Ich steh auf Brinkmann!

Ich habe vor kurzem vehement gegen Birkenstock als Fashion-Must gewettert.

Jetzt hat das Wetter(n) eine andere Richtung eingeschlagen – und das kommt so:

In einer knappen Woche ist es wieder soweit, dass Bodo und ich „dann mal wieder weg“ sind: wir hören schon die Rufe des camino norte! Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass das Après-Schuhwerk nicht zu unterschätzen ist, denn abends sind müde und geschwollene Füße besonders liebebedürftig. Was eignet sich daher besser als fußbett-freundiche Latschen – von Scholl, Birkenstock …. oder Dr. Brinkmann? Letztere mit sagenhaftem Fashion-Instinkt zu einem unglaublichen pilgerfreundlichen Preis! Gestern hat die Post dann die Guten vorbei gebracht – mein Modell besticht durch seinen Anteil an lucky flowers und hat sich beim ersten Anprobieren auch als recht bequem erwiesen.

Let´s have a look … und denk dir deinen Teil! 🙂

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Und nebstbei: ich stehe nicht erst seit jetzt auf Brinkmann! 🙂

Das Hoppala des Tages

Sonntag – Sonne – Frühstück am Balkon! Knuspermüsli und Milch in einer weißen Porzellanschüssel mit knautschigem Gesicht. Alles perfekt – es fehlt allein noch die passende Sitzgelegenheit. Bodo hat seinen Liegestuhl. Ich will den weißen Kunststoff-Stuhl … Flux (im Internet leicht zu googlen) … passend zur Müslischüssel als meinen Frühstücksthron! Allein, es handelt sich um einen zerlegten Faltstuhl, den wir an sich schon mehrmals zusammengesteckt und auseinander genommen haben. Ich könnte ja auch den Stuhl nehmen, der schon fertig im Raum steht – aber nein: es muss der andere sein, der, der den Winter über in einer verstaubten Ecke geschmollt hat. Im Video sieht das Zusammenbauen immer ganz easy aus. Stehst du dann aber vor dem Drumm, hast du Kniff und Dreh wieder vergessen. Bodo mit seinen analytischen Fähigkeiten nimmt sich der Sache an; ich bin da viel zu ungeduldig. Nach ein paar Minuten kann ich mich niederlassen und genieße die frühsommerliche Atmosphäre. Beine hoch auf Bodos Stuhl und Mund auf fürs Müsli. …. Dann: pautz-knatsch-flupp und wie auch immer gibt der Stuhl unter meinem Gewicht nach, mit ungläubigem Blick und weit aufgerissenen Augen klappe auf zwei Mal mit dem Flux in sich zusammen, strecke instinktiv zwar noch annähernd waagrecht den Arm mit dem Müsli in die Höhe, was aber nicht verhindern kann, dass erschrockene Milchtropfen auf Haut, T-Shirt, Shorts und Terrassenboden springen. Bodo verschluckt sich fast an seinem Müsli, weil er seinen Lachanfall nicht unter Kontrolle bekommt, ist aber zumindest geistesgegenwärtig genug, schnell die Küchenrolle zu holen, derweilen ich die Knusperflocken vom Boden aufsammle und mich mit dem Rest an Würde, der mir noch geblieben ist, wieder aufrapple. Zum Glück kann ich ganz gut über mich selbst lachen 🙂

Flux ist jetzt richtig zusammengebaut und stabil – ich habe es bereits getestet (allerdings ohne Speis und Trank in meiner Hand).

Und NEIN – es gibt von diesem Hoppala KEIN Video auf U-Tube und nicht einmal ein Foto! … frei nach dem gestern für sein Lebenswerk gewürdigte André Heller: die wahren Abenteuer entstehen im Kopf!

Das haut den Wikinger um!

Ich habe gerade den gestrigen Seminar-Flopp erwähnt. Da ich mit meiner Überpünktlichkeit viel zu früh beim Kursort war – samstags kann die Straßenbahn mal ordentlich an den hochklassigen Hotels, an der Oper, dem Parlament, dem Rathaus, dem Heldenplatz, den beiden historischen Museen, der 650 Jahre alten Universität und der Börse vorbeidüsen -, bin ich noch schnell rein in die Trafik, um a) Lotto zu spielen (Ausnahme, weil 4-fach Jackpot und Joker-Jackpot) und mir b) ein Frauenmagazin zu kaufen; Shape gab es nicht (bräuchte dringend ein paar neue Inputs für meine Bauch-Beine-Po-Stunden!), also nahm ich InStyle, um mich über die modischen Ergüsse für Frühling und Sommer zu informieren.

