Das Phänomen Computer. Programme, ungeahnte Verknüpfungen und Verbandlungen, die den Umgang im täglichen Leben erleichtern sollen und dem Arbeiten einen spielerischen Touch geben sollen.
Meine Eltern gehören ja noch zu einer Generation, die mit Stenographie, stromloser Schreibmaschine und Wählscheiben-Telefon aufgewachsen sind. Der Sprung in die ach so hippe virtuelle Welt, wo Daten von unsichtbarer Hand und sensiblen Nervenbahnen von A nach B transportiert werden, oft schneller als ein Wimpernschlag, ist für Menschen, die in den wilden 50ern mit Petticoat und hochgestrafftem Pferdeschwanz getanzt haben, die sich in den 60ern mit ehrlicher Überzeugung das Ja-Wort zugehaucht haben, die in den nächsten 20 Jahren dann mit der Erziehung Ihrer Brut beschäftigt waren, die in den 90ern mit den ersten Wehwechen zu kämpfen hatten, die jetzt noch immer dann und wann im Schilling und nicht im Euro rechnen, nicht so leicht, wie für ein heute geborenes kleines Wesen – sei es meine gerade geschlüpfte Nichte, seien es die Kindergartenkinder meiner Nachbarn -, das mehr oder weniger das www-Gen in den Windeln eingepflanzt hat.
Ich bin so mitten drin. Auch ich habe noch einen Stenographiekurs besucht, aber schon auf der elektronischen Schreibmaschine die 10-Fingertechnik gelernt. Das Architekturstudium habe ich noch mit Tuschestiften und Schablone absolviert. Erst den Text zur Diplomarbeit habe ich in einen Computer reingetippt. Ausdrucke waren kaum leserlich, da auf Tintenstrahldrucker und Endlospapier. Zuerst wurden die Daten auf einer Floppy-Desk abgespeichert, dann kamen die kleinen quadratischen. Von USB und CD/DVD noch keine Rede!
Ich bin stiller, meist ungeduldiger und hin und wieder verzweifelter User. Seit mehr als 12 Jahren mit einem autodidaktischen Computer-Freak zusammen. Was uns unterscheidet: er hat keine Angst, er weiß, bis in welche Tiefen er abtauchen muss, um ein Hindernis beheben zu können, er probiert auch mal schon was aus – nachdem er eine Sicherung durchgeführt hat – und er ärgert sich auch schon mal sehr laut, wenn etwas so gar nicht funktioniert. Das ist dann der Zeitpunkt, wo ich mich ganz leise verhalte oder einladend das Fenster öffne, damit er den ganzen Krempel auf die Straße werfen könnte – was natürlich nicht passiert.
Die Abhängigkeit ist mittlerweile enorm. Alltag und Freizeit werden von Notebooks, Tablets und Smartphones bestimmt und dominiert.
Wie könnte ich sonst aber meine Gedanken in alle Welt hinausposaunen?
Warum habe ich nach langjähriger Ablehnung sofort Gefallen an meinem neuen Firmenhandy gefunden. Vorbei die Zeit des groben Drückens – die Menschheit sehnt sich nach Streicheln und sanften Berührungen. Daher gibt es jetzt wohl auch die Smartphones.
Und gerade eben – das mit der Auslöser für diesen tiefsinnig-irrelevanten Blog – haben wir eine Eigenschaft entdeckt, die es mir erlaubt, direkt aus dem Word eine Verknüpfung mit meiner Blogseite herzustellen – phänomenal!
Aber: schaut aus dem Fenster – ein strahlender Novembersonntag, ich sitze mit nackten, wenn gleich auch schon leicht erfrorenen Füßen auf dem Balkon und lasse mich von den mittäglichen Sonnenstrahlen an der Nase kitzeln. Und was tue ich? Dank technologischer Entwicklungen liegt jetzt ein Computer auf meinen Knien, kein Stromkabel wickelt sich schlangenartig um meinen dünnen Hals, und ich kann absolut entspannt und lässig meine in jungen Jahren erlernte 10-Fingertechnik trainieren.
Trotzdem: der heutige Morgenlauf im Wald, ganz ohne Technik (nicht mal Musik in den Ohren), war schon auch recht geil. Ich habe mich geradezu gefühlt wie ein flinkes Bit/Byte im Schwarm rund um die Welt!