Planet Erde

Sind wir uns bewusst, dass wir hier auf Erden nur Gast sind? Nicht Beherrscher, nicht Über-Kreatur, nicht höchste Intelligenz – sondern ganz klein und bescheiden Gast auf kurze Zeit?

Warum so nachdenklich heute?

Am Samstag fand in der Wiener Stadthalle eine Vorstellung statt – eine BBC-Produktion, musikalisch untermalt von einem Orchester aus Prag und moderiert von einem sehr eloquenten Max Moor – der Titel „Planet Erde“.

5 Jahre lang waren weltweit Kamerateams unterwegs, um Szenen aus dem Tier- und Pflanzenreich einzufangen – nicht im Netz, sondern mit der Linse. Teilweise stunden-, tage-, wochenlanges Warten und Hoffen,

– bis sich der seltene und mystische Schneeleopard inmitten von Geröll an eine Ziege heranpirscht

– bis der paarungswillige Dschungelvogel seine Tanzvorstellung gibt

– bis die Eisbärenmutter ihre Zwillinge erstmals aus der Schneehöhle an die frische kalte Luft zum Spielen raus lässt und sie sich selbst wohlig im Schnee räkelnd eine Pause vom Muttersein gönnt

– bis die Delfin-Armada einen Schwarm kleiner Fische immer weiter in die Enge treibt und dann zu Tisch bittet

– bis die Zugvögel endlich den höchsten Berg der Erde bezwungen haben

– bis der furchteinflößende weiße Hai majestätisch aus dem Wasser springend eine Robbe verschlingt

Ehrfurcht, Staunen, Entzücken und auch Traurigkeit sind dabei Gefühle, die mich durchströmen. Mag es in der Tierwelt auch zuweilen brutal und unverständlich zugehen, folgt alles doch einem speziellen Muster, einer speziellen Gesetzmäßigkeit zu Leben und Überleben, die sich über Generationen und Menschheiten erhalten hat – für mich ein Wunder, dieser Planet Erde – unser Planet Erde, der nur deshalb zu dem werden konnte, weil irgendwann vor ganz langer Zeit die Achse zur Sonne aufgrund eines Zusammenpralls mit einem „kleinen Steinchen“ aus dem All leicht verschoben wurde ….

Ich bin dankbar, hier zu Gast sein zu dürfen und freue mich schon auf eine Fortsetzung – denn Filmmaterial gibt es noch genug!

Laufend neue Höhen

Immer wieder mal was Neues – sonst würden meine frühmorgendlichen Long Jogs am Samstag ja langweilig werden. Meine derzeitigen Favoriten sind die lang gezogenen Wege entlang der Donau Richtung Westen / Klosterneuburg. Vor ein paar Wochen habe ich diese Strecke erstmals gewählt, weil es hier so ruhig, beschaulich, von Menschen verlassen ist. Nur der Wind, der am Ufer der Donau zuweilen ordentlich bläst, gibt dem Ganzen etwas mehr Dynamik.

Ich versuche, beim Laufen den Blick nach vor zu richten, aber auch das Nebenbei zu bemerken, wie Schwäne im Anflug, Enten auf ertrunkenen Baumstümpfen, vorbeiziehende Lastschiffe, die noch struppige Natur im langsam weichenden Winterschlaf, vom Biber angeknabberte Bäume – und das kleine Kirchlein an der Spitze des Leopoldberges, einer kleinen Erhebung am Stadtrand Wiens, gemeinsam mit dem angrenzenden Kahlenberg ein willkommenes Ausflugsziel der städtischen Wiener. Wir sind da ja mal schon raufgewandert, als Bodo und ich den Wiener Rundumadumweg zu Trainingszwecken in Etappen gewandert sind. In der Erinnerung ist mir ein recht steiler Weg geblieben – also nichts für laufhungrige Gemüter? Die Verlockung jedes Mal aufs Neue, allein der Mut hat gefehlt: was, wenn ich da zusammenbreche, nicht mehr weiter kann, geschweige denn den Weg nach Hause zurück laufen kann? Ängstlich, mutlos, ohne Selbstvertrauen – bin ich das?

Beim Googeln nach interessanten Laufevents abseits der Masse bin ich auf den Rundumadum-Ultramarathon gestoßen, in Summe 124 km, die man innerhalb von 30 Stunden bewältigen sollte. Keine Angst! Das mache ich nicht – allerdings gibt es auch Teiletappen, die mitzulaufen schon ganz spannend wären – eine Etappe führt dabei – erraten? – auch auf diesen kleinen Hügel, der sich in der Ebene des Donauufers so markant nach oben erhebt.