Fazit: I´m shocked! Was soll das? Wer hat sich das nur ausgedacht?

Jeans mit Schlag, die den Boden punktgenau berühren müssen, das heißt, nur mit einem bestimmten Paar Schuhe tragbar.

Fransen an Taschen, Jacken, Röcken, Kleidern (und im Haar?).

Die zu kurz geratene Hose Culotte finde ich ja noch witzig, aber wenn der Bund bis rauf zur Brust geht und dicke Knöpfe am Stoff den Fokus auf den Bauch lenken – ich weiß nicht!

Latzhosen, Overalls im Militarylook, finde ich grundsätzlich ok, aber da muss dann alles passen, nur leider wird oft das richtige Verhältnis von Oberkörper zu Beinen übersehen, mit dem Erfolg, dass der Overall dann genau am Übergang zwischen Body und Legs unangenehm zwickt.

Lange Strickröcke in schrillen Farben können gut aussehen, aber ich fürchte, dass da unterm Rock unangenehme Hitzewallungen entstehen könnten – Strick bei 30 Grad?.

Folklore und Ethno trauen sich immer wieder auf den Laufsteg – es scheint, dass sich alle wieder die 70er Jahre zurück wünschen, vor allem diejenigen unter uns, die viel später auf die Welt gekommen sind.

Lack und Leder bei heißen Temperaturen sind auch nur was für Cat-Woman oder für Shaping-Line, denn mit dem, was da an Schweiß die Beine hinunter rinnt, könnte man einen Salzsee anfüllen.

Ich glaube, da muss ich mein Wikinger-Kostüm rausholen und gegen diese modischen Attacken mein Beil schwingen – hei hei Wicki!

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Froschen-Schnäppschchen

Was soll dieser Blog-Titel? Neee – ich bin nicht betrunken … obwohl … nach einem ausgiebigen Powernapping auf dem Sonnendeck der letzte Rest aus der bauchigen Proseccoflasche, verfeinert mit einer Blutorangen-Limonade – seeehr empfehlenswert! wer braucht schon „Hugo“ und „Aperol“, wenn es den persönlichen „Orange-Pro“ gibt? – meine heute leicht erschlafften Lebensgeister wieder geweckt hat.

Wo will ich eigentlich hin?

Ach ja! Wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß, dass irgendwo im Paradies Kermit, der Frosch vom Star aus Stoff zum Star aus echtem Frosch-Kleid geworden ist. Kleid … Kleider … da will ich hin!

Wer mich kennt, weiß, dass ich im Büroalltag Kleidern den absoluten Vorzug gebe, größtenteils over-knee, nach Möglichkeit figurschmeichelnd und eher monochrom. Mein Schrank ist mittlerweile voll damit, doch wie bei Schuhen kann ich hier einfach nicht genug bekommen – besonders, wenn ich unverhofft in ein Butterfass voller Schnäppchen falle!

Man nehme den Tag nach Ostern, wo in einem kleinen Ort gleich nach der italienischen Grenze, Tarvisio, die Leute vom „Reporters“ bis 12:30 ihre Boutique mit ausgewählter Fashion geöffnet haben. Mein S-Kenner-Blick bringt meine Synapsen alsbald zum Schwirren, als ich das blitzblaue Hängerchen mit 3/4 Arm entdecke, das sich in der Garderobe geradezu auf mich wirft und mich als neue Herrin akzeptiert. Und ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht auch in hell-beige Sandalen mit angesagtem weißen Absatz verliebt hätte. 20% auf alles – die Kundin ist glücklich!

