Gute-Launen-Start

Was hat sich zum gestrigen Tag geändert?

Ich bin knapp vor dem Weckerläuten wach geworden und damit nicht allzu sehr aus dem Schlaf geschreckt worden. Die Sommerzeit-Umstellungs-Müdigkeitsphase aber ungehindert vorhanden – gähn!

Das quasi schweißfreie Lauf-Outfit von gestern schnell übergestülpt und mit einem Bussi aufs wehe (?) Knie das Stiegenhaus hinabgetrippelt mit dem aufatmenden Ergebnis, dass es gar nicht mehr so arg weh tut.

Die ersten Laufschritte zwar noch abtastend zögerlich, aber zunehmend forscher. Mein Knie hat kapiert: machst du dein Frauchen heute nicht glücklich, wird dieser Tag zum mentalen Fiasko – also streng dich an, beiß den Meniskus zusammen und … lauf!

Und es war gut so! 90 herrliche Minuten mit Schwerpunkt Prater-Abwege, Wald und weicher Boden. Ein riesenhafter Hase, der vor dem Eier-Verstecken Reißaus nimmt und knapp an mir vorbeischrammt (ganz ehrlich: nicht einmal ein Superläufer aus Kenia hätte da eine Chance gehabt, das Tier mit den langen Ohren zu überholen!), Vogelgezwitscher, das sogar durch die Kopfhörer dringt und die Hits der Stunde aus dem Gehörgang verdrängt.

Und wieder einmal bewahrheitet es sich: ich muss mich in der Früh in irgendeiner Form körperlich betätigen, und sei es der Swiffer, mit dem ich durch die Wohnung tanze. Ich halte das viele Sitzen im Büro einfach nicht aus, wenn ich vorher nicht einmal ordentlich ins Schwitzen gekommen bin (wobei: Swiffern entlockt mir nicht einen einzigen Schweißtropfen, eher verniedlichte Fluchereien, wenn sich nicht jeder Staubfuzzel einfängen lässt).

In diesem Sinne: keep on movin´!

Miese-Launen-Jet-Lag

Au-weh! Das Aufstehen heute Morgen – es fehlt die eine Stunde, die dem Morgen Gold in den Mund legt. Auch im Wissen, dass diese abrupte Morgendunkelheit nur ein kurzer Moment sein wird, da wir uns doch in raschen Schritten der hellen Jahreszeit nähern, war dies heute nur ein schwacher Trost. Bodo und ich wären fast im Stehen wieder eingemurmelt.

Dann die zweite Tagesschlappe: mein Knie hat beim Laufen nicht mitgespielt, hat mich nach 500 Metern leicht hügelab zur Umkehr gezwungen! 🙁 gaaaanz schlecht – für meine heutige Tagesverfassung. Auch wenn ich zwei Wochen vor dem Marathon mit reduzierter Trainingsvorgabe keine Mega-Verbesserung erzielen könnte, das panische Gewissen zerrt an meinen Nerven! Außerdem brauche ich den montäglichen Morgenlauf, um mich auf eine neue Arbeitswoche einzustimmen.

Gemein, dass ich nach einer Eisauflage, etwas Geschmier und in meinen neuen Kurz-Boots von Airstep (in leichtem Schimmerglanz und mit je drei unterschiedlichen Ledergurten umwickelt; super bequem!)jaaaa, ich habe wieder zuschlagen müssen, ob aus Frust oder Lust, lässt sich nur schwer beantworten – schmerzfrei ins Büro tänzeln konnte. Dies sollte mich nun aber beruhigen und mich auf morgen früh freuen lassen! Mein Körper weiß zum Glück, dass er mir zu gehorchen hat!

Das war Spitze!

Was tun an einem Wochenende, das als perfektes, sonnendurchtränktes, wolkenloses, wohltemperiertes Frühlings-Sommerzeit-Umstellungs-Wochenende prognostiziert wurde?

Neidisch in einem Gastgarten den anderen beim Aperol, Hugo, Prosecco zusehen? Die Terrasse schrubben und die Holzbretter frisch einlassen? Den Kleiderschrank auf Sommer umsortieren? Faul auf dem Sonnendeck dösen?

Oder – ein genialer Gemeinschaftsgedanke: wir machen eine Wanderung!

