Einsam im homeoffice? Nach der anfänglichen Schockstarre scheint mit einem Mal frischer Wind reinzukommen. Dank Skype for Business, Zoom und einigen anderen vergleichbaren Tools ist es möglich, Besprechungen im kleinen Rahmen abzuhalten, ohne sich physisch treffen zu müssen – mit oder ohne Videobild. Ich selbst bevorzuge natürlich (!) die Variante ohne optische Ergänzung, auch wenn ich „ordentlich“ angezogen bin und mein fortgeschrittener Haarwuchs sich noch in Grenzen hält. Mir kommt aber das Grauen, wenn ich meiner durch den Blickwinkel der Notebook-Kamera verzerrte Visage gewahr werde!
Mittlerweile habe ich auch den Dreh heraus, dass ich mir, ohne schreien zu müssen, Gehör verschaffen kann.
Wie alles im Leben gibt es auch hier Licht & Schatten, Vorteile & Nachteile, Stärken & Schwächen:
- Die Besprechungen automatisch kürzer, weil man nicht gemeinsam an einem Tisch sitzt.
- Es nehmen auch weniger Personen teil, was einerseits zwar zu mehr Effizienz und produktivem Output führt (… führen kann …), andererseits aber die Gefahr birgt, dass die Informationen nicht an „Alle“ weiter getragen werden.
- Man sollte tunlichst noch vorher aufs Klo gehen und sich mit Kaffee / Tee / Wasser versorgen.
- Garderobenzwang ist mitnichten aufgehoben – im Fall Videocall sollte man aber zumindest „oben rum“ fesch sein.
- Mitbewohner*innen sollten sich in der Zeit der Telco oder des Videocalls möglichst unauffällig und leise verhalten – für Eltern derzeit aber wahrlich eine Herausforderung!
- Powernapping geht nun nicht mehr, weil man sich auf das Gehörte mehr konzentrieren muss – die Synapsen werden dadurch positiv angeregt.
- Für die Ohren ist es aber eine Belastung! Es bietet sich zwar an, mit Kopfhörer und Mikrofon oder dem Handy teilzunehmen. Aber nachdem die übertragene Qualität in Hinblick auf Lautstärke und Sprachverständlichkeit von Teilnehmer zu Teilnehmer sehr unterschiedlich ist, muss man teilweise die Ohren spitzen und teilweise wieder zuklappen. Ich war gestern Abend nach 90 Minuten Telco, bei der ich Protokoll geführt habe, ganz schön groggy im Kopf!
- weniger menschliche Ausdünstungen, mehr Sauerstoff (auch wieder gut fürs Gehirn), kein physisches Händeschüttel, kaum Smalltalk – die Telco endet, wenn man (im übertragenen Sinn) den Hörer auflegt.
- Aber ohne Zweifel, ein probates, tolles Mittel, um in dieser Zeit der Isolation „safer contact“ haben zu können – im Privatbereich werden mit derartigen Tools derzeit ja auch Geburtstage gefeiert – hier dann natürlich MIT Bild!
Mein Fazit: Ich finde Telefonkonferenzen gut, bekommt der Arbeitsalltag im homeoffice doch wieder ein bisschen mehr Spannung und Abwechslung, man fühlt sich mit den Kolleg*innen und sonstigen Berufspartnern verbunden, voneinander zu hören ist besser als nur voneinander zu lesen – man fühlt sich nicht ganz so allein gelassen & verloren!
Trotzdem: ich freue mich auch wieder, irgendwann im eiskalten oder überhitzten Baubüro mit einer Menge von Alphatierchen und Dominas ein „Schwätzchen“ zu halten 🙂