Ja! Es gibt sie noch, die soziale Kompetenz bzw. bewahrheitet sich: die Hoffnung stirbt zuletzt. … was ich meine?
Anfang März wurde mir ein Loch in der Laufshort zum Verhängnis, denn als ich nach einem ausgiebigen erfrischend-flotten Morgenlauf verschwitzt wie immer vor der Haustüre zum Stehen kam, musste ich feststellen, dass der Hausschlüssel durch eben besagtes Loch ausbebüchst war 🙁 Unser Vermieter hat mich zum Glück in die Wohnung gelassen – ein Tipp, der immer richtig ist: lasse einen Ersatzschlüssel bei einer Person deines Vertrauens, die aber auch erreichbar ist! Abends bin ich dann so gut wie die gesamte Strecke abgegangen, bis Erschöpfung (die ganze Zeit auf den Boden starren, macht einen kirre) und Dunkelheit mich niedergeschlagen nach Hause schickten. Tags darauf und auch am darauffolgenden Tag ging die Sucherei im Laufschritt weiter – aber ohne Erfolg.
Die zentrale Fundstelle vertröstete mich: es kann ein paar Tage / Wochen dauern, bis Fundstücke abgegeben werden.
Bodo drängte auf Austausch des Schlosses.
Ich wollte noch abwarten …
Gestern loggte ich mich dann aus einem unsichtbaren Bauchgefühl heraus in die Seite „gefundene Schlüssel“ – Wahnsinn, was alles verloren geht: Schlüsselbund mit mehreren Schlüsseln, Autoschlüssel und diverseste Kombinationen daraus, gefunden in U-Bahn, Autobus und anderen unauffälligeren Orten. Mich interessierten nur gefundene Einzelschlüssel. Bei einem hatte ich den Eindruck, dass er zu mir spricht: Ich bin es, dein Schlüssel, den du so vermisst! Also habe ich nochmals zur zentralen Fundstelle hingeschrieben (die in Wien übrigens der Müllabfuhr zugeordnet ist!) und bekam umgehend die positive Rückmeldung: Gefunden!
Also bin ich heute Morgen gleich hingepilgert: seit dem 20.März hing der Schlüssel in bester Gesellschaft auf Haken Nr. 431. Ein bisschen blass ist er geworden und matt – aber keine Angst, ich werde dich pflegen und verwöhnen!
Was mir leid tut, ist, dass ich demjenigen, der a) so scharfe Augen hat, um den Schlüssel im Laub (ich nehme an, dort hat sich der kleine Ausreißer versteckt gehabt) entdecken zu können und b) das soziale Bewusstsein besitzt, das Fundstück abzugeben (was sicher mit einem kleinen zeitlichen Aufwand verbunden ist), nicht persönlich danken kann – ich tue es daher an dieser Stelle: Merci! Thank You! Grazie! Danke!
Es tut gut, zu wissen, dass Menschen auch an andere denken und nicht die Augen verschließen. Ich hoffe, dass ich jemanden auch einmal derart helfen kann, denn es ist zum Heulen, wenn man verlassen vor verschlossenen Türen steht!