Garten Eden

Es führt kein Weg daran vorbei – endlich! ist der Frühling da! Nach einem kalt-windigen Osterfest und dem Dauereinsatz von dicken Jacken und Plateau-Stiefeln setzen sich endlich wärmende Temperaturen und sonnige Lichtstrahlen durch. Die Natur giert danach, Blätter und Blüten in die Welt zu setzen, zur Erbauung von uns Menschen, zum Hochgesang gefiederter Chöre und zur fleißigen Glückseligkeit von frechen Insekten.

Indoor ist out – Outdoor ist in!

Unsere kleine Terrasse? Die Holzbretter vor ein paar Wochen zwar geschrubbt und die Fenster im gleichen Zuge von Staub und Ruß befreit, sah es bislang doch etwas traurig aus. Der Säulenzierahorn mit seinen dürren, noch unbelaubten Ästen scheint die Winter-Frühlingswende noch nicht mitbekommen zu haben. Alle anderen Blumentöpfe sind bis auf ein paar alpin-wirkende Bodengewächse verwaist. Das kann so nicht weiter gehen!

Also fahren wir am Samstag zu einem der größten Wiener Pflanzen-Großhändler, ergattern einen der letzten freien Parkplätze und tauchen ein in die Vorschau „Garten Eden“. Gleich beim Eingang locken fröhliche Margeriten-Büsche. In der Accessoires-Abteilung werde ich eindringlich von einem riesigen pastell-grünen Moorhuhn aus Keramik angestarrt, das sofort den Weg in unseren Einkaufswagen findet. Ein bisschen Kitsch muss sein, und schließlich warten daheim schon eine alte Schildkröte, ein schlafender Drache und ein fröhlicher Froschkönig auf weitere Gesellschaft. Dann geht es ins Freigehege, dort, wo Magnolien, Zierpfirsiche, Buxbaum, Koniferen, Büsche und Sträucher die Wahl zur Qual machen. Einzig das Wissen, dass das Fassungsvermögen eines Smart-Cars begrenzt ist, und der höllisch hohe Preis hindern uns daran, dass wir uns ein ausgewachsenes exotisches Wesen mit nach Hause nehmen.

Wir schauen, überlegen, wägen ab, beraten, bis wir uns auf ein buntes Allerlei einigen: Gelb, Violett und ein Orange, das an einen saftigen Alaska-Lachs erinnert, sind die maßgeblichen Farbtöne für die nächsten Monate auf unserer Terrasse.

An der Kassa hinterlasse ich ein kleines Vermögen, im Kofferraum ein wenig Erde, denn nicht jeder Sack Erde ist meinem athletischen Armwurf gewachsen.

Willkommen daheim: Ginster, Lavendel, Rhododendron und Herz-Efeu! Jetzt beginnt das große Wühlen in der Erde mit knallgelben Arbeitshandschuhen, in Shorts und ärmellosem Shirt, barfuß. Bodo meint doch glatt, bequem im Sonnenstuhl sitzend mich mit Anweisungen in den Wahnsinn treiben zu können, sieht dann aber doch ein, dass zwei weitere helfende Hände ganz nützlich sein können. Bald stellt sich heraus, dass die beiden Efeu-Töpfe nicht in unsere Bestand-Töpfe rein passen, und dass für den Lavendel eine Untertasse ratsam wäre. Wie gut, dass der Pflanzenmarkt auch am Sonntag geöffnet hat: der Parkplatz ist auch heute gut gefüllt, ich nehme den Platz von gestern. Zielstrebig holen wir uns noch eine gelb blühende Pflanze, finden zwei passende Gefäße für den Efeu – und zu guter Letzt muss auch eine knall-gelbe Gießkanne mit an Bord.

An der Kassa hinterlasse ich wieder ein kleines Vermögen, mit der Erde gehe ich dieses Mal sanfter um.

Daheim sind in wenigen Minuten die beiden Efeu-Pflanzen fachmännisch eingetopft, der Säulenahorn wurde gedüngt, die Gießkanne eingeweiht – und wir zwei kleinen Paradies-Vögel sind vollauf zufrieden und können uns von nun an jeden Morgen darauf freuen, von unserem Moorhuhn aufgeweckt zu werden!

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