Bambi lebt!

Mit unruhigen Füßen zog es mich heute Morgen wie so oft in den Prater. Ich versuche zumindest den Anlauf vom 3.Bezirk in das große Wiener Naherholungsgebiet abwechslungsreich zu gestalten. So führt ein beträchtlicher, aber nicht uninteressanter Umweg über das rechte Ufer des Donaukanals (für die Insider: beim Hilton vorbei, zur Urania, dann scharf abbiegen bei der noch geschlossenen Strandbar, immer gerade aus, vorzugsweise auf dem unbefestigten Weg bis zur vierten Brücke … danach ist der weitere Weg leider wegen Baustellenarbeiten geschlossen) bis in den Prater so in der Mitte ca. Von dort bevorzuge ich dann einen der kleinen Trampelpfade, die ins Gehölz führen und meistens den Reitern vorbehalten sind – allerdings bin ich in der Früh noch so gut wie nie einem stolzen Ritter auf seinem schwarzen Ross begegnet – schade eigentlich.

Ich war zwar heute nicht gerade mit dem erhofften Speed unterwegs, dafür aber mit pink-färbigen Sleeves, weil es für Kurzarm doch noch etwas huschi ist und mir immer sehr leicht die Finger an der linken Hand – und nur dort, eigenartiger weise (?) – abfrieren. Da ist es gut, wenn ich einen Ärmel zum Reinkriechen habe.

Na ja, als ich schon auf dem Rückweg entlang einer kleinen Lichtung so vor mich hin dahin trotte und meinen Gedanken nachhänge, stoße ich auf – nein, nicht auf den mutigen Ritter, sondern: auf eine 3-er Gruppe von Rehen! Es gibt sie also doch noch, die wahren Bambis dieser Welt! Letztes Mal der Sprint-Feldhase – und heute diese nette, mich immer zur Rührung bringende Begegnung. Das Besondere daran: entweder haben die drei grau-braunen Wesen (eines schon mit leichtem Geweih) mich nicht gerochen (fast ein Ding der Unmöglichkeit) oder waren von der Farbe Pink so fasziniert, dass sie einfach neugierig mit leicht verdutztem Augenaufschlag stehen blieben und mich anstarrten. Ich zurück mit einem leisen „Hallo!“

Ich liebe diese Momente im ausklingenden Morgengrauen und finde es einfach berührend – um mich zu wiederholen -, dass die urwüchsige Natur auch in einer kleinen Millionenstadt noch nicht ganz ausgestorben ist. Klopfer und Bambi sind meine heimlichen Ritter, die bescheiden getarnt sich nicht vertreiben lassen!

Ich hoffe, ich sehe Euch bald wieder!

Gute-Launen-Start

Was hat sich zum gestrigen Tag geändert?

Ich bin knapp vor dem Weckerläuten wach geworden und damit nicht allzu sehr aus dem Schlaf geschreckt worden. Die Sommerzeit-Umstellungs-Müdigkeitsphase aber ungehindert vorhanden – gähn!

Das quasi schweißfreie Lauf-Outfit von gestern schnell übergestülpt und mit einem Bussi aufs wehe (?) Knie das Stiegenhaus hinabgetrippelt mit dem aufatmenden Ergebnis, dass es gar nicht mehr so arg weh tut.

Die ersten Laufschritte zwar noch abtastend zögerlich, aber zunehmend forscher. Mein Knie hat kapiert: machst du dein Frauchen heute nicht glücklich, wird dieser Tag zum mentalen Fiasko – also streng dich an, beiß den Meniskus zusammen und … lauf!

Und es war gut so! 90 herrliche Minuten mit Schwerpunkt Prater-Abwege, Wald und weicher Boden. Ein riesenhafter Hase, der vor dem Eier-Verstecken Reißaus nimmt und knapp an mir vorbeischrammt (ganz ehrlich: nicht einmal ein Superläufer aus Kenia hätte da eine Chance gehabt, das Tier mit den langen Ohren zu überholen!), Vogelgezwitscher, das sogar durch die Kopfhörer dringt und die Hits der Stunde aus dem Gehörgang verdrängt.

Und wieder einmal bewahrheitet es sich: ich muss mich in der Früh in irgendeiner Form körperlich betätigen, und sei es der Swiffer, mit dem ich durch die Wohnung tanze. Ich halte das viele Sitzen im Büro einfach nicht aus, wenn ich vorher nicht einmal ordentlich ins Schwitzen gekommen bin (wobei: Swiffern entlockt mir nicht einen einzigen Schweißtropfen, eher verniedlichte Fluchereien, wenn sich nicht jeder Staubfuzzel einfängen lässt).

In diesem Sinne: keep on movin´!