Nun endlich – offiziell unendlich!
Mein Bruder Lukas und seine seit etlichen Jahren bessere Hälfte Adriana haben sich am vergangenen Samstag – es war der 08.07.2017 – endlich getraut und laut und deutlich zueinander „JA!“ gesagt.
Die Aufregung vor dem Standesamt unendlich groß: Lukas hat vor dem Standesamt in Schnelle ein Glaserl Prosecco trinken müssen – ich leistete ihm dabei getreu schwesterliche Gesellschaft – und sich im Grazer Café Sacher noch den Code für die Toilette geben lassen. Adriana war währenddessen bei Friseur, Visagist und Ankleidezofe – bei Letzterem hat meine Schwester Julia tatkräftig zugepackt! So betrachtet, war die jeweilige Trauzeugin vor dem Akt der Eheschließung eigentlich beim Falschen von den beiden Brautleuten (?)!
Unsere Hochzeitsgesellschaft im überschaubaren familiären Rahmen und alle sehr adrett herausgeputzt – wie wohl die Männer im Sakko nicht zu beneiden waren, noch schlimmer im Krawatten-Würgegriff! Die kleine Anna glänzte in einem hellen Tüllkleidchen, Julia und ich, die beiden Zeuginnen dieser Trauung, in silbrigem Anthrazit bzw. schlicht-hellem Blauton, der sich über das Knie bis zu den Waden runter zog, die Mütter der beiden Herzen und Claudia ebenfalls schön-elegant, ohne auftrumpfen zu wollen.
Um uns herum nicht minder wenig Aufregung und Rumor, wollte doch ein dunkelhäutiges Brautpaar auch den Bund fürs Leben schließen – nur, dass hier wie aus allen Himmelsrichtungen hervorgepurzelt viele, sehr(!!!!) viele Hochzeitsgäste antanzten – wie sich herausstellte, mit ordentlicher Verspätung. Die Männer entweder im schwarzen Dresscode oder im Streetwear-Style – es lebe der HipHop!; die Damen in üppig bestickten langen Roben, die sich über teilweise an sehr üppigen Kurven (gleichermaßen vorne wie hinten!) anschmiegten; die Buben den Männern gleich auch in einen schwarzen Anzug gezwungen, die Mädchen im weißen Tüllkleid – ein kleiner Knirps war davon gar nicht erbaut und hat alles und alle mit seinem Gebrüll übertönt.
Ein beängstigendes, stickig-schwüles Gedränge auf der breiten Stiege – da ergriff „unsere“ Braut die Initiative: wie ein Schneepflug bahnte sich Adriana plötzlich den Weg die Stufen hinauf, mit Ellbogentechnik wurde die dunkelhäutige Horde zur Seite geschubst – eine Braut in Weiß sieht Rot! Wir anderen hinterher, so gut und schnell es ging; nur nicht den Anschluss verlieren!
Im Trausaal eine salbungsvoll leise flüsternde und kaum zu verstehende Standesbeamtin, draußen unvermindert lautes Gemurmel und Geplärre. Das alles irgendwie und überhaupt egal, denn durch zwei laute, deutlich artikulierte „JA!“ sind Lukas & Adriana nun endlich offiziell unendlich verbunden mit dem Symbol eines Ringes – nicht um einander zu knechten, sondern um sie stets daran zu erinnern, dass … es jetzt vorbei ist mit Fremdflirten in der Disco :-)!
So kurz die eigentliche Trauung war, so harmonisch ausgedehnt das Après in und mit der Familie: mit Häppchen in der großzügig-schönen „Villa Klatil“, mit einem Schmaus im Aiola im Schloss Graz Andritz, mit einer bewegend-brillant-prägnant getexteten Ansprache des Bräutigamvaters, mit einer spontanen Electronic-Beat-Beschallung während der Taxifahrt, mit einem gelungenen Tortenanschneiden (wobei hier das Innenleben unter der weißen Zuckerglasur das junge Ehepaar mit ziemlich trockenem Humor beglückwünschte), mit allzu viel Prosecco – und für manche mit dem einen Glas-Zuviel Gintonic 🙂
Das Wunderbare an dieser Geschichte: spät abends hat sich der frischgekürte Ehemann – seiner Rolle getreu – dem Willen seiner frischgekürten Ehefrau – ihrer Rolle getreu – gebeugt: Teil 2 der endlichen Unendlichkeit folgt im Oktober in der Kirche!