Unruhe

Vier Wochen und ein Tag – so viel Zeit bleibt mir noch bis zum Wiener Volksfest-Marathon (da einer der wenigen Marathonstädte, bei denen man Staffel, Halbmarathon und die vollen 42,195 km laufen kann). Abgesehen von der körperlichen Vorbereitung, die heuer etwas durch den beruflichen Stress überschattet ist – auch wenn ich 3-4 Mal pro Woche laufen gehe, fiel es nicht immer leicht, die Beine unter Motivation zu halten – und heute morgen kam ich gar nicht aus dem Bett, weil schlecht geschlafen und Wetterumschwung mit starkem Wind – ist es so, dass ich mir so langsam, aber sicher Gedanken über mein Outfit machen sollte. Die Wintersaison ist vorbei, das heißt die langen Tights werden zu 3/4-Länge empor gezogen. In den letzten Jahren hatte ich für die lange Tour / Tortur immer eine Kompression-Tight bis zum Knie an. Diese fiel am 5.Oktober 2013 aber in Verona in einen Hotel-Abfalleimer, da aufgrund gewisser Körpersalze im Schritt auf peinliche Art und Weise verfärbt. (natürlich lief ich in Verona dann nicht in der Unterhose, sondern hatte eine flapprige dünne Lauf-Short an, mit der ich im strömenden Regen in die Arena einlief).

Meine beiden anderen normalen kürzeren Lauf-Tights sind leider schon ziemlich verschlissen im Laufe der Jahre – sodass ich momentan vor der großen Frage stehe: was werde ich am 13.April anziehen, um mich im Vorbeilaufen der Kilometer-Zähler halbwegs wohl zu fühlen? Also ein Grund zum Zwangs-Shoppen? Schauen kostet ja nichts, und da das Wetter heute nicht mehr an die Sonnentage der vergangenen Woche erinnert, waren wir kurz beim Sport-Eybl. Kompression kennt keiner mehr – habe ich etwas verpasst? Derzeit gibt es auch nur Capri-Tights in bedächtigem Schwarz, einige zumindest mit ein wenig Farbe im Bund. In der Männerabteilung bekam ich dann eine schlauchartig anmutende Hose in die Hand, die ich wie einen Neoprenanzug unter Luftanhalten hochzuziehen versuchte. Abgesehen vom sehr unangenehmen Tragegefühl war das Ding dann auch noch halbtransparent – der Leopardenstring war jedenfalls sehr erfreut, sich im Spiegel betrachten zu können 😉 Das war wohl nix – es bleiben ja auch noch meine Online-Adressen. Aber dass eine Kompression-Tight von Salomon, die auch halbwegs was gleich schaut, 130,- Alpen-Euro kostet, ist schon ungeheuerlich. Bodo, der Fuchs, hat schnell gegoogelt und kann mir was um knapp 40,- bestellen … oder ich verzichte auf den Firlefanz und nehme meine neongelbe Tight, die in jedes Auge brutal einsticht? Am liebsten wäre mir ja ein Laufkleid (ich liebe Kleider ja generell und war vergangene Woche schon traurig, dass ich wegen erhöhter Baustellenbesuche Hosen trug – auf der Baustelle im kurzen Rockerl ist halt nicht so sicher … sicher für die Bauarbeiter – ich will nicht schuld sein, dass ein Installateur sich den Kopf anhaut, wenn er von der Leiter fällt!), aber Laufen und Kleid haben sich noch nicht ganz durchgesetzt. Klar muss da auch eine kurze Tight angenäht sein, so wie beim Tennissport. Laufröcke gibt es ja bereits. Vergangenes Jahr habe ich zufällig ein Laufkleid entdeckt, das im Hochsommer zu tragen ein Genuss ist. Das einzig blöde ist, wenn man noch aufs Klo muss, muss frau sich fast ganz ausziehen – und das tu ich mir vor dem Marathon in der engen Mobil-Klo-Kabine sicher nicht an! Dort hat man eh schon genug damit zu tun, mit möglichst wenig Kontakt ins Gemeinschaftsloch zu treffen. Am Rücken-Zipp dann herumfummeln zu müssen, wenn draußen Hunderte andere stehen, um vor dem Start dringend noch mal Pipi (Langstrumpf ) zu machen, keine Chance – da Panik pur! Heute morgen habe ich im traumlosen Dahindämmern mir ein knallrotes Laufkleid mit Überkreuz-Träger entworfen – wer näht mir das in den nächsten 2 Wochen?

