Die Frau im Automobil

Frauen und Autos sind für Männer der Albtraum schlechthin. Als GTI-Pupperl oder als Salamibrot-reichende Beifahrerin gerade noch akzeptiert, gerät die Abhängigkeit vom anderen Geschlecht zur alles verneinenden Verständnislosigkeit, sobald die Dame links einsteigt und sich den Autoschlüssel unter die scharfen Nägel krallt.

Und doch: es gibt die Frau im Automobil, und damit meine ich nicht die hinter dem Lenkrad klebende und mit den Zähnen klappernde furchtsame Genossin, sondern die toughe Lady, die sich den fahrbaren Untersatz zum schmucken Begleiter macht – wer braucht schon einen Gefährten, der Mucken macht, wenn man sich ein Gefährt leisten kann, das schnurrt wie ein Kätzchen? …. dass auch Katzen zum Aufmucken neigen, sei dahingestellt und für diese Story nicht relevant.

Da ich selbst seit einigen Jahren glückliche Nicht-Autobesitzerin bin und den kleinen Smart mit viel Innenleben nur am Wochenende fahre – vornehmlich zum Zwecke der Übung -, halte ich mich aus der weiteren Diskussion weitestgehend heraus. Was ich beitragen kann, sind objektive Beobachtungen.

Konkret geht es hier um 4 Frauen (Arbeitskolleginnen und Freundinnen), die mir gezeigt haben, dass ein 4-Räder unterm Popo nicht nur ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit ist, sondern auch eine Frage des persönlichen Stils. Ein schnittiger BWM, ein spritziger Fiat 500, ein flotter Citroen und ein Beetle der Ultraklasse – Frau identifiziert sich mit Pferdestärke, Blech und Aluminium. Das eigene Auto muss nicht groß sein, aber über einen ausnehmend großen Kofferraum verfügen, denn Frau hat einfach immer etwas zu transportieren. Für große Felgen wird schon mal ein extra Schein in den Topf gelegt. Das Innenleben versprüht weiblichen Charme in Form von knackiger Armaturenverkleidung, einer guten Audio-Anlage, einem großen Rückspiegel und sonstigem Schnickschnack, wie: einem intelligentem Lenkrad, Einpark-Warnpiepsern, einer männlichen Stimme am Navigationspult, die vornehmlich Wörter wie „rechts“ und „links“ vermeidet und viel Licht innen und außen, damit die Sucherei in der Handtasche von Erfolg gekrönt ist.

Zwei Mädels haben tief aus ihrer Brust gesprochen: „Das habe ich mir geleistet!“. Männer: Ihr habt auf diesem Terrain leider offensichtlich hoffnungslos verloren. Frau und Auto sind emanzipiert genug – Ihr dürft froh sein, wenn Ihr auf eine Probefahrt mitkommen dürft. Nur: nicht das Salamibrot im Picknickkorb mitnehmen, sondern die Flasche Prosecco … vielleicht dürft Ihr die (trunkene) Holde dann auch in IHREM Auto nach Hause (und ins Bett?) (ent-)führen!