Man nehme weiters einen Samstag, der ohne Morgenlauf (!) mit einem extrem-schlechten Seminar über den Umgang mit einer Online-Plattform begonnen hat, draußen strahlender Sonnenschein, indoor Konfusion, weil die Internetverbindung nicht funktionieren will und alle schon leicht nervös und ungeduldig sind – besonders ich. Und dann wird auch noch überzogen – nichts wie weg! Daheim erwarten mich Bodo und seine Tochter Jenny, bereit, mich mit einem sommerlichen Eis auf die Hand zu versöhnen. Mit vier kühlen Kugeln in einer knusprigen Waffel (man darf nicht darüber nachdenken, dass dieser kalorienreiche Genuss mittlerweile € 3,30 kostet!) und einem Spaziergang auf der Landstraße Hauptstraße bei uns im Dritten verschwindet mein Unmut alsbald. Gekonnt locke ich die beiden zum Outlet von Max Well, einer an sich eher höherpreisigen Boutique-Kette, vielleicht auch ein bisschen zu damenhaft für mich – aber ein Gucker schadet ja nicht! Bodo verweigert, Jenny kommt mit. Das Geschäft an sich ist nicht sehr einladend, da sehr reduziert: Kleiderstangen rechts und links an der Wand, das Kassapult, zwei Garderoben, der Boden aus kaltwirkender Beschichtung, das Licht eher düster. Ich habe nachwievor nicht verstanden, wie das mit der Ware, die hier verkauft werden soll, harmonieren soll. Egal – ich bin ja nicht als Interieur-Beraterin hier! Die Kleidungsstücke sind mustergültig nach Farben sortiert. Ich bleibe zuerst in der Nude-Kategorie, wo mich zwei Kleider interessieren – doch: Outlet bedeutet immer, dass genau deine Kleidergröße nicht dabei ist. In Abteilung Rot übersehe ich geflissentlich „Large“, weil sich das Kleid mit einem Bindeband entsprechend schnüren lässt. Abteilung Schwarz will ich eigentlich meiden, aber da mischt sich die junge Fashion-Beraterin ein und empfiehlt mir ein enges ärmelloses Kleid mit schwarzem Unten und einem grau-beigem Oben – und das dann sogar in „Small“ – mein Herz jubelt, die beiden Kleider sitzen wie angegossen, meine eher derben schwarzen Plateau-Treter, die so was von bequem sind – mein derzeitiger Favorit an den Füßen! – geben dem Ganzen wieder den typischen Lucia-Touch. 70 % auf alles – da muss ich nicht lange überlegen!

Ja, du kleiner Kermit-Star, du präsentierst dich in deinem frosch-grünen Outfit. Ich dummer Froschen suhle mich dagegen derzeit in meinen Schnäppschchen-Erfolgen und wechsle oft und gerne mein Kleid!

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Garten Eden

Es führt kein Weg daran vorbei – endlich! ist der Frühling da! Nach einem kalt-windigen Osterfest und dem Dauereinsatz von dicken Jacken und Plateau-Stiefeln setzen sich endlich wärmende Temperaturen und sonnige Lichtstrahlen durch. Die Natur giert danach, Blätter und Blüten in die Welt zu setzen, zur Erbauung von uns Menschen, zum Hochgesang gefiederter Chöre und zur fleißigen Glückseligkeit von frechen Insekten.

Indoor ist out – Outdoor ist in!

Unsere kleine Terrasse? Die Holzbretter vor ein paar Wochen zwar geschrubbt und die Fenster im gleichen Zuge von Staub und Ruß befreit, sah es bislang doch etwas traurig aus. Der Säulenzierahorn mit seinen dürren, noch unbelaubten Ästen scheint die Winter-Frühlingswende noch nicht mitbekommen zu haben. Alle anderen Blumentöpfe sind bis auf ein paar alpin-wirkende Bodengewächse verwaist. Das kann so nicht weiter gehen!

Also fahren wir am Samstag zu einem der größten Wiener Pflanzen-Großhändler, ergattern einen der letzten freien Parkplätze und tauchen ein in die Vorschau „Garten Eden“. Gleich beim Eingang locken fröhliche Margeriten-Büsche. In der Accessoires-Abteilung werde ich eindringlich von einem riesigen pastell-grünen Moorhuhn aus Keramik angestarrt, das sofort den Weg in unseren Einkaufswagen findet. Ein bisschen Kitsch muss sein, und schließlich warten daheim schon eine alte Schildkröte, ein schlafender Drache und ein fröhlicher Froschkönig auf weitere Gesellschaft. Dann geht es ins Freigehege, dort, wo Magnolien, Zierpfirsiche, Buxbaum, Koniferen, Büsche und Sträucher die Wahl zur Qual machen. Einzig das Wissen, dass das Fassungsvermögen eines Smart-Cars begrenzt ist, und der höllisch hohe Preis hindern uns daran, dass wir uns ein ausgewachsenes exotisches Wesen mit nach Hause nehmen.