Meine Unruhe wächst!

Logenplätze

Wir waren gestern Abend im Semper Depot zur alljährlichen Schicki-Micki-Möbel-Ausstellung von H.O.M.E. Hier auf 4 Etagen, erreichbar über eine schmale Stiege aus dicken Trittbrettern und Gusseisengeländer – als elitäre Gegenveranstaltung zur Möbel & Interieur im Messegelände, diese aufgeteilt auf 4 Hallen. Somit gibt es eine Gemeinsamkeit: die Ziffer Vier! In der Numerologie repräsentiert die Vier das Quadrat, die Ganzheit und vertritt die 4 Elemente, die 4 Himmelsrichtungen, die 4 Jahreszeiten (wieder mal etwas dazu gelernt).

Gestern Abend aber mit der Besonderheit eines Society-Events der Unbekannten – vor allem Architekten waren über Gratiskarten angesprochen – kein Wunder: bei € 20,- Eintritt pro Person tut es gut, wenn man für wenig Möbel umso mehr Freigetränke und fliegende bestrichene Brötchen mit dem unaussprechlichen Namen ihrer Erfinder konsumieren kann. Zwei mittelgroße Hallen und zwei rundum laufende Galerien – nicht sehr viel Platz, aber genug, um wenig spektakuläre oder halbwegs interessante Möbelstücke dem Auge näher zu bringen. Aber das war gestern auch egal: die Ausstellungsstücke wurden schamlos als Knotzbank oder als Liegewiese genutzt. Das alte Bühnenbild-Depot aus der K&K-Ära war für eine weitere Nacht Treffpunkt von Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen und Geschäftspartnern. Ungezwungene Atmosphäre, chillige Hintergrundmusik mit Entwicklungspotential, viele Leute in schwarzem Gewand – nach wie vor und unumstritten DIE Abend-Farbe. So gesehen war ich mit meinem weiß-gräulichen Kleid von Lila (mein erstes Swap-Party-Beutestück) ein kleiner Ausreißer oder gar underdressed? Auch die Leggings eher bunt, nur die Stiefeletten (die neuen von Softcloxx) schwarz.

Aber das ist absolute Nebensache – was diesen Abend berühmt macht, ist der Raumeindruck schlechthin: der Eingangsbereich 4-geschossig in Überhöhe; an der Brüstung stehend und nach unten schauend hatte ich das Gefühl, von einem kleineren Hochhaus in die Tiefe zu schauen – ein klein wenig Unbehagen in der Magengrube: hält das alte Geländer? Und dann: in der 4.Ebene eine eingeschnittene großflächige Galerie mit Schwerpunkt Bar und einem grandiosen Ausblick auf die Möbelausstellung ein Geschoss tiefer. Bodo und ich haben uns zwei freie Stühle ans Geländer gezogen und von oben das rege Treiben beobachtet – das Gewurrle und Geschiebe. Grundsätzlich gute Laune und unbeschwerte Atmosphäre, die zu uns bis auf unsere Logenplätze schwebte. Faszinierend, wie stark sich Menschen auf individuelle, einzigartige, rare und nur selten verfügbare Locations stürzen. Willst du mitreden können, musst du dich am roten Teppich anstellen und hoffen, dass dich der Türsteher reinlässt. Nicht so sehr wegen der Gesichtskontrolle, sondern aus feuerpolizeilichen und veranstaltungsrechtlichen Gründen. Man stelle sich vor, eine Panik bricht aus und alle wollen sich über diese eine steile Treppe retten. Die eigentlichen Fluchtwege ins Freie sehen die wenigsten.