Bodo hat sich übers Googeln für zwei Wanderrouten mit Ausgangspunkt Spitz an der Donau in der wunderschönen Wachau entschieden. Wir wollten auch dort übernachten, um möglichst viel aus den kurzen zwei Tagen herauszuholen. Ich habe am Samstag sogar auf mein vorletztes langes Lauftraining vor dem Marathon verzichtet in der Annahme, dass zwei Wandertage auch als Ausdauertraining gelten könnten. Andererseits hätte ich zumindest eine kleiner Runde drehen können, denn Bodo war doch so ziemlich auf Wochenend-Ausschlaf-Rhythmus eingestellt und nur schwer aus dem Bett zu locken.

Mit Kleingepäck, aber voller Fotoausrüstung rückten wir vormittags in Spitz an, um zuerst den Spitzer Graben zu erkunden, ein „Graben“, der in gemächlichem Auf und Ab unsere Waden strapazierte. Es zeigte sich, dass ein Mensch mit seinen beiden Händen ganz schön aufgeschmissen ist, will er auf der einen Seite seinen neuen Wanderstab de luxe in die Magie der Wanderung einführen, andererseits aber die Schönheit der Natur auf digitaler Fotografie festhalten? So landete der neue zerlegbare Wanderstab aus Schwarzdorn, hergestellt in einem Ort nahe Augsburg, den nur Insider kennen und solche, die irrtümlich in Pöttmes abfahren, im Rucksack und wurde wie in einer Sänfte bequem herumgetragen, währenddessen das schwere Objektiv so manchen Vogel und so manches freche Blümchen ins Visier nahm. Beim Bergaufgehen zeigte sich allerdings: die Fotographie ist eine Leidenschaft, die schon auch mal Leiden schafft.

Die Weinbauern sind den Dämpfen der alkoholischen Gärung entkommen und arbeiten bereits an den Vorbereitungen für die heurige Ernte. Die Radfahrer erkunden die Ufer der bedenklich wasserarme Donau und finden im gerade geöffneten Gastgarten Unterschlupf und einen guten Schluck. Bodo gönnt sich dort ein Fastenbrecher-Joker-Bier, danach schlupfen wir leicht erschöpft unter die dicke, blütenweiße Bettdecke. Ich wache nach einer Zeit erschrocken auf, da ich im eigenen Saft schwimme, so stark haben mich die weichen Daunen zum Schwitzen gebracht.

Beinahe zeitlos und ohne Wecker gleiten wir nachts in die Sommerzeit hinüber und schälen uns erst gegen 9 Uhr aus dem Bett, um in einen neuen Tag hineinzuwandern. Spontan entscheiden wir uns für die Jauerling-Runde, die wie gestern gleich mal steil beginnt, dann aber einer Höhenkante entlang dem fröhlichen Gesang der Vogelwelt folgt. Ein spätes Frühstück, bestehend aus knatschigem Kornspitz und pikantem Liptauer wird auf einem sonnenbeschienen Granitfelsen eingenommen. Die Schmetterlinge rund um uns sind ganz zappelig und lassen sich nicht leicht fotografieren. Auf Abenteuersuche verlassen wir den Forstweg und stürmen in schleppenden Schritten einen steilen Hang nach oben, um auf einen anderen Weg zu treffen. Der halbe Wald befindet sich danach in meinen Schuhen. Da die Sehnsucht nach Sonnengekitzel auf der Nase und entspannter Beinstellung bei der Einnahme eines kühlen Getränks stärker ist als eine Asphaltstraße zu erklimmen, drehen wir alsbald um, um dann wieder den Weg zu verlassen, in der Annahme, dass es da weitergeht, Sackgasse! Aber anstatt umzudrehen, rutschen wir den Hügel bergab, ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Po und dem Rucksack liegend. Zum zweiten Mal ist der Wald im Schuh. Knapp vor dem Verlassen des Waldes, in einem Moment der geistigen Abwesenheit mache ich dann einen für mein rechtes Knie sehr schmerzhaften Köpfler über eine unscheinbare Wurzel – Ja – AU – JAUL – Jauerling: alles klar? 2 Wochen vor dem Marathon, 5 Wochen vor dem World Life Run und zwei Monate vor der Grande Tour, Teil 2 (yipppiehh!!), kein erfreuliches Hoppala, aber mit einem Eis im Magen und einem Coolpack wird´s schon wieder. Die schönen Sonnenstunden machen jeden Kratzer wett! Bodo: gut gemacht! Das Wochenende war SPITZ-e!