Wir schauen, überlegen, wägen ab, beraten, bis wir uns auf ein buntes Allerlei einigen: Gelb, Violett und ein Orange, das an einen saftigen Alaska-Lachs erinnert, sind die maßgeblichen Farbtöne für die nächsten Monate auf unserer Terrasse.

An der Kassa hinterlasse ich ein kleines Vermögen, im Kofferraum ein wenig Erde, denn nicht jeder Sack Erde ist meinem athletischen Armwurf gewachsen.

Willkommen daheim: Ginster, Lavendel, Rhododendron und Herz-Efeu! Jetzt beginnt das große Wühlen in der Erde mit knallgelben Arbeitshandschuhen, in Shorts und ärmellosem Shirt, barfuß. Bodo meint doch glatt, bequem im Sonnenstuhl sitzend mich mit Anweisungen in den Wahnsinn treiben zu können, sieht dann aber doch ein, dass zwei weitere helfende Hände ganz nützlich sein können. Bald stellt sich heraus, dass die beiden Efeu-Töpfe nicht in unsere Bestand-Töpfe rein passen, und dass für den Lavendel eine Untertasse ratsam wäre. Wie gut, dass der Pflanzenmarkt auch am Sonntag geöffnet hat: der Parkplatz ist auch heute gut gefüllt, ich nehme den Platz von gestern. Zielstrebig holen wir uns noch eine gelb blühende Pflanze, finden zwei passende Gefäße für den Efeu – und zu guter Letzt muss auch eine knall-gelbe Gießkanne mit an Bord.

An der Kassa hinterlasse ich wieder ein kleines Vermögen, mit der Erde gehe ich dieses Mal sanfter um.

Daheim sind in wenigen Minuten die beiden Efeu-Pflanzen fachmännisch eingetopft, der Säulenahorn wurde gedüngt, die Gießkanne eingeweiht – und wir zwei kleinen Paradies-Vögel sind vollauf zufrieden und können uns von nun an jeden Morgen darauf freuen, von unserem Moorhuhn aufgeweckt zu werden!

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Alle laufen …

In drei Tagen ist es wieder soweit: der Startschuss zum Wiener Marathon (international Vienna City Marathon, kurz VCM) fällt am kommenden Sonntag um 9:00 bei wahrscheinlich besten Wetterbedingungen.

Nur … warum bin ich nicht nervös? Warum flattern mir nicht die Herzmuskeln? Warum habe ich keinen trockenen Mund, keine Alpträume, keine zittrigen Knie, keine Versagensängste?

Ganz einfach: wenn heuer über 40.000 LäuferInnen in unterschiedlichsten Distanzen (Staffel, 21km, 42km) über Asphalt und Wiener Straßen laufen werden, werde ich mich nicht im Pulk schwitzend-stinkender Körper wiederfinden. Die Un-Lust, die mich im vergangenen Jahr bei eigentlich ausgezeichneter Kondition und Vorbereitung zum Aufhören animiert hat, hat mich dieses Jahr gleich davon abgehalten, einen Startplatz zu ergattern. Allein beim Gedanken an die recht langweilige Streckenführung kommt die Un-Lust hoch wie ein kräftiger Rülpser!

Vielleicht rede ich mir das jetzt auch nur schön, denn insgeheim wurmt es mich doch, dieses Jahr nicht dabei zu sein. Überall werden Vorbereitungen getroffen: an den Bus- und Straßenbahnstationen hängen die Informationen über Straßensperren, hie und dort sind schon die Absperrgitter deponiert, am Heldenplatz ist die VIP-Tribüne bereits aufgebaut, auf unserer hass-geliebten neuen Fußgängerzone (der Mariahilferstraße, kurz MaHü) wird noch schnell betoniert, damit die LäuferInnen zwischen Kilometer 19 und 20 nicht ins Straucheln kommen, morgen öffnet die Marathon-Messe und die ersten Lauftouristen erkunden die Stadt.