So saßen wir beiden Muppets-Onkel staunend, lästernd, sich amüsierend einige lange Augenblicke lang verweilend, bis ganz ehrlich gesagt, Müdigkeit mit steigender Intensität und Magengrummeln mit hörbarem Protest uns zum Gehen animierten. Sicher, die richtige Party ging erst später los, wir hingegen schlürften ums Eck eine asiatische Currysuppe mit dicken von Hand gezwickten Nudeln. Die  Extraportion Chilischoten hat in uns dann ein ordentliches Feuer entfacht – aber keine Sorge: wir haben den Notausgang gefunden!

Auf der Suche

Bodo ist seit Freitag Member in der Stadtbücherei und kann sich nun elektronische Literatur auf Zeit herunterladen. Seine erste Tat – wie er meint, nur mir zuliebe, da ich – in der Fastenzeit ruht der Fernseher – zu den Schnell-Leserinnen gehöre, weshalb der Lesestoff rasch zum Schwinden gebracht wird, wie Schnee in der warmen Frühlingssonne dahin schmilzt – war der Buchtitel „Alle meine Schuhe“ von Lucy Hepburn. In dem Buch geht es um eine junge Frau, deren größte Leidenschaft – na was wohl? – Schuhe sind. Sie besitzt 34 Paar, Designerschnäppchen, was in London anscheinend möglich ist. 34 Paar in einem begehbaren Schrank dünken mir jetzt nicht so viel (nun ja, die Heldin des Buches ist noch keine 25), denn ich komme – wenn Bodo und mein Vater mich zum Aufzählen zwingen (da sind sich die beiden sonst grundverschiedenen Typen absolut einig!) – so übers Jahr gesehen und mit meinen Lauf- und Wander- und Fitness-Schuhen auf etwas mehr als 50 (?) Paar … die Jeffrey Campbells müssen übrigens doch leider wieder retour, da aufgrund einer hohen scharfen Kante lautbrüllende Blasen- und Hautabschürfungsgefahr 🙁 …

Aber zurück zum Buch: Ihr Freund glaubt zu Anfang des Buches, dass sie eine Affäre mit einem älteren Mann hat und verscherbelt alle (!) ihre Schuhe über ebay – Wahnsinn! Das ist ein Akt der Rache, mehr als abscheulich und hinterfotzig, wenn ich so derb meine innere Unruhe ausdrücken darf. Ich habe mir jetzt natürlich erwartet, dass die junge Lady um ihre Herzstückerln, die ihre kleine Gestalt größer und selbstbewusster erscheinen lassen, kämpfen wird wie eine Löwin um ihre Jungen. Und so ist es – fast. Sie macht sich tatsächlich auf den Weg zu den neuen Besitzerinnen, die über England, Irland verstreut sind. Aber einige Paar Schuhe sind auch über den großen Teich geflogen und lungern nun in der Nähe von New York und Miami herum. Aber die anfangs als Humoreske empfundene Story bekommt Tiefgang in der Handlung, wenngleich prosaisch nicht formvollendet textiert. Die Suche nach den Schuhen entwickelt sich zum Weg der Selbstfindung. Die Schuhe an sich, die bei zwei zänkischen Schwestern mit Übergröße landen, bei einer hochschwangeren Mutter, deren geschwollene Füße nur mehr in FlipFlops passen oder bei einer Toten, die seit ihrer Jugend im Rollstuhl sitzen musste und schlussendlich bei einer Künstlerin, die nur die Absätze der kostbaren Stilettos brauchen kann, werden zur Nebensache. Es sind diese fremden Menschen, die zu Freunden werden, es ist eine Botschaft in den alten Ballettschuhen der verstorbenen Mutter, die der jungen Frau den leiblichen Vater offenbart und eine neue Familie schenkt. Und natürlich wird dem Romance-Faktor – der muss in einem Frauenbuch halt sein – brav Rechnung getragen: gut aussehend, muskulös, groß, attraktiv, aufmerksam, gutmütig, geduldig, …