Bunt wie ein Papagei

In der Fastenzeit schaue ich ja kein Grey´s Anatomy (obwohl: es werden alle Folgen aufgezeichnet, sodass ich nach Ostern stundenlang Liebe, Drama, Operationen nach-schauen kann), aber gestern, nachdem ich nach einem Seminar-Vortrag vor 13 Männern etwas geschlaucht und auch das Buch „Das 13.Opfer“ ohne das kleinste Happy End bis zur letzten Seite ausgelesen war, „durften“ wir uns eine Folge Universum anschauen über die Tierwelt am irischen Fluss Shannon. Die Vogelwelt hier deckt sich farblich gesehen sehr mit der Umgebung, abgesehen vielleicht vom bunt schillernden Eisvogel, der sich in einem brillanten Blau (übrigens genau dieser Blauton findet sich in meinem neuen Outlet-Hosenanzug-Schnäppchen wieder!) wagemutig zum zielorientiert-erfolgreichen Fischfang ins Wasser stürzt.

Heute morgen um halb 6 war ich dann als Early Bird auf der (Lauf-)Piste unterwegs Richtung Prater und Donauinsel, also dem Wiener Naherholungs- und Naturgebiet. Aber weit gefehlt, dass ich mich in zurückhaltendem Camouflage mit der Natur verband, nein! Heute Morgen musste es knallig sein: das Oberteil in einem kräftigen Violett, die Capri-Tight schreiend neongelb (!!!), darüber die wild gemusterte Hot-Short von Stella Mc Cartney – und meine Laufschuhe sind von Natur aus grell-pink mit ein bisschen neon. Ich dürfte in diesem Outfit an einem so ruhigen Sonntag-Morgen wie heute, einem Morgen, der auf einen regnerischen Nachmittag hinsteuerte (das kurze Frühlingserwachen wird gerade von Regen und Schnee aus West und Süd zum Wanken gebracht), wohl die Vögel zum Erschrecken gebracht haben, und den anderen Frühaufstehern – diese nur sind HundebesitzerInnen und andere Lauf-Mutige – die Augen zum Bersten.

Ich jedenfalls verspürte eine gewisse Heiterkeit in meinem Kopf und eine Beschwingtheit in meinen Beinen (so wie am Freitag, wo ich bei wärmere Temperaturen das neue ärmellose Trikot in Magenta an hatte). Auch beim Yoga ist mir dieses Farb-Phänomen schon aufgefallen: ich habe mir einmal eine lange enge Tight in zwei Rosatönen gekauft. Jedes Mal, wenn ich nun diese zur Yogapraxis auf meiner knall-orangen Yogamatte anziehe, fühle ich mich viel leichter und geschmeidiger im Sonnengruß, als wenn ich schwarz oder anthrazit trage. Und bei Yogamatten in dunklen Farbtönen werde ich geradezu depressiv – komisch oder?

Um zum heutigen Lauf-Outfit zurück zu kommen: Bodo, den ich im verschwitzten Zustand nicht umarmen darf (warum eigentlich?), meinte nur indigniert mit leicht rollendem Augen-Umschlag: du bunter Vogel du! Soll so sein. Jetzt weiß ich jedenfalls, dass ich beim Marathon in 3 Wochen (jetzt sind es nur noch drei???!!!) irgend etwas knallig Buntes an mir tragen muss, damit in meinem Kopf ein bisschen Fröhlichkeit erhalten bleibt, wenn´s dann zäh wird; meine Beine wissen ja dem Grunde nach, was sie zu tun haben: Schritt um Schritt dem Ziel entgegen schweben / trotten / schlurfen / hinken – what ever – Hauptsache, ich sehe die 42 km durch die rosarote Brille und nicht durch einen salzigen Schleier.

Po zu groß für die Linse

Heute Morgen, besser gesagt, heute Vormittag, denn am Sonntag gönne ich mir ein sportfreies Ausschlafen – und deshalb gibt es Frühstück erst nach der Kirche. Jedenfalls dient unser Hochtisch mehr als Ablage als dass er wie ein Esstisch ausschaut. Bodo nutzt die große Fläche gerne als Ablage für Post, Computerzeitschriften und die Fotoausrüstung wird auch hier ab & dann zwischengelagert. Und nachdem es gestern ein kleines Zeitfenster gegeben hat, das Bodo für eine Panoramaaufnahme am windgepeitschten Terrassendeck genutzt hat,

siehe Link:

