Ein Glühwürmchen am Ende des Tunnels

Der Hulk-Hals ist zwischenzeitlich wieder auf Normalweite geschrumpft – die „Ich-nehme-das-jetzt-selbst-in-die-Hand-Aktion“ zur Begradigung der bodenebenen Duschfläche war zum Glück erfolgreich. Der Installateur war in der vergangenen Woche auf Urlaub – schon mal was von Bandansage gehört? – und hat sich gestern vorab nur über die Assistentin gemeldet – und das ziemlich unaufgeregt … „wegen ein paar Zentimetern …“ – Uih, da sehe ich gerade wieder eine Ader anschwellen …!

Das ist also noch ein offenes Thema!

Die Tage vergehen – mittlerweile sind wir in Woche 4 unserer Baustelle … und fast schon an den Zustand (im wahrsten Sinne des Wortes) gewohnt:

sorgfältiges Reinigen des Baustellenbereichs nach erbrachter Tagleistung – siehe den Ober-Hilfsarbeiter beim Kehren …

… respektvoller Abstand, wenn einer von uns beiden aufs Klo muss, denn die Türe ist ausgehängt; mehrmaliges Trockenwischen des Spülbeckens, weil dies derzeit unsere einzige brauchbare Wasserquelle ist; wo ich hinlange, wird dem Staub der Garaus gemacht; den Parcour-Lauf durch das vollgestellte Wohnzimmer schaffen wir mittlerweile schon blind; und dank anhaltendem Schönwetter ist das Duschen im Freien eine Wohltat!

Und langsam geht auch was weiter, wobei „langsam“ nicht als Kritik aufzufassen ist, denn das Tagespensum eines Menschen ist nun mal begrenzt – rein aus körperlich-muskulärer Sicht betrachtet. Gerade werden im Klo zum letzten Mal vor dem finalen Anstrich die Wände geschliffen. Gestern gab es im Bad die äußerst schweißtreibende erste Ausgleichsgrundierung – aufgrund der Feuchtigkeit des Materials wurde der kleine fenster- und derzeit lüftungslose Raum zur Sauna – „unser guter Geist“ musste daher mittags auch schnell unter (seine) Dusche! Die Schienen für die Duschwände sind passgenau zugeschnitten und montiert (geklebt) worden.

Nicht zu vergessen: Unsere Action im Klo! Es gibt hier ein Loch nach außen, vor dem Umbau war hier der Entlüfter eingebaut. Aber nachdem wir ein kleines Fenster haben, ist der Entlüfter eigentlich nicht notwendig. Nur was tun mit dem Loch? Das Gewitter vorgestern hat jedenfalls gezeigt, dass hier sehr wohl Wasser durch kann!  Aber nachdem wir mittlerweile (dank Amazon!) ein kleines Ersatzteillager haben, ist die Lösung in der Theorie auch schon gefunden: wir müssen nur an der Fassade – also von draußen! – ein Außenluftgitter mit Insektenschutz einbringen und einkleben. Das klingt einfach – nur: wie bringen wir das Ding von außen an? Auch wenn ich durchs schmale Fenster hinaussteigen könnte – wir sind hier gut und gerne 20 Meter über Niveau und an der Fassade zum kleinen Innenhof gibt es kein Klettergerüst! Aber Bodo ist zum Glück sehr erfinderisch und „unser guter Geist“ hinkt hier überhaupt nicht nach. Und MacGyver hätte seine Freude gehabt! Also her mit: einem dicken Draht, einem Besenstiel und Panzerband; Bodo mit dem Arm im Rohr, ich halbseits aus dem Fenster hängend, ging das Außengitter auf die Reise vom Fenster bis zum runden Loch – und sitzt!

Und zur Krönung des gestrigen Tages wurde im Bad auf dem Boden die Ausgleichsschicht aufgetragen – unser Dyson-Lüfter war mehr als 12 Stunden lang als Trockner im Einsatz! Jetzt steht dem Fliesenlegen im Bad bald nichts mehr im Weg!!!

So sah es noch vor ein paar Tagen aus!

So sieht es heute aus!

Ja – am Ende des Tunnels leuchtet das erste Glühwürmchen!