Wie soll ich es angehen, den Mut zu finden, die Angst zu verlieren, das Selbstvertrauen zu entfesseln?

Schritt 1: man nehme einen strahlend-blauen früh-frühlingshaften Sonntag und Bodo an der Hand und tarnt das Austesten der zu bewältigenden Steigung in einen müßigen Spaziergang. Mir kommt es so vor, dass es gar nicht mal so arg ist: der Puls steigert sich in angenehme Höhen, die Schweißporen bleiben geschlossen, die Beinmuskulatur fühlt sich angenehm in Anspruch genommen. Und eine herrliche Aussicht lockt als Belohnung.

Schritt 2: der nächste Longjog beginnt um 5:45 in der Morgendämmerung. Um 7 Uhr bin ich dann am Startpunkt, umgeben von Weinkulturen und noch schläfrigen Winzern. Ich gehe es gemächlich an. Der lockere Laufrhythmus der Ebene geht in kleinere tempo-reduzierte Schritte über, den ersten steilen Anstieg nehme ich in schnellerem Gehtempo, die zahlreichen Stufen werden langsam erklommen, um den Beinheber nicht zu erschrecken. Danach weiß mein Körper, was zu tun ist. Muskeln, Herzschlag, Schweiß spielen harmonisch miteinander. Ich lege zwei kleine Verschnaufpausen ein, verzichte generell, die Stufen, die ab und dann ganz arge Steigungen gehfähig machen, laufend zu erklimmen. Der letzte Anstieg vor der Kirche verdient meine Ehrfurcht: schnaufend und schwitzend reduziere ich nochmals das Tempo, gönne mir dann einen guten Schluck Wasser – mein Trinkrucksack leistet hier verlässliche Hilfe -, und weiter geht´s! Stolz ohne Ende, dass es so gut geklappt hat. Knapp 15 Minuten habe ich in Summe hier herauf benötigt. Ich lebe noch, ich fühle mich sehr gut. Mit der Aussicht ist es leider nicht so toll: grau und nebelig zeigt sich dieser Morgen – ich laufe weiter bis zum Kahlenberg, wo leichtes Graupeln meine Haut kitzelt. Dort drehe ich dann um, auch wenn der nächste Anstieg bis zur Sternwarte verlockend ist. Aber wie gesagt: ich muss das ganze Stück wieder zurücklaufen! Normalerweise esse ich während des Laufens nichts – warum auch? Mein Körper hat genug Reserven. Aber vor dem Hinunterlaufen gönne ich mir einen leicht gefrorenen, und daher biss-harten Müsliriegel mit Schokoladenguss auf einer Seite – das gibt Power! Ich flitze den Weg, den ich hinauf gelaufen bin, wie im Flug hinunter, begegne dabei wieder einer Frau, die ich beim Weg hinauf schon getroffen habe – jetzt kommt sie wohl ins Schwitzen; ich glaube aber, dass sie hier irgendwo wohnt und dass das ihr normaler Wochenendspaziergang ist. Es ist nicht mal 8 Uhr. Auch ein paar andere Personen nutzen die Morgenstunde, um zur Kirche raufzugehen – alle sind mit einer Freundlichkeit gesegnet, die man wohl nur am Berg findet. Den Schwung aus dem Bergab-Lauf nehme ich mit und düse mit fröhlichem Schritt wieder heimwärts.

Meine Muskeln sind sich einig: JA! Das hat Spass gemacht! Deshalb sind sie auch ganz brav und murren nicht. Schließlich wollen sie am nächsten Samstag wieder ein abwechslungsreiches Laufprogramm serviert bekommen. Meine Lieben: ich werde mich bemühen!

Alle Vögel sind schon da

Habt Ihr sie schon gehört? Die Vögel, die sich nunmehr wieder Gehör verschaffen? Es sind sicher noch nicht alle wieder zurück von der Winter-Flucht, aber es bringt mich zum Lächeln,

wenn:

morgens der Specht sich sein kleines Gehirn heraushämmert

abends eine einzelne kleine Amsel auf einem Lichtmast eine laut befahrene sechsspurige Straße frech übertönt

Es tut so gut, diese kleinen Tiere wieder aktiv zu sehen, zu hören – das mit dem Spüren lassen wir bitte, denn ich leide noch immer unter dem Trauma, dass mir, als ich als Kind in einem grünen Kleid mit bunten Knöpfen auf dem Weg in die Schule war, plötzlich einen Vogelsch…  in meinen Nacken gespritzt bekam – igitt – ich bin den ganzen Tag mit steifem Hals auf der Schulbank gesessen und meide seitdem bewusst Vögel, die auf einer Stromleitung sitzen.

