviette! Bei der am Tisch servierten Pizza ist das Zerschneiden sehr stark von der Form und Schärfe des Messers abhängig. Meistens wird gesäbelt auf Teufel-komm-raus – und übrig bleibt ein zerkratzter Teller. Der Durchmesser einer Pizza reicht vom Ausmaß einer mittelgroßen Herdplatte bis zur Größe eines Wagenrads – daher bleibt man entweder hungrig (und bestellt sich noch ein Tiramisu) oder man schafft nur die Hälfte, lässt den Rest entweder stehen ☹ oder lässt ihn sich einpacken.

Ich habe in meiner Pizza-Karriere schon zahlreiche Quattro Formaggi, Vegetariana oder einfach nur Margaritha bestellt. Wer meine letzten Reisetagebücher gelesen hat, weiß, dass Bodo und ich auf unseren Wanderungen – egal, ob in Frankreich oder Italien oder wie zuletzt in der Schweiz, abends sehr oft in einer Pizzeria gelandet sind.

2020 gibt es ja leider aus „speziellen Gründen“ keine Langzeitwanderung – wir waren nur ein paar Tage in Kärnten in einem kleinen engen Tal am Flüsschen Gurk. Aber Hallo: dort können sie Pizza backen! Bodo hat in einer „Speziale“ mit „von allem etwas“ inklusive Spiegelei geschwelgt, meine war etwas „bescheidener“, aber nicht weniger köstlich!

Wenige Tage später gab es eine selbstgemachte – der Germ/Hefe-Teig original von Bodo´s Mutter, der Belag von mir – auf Wunsch mit Thunfisch, Zwiebel – und etwas Gorgonzala – sehr lecker!

Dann wieder in Wien – in unserem Grätzl gibt es einige Pizzerien mit überschaubarem Flair und einen reinen Pizza-Lieferservice, der sich vor kurzem in einen Schnitzelwirt verwandelt hat – schon morgens, wenn ich die Straße rauflaufe, sticht mir der Fettgeruch aus der Fritteuse in die Nase …

Man möchte meinen, der Markt bzw. Pizza-Magen ist gesättigt – doch weit gefehlt: einer geht noch! Ein Flyer flatterte ins Haus und hat uns neugierig gemacht, zumal wir nach unserem „Urlaub“ noch keine Zeit zum Kühlschrank-Auffüllen hatten und hungrig waren.

Der Name der Franchise-Kette – angelehnt an ein (chinesisches?) Lege- bzw. Geschicklichkeitsspiel aus rechteckigen Spielsteinen mit unterschiedlich vielen Augen. Die Art des Restaurants typisch amerikanisch Fast Food. ☹

Zu spät! Wir haben gesagt, dass wir´s testen wollen!

Die Bestellung erfolgt vollkommen anonym am Riesen-Tablet – man stellt sich durch Anklicken seine individuelle Pizza zusammen – erfährt aber erst ganz am Ende, wie sich das Aneinanderreihen und Aufschichten von Durchmesser, Teigart und Zutaten auf den Preis auswirkt – und dann ist es eigentlich schon zu spät. Denn wer storniert gerne seine Bestellung, wenn er mindestens fünf Minuten benötigt hat, sie zusammenzustellen? (und vielleicht hinter ihm andere Personen schon ungeduldig warten?) So teuer waren bislang nur die Pizzen in der Schweiz!

Nach der erfolgreichen Bestellung folgt das Warten. Dabei kann man die unterschiedlichen Stadien seiner Bestellung – anhand einer fortlaufenden Nummer und eines Vor- oder Fantasienamens definiert – auf einem Monitor mitverfolgen: in Vorbereitung – im Ofen – Qualitätskontrolle – Fertig zum Abholen.

Wir können nicht erkennen, was hier überhaupt noch von Menschenhand gemacht wird (außer der Ausgabe der Pizzskartons – die Bezahlung erfolgt bereits am Terminal), nehmen aber an, dass die jeweiligen Teige schon fix & fertig auf einem Backteller ausgerollt sind; das Belegen wird wohl hoffentlich von einem der drei mäßig motivierten jungen Männer manuell erledigt. Doch was schmerzt das Herz, als unsere Pizzen auf ein Laufband gelegt werden und in einem Stark-Erhitzer-Backautomaten verschwinden – nix mit Holzofen! Der einzige Vorteil: die Pizza ist rundum gleichmäßig gebacken – kein schwarz verkohlter Rand.

Wir sind mehr als skeptisch – und egal, wie die Pizzen dann gleich tatsächlich schmecken werden: das hier bleibt bei einem Single-Erlebnis – zu unpersönlich, zu maschinell, zu kalt und unfröhlich – vielleicht sind wir aber auch einfach zu alt oder snobistisch für diese Art von Gastronomie!?

„Ganz kleine“ Vorurteile begleiten uns auf unserem eiligen Heimweg – die heißen Pizzaschachteln sind sehr aufwändig bedruckt und laden ein, über Facebook einen Kommentar / eine Bewertung abzugeben – ganz sicher nicht mit uns!

Schlussendlich sind wir dann doch überrascht, dass die Pizzen besser schmecken als wir angenommen haben – daher gibt es einen Pluspunkt!

Wir bleiben weiter auf der Suche nach einem Lieblingspizzabäcker  – und bis dorthin genießen wir sommerliche Salate, Eis und Prosecco!