Lasse einen Handwerker nie allein – und schau, dass du alles mit Argusaugen kontrollierst! Nur blöd, wenn „das Objekt der Begierde“ zum Schutz abgedeckt wird – „Nicht betreten!“
Die Theorie ist das eine – in der Praxis spielt´s leider deutlich differenzierter! Der gestrige Bau-Tag war bis zum Nachmittag recht entspannt: denn wenn gespachtelt wird, hört man nur leichte Kratz- und Schabgeräusche und es fällt wenig Dreck an.
Doch mit einem Schlag war´s vorbei mit „entspannt“, denn ein zorniger Aufschrei aus dem, was wieder einmal ein Bad werden soll, schreckte mich von meiner Homeoffice-Arbeit auf. (Nein! Ich war nicht gerade beim PowerNapping!) Ich natürlich schnell hin – und wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Abschlusskante des Gefällebetons im Mittel auf 120 cm gesetzt wurde — aber OHNE Berücksichtigung der bei 60er Fliesen zwangsläufigen Fliesenfugen und einer kleinen Toleranz wegen der leicht schiefwinkeligen Rückwand!!!
Oh Mannomann – Bodo hat – bezogen auf seine Körpergröße – echt breite Schultern, aber sein Hals gestern war um nichts schmäler – es hat wirklich nur noch der grüne Teint des Marvel-Helden Hulk gefehlt … und dessen Trümmerhand, wenn er zornig ist!
Undenkbar, bei den Fliesen 2 mm schmale Streifen abzuschneiden! Also was tun?
Ich, mit einem Bein schon in meinen Yoga-Tights für eine Runde Outdoor-Yoga, sofort ein empörtes Schreiben an den Installateur verfasst, Bodo zeitgleich die Fotodokumentation auf Mailformat verkleinert:
Plan A – Der Installateur muss SOFORT kommen und den Mangel beheben (Wir haben ja nicht unendlich viel Zeit und wollen ENDLICH wieder normal wohnen – ich bin ja nur dankbar, dass das Wetter mitspielt und die Outdoor-Dusche daher erträglich ist – I like it!).
Plan B – Wir (also „meine“ beiden Handwerker mit vier goldenen Händen) schneiden den Boden entsprechend auf, dichten erneut ab, etc., und der Installateur muss ein paar Partiestunden gutschreiben – die Deadline: heute, also Freitag, 09:00 Uhr!
Gut und schön, uns ist aber erst heute eingefallen, dass die Firma diese Woche wieder eine „kurze“ Woche hat, sprich: donnerstags ab 16:30 Uhr ist der Laden dicht bis montags früh um 07:00 Uhr. Und damit keine Reaktion aufs Schreiben, kein Anruf, gar nichts! Damit stand fest: Plan B wird in die Tat umgesetzt – und das ging dann eigentlich sehr schnell. Allerdings ist noch unklar, ob wir die geforderte Gutschrift bekommen (?)
Bodo´s Hals ist mittlerweile wieder auf Normalgröße geschrumpft – die ruhige Art von „unserem guten Geist“ wirkt auf ihn zum Glück beruhigend. Aber wie immer gegen Ende der Woche, ist Bodo´s Leidensdruck am größten, sind die Nerven knapp vor dem Zerreißen, und ist die Laune ganz tief unten. Ich kann hier ebenfalls nur beruhigend einwirken, unaufdringlich zum Besen greifen, aufmunternde Worte finden und abends für ein gutes Essen sorgen. (Gestern gab es köstliche Quesadillas = mit Thunfisch, Zwiebel, Paprika, Käse gefüllte Tortillas, in der Mitte zusammengeklappt und in der Pfanne herausgebraten – mmmh!!! Kommt jetzt öfters auf den Tisch!)
Unser Segen ist, dass „unser guter Geist“ derzeit keine fixe Anstellung hat und daher für uns zur Verfügung steht. Er arbeitet sehr gewissenhaft, hat einen enormen Erfahrungsschatz (und mächtig viel nützliche Utensilien – das IT-Piece: eine ca. smartphone-große LED-Akku-Lampe – genial!), und Bodo schätzt die Zusammenarbeit mit ihm sehr, lernt dabei auch viel! Wahrscheinlich hätten wir ihn alles machen lassen sollen – wenn wir´s vorher gewusst hätten …!?!?
Nur, wenn die beiden darüber maulen, dass der viele Aufwand nur daher rührt, dass sich „Madame“ fliesenlose Wände wünscht – „Meine Herren, ich kann Euch hören!“ -, dann schwillt auch mein Schwanenhals etwas an! 🙂