Aber wenn die Vögel wieder ihre Stimmchen trainieren, bedeutet dies: der Frühling ist nicht mehr weit!

Und wenn es Frühling wird, dürfen die meist dunklen Winterklamotten auf Urlaub gehen und geben die Staffel an frechere Modelle weiter – eines kann ich jetzt schon zeigen – es erweckt das Raubtier in mir! Und dann werden mit Sicherheit ganz andere Vögel mir hinterherpfeifen! 🙂

Wild Things1

Wild Things1

Wild Things 2

Wild Things 2

Vorbei mit lustig …

… denn harte Zeiten brechen an!
Der Fasching ist vorbei – an mir spurlos vorbei-gelaufen, denn ich habe es nicht so mit getauschten Rollen für eine Nacht – bin weder Prinzessin noch Catwoman, keine Krankenschwester und schon gar nicht Frau Holle.
Aktuell sind die guten Vorsätze – genannt Fasten – für 40 plus 6 Tage. Klingt viel, sind es doch 6 Wochen – und je nachdem, welchen Verzicht man sich vorgenommen hat, tut das mehr oder weniger weh.
Die Renner sind: kein Alkohol, keine Süßigkeiten, kein Zucker. Manche nehmen einen zweiten Anlauf, wenn es zu Neujahr nicht geklappt hat, und versuchen, sich mehr zu bewegen.
Ich könnte jetzt von mir behaupten, dass ich das ganze Jahr über exzessfrei lebe und dass daher Verzicht nicht notwendig wäre. Daher suche ich noch nach einem Fasten der anderen Art. Das eine oder andere Gläschen Prosecco geht mir nicht ab. TV und Netflix kann ich auch (halbwegs) verschmerzen, denn a) kann ich die aufgenommenen Serien (derzeit Vorstadtweiber/1.Staffel und Grey´s Anatomy/11.Staffel zu einem späteren Zeitpunkt anschauen und b) Netflix bleibt Netflix und ist net futsch! Und so richtig im Shoppingwahn war ich auch schon länger nicht mehr .. nun ja, wenn auf Best Secret der Kunstleder-Trench, der genau zu dem Kleid gehört, das ich mir im Herbst bei der Weinverkostung gekauft habe, um 60% reduziert ist, musste ich gestern zuschlagen – das nehme ich so mal als Übergangsphase. Gilt swappen als Shoppingersatz? Da bin ich mir noch nicht so ganz im klaren – am kommenden Wochenende wird jedenfalls wieder eine Swap-Party veranstaltet – dieses Mal ohne meine hilfreiche Unterstützung (meine Anfrage blieb unbeantwortet) im Library Cafe der neuen Wirtschaftsuniversität am Prater. 5 Teile oder mehr zum Tauschen hätte ich alle Mal, obwohl ich befürchte, dass ich beim Tauschen nicht auf meine Rechnung käme – das letzte Mal war ja eher schwach in der Ausbeute. Lieber einem Nobel-2nd-Hand-Shop einen Hosenanzug, einen Wintermantel, die High-Heel-Overknees anbieten …
Jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgewichen: das andere Fasten …. macht mir noch Kopfzerbrechen – noch 40 plus 4 Tage Zeit, darüber nachzudenken …

Hans Guck-in-die-Luft 2.0

Wer kennt nicht die lehrreiche Geschichte in Heinrich Hoffmann´s Struwwelpeter vom Hans Guck-in-die-Luft? ….

Wenn der Hans zur Schule ging,
Stets sein Blick am Himmel hing.
Nach den Dächern, Wolken, Schwalben
Schaut er aufwärts allenthalben:
Vor die eignen Füße dicht,
Ja, da sah der Bursche nicht,
Also daß ein jeder ruft:
„Seht den Hans Guck-in-die-Luft!“

… Wer den weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr in Erinnerung hat: sie endet mit durchnässtem Gewand und heftigem Bibbern.