289 Seiten, 5 Stunden leichte Lesekost.

Und trotzdem verfolgt mich ein Gedanke: es braucht manchmal ein Schockerlebnis, dass man aufwacht, dass man aus einer neu erwachten und noch nicht gekannten Energie heraus einen neuen Weg beschreitet, einen Weg, zwar mit festgelegten Zielen, aber doch ein Weg ins Ungewisse. Jedes Mal, wenn die junge Frau bei einem fremden Haus anläutet, weiß sie nicht, was und wer ihr da begegnen wird, wenn sie erst einmal über die Türschwelle gebeten wird. Ist es nicht absurd, einer Mutter, die in ein paar Wochen ihre Niederkunft hat und die sich aufgrund der allumfassenden Volumen-Zunahme nicht mehr als Frau fühlt, das Paar Leinenpatschen wegzunehmen? Ist es nicht absurd, einer Toten, die einmal in ihrem Leben (und wenn es das Leben nach dem Leben bedeutet), Schuhe von Dior von den kalt gewordenen Füßen zu ziehen? Schnäppchen hin – Erinnerungen her, was zählt, ist der Mensch. Schuhe sind zwar sehr nett und für Frauen lebensnotwendig – auch wenn sie mit schmerzender Ferse und einer wehmütigen Träne im Auge wieder zurück geschickt werden müssen (ich habe auf den 200 Metern, die ich mit den klobigen Schnürschuhen heute zu gehen versuchte, wirklich gelitten und die Zähne zusammenbeißen müssen – und ich bin wahrlich nicht wehleidig, bin ich doch zum Beispiel bei unserer Wanderung durch Österreich tagelang mit einer offenen Blase herumgestiefelt, ohne zu jammern) -, aber eben doch nicht alles – und vor allem ersetzbar, wenngleich die Erinnerung an ein Paar Stilettos, Sneakers, Boots – what ever – dann eine andere sein wird.

Menschen, Freunde, Familie sind aber nicht ersetzbar. Jeder entwickelt sich weiter, die unsichtbaren Verbindungen werden mal lockerer, mal enger, mal ganz lose. Manche verschwinden, neue kommen dazu.

Aber es ist der Mitmensch, der uns zum Menschen macht!

Das Maß aller Dinge

Vor kurzem gab ich bekannt, dass ich zwei neue schwarze Freunde zu mir eingeladen hatte – schwarz im Sinne von Schwarz wie Nacht-Grau und Freunde im Sinne von Schuhen – what else? Jedenfalls hatte ich das eine Paar in weiser Voraussicht eine Nummer größer bestellt, weil an der Zehenseite schmal zulaufend. Beim anderen Paar gab es a) nicht die Möglichkeit für eine Nummer größer und b) weiß ich, dass Jeffrey Campbell normal groß schneidert. Jetzt ist es aber so, dass an meine Füße geschmiegt, sich das Größenverhältnis zwischen den beiden Paar Schuhen umdreht: die Stiefeletten passen genau und mit dünnen Socken / Strümpfen wahrscheinlich bequemer. In den mächtig schweren Schnürern von Jeffrey hingegen wäre – vor allem rechts – noch etwas Platz, Luft sozusagen – ob die von den ausgeschnittenen Flanken kommt?