Ein bisschen komme ich mir wie ein Verräter meiner selbst vor. Andererseits sollte ich meinem Urinstinkt, der sich im vergangenen Jahr hervorgewagt hat, trauen und stattdessen meine ganz individuell gestalteten einsam-beschaulichen Morgenläufe genießen. Denn eines ist sicher: Rehe und Füchse meiden sicher den VCM, und Vögel verstummen, wenn 80.000 schwere Füße die Reichsbrücke zum Beben bringen.

 

Planet Erde

Sind wir uns bewusst, dass wir hier auf Erden nur Gast sind? Nicht Beherrscher, nicht Über-Kreatur, nicht höchste Intelligenz – sondern ganz klein und bescheiden Gast auf kurze Zeit?

Warum so nachdenklich heute?

Am Samstag fand in der Wiener Stadthalle eine Vorstellung statt – eine BBC-Produktion, musikalisch untermalt von einem Orchester aus Prag und moderiert von einem sehr eloquenten Max Moor – der Titel „Planet Erde“.

5 Jahre lang waren weltweit Kamerateams unterwegs, um Szenen aus dem Tier- und Pflanzenreich einzufangen – nicht im Netz, sondern mit der Linse. Teilweise stunden-, tage-, wochenlanges Warten und Hoffen,

– bis sich der seltene und mystische Schneeleopard inmitten von Geröll an eine Ziege heranpirscht

– bis der paarungswillige Dschungelvogel seine Tanzvorstellung gibt

– bis die Eisbärenmutter ihre Zwillinge erstmals aus der Schneehöhle an die frische kalte Luft zum Spielen raus lässt und sie sich selbst wohlig im Schnee räkelnd eine Pause vom Muttersein gönnt

– bis die Delfin-Armada einen Schwarm kleiner Fische immer weiter in die Enge treibt und dann zu Tisch bittet

– bis die Zugvögel endlich den höchsten Berg der Erde bezwungen haben

– bis der furchteinflößende weiße Hai majestätisch aus dem Wasser springend eine Robbe verschlingt

Ehrfurcht, Staunen, Entzücken und auch Traurigkeit sind dabei Gefühle, die mich durchströmen. Mag es in der Tierwelt auch zuweilen brutal und unverständlich zugehen, folgt alles doch einem speziellen Muster, einer speziellen Gesetzmäßigkeit zu Leben und Überleben, die sich über Generationen und Menschheiten erhalten hat – für mich ein Wunder, dieser Planet Erde – unser Planet Erde, der nur deshalb zu dem werden konnte, weil irgendwann vor ganz langer Zeit die Achse zur Sonne aufgrund eines Zusammenpralls mit einem „kleinen Steinchen“ aus dem All leicht verschoben wurde ….

Ich bin dankbar, hier zu Gast sein zu dürfen und freue mich schon auf eine Fortsetzung – denn Filmmaterial gibt es noch genug!

Laufend neue Höhen

Immer wieder mal was Neues – sonst würden meine frühmorgendlichen Long Jogs am Samstag ja langweilig werden. Meine derzeitigen Favoriten sind die lang gezogenen Wege entlang der Donau Richtung Westen / Klosterneuburg. Vor ein paar Wochen habe ich diese Strecke erstmals gewählt, weil es hier so ruhig, beschaulich, von Menschen verlassen ist. Nur der Wind, der am Ufer der Donau zuweilen ordentlich bläst, gibt dem Ganzen etwas mehr Dynamik.

Ich versuche, beim Laufen den Blick nach vor zu richten, aber auch das Nebenbei zu bemerken, wie Schwäne im Anflug, Enten auf ertrunkenen Baumstümpfen, vorbeiziehende Lastschiffe, die noch struppige Natur im langsam weichenden Winterschlaf, vom Biber angeknabberte Bäume – und das kleine Kirchlein an der Spitze des Leopoldberges, einer kleinen Erhebung am Stadtrand Wiens, gemeinsam mit dem angrenzenden Kahlenberg ein willkommenes Ausflugsziel der städtischen Wiener. Wir sind da ja mal schon raufgewandert, als Bodo und ich den Wiener Rundumadumweg zu Trainingszwecken in Etappen gewandert sind. In der Erinnerung ist mir ein recht steiler Weg geblieben – also nichts für laufhungrige Gemüter? Die Verlockung jedes Mal aufs Neue, allein der Mut hat gefehlt: was, wenn ich da zusammenbreche, nicht mehr weiter kann, geschweige denn den Weg nach Hause zurück laufen kann? Ängstlich, mutlos, ohne Selbstvertrauen – bin ich das?