Dass dieses „Kinder- und Erziehungsbuch“ aus 1845 aus heutiger Sicht in sich einen brutalen Ansatz birgt, sei dahin gestellt. Märchen strotzen ja auch vor Gewalt, Intrigen und sonstigen bösen Tugenden.

Heute, 170 Jahre später, erlaube ich mir eine Neu-Interpretation dieser Geschichte, die sich aus täglichen Beobachtungen manifestiert:

Szenario 1: vor dem Belvedere steigen 30 Asiaten aus dem Reisebus, bewaffnet mit Kamera, seit Neuestem auch mit Selfie-Stick. Sie sind nur auf den Picture-Point fokussiert, dem sie mit schnellen kleinen Schritten entgegen trippeln, um als Erster dort zu sein – alles andere rundherum wird ignoriert. Noch schlimmer ist dieses Verhalten in der City: da fallen die Köpfe weit in den Nacken, weil die Gebäude so hoch und die Gassen so eng sind. Einheimische sollten  einen möglichst großen Bogen um diese Spezies machen!

Szenario 2: die innige Beziehung zum Smartphone geht mittlerweile so weit, dass man auch auf der Straße nicht mehr die Augen von der gerade installierten App lassen kann. Nicht jeder ist in der glücklichen Lage, dabei  gleichzeitig auch den Gehapparat zu bewegen. Und wie blöd, dass es Laternenmasten gibt, die nicht ausweichen. Ich muss zugeben, dass ich manchmal dazu geneigt bin, als Laternenmast getarnt einfach stehen zu bleiben und den Smartphone-Junkie auflaufen zu lassen – tue ich dann natürlich nicht, aber ich mache bewusst erst möglichst knapp vor dem Aufprall einen Schritt zur Seite – das Gegenüber soll ruhig meine Aura spüren und kapieren, dass man als Verkehrsteilnehmer aufmerksam sein muss.

Sonst gibt es bald Horrorgeschichten zu Hans Guck-in-die-Luft 2.0!

 

 

Wolke sieben

Meine armen Füße müssen ja echt viel aushalten: sie tragen mich tagein / tagaus, werden in unterschiedlichste Socken und Strümpfe gestopft und in sehr differenziertem Schuhwerk versteckt. Dazu stets wechselnde Geschwindigkeiten – und immer dort, wo der Dreckanteil am größten ist.

Kein Wunder, dass Fuß rechts und Fuß links viel schneller altern als der Rest meines Körpers, dass sie rissig werden und schon so manchen Zehennagel eingebüßt haben. Zugegebenermaßen widme ich den beiden tapferen Helden nicht die Aufmerksamkeit wie beispielsweise einem Pickel auf der Durchreise. Nagelschere, Hornhautfeile und ungeschickt aufgetragener Nagellack alleine genügen nicht, um hier zu einer Verbesserung beizutragen. Und dass ich jemandem Fremden meine beiden Füße anvertraue, kommt bei mir so gar nicht in Frage!

Der Zufall wollte, dass ich in einem der zahlreichen Kataloge, mit denen ich überschüttet werde, ein Produkt entdeckte, das verspricht, die Füße ganz leicht wieder weich werden zu lassen: es handelt sich um Gelsocken von Wolke sieben. Schnell bestellt – und dann eine Weile im Badezimmer versteckt, habe ich dann doch vor ca. 2 Wochen, als die Rauheit meiner Fußsohlen ins Unerträgliche abzudriften drohte, die Packung geöffnet und die mit Gel gefüllten Kunststoff-Socken übergestülpt. 90 Minuten einwirken lassen, dann abwaschen, dann ….? war die Sohle zwar für einen Moment schön weich, aber bereits am nächsten Tag alles wieder beim Alten.

Diese Woche aber, als ich die Sache mit den glitschigen Socken schon längst unter „Experiment misslungen“ abgetan hatte, bemerkte ich anfangs noch mit leichtem Schock, dass sich meine Füße aufzulösen begannen! Allüberall riss die Haut in Fetzen ab, ließ sich abschälen und hinterließ hier und dort ihre Spuren auf Fußboden, im Bett,  in den Socken. Dumpf erinnerte ich mich daran, dass die Wirkung der Gelsocken erst nach ein paar Tagen sichtbar werden sollte. Aber 14 Tage sind nicht ein paar, sondern viele Tage. Wie lange geht das jetzt so weiter? Was wird von meinen Füßen übrig bleiben? Mit einem Fußbad und einem unzarten Rubbeln und Abschälen habe diese Prozedur gestern erst einmal gestoppt, zumal ich mich beim zwei-tägigen Yoga-Workshop (ich muss jetzt dann auch gleich los) barfuß den neuen Asanas widmen möchte und Heuschrecke, Kamel und sonstige Tierchen nicht im Gummistiefel üben kann.