Und wenn ein langes T-Shirtkleid von Tom Taylor in S bei mir mehr als locker fällt (ich bekenne mich schuldig: habe in letzter Zeit ziemlich viel online aus Katalogen geshoppt. Fast jeden Tag trudelt ein vielseitiger Bedürfniserwecker bei mir ein. Der Frühling / Sommer kommt und damit diese eine Sache mit: „Alles Neu!“ bzw. „Meine Klamotten sind out!“), stellt sich mir die Frage, auf welcher Basis hin die Konfektionsgrößen definiert werden. Bei H&M und Adidas ist klar, dass sie sich an den nordischen Typen orientieren bzw. gecheckt haben, dass die Menschen in den letzten Jahren kompakter geworden sind bzw. dass es aber aus psychologischen Gründen von wirtschaftlichem Vorteil ist, wenn  frau in M passt, auch wenn sie eigentlich ein L-Typ wäre. Mango dagegen sucht sich kleingewachsene Südeuropäerinnen mit dünnen Ärmchen als Schnittmuster aus. Ich hätte vor langer Zeit nicht einmal in L in ein langärmeliges Shirt gepasst – ok, mein Bizeps ist vielleicht etwas mehr trainiert als bei der Durchschnittsfrau, aber so wenig Stoff darf es dann doch nicht sein! Bei Levi’s haben sie mir mitgeteilt, dass die Jeansgröße von damals nicht mehr ident zur Jeansgröße von heute ist. Frau müsste sich auch bei gleich groß gebliebenem Hinterteil eine Nummer größer nehmen – ganz schlecht und erwiesenermaßen hat diese zweite Levi’s dann so gar nicht auf meinen Leib gepasst (die ist schon lange zu jemand anderem gewandert. Ich bin halt auch nicht der absolut klassische Jeanstyp, nach dem Motto: one brand for ever!)

Und wie oben schon kurz beschrieben, ist es bei Schuhen ganz ähnlich. Es gab schon eine Phase, wo jeder Schuh in 41 für mich geeignet gewesen wäre. Aber wie oft hört man jetzt: „Der xy ist von sich aus kleiner/enger/schmäler geschnitten“

Frage: auf welcher Basis hin wird Maß am Fuß geschnitten? Warum sind amerikanische Füße anders als europäische? In Zeiten des Online-Shopping plädiere ich für ein einheitliches Maß aller Dinge. Dadurch würde es auch viel weniger Retour-Packerln geben!

 

 

Stiefel ade – Boots bonjour

Ich spüre es in meinen kleinen verhunzten, leicht verbogenen und niedergedrückten kleinen Zehen: der Frühling kommt und damit wandern die festen Stiefel in die zweite Reihe meines „kleinen“ Schuhschranks. Nur: wer darf nun in die erste Reihe? Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich eigentlich nicht wirklich über klassische „Übergangsschuhe“ verfüge. Bei mir ist es entweder hot oder cold, offene Zehen und Fersen oder blickdicht in dickes Leder gehüllt. Ich stehe daher wie jedes Jahr vor einem kleineren Dilemma, das sich akut aber zu einer mittleren Katastrophe ausweitet, denn die Außentemperaturen sind momentan weder für das eine Klima noch für das andere geeignet. Und zumal ich kein Pumps-Typ bin und noch weniger ein Ballerina-Girl, bleiben nur mehr Sneakers, abartige Halbschuhe und / oder Boots, die ja in dieser Frühling-Sommer-Saison alles andere verdrängen, was am Fuß schön ausschaut, aber schmerzt.

Sobald die Tage wieder länger werden, flattern auch die unterschiedlichsten Kataloge – Bedürfniswecker – bei der Wohnungstür hinein: Impressionen, Conleys wissen genau, wie sie mich ködern können. Also habe ich bestellt, bestellt – und dann geduldig gewartet, bis Sneakers von Diesel im Jeanslook und Goldrand sowie sehr teure Boots aus Leder bei mir kurz zu Gast waren. Wirklich nur kurz, denn nach mehrmaliger Heim-Modenschau und viel Gedrehe vor dem Spiegel, sprachen Kopf und Bauch mit einer Stimme zu mir: Nein zu den Sneakers, weil meine Converse vom letzten Jahr um einiges besser zu mir passen und ein Goldrand in Größe 41 wie ein hilflos im Wasser schwimmendes Boot wirkt. Nein auch zu den braunen Lederboots mit Steinchen, die im Katalog irgendwie anders aussahen und ihren Preis um gar nichts wert sind. Ich war ziemlich kurz angebunden mit meiner Verabschiedung – Adieu, Ihr passt vielleicht auf einen anderen Fuß!

