Eine Anzeige in der sogenannten Gratis-U-Bahn-Zeitung (die man in Wien bei allen Abgängen zu öffentlichen Verkehrsmitteln findet) lässt aufhorchen: minus 20% auf „alles“ – nur am 30. Jänner und nur im neuen Inter-Spar am neuen Hauptbahnhof …. darunter eine beträchtliche Aufzeichnung all dessen, was nicht (!) unter den Rabatt fällt. Trotzdem wollen wir dieses Mal unseren Wocheneinkauf hier tätigen – wer sich nicht informiert, bleibt schließlich dumm und unerfahren.
Schauplatz Nr. 1: die äußerst breite Tiefgaragenabfahrt – der Schranken – das Ticket-Lösen – die riesenhafte Tiefgarage, hell mit bunten Markierungen und Buchstaben, die dem Orts-un-kundigen helfen sollen, sein Auto wieder zu finden. Wir orientieren uns an den Menschen mit ihren Einkaufswagen und parken unter „D-Frosch-Grün“.
Schauplatz Nr. 2: der Supermarkt – auf den ersten Blick ein heilloses Durcheinander, denn der Zugang ist mittig angeordnet. Du landest zuerst im Gemüse und Obst und musst dich hier entscheiden, ob du zuerst nach links oder nach rechts abbiegst. Da die Kassen alle im rechten Flügel angeordnet sind, empfiehlt es sich, die Tour durch den Supermarkt im Uhrzeigersinn zu beginnen, quasi bei 6 Uhr. Enge zwischen den Weinregalen, den Süßigkeiten und dem Getränkelager. Enge, die durch das närrische Volk, das auch nach dem 20% Rabatt giert, noch verstärkt wird. Und es scheint, dass keiner das Sortiment-Konzept kapiert hat, denn jeder legt doppelte Wege zurück, die Augen suchend, die Bewegungen selbstsüchtig und unkoordiniert. Brot und Frischfleisch bilden den ruhenden Pol in der hinteren Mitte. Im rechten Flügel geht es dann fast noch fragwürdiger zu, denn nach Nudeln und Backsachen folgen alle Hygiene- und Haushaltsartikel. Und erst ganz am Ende findet man endlich die Milch- und Tiefkühlprodukte – und die Kassen, die eigenartigerweise auch an einem Tag wie diesem ziemlich schwach besucht sind. Jedenfalls machen die Kassiererinnen einen beinahe frustriert-verzweifelt-gelangweilten Eindruck und weisen beim Drüberziehen der Ware noch eine gewisse Nicht-Routine auf.
Unser Einkaufswagen ist am Ende unserer Tour zwar voll – und der Rabatt hat sich auch einigermaßen ausgezahlt, sieht man davon ab, dass wir Dinge gekauft haben, die wir sonst eigentlich nicht gekauft hätten. Aber diese knappe Stunde hier war mehr als stressig für uns: ich auf Entdeckungstour versuchte, mich durch die Gänge zu schlängeln, und Bodo im Versuch, mir mit dem Einkaufswagen zu folgen, verlor mich mehr als einmal aus dem Gesichtsfeld.
Wir sind mehr als froh, als uns der Smart auf „D-Frosch-Grün“ erwartet!
Bodo kämpft dann noch mit dem Kassa-Automaten, der selbst für einen technisch-versierten Menschen zur Herausforderung wird, weil die blinkenden Lichter alles anzeigen, aber nicht, wo man das Ticket entwerten soll. Der Spass kostet € 1,- – nicht viel, aber zu viel, wenn man erfährt, dass es auch das „andere“ Ticket gibt, bei dem man gratis parken kann.
Sei´s drum: wir verlassen Schauplatz 2 und 1 mit einem festen Tritt aufs Gaspedal und freuen uns schon auf den nächsten Einkauf – bei „unserem“ Spar mit den breiten Gängen, der gewohnten Übersichtlichkeit und dem netten Personal, die uns als Stammkunden schätzt.