Ich bin zufrieden: Meine Füße nähern sich dem Zustand der Weichheit und Zartheit, den ich wohl mit dem Zeitpunkt eingebüßt hatte, als ich das letzte Mal eine Windel trug. Mit der Karriere als Fußmodel wird es wohl nichts mehr werden, aber wenn ich hin und wieder auf Wolke sieben schweben darf – es gibt auch Gel-Stoffsocken zum 60-maligen Gebrauch beim Bipa (ich habe mir gerade ein Paar bestellt) -, bin ich schon sehr zufrieden, denn ich will mich nicht mehr wegen meiner beiden Füße genieren.

Ihr beiden habt Euch ein bisschen Verwöhnung auch redlich verdient!

Die 50-Schatten einer Hysterie

Ehrlich: wer hat den Pageturner „50 Shades of Grey“ nicht gelesen? Die paar wenigen können sich jetzt entspannt zurücklehnen. Die vielen anderen hingegen verbringen die nächsten Stunden und Tage in fiebriger Vor-Ekstase, bis die Kinosäle mit ihrer so passend dunkelroten Samtbestuhlung endlich, endlich der liebeshungrigen Bevölkerung die Tore öffnen. Deutsche und Österreicher sind hierbei on top. So viel vorreservierte Karten wie noch nie! Am 14.2. sollen 85% aller Kinovorstellungen nur dieser einen Buchverfilmung gewidmet sein. Werden da statt Popcorn und Tacos Seidenschals, Kondome und Gesichtsmasken ausgeteilt werden? Was verspricht der Film? Was verspricht man sich vom Film? Ist der Film auf 2D oder gar auf 3D? Werden mehr Frauen oder mehr Männer sich weiter bilden wollen? Werden die Mädels ihre Lover mit in den Film schleppen, damit diese endlich kapieren, was Erotik bedeutet? Noch umstritten sind die Meinungen, ab welchem Alter der Film freigegeben werden soll … so viel Hype um schlappe 90 Minuten Soft-Porno. Ist das Thema so neu? Sind Filme, wie die Venusfalle, Emanuelle, Lolita, usw. alle schon vergessen? Braucht unsere Zeit eine Alternative zu War-Games, Science Fiction und Tatort? Sind alle wieder voll auf Kuscheln aus? (kalt wär´s ja!)

Ich bin noch auf der Suche nach dem Verstehen …

Und was mich betrifft: Ja, ich habe alle drei Teile gelesen – mein subjektives Resümee:

Teil 1 fand ich zugegebenermaßen ganz prickelnd. Bei Teil 2 allerdings brachten mich die wiederholt ähnlichen Erotikszenen  schon zum Gähnen. Und den 3.Teil fand ich dann einfach nur mehr langweilig. Bücher dieser Art enden nicht im Ehe-Alltag, sondern bleiben dort stehen, wo man noch die rosarote Brille trägt und von Schmetterlingen im Bauch getragen wird.

Den Film werde ich mir nicht anschauen – zu viel Sabberei am roten Plüsch!

Die minus 20%-Falle

Eine Anzeige in der sogenannten Gratis-U-Bahn-Zeitung (die man in Wien bei allen Abgängen zu öffentlichen Verkehrsmitteln findet) lässt aufhorchen: minus 20% auf „alles“ – nur am 30. Jänner und nur im neuen Inter-Spar am neuen Hauptbahnhof …. darunter eine beträchtliche Aufzeichnung all dessen, was nicht (!) unter den Rabatt fällt. Trotzdem wollen wir dieses Mal unseren Wocheneinkauf hier tätigen – wer sich nicht informiert, bleibt schließlich dumm und unerfahren.

Schauplatz Nr. 1: die äußerst breite Tiefgaragenabfahrt – der Schranken – das Ticket-Lösen – die riesenhafte Tiefgarage, hell mit bunten Markierungen und Buchstaben, die dem Orts-un-kundigen helfen sollen, sein Auto wieder zu finden. Wir orientieren uns an den Menschen mit ihren Einkaufswagen und parken unter „D-Frosch-Grün“.