Also bin ich nach einem langen Arbeitstag und 20 Minuten auf dem Power Plate auf einen Sprung ins Zalando-Land gepilgert – nur mal schauen, was es an schwarzem Schuhwerk gäbe. Schwarz – das tragen doch alle! Mag sein, aber es gibt hin und wieder auch DEN Schuh, der einfach in Schwarz besser zur Geltung kommt. Und siehe da: schon waren zwei Paar sehr unterschiedliche schwarze Seelen im Warenkorb und heute von Bodo netterweise von der Post abgeholt: Stiefeletten von Softclox und schwere Plateauschuhe mit seitlichen Cuts von Jeffrey Campbell. Ich war schon mal kurz in beiden drinnen, sozusagen zum Abchecken, ob das mit uns was wird oder nicht. Bei künstlichem Licht und in der House-Legging mag der Aha-Effekt noch etwas verhalten sein. Es schreit förmlich nach weiteren Heim(lichen) Modenschauen. Und die Kreise, die ich in der Wohnung Probe gehen werde, sind schon vorgezeichnet.

Mein derzeitiges Handicap ist, dass die linke Zehe nach der Hallux-OP etwas länger ist als die rechte und ich dort seit zwei Jahren mit einem kaputten Zehennagel herumalbere, sodass nicht jeder Schuh gleichermaßen gut sitzt. Beim Jeffrey spüre ich es noch deutlicher, dass der rechte Fuß in Summe etwas kleiner ist. Eine absolute Marktlücke! Fast jeder Mensch hat zwei unterschiedlich große Füße, aber das Schuhpaar ist immer absolut gleich groß. Vielen bleibt daher nur, die größere Nummer zu kaufen und sich mit diversen Einlagen behelfen. Bei Bikini-Mode haben es viele doch mittlerweile auch geschafft, Ober- und Unterteil getrennt anzubieten, da Größe S im Hintern meistens ein XL um die Nippel bedeutet. Es wäre doch lässig, wenn man auch bei den Schuhen für jeden einzelnen Fuß die richtige Größe erwerben könnte. Es wird wirklich Zeit, dass der 3D-Drucker in Null-Komma-Null-Nix auf Grundlage eines eingescannten Sohlenabdrucks den optimal sitzenden Schuh ausspuckt. Das wäre revolutionär: Der Basis-Schuh aus dem Drucker & das Design von einem kreativen Geist (wenn es bei einem selbst nicht so weit her ist mit geschmackvoll-herzeigbaren Ideen) … ich fange gerade an, zu träumen, und doch: ich glaube, dass das gar kein Traum mehr ist. Ich habe schon eine Website gesehen, wo man sich seine eigenen Schuhe aus einem Baukastensystem zusammenschustern kann – einziges Manko auch hier: es gibt nur eine Schuhgröße, für beide Füße gleich. DAS würde ICH ändern wollen! Und bis dahin muss ich wohl wählerisch, kritisch und ehrlich zu meinen Füßen sein: sobald was weh tut: Adieu und Baba!

Das fehlende Distanz-Gen

In meinem Bericht zum Thema Parkgarage habe ich kurz anklingen lassen, dass es dem weiblichen Geschlecht ab & dann schwer fällt, den Ticketautomaten bei der Ausfahrtsschranke so passgenau anzufahren, um das Parkticket mit einer grazilen Leichtigkeit im Schlitz verschwinden zu lassen.

Man(n) nimmt an, dass der Frau an sich das sogenannte Distanz-Gen von Geburt an fehlt oder zumindest ab dem Zeitpunkt der Führerschein-Reife.