Wien_Panorama

landete die Canon mit dem Riesenobjektiv auf besagtem Tisch. Aber für das sonntägliche Frühstück muss Platz gemacht werden – ein „sanfter“ Hinweis, und Bodo richtet das Objektiv auf mich, besser gesagt auf meine Kehrseite, löst aber mit einem Grunzer nicht aus und meint hämisch: „Der ist zu groß – der passt da nicht rauf!“ Wenn ich nicht ich wäre, hätte das jetzt das Ende eines harmonisch-verregneten Sonntags bedeutet. Was jetzt nicht bedeutet, dass es bei meinem Gegenüber kein kleines „Aua!“ gegeben hätte …

Männer tun sich schon schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn es um bestimmte Körperteile und Formen des weiblichen Geschlechts geht. Ein harmlos gemeintes Adjektiv – und der Haussegen liegt schief. Besonders, wenn es um den weiblichen geographischen Mittel-, ähem, Schwerpunkt geht, also das Becken und die beiden kugelförmigen Muskelpackerln, die das Ganze abrunden. Frauen sind da sehr empfindlich. Apfel, Birne oder Kartoffel? Knackig, dellig, mit oder ohne Falte? Prall, rund oder wie zwei müde Säcke? Sexy oder peinlich? Perfekt oder einfach ein Star?

Jennifer Lopez hat ihren Po mit 250 Millionen Dollar versichert.

Kim Kardashian presst ihren Body bewusst in auf die Haut geschneiderte Edelroben.

Beyoncé Knowles mag es auf der Bühne gerne Body-like und shakert mit ihren Backen.

Paris Hilton mag es luftig und vergisst schon gern auf Spitze und Satin.

Victoria Beckham zeigt all over Size Zero und meint (zu Recht), dass sie nackt betrachtet, gar keinen Hintern hat.

Der Preis für den größten Promi-Po geht aber an Coco Austin, der unbekannten Ehefrau von Ice-T.

Die Star-Magazetten schreiben also vom:

  • sexy Po
  • perfekten Po
  • Model-Po
  • heißen Po
  • imposanten Po
  • knack- Popo
  • schönen Po
  • Star Hintern
  • winzigen Popöchen
  • runden Po
  • Wackel-Po

Und Männer flüstern gerne: „Was für ein A….!“ Müssen sie auch, denn wenn ihnen das Objekt der Begierde die kalte Schulter zeigt und kurz darauf den Rücken, bleibt der Blick ohne Zweifel dort hängen, wo man(n) einen herben Klaps setzen kann und wo man(n) gerne kneterische Fähigkeiten unter Beweis stellt.

Frauen sind zu wenig oft mit ihrem Gluteus maximus zufrieden. Komisch eigentlich, denn die eigene Rückseite kann frau nie in ihrer unverzerrten Pracht sehen, kann sich daher eigentlich kein objektives Bild über die Wirkung ihres Hinterteils machen: steht frau vor dem Spiegel, um einen Blick auf Jeansfigur zu werfen, passiert dies einseitig und mit verrenktem Hals. Und Fotos sind sowieso nicht aussagekräftig (passend zum Titel meiner heutigen Gedanken). Aber jede Frau ist sich dessen bewusst, dass ihre Geschlechtsgenossinnen nur zu genau den Fokus auf den Po der anderen richten – vergleichend, kritisch, neidisch, selten bewundernd (das wär nicht ehrlich) – und das macht nervös!

Ich habe mich einigermaßen arrangiert mit meinem Po und richte meinen skeptischen Blick schon eher auf meine ausgeprägten Oberschenkel, die es mir manchmal erschweren, eine passende Hose zu finden. Nichtsdestotrotz tu ich was für meine Sitzmuskeln – meinen Jahresvorsatz, weniger oft mit dem Lift ins Dachgeschoss zu fahren, und stattdessen keuchend die fast 100 Stufen zu erklimmen, halte ich bis dato ein. Und im Stehen kann man fast überall und unbemerkt kurze Kontraktionen der Gesäßmuskulatur durchführen – das 100 Mal am Tag und man(n) wird sich bald die Zähne ausbeißen!

Wer die Schaufel in die Hand nimmt, fängt den Fish!

Bodo meint, meine Blog-Notizen seien lustig.