Schauplatz Nr. 2: der Supermarkt – auf den ersten Blick ein heilloses Durcheinander, denn der Zugang ist mittig angeordnet. Du landest zuerst im Gemüse und Obst und musst dich hier entscheiden, ob du zuerst nach links oder nach rechts abbiegst. Da die Kassen alle im rechten Flügel angeordnet sind, empfiehlt es sich, die Tour durch den Supermarkt im Uhrzeigersinn zu beginnen, quasi bei 6 Uhr. Enge zwischen den Weinregalen, den Süßigkeiten und dem Getränkelager. Enge, die durch das närrische Volk, das auch nach dem 20% Rabatt giert, noch verstärkt wird. Und es scheint, dass keiner das Sortiment-Konzept kapiert hat, denn jeder legt doppelte Wege zurück, die Augen suchend, die Bewegungen selbstsüchtig und unkoordiniert. Brot und Frischfleisch bilden den ruhenden Pol in der hinteren Mitte. Im rechten Flügel geht es dann fast noch fragwürdiger zu, denn nach Nudeln und Backsachen folgen alle Hygiene- und Haushaltsartikel. Und erst ganz am Ende findet man endlich die Milch- und Tiefkühlprodukte – und die Kassen, die eigenartigerweise auch an einem Tag wie diesem ziemlich schwach besucht sind. Jedenfalls machen die Kassiererinnen einen beinahe frustriert-verzweifelt-gelangweilten Eindruck und weisen beim Drüberziehen der Ware noch eine gewisse Nicht-Routine auf.

Unser Einkaufswagen ist am Ende unserer Tour zwar voll – und der Rabatt hat sich auch einigermaßen ausgezahlt, sieht man davon ab, dass wir Dinge gekauft haben, die wir sonst eigentlich nicht gekauft hätten. Aber diese knappe Stunde hier war mehr als stressig für uns: ich auf Entdeckungstour versuchte, mich durch die Gänge zu schlängeln, und Bodo im Versuch, mir mit dem Einkaufswagen zu folgen, verlor mich mehr als einmal aus dem Gesichtsfeld.

Wir sind mehr als froh, als uns der Smart auf „D-Frosch-Grün“ erwartet!

Bodo kämpft dann noch mit dem Kassa-Automaten, der selbst für einen technisch-versierten Menschen zur Herausforderung wird, weil die blinkenden Lichter alles anzeigen, aber nicht, wo man das Ticket entwerten soll. Der Spass kostet € 1,- – nicht viel, aber zu viel, wenn man erfährt, dass es auch das „andere“ Ticket gibt, bei dem man gratis parken kann.

Sei´s drum: wir verlassen Schauplatz 2 und 1 mit einem festen Tritt aufs Gaspedal und freuen uns schon auf den nächsten Einkauf – bei „unserem“ Spar mit den breiten Gängen, der gewohnten Übersichtlichkeit und dem netten Personal, die uns als Stammkunden schätzt.

Alltag fressen Leben auf

Erschreckend!

Ich fühle mich momentan als kleines Körnchen in der Sanduhr, das in den Schlund des Zeitraffers geraten ist und von diesem mehr und mehr aufgesogen wird!

Wann hat das Leben begonnen, so rasend schnell zu werden? Auch abseits von Formel 1, Ski-Racing und Weltrekorden im 100m-Sprint werden Höchstleistungen abverlangt. Oder setzt man sich selbst unter Druck, stets zur Bestform auflaufen zu müssen?

Gemütlichkeit ist ein Begriff, der scheinbar nur mehr den Kaffeehaus-Gehern vorbehalten ist. Alles muss schnell gehen. 86.400 Sekunden zählt der Tag – der persönliche Countdown läuft schneller ab als der einzelne Atemzug. Kann ich mich abends überhaupt noch an all die Ereignisse und Erlebnisse des zu Ende gehenden Tages erinnern? Was war wichtig? Was war prägend? Was war andererseits nur lächerlich und unnötig?

Ich will mich nicht über meinen Job beklagen – ich arbeite gern und liebe auch die kleinen Herausforderungen, die dem steten Sitzen auf einem harten Drehstuhl ein wenig Würze verleihen. Aber es gibt doch auch Momente, wo ich mich frage: was tue ich hier eigentlich? Bin ich in einem falschen Film gelandet? – dieses Gefühl tritt allzu oft in Besprechungen auf, die von der babylonischen Sprachverwirrung nicht weit entfernt sind. Zugegeben: ich bin dann auch nicht diejenige, die sich vornehm zurück hält, denn ab und dann treten schon die Sehnen am Hals als unter Strom stehende Kabel hervor und die Atmung wird etwas flacher.