Beim Googeln nach interessanten Laufevents abseits der Masse bin ich auf den Rundumadum-Ultramarathon gestoßen, in Summe 124 km, die man innerhalb von 30 Stunden bewältigen sollte. Keine Angst! Das mache ich nicht – allerdings gibt es auch Teiletappen, die mitzulaufen schon ganz spannend wären – eine Etappe führt dabei – erraten? – auch auf diesen kleinen Hügel, der sich in der Ebene des Donauufers so markant nach oben erhebt.

Wie soll ich es angehen, den Mut zu finden, die Angst zu verlieren, das Selbstvertrauen zu entfesseln?

Schritt 1: man nehme einen strahlend-blauen früh-frühlingshaften Sonntag und Bodo an der Hand und tarnt das Austesten der zu bewältigenden Steigung in einen müßigen Spaziergang. Mir kommt es so vor, dass es gar nicht mal so arg ist: der Puls steigert sich in angenehme Höhen, die Schweißporen bleiben geschlossen, die Beinmuskulatur fühlt sich angenehm in Anspruch genommen. Und eine herrliche Aussicht lockt als Belohnung.

Schritt 2: der nächste Longjog beginnt um 5:45 in der Morgendämmerung. Um 7 Uhr bin ich dann am Startpunkt, umgeben von Weinkulturen und noch schläfrigen Winzern. Ich gehe es gemächlich an. Der lockere Laufrhythmus der Ebene geht in kleinere tempo-reduzierte Schritte über, den ersten steilen Anstieg nehme ich in schnellerem Gehtempo, die zahlreichen Stufen werden langsam erklommen, um den Beinheber nicht zu erschrecken. Danach weiß mein Körper, was zu tun ist. Muskeln, Herzschlag, Schweiß spielen harmonisch miteinander. Ich lege zwei kleine Verschnaufpausen ein, verzichte generell, die Stufen, die ab und dann ganz arge Steigungen gehfähig machen, laufend zu erklimmen. Der letzte Anstieg vor der Kirche verdient meine Ehrfurcht: schnaufend und schwitzend reduziere ich nochmals das Tempo, gönne mir dann einen guten Schluck Wasser – mein Trinkrucksack leistet hier verlässliche Hilfe -, und weiter geht´s! Stolz ohne Ende, dass es so gut geklappt hat. Knapp 15 Minuten habe ich in Summe hier herauf benötigt. Ich lebe noch, ich fühle mich sehr gut. Mit der Aussicht ist es leider nicht so toll: grau und nebelig zeigt sich dieser Morgen – ich laufe weiter bis zum Kahlenberg, wo leichtes Graupeln meine Haut kitzelt. Dort drehe ich dann um, auch wenn der nächste Anstieg bis zur Sternwarte verlockend ist. Aber wie gesagt: ich muss das ganze Stück wieder zurücklaufen! Normalerweise esse ich während des Laufens nichts – warum auch? Mein Körper hat genug Reserven. Aber vor dem Hinunterlaufen gönne ich mir einen leicht gefrorenen, und daher biss-harten Müsliriegel mit Schokoladenguss auf einer Seite – das gibt Power! Ich flitze den Weg, den ich hinauf gelaufen bin, wie im Flug hinunter, begegne dabei wieder einer Frau, die ich beim Weg hinauf schon getroffen habe – jetzt kommt sie wohl ins Schwitzen; ich glaube aber, dass sie hier irgendwo wohnt und dass das ihr normaler Wochenendspaziergang ist. Es ist nicht mal 8 Uhr. Auch ein paar andere Personen nutzen die Morgenstunde, um zur Kirche raufzugehen – alle sind mit einer Freundlichkeit gesegnet, die man wohl nur am Berg findet. Den Schwung aus dem Bergab-Lauf nehme ich mit und düse mit fröhlichem Schritt wieder heimwärts.

Meine Muskeln sind sich einig: JA! Das hat Spass gemacht! Deshalb sind sie auch ganz brav und murren nicht. Schließlich wollen sie am nächsten Samstag wieder ein abwechslungsreiches Laufprogramm serviert bekommen. Meine Lieben: ich werde mich bemühen!