Ich interpretiere das so: er findet es lustig, wenn ich mich mit mehr oder weniger charmant-verdrehten Worten selbst auf die Schaufel nehme – ist doch so oder? Ich nehme mir wahrlich kaum ein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, mich bloß zu stellen, ohne aber nackt zu sein. Auch wenn das Schreiben im Web einen gewissen Grad der Anonymität erzeugt: es gibt mindestens ein Bild von mir – und anhand dieses Fotos kann sich jeder, der meine Blogs liest, ein eigenes Bild von mir machen, so, wie es ihm / ihr gefällt … ich bin ein sozusagen in Wort und Beistrich und Ausrufezeichen gepinselter Avatar, der heute als Lachfigur dasteht, morgen aber vielleicht als Jemand, der „endlich darüber schreibt!“ Treibt mich diese Erkenntnis nun in den mentalen Wahnsinn und verstumme ich von einer Sekunde auf die andere oder schwebe ich elfengleich über die Schallwellen des aufströmenden Gelächters und lasse mich auf meinem Beobachtungsposten nieder?

Ich glaube, ich will eigentlich nur, dass dem einen oder anderen beim Lesen ein kleines Schmunzeln über die Lippen kommt – ein online-Fitness-Training für die Mundmuskulatur sozusagen. Und wenn dann noch über mich getratscht wird, wird der Kiefer ebenfalls trainiert und die Zunge geschmeidig-feucht gehalten.

Es ist ja so wie bei meinen Fitness-Stunden, die ich abhalte. Nun gut, beim Yogaunterricht ist es angebracht, den Kasperl hinter dem Vorhang zu verstecken, aber auch hier versuche ich, durch bildhafte Erklärungen bzw. durch sprachliche Hoppala-Asanas ein klein wenig die Anspannung aus den Gesichtern wegzunehmen.

Beim klassischen Bauch-Beine-Po, das durch mich eine moderne, flippige Ausdrucksweise verpasst bekommt, bin ich mal strenger Oberfeldwebel, mal maulender Clown, mal sexy Biest. Wie auch immer, die Mädels (und die wenigen – älteren – Jungs) lieben es – sie müssen es lieben, sonst wäre meine Stunde nicht so gut besucht. Gestern hatte ich 43 Mädels und Damen und 2 Herren (Mann, die fühlen sich inmitten der wippenden Figuren wohl wie Adam im aufgefüllten Paradies!), die voller Power und mit viel sichtbarem Ehrgeiz all das so gut als recht mitmachten, wie ich es wollte, und vor allem dabei auch noch ihren schweißtreibenden Spaß hatten. – Der Mensch ist halt unterhaltungssüchtig!

Und ich? Ich schöpfe aus diesem entgegengebrachten Feedback enorm viel Energie. Nach einem stressigen Arbeitstag (und wenn ich stressig sage, dann meine ich es auch so … von Besprechung zu Besprechung, dazwischen Protokolle verfassen, Mails bearbeiten, Kollegen aufmuntern, hoffen, das Richtige getan zu haben, nicht verzweifeln, wenn alle Müh umsonst war, … und der Jahresvorsatz, mittags eine Runde im Park zu gehen, hatte noch keine Gelegenheit, FUSS zu fassen), ist es zwar meistens eine kleine Anstrengung, mich (das heißt Kopf und Körper) ins Studio zu schleppen, aber sobald ich im Turnzeug stecke, die Leute in den Saal strömen und ich mit Musik den Kurs eröffne, ist der Showeffekt da: alles dringt für 60 Minuten in den Hintergrund, egal, ob Müdigkeit, Hunger/Durst oder Schmerzen – Ich bin präsent. Wer das Buch Fish! kennt, weiß: präsent zu sein, ist eines der 4 wichtigen Motivationsprinzipien, um seinen Job gerne machen zu können (die anderen 3 sind übrigens: Spielen / play, den anderen Freude bereiten / make their day und deine Einstellung wählen / choose your attitude).

Man hat so immer so viel Freude, wie man sich selbst macht! Und wenn meine kleine Schar der Leser/innen hin und wieder über meine Zeilen schmunzeln kann, soll es mir nur Recht sein – ich habe Freude daran:

I make your day!

Welcher Laufschuh ist der beste im ganzen Land?

Diese Frage beschäftigt mich, nachdem mittlerweile jeder weiß, dass ich mich mal mehr / mal weniger gern dem Laufen widme, seit einiger Zeit intensiv, denn seitdem ich bei www.run21.com immer wieder Super-Sonderangebote finde, liegt es nahe, dass man den einen oder anderen Laufschuh, ohne, dass man ihn vorweg probiert hat, bestellt. Es ist verlockend, wenn ein Asics um 50% reduziert ist, und wenn er so angepriesen wird, muss er ja auch gut sein. Leider trifft das nicht auf jeden Fuß zu, sprich nicht auf meinen. Nachdem ich über den ganzen Sommer immer in meinen relativ ungedämpften Wettkampfschuhen gelaufen bin, wollte ich im Herbst und über den Wintern meinen Füßen etwas Gutes gönnen und habe mir besagten Asics in dezentem Schwarz und feurigem Orange gekauft. Super bequem, als ich in der Wohnung die ersten tänzelnden Laufhopser machte, aber dann beim ersten Auslauf die große Enttäuschung und wachsende Verzweiflung: meine Füße und die Schuhe wollten sich nicht miteinander bewegen, nein ich spürte richtiggehend das Machtgezerre da unten, 172 cm von meinem Gehirn entfernt. Was ist da nur los? Kurze Zeit später fingen auch noch die Schienbeine zu schmerzen an und die Freude an der Bewegung war dahin. Gut, dachte ich, das muss sich erst einspielen. Tat es aber nicht. Auch nach weiteren Läufen war zwischen Fuß und Schuh keine Eintracht herbeizuführen. Also habe ich wieder zu meinem Wettkampfschuh gegriffen und war echt happy, und meine Füße haben sichtlich erleichtert laut gejubelt. Auch diese von Asics, also nicht einmal, dass man sagen könnte: diese Marke ist nicht für deine Füße geeignet. Ich habe ja auch bei Saucony schon Ähnliches erlebt: da habe ich mir von einem Modell aufgrund des verlockenden Angebotes gleich zwei Paar gekauft, allerdings in unterschiedlichen Farben. Mit den bunten war ich ein Ass auf der Laufpiste, mit dem rein weißen Schuh allerdings, der sich durch neongelbe Schnürsenkel hervorzuheben versuchte, war das Laufen dagegen ein frustrierender Graus, der zu einem grauslichen Frust führte. Und ich kann nicht ergründen, warum das so ist. Anfangs dachte ich noch, dass meine Füße aufgrund der blassen Farbe streikten, aber nachdem ich mental daran gearbeitet hatte und sich keine Besserung einstellte, sind die Schuhe nunmehr im Schrank ganz hinten versteckt und ärgern sich jetzt wahrscheinlich schwarz – aber auch dann werde ich sie nicht tragen, denn je dunkler der Schuh, desto schlimmer wird es dann im Sommer, wenn der Asphalt unter den Sohlen zu brennen beginnt.

Schlussendlich bin ich jetzt bei drei Modellen gelandet, die mich frühmorgens, wenn ich schwitzend durch die Straßen fege, begleiten dürfen: es sind zwei unterschiedliche Wettkampfschuhe von Saucony bzw. Asics und ein neutrales Paar für sozusagen normales Training, auch von Saucony in knalligem Pink. Und ich weiß nun auch, dass ich sie in Größe 42,5 bestellen muss, will ich verhindern, dass sich die Fußnägel in regelmäßigen Abständen von den Zehen lösen und ihrer eigenen Wege gehen.

Für nicht so Laufinteressierte mag das jetzt wahrscheinlich etwas überzeichnet klingen: nimm doch irgendeinen Laufschuh und lauf einfach. Ganz so ist es halt doch nicht: ich will mich doch einigermaßen wohl fühlen, wenn ich meinen Puls in die Höhe treibe. Außerdem ist das bei mir auch so eine mentale Sache: wenn ich das Gefühl habe, dass mich ein Laufschuh blockiert, bin ich auch im Kopf blockiert. Ich bin weit davon entfernt, beim Laufen den eleganten Schritt einer Gazelle nur annähernd nachahmen zu können (böse Zungen behaupten ja, dass ich mich eher wie eines dieser dunkelgrauen Dickhäuter bewege), aber nachdem das Laufen für mich so wichtig ist (und ein weiterer Marathon bereits in der pipeline lauert), muss ich mich, wenn ich samstags um 6 Uhr aufstehe und 180 Minuten laufe, auch einigermaßen wohl fühlen. Das beginnt unten beim Schuh, geht über die Hose hinauf und endet oben beim Oberteil. Vielleicht erklärt das mein großes Storage an Laufbekleidung?

