Modernes Raubrittertum

Das Spannende im Leben ist, dass man immer wieder – auch an Kleinigkeiten – etwas Neues erfährt, lernt, sich wundert und oft nur den Kopf schütteln kann. Zu dieser Erkenntnis eine kleine Anekdote zum Munter-Werden:

Ich bekam einen Brief aus Deutschland. Dem Inhalt nach musste ich einen Fragebogen ausfüllen und wieder retournieren. Ein Rücksendekuvert lag nicht bei. Da ich hier jemanden einen Gefallen tat und kein anderes Kuvert griffbereit hatte (in einer Ära, in der kaum mehr Briefe geschickt werden, verfüge ich nur mehr über diverse Glückwunschkarten, die zu Weihnachten und Ostern von Wohltätigkeitsorganisationen mit einem Spenden-Erlagschein ins Haus flattern), nahm ich das ursprüngliche Kuvert, klebte den Portostempel ab und ein neues Adress-Schild auf – in meinen Augen also absolut korrekt und zudem auch ökologisch (schließlich war der Umschlag ja noch vollständig intakt) .

Falsch gedacht! Denn auf / bei / in der Post dann das große Wundern: unterhalb des durchsichtigen Fensters gab es – fürs menschliche Auge kaum erkennbar – so etwas wie einen aufgeprägten gelben Barcode, den er, vermutlich im Zuge der elektronischen/maschinellen Verarbeitung, aufgedruckt bekommen hat.

Großes Kopfschütteln! Aha, ok,…, na und…? Das mache dann 1,70 Euro statt 70 Cent, weil der aufgedruckte Barcode eine maschinelle Weiterverarbeitung unmöglich mache und er nun „manuell“ bearbeitet werden müsse, bzw. der aufgedruckte Code manuell außer Kraft gesetzt werden muss!

Was tut man, wenn man in einer langen Schlange nervöser und ungeduldiger Kunden steht und vollkommen perplex ist? Man zahlt zähneknirschend den einen zusätzlichen Euro und wartet neugierig auf das manuelle Decodieren … das darin besteht – das Kopfschütteln wird nun zu einem wilden Derwischtanz -, mit einem Kugelschreiber drüber zu kritzeln!

Das ist modernes Raubrittertum! Der kleine einsame Euro verursacht zwar nicht das endgültige Zerreißen des Budgetlochs, aber es wurmt, so über den Tisch gezogen zu werden. Und entsteht nun denn die arge Befürchtung, dass es viele kleine, einsame Euromünzen sein könnten, die einem in einer so subtilen, skurrilen und schnöden Art abgeknöpft werden!?

Da stellt sich natürlich auch noch die Frage: Mit welcher Berechtigung erdreistet sich der Beförderungsdienstleister, „MEINEN“ Umschlag mit einer Markierung zu versehen, der ihn unwiederbringlich zu einem Einweg-Umschlag degradiert?

Könnte man das evtl. sogar als Sachbeschädigung titulieren und den Dienstleister somit in die Haftung nehmen?
Ich werde recherchieren…., more to come…!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert