Pic.Graph und Yoga.Fant

Mein 300 Hrs YogaTeacherTraining nähert sich langsam, aber sicher dem Ende. Zum Abschluss muss/darf/soll jeder vom Kurs 3 Yoga-Einheiten ausarbeiten: Ich habe wirklich lange herumgetüftelt, um eine Einzel-Yoga-Einheit, eine Gruppen-Yoga-Einheit und einen Yoga-Workshop zu erstellen, habe geformt, gefeilt, umgeworfen, neu zusammengestellt und schlussendlich vor eine paar Tagen erst den Redaktionsschluss eingeläutet.

Beschreibungen und Anleitungen sind endlich in Wort und Satz gebannt, das Layout einheitlich vorbereitet. Nur etwas Wesentliches hat noch gefehlt! Das Internet ist zwar voll von Bildmaterial und UTube-Videos zum Thema Yoga, aber meine Arbeit muss in ihrer Gesamtheit eine persönliche Note bekommen! Was so viel heißt wie: entweder zeichne ich Strichmännchen in diversen Asanas … oder: ich stelle mich selbst als Model auf die Probe!

Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, habe ich doch „zufälligerweise“ einen passionierten semi-professionellen Fotografen an der Hand!

Spiegelreflexkamera und genug Speicherkapazität sind das eine – doch was ist mit dem richtigen „Bühnenbild“? Inspiriert von den schönen Yoga-Aufnahmen auf Gozo vom Dezember letzten Jahres (dazu gab´s natürlich einen Blog!) hätte ich die Aufnahmen gerne im Freien gemacht. Allerdings war kein wirklich schöner Platz zu finden, auch nicht im Arsenal mit den vielen Backsteinbauten. Und dann natürlich das herbstlich-unbeständige Wetter – für stundenlanges Posieren und Abdrücken nicht sehr einladend. Was dann? Kurz dachte ich an eine leerstehende Bürofläche neben meinem Projektbüro. Zuletzt sprach aber der Pic.Graph ein Machtwort: das Fotostudio soll in den eigenen 4 Wänden sein! Gut und schön, aber wo? Keine durchgehend weiße oder einfärbige Wand, zu viel Dachschrägen und Fensterflächen. In einer Truhe fand ich dann unsere frühere Tagesdecke in einem sonnigen Gelb mit Batikmotiv – ideal! Fixiert an der Bücherwand, davor meine inspirierende grüne Yogamatte – fast wie im Freien!

Was trägt das Model? Auf jeden Fall die neue high-waist Tight in Schwarz-Anthrazit mit unaufgeregt-zufällig eingestreuten Dots. Dazu nur ein Bustier von Victoria Secret´s Sport – dem Model ist heiß vor Aufregung! Die Pose des reverse warriors ist eine meiner liebsten  Asanas – hier leicht abgewandelt:

Die Kamera ist am Stativ fixiert, Belichtungszeit und Objektiv sind entsprechend gewählt, der Pic.Graph hat den Finger schon am Auslöser – es geht los!

Anfangs wird noch ein bisschen getestet, verschoben, mal mehr mittig, mal außermittig, je nachdem, in welche Richtung ich mich verforme. Dann aber bekommt das Ganze einen unheimlich angenehmen Flow! Bodo erkennt sehr schnell, wann er ein Foto machen soll und ist extrem geduldig. Bei mir lösen sich die ersten Schweißtröpfchen – wo bleibt die Visagistin?

Nach dem ersten Durchgang wird die Ausbeute kritisch begutachtet – nicht schlecht, auch wenn das Model aufgrund deutlich sichtbarem Muskelpack, Bauchfett und einem sehr konzentriert-grämigen Blick mehr einem Yoga.Fanten ähnelt als einer Yoga.Zelle! Was soll´s! Das ist halt meine persönliche Note!

Ich bin jetzt gut aufgewärmt, was auch notwendig ist, nähere ich mich doch meiner etwas gefürchteten Peak-Position, dem Eka Pada Baddha Parivritta Parsvakonasana / der einbeinig gebundenen gedrehten seitlichen Winkelstellung … die Übung, bei der ich mich im Sommer verletzt hatte – aber da muss ich durch … und habe die Position so gut gehalten wie noch nie!!!

Jetzt kann nichts mehr schief gehen! Wir müssen uns auch beeilen, denn die Qualität und Helligkeit des Tageslichtes nimmt zunehmend ab. Draußen ist es eher grau als blau – wir sind beide sehr froh, dass wir das Fotoshooting daheim machen! Es hat einfach viele Vorteile: es ist trocken und warm, Klo und Kühlschrank sind in der Nähe, man kann die Fotos gleich am PC anschauen, die passenden zurechtschneiden, keine Gaffer stören die Harmonie …

Eine Challenge bleibt aber noch: es gibt ein paar Fotos, bei denen ich sehr lang bin – und da ist das Tuch einfach zu schmal/kurz. Daher wird am Sonntag kurz das „Bühnenbild“ etwas umgebaut … und die Tools der Bildbearbeitung helfen bei der Inszenierung mit.

Über 200 (!!!) Fotos – fertig!

Zufrieden, stolz, ein perfekt aufeinander eingespieltes Team: der Pic.Graph und der Yoga.Fant!