Partnerlook versus Individualität

Derzeit haben Bodo und ich eine sehr konträre Auffassung darüber, wie lange eine Jeans noch tragewürdig bzw. tragefähig ist. Umso umfassender die Wort-Spiele (wir sind noch nicht im Stadium der Wort-Gefechte angelangt!), wenn es sich um eine Lieblingsjeans handelt.

Was das Verhüllen unserer vom Paradies gegebenen Kleidung betrifft, sind Bodo und ich vergleichbar mit Tag & Nacht / Sonne & Mond (also Ha-tha), Yin &Yang!

Er: greift im Morgengrauen zielgerichtet zu Unterhose, Socken, Jeans und variiert eigentlich nur in dem, was seinen Body bedecken soll: T-Shirt Kurzarm / Langarm oder doch ab & dann ein kariertes (bügelfreies!!!!) Hemd. Wenn es kühler ist, Gilet oder Fleece-Jacke – und das war´s dann auch schon, denn im Schuhwerk gleichermaßen gibt es kaum Experimente und am liebsten die atmungsaktiven Sneakers von Keen. Eine Angelegenheit von ein paar Minuten. Unter der Dusche, da braucht er schon bedeutend länger.

Ich: stehe jeden Tag vor der Qual der Wahl. Und es spielen viele Faktoren mit: Wie ist das Wetter? Habe ich einen „normalen“ Arbeitstag oder gibt es doch eine Besprechung, bei der ich ein bisschen Businesslady sein sollte? Bin ich heute auch zu Fuß unterwegs? Wie ist meine Laune heute Morgen? Wie fühle ich mich in meiner Haut? Bin ich kreativ und experimentierfreudig oder wähle ich einen schon erprobten Look? Wie schaut mein Zeitguthaben aus, bevor ich die Wohnung verlassen muss? Sich am Vorabend schon zu überlegen, in was mich der nächste Tag sehen wird? Das klappt gar nicht: entweder habe ich es dann schon wieder vergessen oder es ist ein der oben angeführten Umstände eingetreten, die besagtes Vorhaben komplett umstürzen können. So kommt es auch sehr regelmäßig vor, dass ich mich mehrmals umziehe, bis ich dann so halbwegs zufrieden bin. Und wehe, wenn die Schuhe / Stiefel dann nicht dazu passen!

Ein Beispiel – gestern erst passiert:

1. Durchgang: graue weite Hose und rot-kariertes Oberteil mit leichtem Glanz – eine Katastrophe in der Kombi! Vor allem, weil das Oberteil wohl eine Fehlkauf war bzw. nur zum dazu passenden Rock getragen werden darf.

2. Durchgang: die Hose darf bleiben, aber ein schlichtes Oberteil in beige-grau – der vorprogrammierte mentale Supergau, passend zum Novembergrau.

3. Durchgang: das leichte pflaumen-grau-blaue Kleid von Diesel, mit dazu passendem Schal, blickdichte Leggings und meine flachen Airstep-Stiefel (die Zalando übrigens derzeit unverschämt reduziert im Sale anbietet!!!), drüber meine heißgeliebte Lederjacke.

Dazwischen viel Gemurre und das eine oder andere Sch…. Bodo, der gestern frei hatte, noch im Bett liegend, hört natürlich alles mit und amüsiert sich köstlich über meine Verzweiflung. Sein breit grinsender Kommentar: wenn du mich gefragt hättest, hätte ich dir gleich das Kleid empfohlen!

Und jetzt stelle man sich vor, wir würden uns á la Beckhams (Vicy und David) immer im Partnerlook anziehen! Never ever möglich! Ich bin nicht der 100%ige Jeanstyp, und Bodo in Knallrot – auch eher unwahrscheinlich. Wer richtet sich nach wem? Wer darf sozusagen den Textil-Ton angeben? Mal der eine / mal der andere oder wird das verbal und handgreiflich ausgefochten?

Um weiterhin beim Wort-Spiel bleiben zu können, ist es angeraten, dass ein jeder in seinem individuellen Gefiedere verharrt – und mir zum Glück zwei Drittel des Kleiderschranks bleiben, weiters eine Kommode und ein Schuhschrank!

(Uff, fast hätte ich mich heute in mein eigenes Verderben gestürzt!)

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