Lauf-Depression

Gibt es sowas wie Lauf-Depression? Ich verstehe das nicht: die Temperaturen liegen bei Null, die Schuhe passen, die Laufkleidung ist schwarz-bunt gemischt – also alles eigentlich bestens auf mich zugeschnitzt – und trotzdem spüre ich derzeit eine Unlust, welche allenfalls durch die morgendliche Noch-Schwärze des Himmels oder durch die immer sehr ähnlichen Laufstrecken im Prater oder entlang des Donaukanals bedingt ist. Heute morgen war es besonders schlimm, meine Füße zum Wechselschritt zu bewegen. Wo ist mein Lauf-Elan geblieben? Fehlt mir das Sonnen- bzw. Tageslicht, um meine Sinne für den Weg an sich zu begeistern? Vielleicht müsste ich spannende Hörbücher oder lustige Sketches hören anstelle betrüblicher Nachrichten aus aller Welt und immer die gleiche Musik (vielleicht sollte ich den Sender mal wechseln?). Vielleicht sollte ich die Laufrunde mal andersrum laufen, um die Gewohnheit zu durchbrechen oder im Rückwärtslauf springen? Vielleicht sollte ich zwischendurch mal öfters Hampelmann machen oder die schwere Sprungschnur mitschleppen, um ab & dann mit elegantem Schwung zu hopsen. Vielleicht sollte ich im Fitness-Studio auf dem Crosstrainer Cardiotraining machen? Vielleicht ….?

Vielleicht sollte ich mit den halterlosen Strümpfen laufen – dann hätten zumindest die Jogger der dunklen Macht etwas zum Lachen – und ich Frostbeulen am Po!

PROspeedrope Workshop

PRO was? speed steht für Geschwindigkeit. rope steht für Seil. Und zusammen ergibt das den Seilspringen-Workshop, den ich am Sonntag besucht habe. Irgendwann in meiner Kindheit bin ich gesprungen, gehüpft und hingefallen. Aus der Schulzeit habe ich noch immer ein Hanfseil, das auch ab und dann für ein paar Sekunden in Verwendung gebracht wird. Was bringt mich also dazu, einen kostbaren Sonntagnachmittag dafür zu opfern, das Seilspringen als sportliche Zusatzattraktivität zu testen? Schlicht und einfach: ich weiß es nicht! Wahrscheinlich brauche ich eine Ergänzung / Abwechslung / Erweiterung, um meinen Bewegungsdrang zu befriedigen. Laufen und Yoga sind weiterhin ok. Das PowerPlate-Training ist in der Form, wie sie das bei den Lifestyle Ladies anbieten, keine Herausforderung mehr (deshalb werde ich wohl auch kündigen, außer, sie können mir einen Attraktionszuckerl anbieten). Crossfit steht noch vor der Probestunde, zu der ich auch Bodo animieren möchte. Hier wird – grob zusammengefasst – Krafttraining auf Geschwindigkeit trainiert. Also kommt das Springen mit einem PRO-fessionellen Seil gar nicht so ungelegen.

Am Workshop nehmen außer mir noch 5 Männer von knapp 20 bis vielleicht 50 Jahren teil, alle motiviert und fleißig die unterschiedlichen Seile testend. Das Standardseil ist leicht und aus Kunststoff und verleiht nicht das Gefühl, sich über den Kopf schwingen zu wollen. Deshalb nehme ich mir gegen einen kleinen Aufschlag das Modell Gold, ist ein mit Kunststoff ummanteltes Stahlseil, das man an den Griffen auch noch mittels kleiner Gewindestangen schwerer machen kann. Schwierig das Einstellen der richtigen Länge. Anfangs blockieren meine Locken den Schwung, nach wenigen Minuten wäre das egal, weil die Schweißtropfen das Haar an den Kopf kleben. Auf jeden Fall mit guten Schuhen springen, weil das ordentlich auf den Vorderfuß geht (und natürlich die Waden).

