Auf Aufholjagd

Kaum ist der Kleiderschrank leer oder … bzw. um ehrlich zu sein … kaum ist der Kleiderschrank innen ein bisschen luftiger und übersichtlicher, ist er auch schon wieder voll! Wie geht denn so etwas!

Nun ja – da gibt es mehrere Möglichkeiten, im Speziellen handelt es sich um Anlassfälle, Verlockungen, Verpflichtungen, Schnäppchen, Langeweile, tatsächliche Notwendigkeiten, …

Konkret?

Fall 1: Ein Besuch in Hamburg – Geburtstagseinladung mit Kostümierungswunsch unter dem Motto: es leben die 70er und 80er – und schon landet eine Jeans mit Schlag im Regal mit den Hosen. Zum Glück sind diese Hosen heuer wieder in, sodass die Investition auch einen gewissen Mehrwert haben wird – allerdings muss ich dazu recht hohe Schuhe tragen, damit ich vom schlagfertigen Hosenbein nicht zu Fall gebracht werde!

Tja: und wenn man dann schon mal in Hamburg weilt und gut zu Fuß ist, die Augen offen für alles hat, sind es mit einem Mal (ganz ohne Schlag und jegliche andere Form von Gewalt) 4 locker geschnittene Kleider – ähnlich zwar in Stil und Farbe, aber sozusagen für jede Jahreszeit eines -, die in dem kleinen Flugkoffer Platz finden müssen – reguläre Preise und Schnäppchen-Glücksgriff: getragen wird jedes Stück zum Tages-Liebling, denn nix engt ein beim langen Sitzen am Schreibtisch und ich bleibe mit jedem einzelnen Teil auf jeden Fall meinem sportlich-lässigen Business-Style treu.

Fall 2: Mitgliedschaft in einem Online-Outlet-Club – und plötzlich sind auch klassische Missoni-Streifen in ZickZack-Linie erschwinglich. Das Kleidchen sitzt wie angegossen, nur der Unterrock macht sich in der Länge selbstständig – aber, sofern ich nicht ständig im Gegenlicht stehe, geht´s auch ohne. Einzige Herausforderung: kein Gramm mehr über die nächsten Monate zunehmen, denn das Kleid ist small und nur in der kälteren Jahreszeit hautverträglich.

Fall 3: zwei Tage Seminar in Graz – dummerweise sind die Geschäfte da abends schon geschlossen und ist die Mittagspause zu kurz, um in der steirischen Metropole in den Boutiquen der gutbetuchten Grazer Schickimicki-Szene gustieren zu können. Zum Glück ist Graz aber nur 2 Autostunden entfernt – sofern unser Lubo (Smart!) keine Böckeleien macht und das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten lässt!

Fall 4: gibt es noch nicht, aber in den nächsten Tagen sollte Zalando auf Kurzbesuch kommen – und Jeansoveralls zum An- und Ausprobieren mitbringen – ich brauche so ein Teil – angestiftet haben mich dazu Gwen Stefani und Heidi Klum … ja, ich weiß: die beiden können das auch tragen, weil die Proportionen wie geschaffen dafür sind – ich hoffe aber, dass eines der möglichen Modelle dann auch meine Proportionen ins rechte Licht zu rücken vermag!

Wenn ich dies so schreibe, packt mich doch ein bisschen das blanke Entsetzen und das schlechte Gewissen – die niedergeschriebenen Zeilen erinnern mich an die urmenschliche Schwäche, die einen nach einer Diät überkommt: kaum ist man ein paar Kilo losgeworden, hat man das Gefühl, wieder nachlegen zu müssen – ein steter Kreislauf, leider mehr vom Teufel gelenkt als von jeglicher Vernunft!

So gesehen bin ich mehr als deutlich im JoJo-Effekt gelandet – da hilft nur wieder strenge Disziplin: keine Besuche in der City (nicht einmal morgendliches Schaufenster-Joggen!), keine Ausflüge ins Internet bzw. wieder mal ein Besuch bei der nächsten Swap Party – dieses Mal übrigens in einer coolen Location, einer Strandbar am Donaukanal!