Ist das tatsächlich so? Ich höre kritisch in mich hinein und muss feststellen, dass ein Körnchen Wahrheit dahinter steckt:

Tiefgaragen an sich erzeugen in mir eine beinahe an Klaustrophobie grenzende Wirkung. Die dicken Striche am Boden, welche die einzelnen Stellplätze voneinander abgrenzen sollten, sind für mich wie ein Korsett. Und auch mit dem Smart ist es nicht immer so einfach, den richtigen Einkehrschwung zu erfassen.

In Tiefgaragen wachsen unverhofft Säulen und Stützen aus dem Boden. In meiner grauen Vorzeit, als ich noch Besitzerin eines typischen Montag-Autos war (fahre Rover und dein Leben ist over!), ist dies tatsächlich in der Zeit zwischen Einparken um 20 Uhr und Ausparken um 5 Uhr früh passiert – ich bin mir immer noch so was von sicher, dass diese böse knallgelbe Stütze beim Reinfahren in die Garage nicht da gewesen ist, sondern sich aus Protest, nicht zum Fest in der Top-Etage eingeladen worden zu sein, nach oben zur Decke gestreckt hat. (beim Rover aber hieß es nach dem Antutschen im wahrsten Sinne des Wortes „game over“!)

Bei Schranken denke ich unweigerlich an eine Guillotine. Bist du zu langsam, wird dir das Auto  auseinander gehackt. Außerdem sind diese Dinger einfach unberechenbar und streiken einen Großteil ihrer Lebensdauer (was dann die Akrobatik vor dem Ticketautomaten wieder ad absurdum führt).

Ticketautomaten, egal, ob mit Sprachkombination oder ohne, führen unweigerlich zur Verwirrung, weil man in der Hektik einfach nicht immer weiß, wo oben und unten ist. Ein Karterl, 2 Seiten, aber 4 Möglichkeiten längs und 4 Möglichkeiten quer, sich dem Schlitz zu nähern. Ein blassgelber Pfeil ist da bei schlechter Beleuchtung auch keine allzugroße Hilfe.

Und da gibt es dann noch die Rampe hinauf oder hinunter, im besten Fall geradläufig, wenn auch eng – und immer stehen irgendwelche Metallteile heraus, die verhindern sollen, dass das Fahrzeug ein Stück Wand mitnimmt. Im schlimmsten Fall aber handelt es sich um ein Parkhaus mit viiiielen Stockwerken und einer durchgedrehten Rampe. Bevor ich beim IKEA-Parkhaus in der SCS freiwillig hinaufschleiche (und später dann hinunterbremse), drehe ich lieber mehrere Ehrenrunden rund um alle open air Parkplätze und gehe ein paar Schritte mehr. Dass Männer hingegen steile Kurven lieben, muss nicht extra betont werden.

Und bin ich dann der Höhle „Parken in der Tiefe“ entkommen, sehe ich mich damit konfrontiert, dass ich vor (besonders rechts von mir) parkenden Autos gerne einen ordentlichen Respektabstand halte. Es könnte ja auch sein, dass so ein Ding auf vier Rädern plötzlich aus der Parklücke springt? Dass ich mit dieser Erwartungshaltung entgegenkommende Fahrzeuge in heilloses Entsetzen versetze, wird mir nur dann klar, wenn mich Bodo „sanft“ drauf hinweist.

Bei all diesen vielleicht qualvoll übertrieben dargestellten Szenarien muss ich ehrlicherweise hinzufügen, dass ich dabei in einem SMART sitze, einer Automarke, die sich mit anderen Klein(st)wagen um den Titel „piccolino“ matcht. Man(n) stelle sich vor, ich würde einen Porsche Cayenne oder einen VW Touareg fahren!

 

Phänomen Ticketautomat in der Tiefgarage

Samstags fahren wir zum Supermarkt in die Tiefgarage, da wir (noch) zu faul sind, unseren Wocheneinkauf an Lebensmitteln (und Prosecco) heim zu schleppen. Wir hatten zwar vor kurzem die Überlegung, uns einen Top-Trolly anzueignen, aber bislang ist es bei der Idee geblieben und Gewohnheit / Bequemlichkeit haben die Nase vorn.

