Es wird scho´glei´dumpa

Das Leben spielt sich derzeit zu einem überwiegenden Teil im Dunkeln ab. In der Früh muss der Wecker etwas lauter und intensiver schreien, bis die Geräusche in das Tiefenbewusstsein eindringen und dich aus den Fängen tiefer Träume entreißen. Du schälst und windest dich aus dem warmen Bett und eilst fröstelnd aufs Klo, wo du zum ersten Mal von allzu hell-strahlendem Neonlicht geblendest wirst. Wer hat jemals festgelegt, dass man beim intimen Pinkeln im Scheinwerferlicht stehen … ähem: natürlich sitzen muss?! Danach der lautlose Schrei beim Blick in den Spiegel – wer hat behauptet, dass sich im Schlaf der Körper erholt? Die Regeneration spielt sich anscheinend nur inwendig ab – heißt es nicht auch so schön: du hast den ganzen Tag Zeit, dich zu entfalten?

Viele Menschen brauchen jetzt dringend den ersten Kaffee.

Nachdem ich kein Koffein zu mir nehme und frühmorgens noch keinen Prosecco trinke :-), ziehe ich dann meistens gleich die Laufschuhe an oder packe meine Yogamatte oder setze mich neuerdings aufs Rudergerät (eine neue Anschaffung, die seit kurzem in unserem Mini-Loft eine prominente Stelle einnimmt und dafür auch einiges an Platz beansprucht) oder wedle mit dem Swiffer durch die Wohnung.

Jedenfalls bin ich danach annähernd wach genug, um mich der Kleiderwahl widmen zu können – keine Angst: ich steige vorher unter die Dusche!

Wenn ich morgens zum Yoga gehe, muss es schnell gehen, dh es gibt das eine oder andere Kleidungsstück, das quasi immer passt und in solchen Momenten herhalten muss. Daher liebe ich Kleider – dazu dann eine schwarze Leggings und die schwarzen bequemen Stiefel – und es kann schon los-gehen! Mein derzeitiger Favorit ist das Hängekleidchen, das ich mir bei der Weinverkostung gekauft habe – ein Glücksgriff!

Unter „Zeitdruck“ tue ich mir persönlich um einiges leichter, meine individuelle Tages-Wohlfühl-Klamotte zu finden. Aber je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto mehr unbefriedigende Kreativitätsakrobatik findet vor dem Kleiderschrank und Spiegel statt – und meistens ist das Ergebnis dann nicht so, wie ich es mir erträumt habe. Und wenn ich dann unter Zeitdruck gerate – weil dann doch meine Anwesenheit im Job erwartet wird -, gerate ich in leichte Panik und Unwohlsein, das mich den ganzen Tag begleiten wird … bis ich dann abends daheim in legeres Outfit ohne Anspruch auf allzu große Schönheit schlüpfe. Keine Angst: die klassische hellgraue Jogginghose (Hallo! Jogging ist doch eigentlich mit aktiver Bewegung verbunden und nicht mit Sitzkissen-Kuscheln!?) ist nicht mein Ding.

Die Zeit, die wir momentan verbringen, umhüllt uns mit Grau in allen Schattierungen, von Anthrazit über Steingrau, Mausgrau, Lichtgrau, Blassgrau, …. bis zum schmutzigen Weiß … um nach wenigen Stunden bereits wieder ins dunkle Schwarz über zu wechseln. Kein Wunder, dass fast jeder jetzt Zuflucht bei warmem Kerzenschein und wärmenden Getränken mit und ohne Anteil an Hochprozentigem sucht.

Und wenn das Teelicht runtergebrannt ist, die Lider schwer werden und die Zähne geputzt sind (Zahnseidenkosmetik inkl.), ist es auch schon wieder Zeit, ins kuschelige Bett zu steigen.

…. und in wenigen Stunden beginnt der Kreislauf von Neuem!