Was würde ich nur ohne „meinen“ Sport machen? Auch wenn ich heute unlustig war und über die Sonnengrüße nicht weit hinaus gekommen bin (abends geht´s dann dafür ans Rudergerät!), die körperliche Bewegung hilft mir doch sehr, in den Gedanken langsamer zu werden.

So gesehen vergesse ich das jetzt mit dem getriebenen Sandkorn und konzentriere mich lieber auf das Schöne im Leben, das in jeder einzelnen Sekunde zu finden ist – man muss nur genau schauen!

 

 

 

Der von Goisern ist ein liebes Kind

Was für ein erfolgreiches Wochenende!

Abgesehen von einem sehr rödelfreudigen und entrümplungssüchtigen Sonntag, den Bodo und ich gleichermaßen, aber an unterschiedlichen Enden unseres Minilofts zelebrierten – Bodo in Sichtung seiner zahlreichen privaten Unterlagen, die endlich ihren Zielhafen ansteuern konnten (Ablageordner oder Altpapier), meine Wenigkeit im Entweihnachtungsdekorieren und in der Neusortierung der Hygiene- und Schmuckartikel -, waren die beiden arbeitsfreien Tage zu meinem Bedauern und Griesgram leider 100%ig sportfaul. Denn der Samstag wurde von einem starken Sturm vertrieben. Mein Lauftraining hätte ich wahrscheinlich in der Nebengasse im Gegenwind absolvieren können, ohne mich vom Platz bewegen zu müssen. Aber gegen den Wind zu kämpfen macht einfach keinen Spass, auch wenn dies bei frühlingshaften Temperaturen stattfinden hätte können. Der Sonntag weckte mich dann mit kalten Regentropfen und den Ausläufern des Sturms  – keine Chance: der innere Schweinehund wollte einfach weiter schlafen und um keinen Preis der Welt nass werden! (Mir fehlt offensichtlich der nächste Marathon als Motivation und antreibende Kraft zum Training; der Vienna City Marathon 2015 ist ein NoGo für mich – Massenlaufrausch mit 80.000 Beinen?! Und bis auf den Wings for Life Run Anfang Mai habe ich noch kein Event gefunden, das mir den nötigen Antrieb geben könnte … bitte sagt nicht, dass ich alt werde!!!)

Nein, der „Erfolg“ steckt in zwei Namen: der Johann von Goisern und das Liebeskind geben sich bei mir nun die Hand und haben bereits enge Freundschaft geschlossen.

Der von Goisern ziert ab sofort meine Nase und verhilft den Buchstaben im Buch (Papier oder elektronisch) zur erforderlichen Schärfe. Gut 10 Brillengeschäfte und viel Hatscherei hat es gebraucht, bis ich endlich die modische Brillenfassung gefunden habe, mit der ich mich nun auch offiziell zeigen lassen werde. Zebraflocken und ein Hauch Blitzblau in eine rundliche Form gebracht, schmiegen sich an meinen schmalen Eierkopf. Nicht nur ein Optiker hat nach ein paar erfolglos hergezeigten Modellen zugeben müssen, dass der schmale Kopf an sich derzeit leider eher out ist. Der Mensch heute lebt nicht mehr auf großem Fuß, sondern all das Wissen, all die Informationen, die rund um die Uhr auf einen einströmen, bedingen einen größeren Schädel. Was jetzt den Eindruck erscheinen lassen mag, dass sich in meiner Birne außer zwei harmonisierenden Gehirnzellen Leere ausbreitet, die mit wenig Raum auskommt?

Das Liebeskind hat mich bereits vor Weihnachten auf ein neues Taschenmodell aufmerksam gemacht, das mit animalischer Buntheit und kompakter Mega-Größe Aufmerksamkeit erregt und sich vom uniformen Großstadtdschungel abhebt. Im Dezember konnte ich noch tapfer widerstehen, doch gestern „sprach“ sie noch einmal mit mir: „Ich habe auf dich gewartet – Jetzt oder nie!“ Deutlicher ging es nicht – echt nicht!

Jetzt sind sie da die beiden, bei mir – und sie werden es gut haben, bei mir!

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