Eine junge Studentin, die mehrfache österreichische Staatsmeisterin im Seilspringen ist, zeigt uns leichtfüßig die Grundsprünge, die da sind: Knie abwechselnd hoch mit/ohne Zwischenhupfer, Anfersen, Twist, CanCan. Es zeigt sich sehr schnell, dass meine Füße nach dem 3.Mal Hüpfen automatisch schneller werden, das Seil aber nicht hinterherkommt, was zur Folge hat, dass ich zu einem abrupten Ende komme. Frustrierend, dass ich Seil und Körper nicht in einen harmonischen Rhythmus vereinen kann. Es wird auch nicht besser, als wir Rückwärtsspringen, im Laufen springen oder das Seil doppelt so schnell wie die Beine agieren lassen, geschweige denn von den Überkreuz-Sprüngen. Und so mancher verfehlte Sprungeinsatz endet in einem rotverlaufenden Striemen – bevorzugte Gegenden: Unterschenkel, Oberschenkel, Gesäß. Zu meiner Ehrenrettung: auch die Jungs haben ihre Probleme und spüren heute sicher noch ihre Waden. Ich fürchte, es gibt einige peinliche Fotos des Organisators auf Facebook (da ich diesem Socialnet weiterhin vehement widerstehe, muss ich mich nicht giften, wenn ich meine verzweifelte Grimasse sehe).

Und wie immer treffen einige Sprichwörter treffend zu:

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Auch die Staatsmeisterin hat wohl stundenlang geübt, bis sie im Sitzen Schnurspringen konnte oder aus einem Radschlag heraus.

„Ohne Fleiß kein Preis.“ Wobei ich dies eher umformulieren möchte in. „Ohne Schweiß kein Preis.“

Die Empfehlung lautet: üben üben üben. Mit 5 Minuten anfangen und steigern bis auf 30 Minuten (pro Tag?!). Soll die Ausdauer und die Koordinationsfähigkeit stark verbessern. Ich glaube das gern – wir waren nach den 3 Stunden Workshop wohlig müde!

Wenn Ihr mich also demnächst nur mehr hopsend durch die Gegend flitzen seht, dann steht fest, dass mich das Rope-Fieber erfasst hat.

Yoga im Herbstlaub

Das Wetter am vergangenen Wochenende war ein Wahnsinn! So schön – warm wie im Sommer und bunt wie im Herbst. Am Samstag nach einer schönen Wanderung am Stadtrand Wiens kam der Gedanke, eine Yoga-Foto-Session in der Natur zu machen – Bodo als Fotograf und ich als Model.

Gesagt – getan: nachdem sich der Hochnebel gegen Mittag endlich verzogen hatte, sind wir in den Prater gepilgert auf der Suche nach einem schönen fotogenen Fleckerl Erde, sonnenbeschienen mit Baum, Laub und wenigen Menschen (haha – für genau diese Stellen hat sich die gesamte Wiener Bevölkerung auch interessiert!).

Vor einem alten knorrigen Baum habe ich dann in diversen Asanas gepost – aber hallo: ganz schön anstrengend, da ich ja für mehr als 5 Atemzüge still halten musste. Ich glaube, ich habe den Atem überhaupt angehalten, um nur ja nicht zu wackeln. Von Vrikshasana (Baum) bis zu Shirshasana (Kopfstand) halt einige Positionen, die am Foto halbwegs gut rauskommen (könnten). Der kritische Bick danach: mein Blick zu ernst, im Kopfstand zu schief, das Knie bei Uthita Hasta Padangusthasana nicht gestreckt genug. Besser gefallen mir die Aufnahmen, wo meine Kehrseite – die Schulter- und Rückenmuskulatur und mein Allerwertester zur Geltung kommen – und natürlich der Lockenschopf im Sonnenlicht. … Bodo ist gerade dabei, die gelungenen Aufnahmen zu „optimieren“. Wenn sie fertig sind (gut Ding braucht Weile!), gibt´s den Link dazu.

Ich würde die Foto-Session gerne wiederholen – vielleicht im Botanischen Garten. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn das Laub fällt und fällt und fällt – heute wär das Hintergrundmotiv auch ein sehr nebelverhangenes geworden – für Yoga auch ein sehr schönes Stimmungsbild.

Das Wichtigste an dieser Stelle aber der gemeinsame Spass an der Sache: Bodo kann seinem Hobby einen „Sinn“ geben und ich bin auch mal aktiv dabei, auch wenn dies dann mit harscher Selbstkritik verbunden ist. Wer bekommt schon gerne einen Spiegel vorgesetzt?

Sky-_MG_0586

Sky-_MG_0599 Sky-_MG_0601 Sky-_MG_0604 Sky-_MG_0610 Sky-_MG_0612 Sky-_MG_0630 Sky-_MG_0636 Sky-_MG_0646 Sky-_MG_0655 Sky-_MG_0659 Sky-_MG_0662 Sky-_MG_0672