Alle Vögel sind schon da

Habt Ihr sie schon gehört? Die Vögel, die sich nunmehr wieder Gehör verschaffen? Es sind sicher noch nicht alle wieder zurück von der Winter-Flucht, aber es bringt mich zum Lächeln,

wenn:

morgens der Specht sich sein kleines Gehirn heraushämmert

abends eine einzelne kleine Amsel auf einem Lichtmast eine laut befahrene sechsspurige Straße frech übertönt

Es tut so gut, diese kleinen Tiere wieder aktiv zu sehen, zu hören – das mit dem Spüren lassen wir bitte, denn ich leide noch immer unter dem Trauma, dass mir, als ich als Kind in einem grünen Kleid mit bunten Knöpfen auf dem Weg in die Schule war, plötzlich einen Vogelsch…  in meinen Nacken gespritzt bekam – igitt – ich bin den ganzen Tag mit steifem Hals auf der Schulbank gesessen und meide seitdem bewusst Vögel, die auf einer Stromleitung sitzen.

Aber wenn die Vögel wieder ihre Stimmchen trainieren, bedeutet dies: der Frühling ist nicht mehr weit!

Und wenn es Frühling wird, dürfen die meist dunklen Winterklamotten auf Urlaub gehen und geben die Staffel an frechere Modelle weiter – eines kann ich jetzt schon zeigen – es erweckt das Raubtier in mir! Und dann werden mit Sicherheit ganz andere Vögel mir hinterherpfeifen! 🙂

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Wild Things 2

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Vorbei mit lustig …

… denn harte Zeiten brechen an!
Der Fasching ist vorbei – an mir spurlos vorbei-gelaufen, denn ich habe es nicht so mit getauschten Rollen für eine Nacht – bin weder Prinzessin noch Catwoman, keine Krankenschwester und schon gar nicht Frau Holle.
Aktuell sind die guten Vorsätze – genannt Fasten – für 40 plus 6 Tage. Klingt viel, sind es doch 6 Wochen – und je nachdem, welchen Verzicht man sich vorgenommen hat, tut das mehr oder weniger weh.
Die Renner sind: kein Alkohol, keine Süßigkeiten, kein Zucker. Manche nehmen einen zweiten Anlauf, wenn es zu Neujahr nicht geklappt hat, und versuchen, sich mehr zu bewegen.
Ich könnte jetzt von mir behaupten, dass ich das ganze Jahr über exzessfrei lebe und dass daher Verzicht nicht notwendig wäre. Daher suche ich noch nach einem Fasten der anderen Art. Das eine oder andere Gläschen Prosecco geht mir nicht ab. TV und Netflix kann ich auch (halbwegs) verschmerzen, denn a) kann ich die aufgenommenen Serien (derzeit Vorstadtweiber/1.Staffel und Grey´s Anatomy/11.Staffel zu einem späteren Zeitpunkt anschauen und b) Netflix bleibt Netflix und ist net futsch! Und so richtig im Shoppingwahn war ich auch schon länger nicht mehr .. nun ja, wenn auf Best Secret der Kunstleder-Trench, der genau zu dem Kleid gehört, das ich mir im Herbst bei der Weinverkostung gekauft habe, um 60% reduziert ist, musste ich gestern zuschlagen – das nehme ich so mal als Übergangsphase. Gilt swappen als Shoppingersatz? Da bin ich mir noch nicht so ganz im klaren – am kommenden Wochenende wird jedenfalls wieder eine Swap-Party veranstaltet – dieses Mal ohne meine hilfreiche Unterstützung (meine Anfrage blieb unbeantwortet) im Library Cafe der neuen Wirtschaftsuniversität am Prater. 5 Teile oder mehr zum Tauschen hätte ich alle Mal, obwohl ich befürchte, dass ich beim Tauschen nicht auf meine Rechnung käme – das letzte Mal war ja eher schwach in der Ausbeute. Lieber einem Nobel-2nd-Hand-Shop einen Hosenanzug, einen Wintermantel, die High-Heel-Overknees anbieten …
Jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgewichen: das andere Fasten …. macht mir noch Kopfzerbrechen – noch 40 plus 4 Tage Zeit, darüber nachzudenken …