Kleine Freude ganz groß

Meine kleine Nichte ist vor kurzem 2 Jahre alt geworden (wie die Zeit verfliegt! Zum einen, weil Anna schon eine kleine Dame ist und zum anderen, weil ich erst jetzt zum Festhalten meiner Gedanken komme).

Was schenkt man einem aufgeweckten, jungen Persönchen, das das Rundherum erst zu entdecken beginnt und sich gegenüber den Großen am besten mit Zeigen und Schreien verständigt, dessen Neugierde grenzenlos ist und das dann aber auch zuweilen ängstlich und schüchtern reagiert?

Vor ca. 20 Jahren war ich bei einem Kindergeburtstag Dreijähriger eingeladen und bin dort als fröhlicher Clown verkleidet (ich erinnere mich, dass als Verkleidung mein bunt gestreifter Futonbett-Überzug herhalten musste) mit Helium-gefüllten bunten Ballons aufgetreten – ein voller Erfolg – zumindest solange, bis um den letzten rosa Luftballon gestritten wurde. Also dachte ich mir, dass ich doch auch meine Nichte (und wohl auch den Rest der Familie) mit einer Clownmaskerade und ein paar Ballons überraschen könnte. Ich bin ja nicht der Verkleidungsfetischist, daher kam es mir ehrlicherweise auch gar nicht ungelegen, dass um Halloween herum schrecklich-böse Clowns die Stadt erregten und daher diese Kostümierung vollkommen in Misskredit geriet. Blieben also die Luftballons – und das Helium. Wohlgemerkt: meine Nichte wohnt 200 Kilometer von mir entfernt in Graz, und um dorthin zu kommen, fahre ich derzeit gerne mit dem flotten Flixbus. Also ist der Transport von bereits gefüllten, schwebenden Ballons ein NoGo! Aber ein SMS und Anruf nach Graz genügten und das Helium war organisiert. Alles erledigt – bis auf die Ballon-Auswahl. Da bietet ein kleiner Laden in Wien Mitte reichlich Auswahl. Ich kam wahrlich ins Staunen, legte mich aber bald dahingehend fest, dass die einzelnen Ballons mit Tier-Motiven, die Anna bereits kennt, zu tun haben sollten. Und so fuhr ich bestückt mit einigen „Airwalker-Ballons“ (haben Füße aus Papier und bleiben daher am Boden) in Form von: Frosch, Marienkäfer, Schaf und Gans sowie zwei fliegenden Ballons mit einem Bauernhof- bzw. Dschungel-Motiv nach Graz.

Als es dann dort „zur Sache ging“, genügten zwei Ballons, um das kleine Mädchenherz höher schlagen zu lassen. Faszinierend, wie begeistert Anna vom Frosch und einem der fliegenden Ballons, den wir mittels Proseccokorken am Ende der Schnur am Davonfliegen hindern konnten, war. Dazu noch 3 bunte von Mund aufgeblasene Hasen-Köpfe – und der Geburtstagsnachmittag war gebongt! Anna flitzte mit den Ballons, so viel sie halt tragen und halten konnte, durch die Wohnung – wieder und immer wieder! Kein Müde-Werden – oder doch? Doch! Aber die Ballons mussten unbedingt mit ins Bett!

Um kurz nach 6 Uhr früh höre ich schon das helle Stimmchen: „Lucia, wo bist du?“ Das war´s dann mit sonntäglichem Ausschlafen. Nur Limba, die schwarze Labradorhündin, blieb unbeeindruckt und okkupierte meine Schlafstatt am Fenster mit Aussicht. Spielen, toben – und die Luftballons waren angesagt – ich kam noch nicht einmal zum Zähneputzen!

Aber: „einen“ hatte ich noch! Als ich das wieder frei gewordene Bettzeug zusammenlegen wollte, kam mir die geniale Idee, damit zwischen Küche und Essplatz – also am besten Platz im Haus – eine Höhle zu bauen. Dort haben Anna und ich uns dann versteckt, bis es dann endlich Lukas und Adriana komisch vorkam, dass es so still im Haus ist.

Für mich ein wunderbarer Kindergeburtstag – geschlafen habe ich dann bei der Rückfahrt im Bus 🙂

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