Jedenfalls war am vergangenen Samstag viel los – sowohl im Supermarkt selbst als dann auch in der Tiefgarage. Stau vor der Ausfahrt! Verursacher: ein Autofahrer mit einem Nicht-Wiener-Kennzeichen  – gaaaanz schlimm in den Augen eines echten Wieners. Der arme Kerl kämpft mit dem Ticket-Automat, aber der Schranken geht und geht nicht auf. Hinter ihm schon mehrere andere Autos, von rechts und von links. Kein Ausweichen, keine Umkehrmöglichkeit. Irgendeine genervte Autolenkerin dirigiert einen Kunden mit Einkaufswagerl hinauf, um Hilfe zu holen. Bodo setzt sich mit Gleichmut ins Auto. Ich aus einer unheimlichen Eingebung heraus, schlendere mit leichtem Schritt zu diesem armen Kerl aus Oberösterreich, dem sein Ungeschick urpeinlich ist. Ich frage, was los ist und nehme ihm das Ausfahrticket aus der Hand – und schiebe es mit dem gelben Pfeil voran in den Automaten – und siehe da: Sesam öffne dich, der Schranken geht auf: grünes Licht! Der Oberösterreicher muss sich jetzt tummeln, um die Gunst der Minute auszunutzen. Aber hallo Leute: wo bleibt der Applaus? Ich habe Euch allen den sonnigen Vormittag gerettet? Aber egal: ich habe den Applaus im Herzen. Zufriedenheit überkommt mich, dass ich jemandem mit einer Kleinigkeit geholfen haben zu können. Ein kleiner verblasster gelber Pfeil rettet die Menschheit. Und wahrscheinlich kann nur eine Frau nachempfinden, wie es ist, sich mit dem Ticketautomaten in einer engen Tiefgarage ärgern – und vor allem: blamieren – zu müssen. Es mag klischeehaft sein, aber es stimmt leider: Frauen fehlt oft der Blick für die richtige Distanz zwischen Fahrerseite und Ticketautomat. Meistens ein zu großer Respektabstand, der zu akrobatischen Verrenkungen führt, um zum alles öffnenden Schlitz zu gelangen – da werden Sicherheitsgurt und Fahrertür schon mal zum ärgsten Feind. Manchmal auch mit beängstigender, fast aufdringlicher Nähe, sodass der Seitenspiegel kurz zusammenzuckt. Wie auch immer, es ist einfach peinlich! Wenn hinter einem andere Autos nervös mit den Reifen scharen oder noch peinlicher, wenn niemand hinter einem mit den Augen rollt („typisch Frau!“) und frau den Rückwärtsgang einlegt, um einen neuen Versuch zu wagen.

Ich gebe es zu: auch ich hatte schon den einen oder anderen fehlgeschlagenen Annäherungsversuch mit dem Ticketautomaten. Aber noch nie habe ich versucht, das Ausfahrticket verkehrt herum hinein zu schieben – das ist mir neu – und werde ich auch nicht testen, denn kann ich sicher sein, dass mir dann ein netter Mann aus der Klemme hilft und damit den anderen den sonnigen Tag rettet?

That´s really IT!

Um das Thema IT-Girl zu einem Ende zu bringen: nach besagtem Kabarettabend waren wir noch im ehrwürdigen Palmenhaus nahe der Wiener Oper, einem Hip-Lokal in einem echten ehemaligen Palmenhaus – ein riesenhaftes Glashaus, das sich Bodo und ich ganz gut als Wohnsitz vorstellen könnten – nach dem Motto: in der Auslage leben.

Als wir dort so bei einem Abschluss-Safterl sitzen und die wenigen Rest-Gäste studieren, stutzen wir alle miteinander, denn an einem Tisch sitzt gut und gerne ein Dutzend aufgemaschelte Frauen, die früher einmal Männer gewesen sind. wir googeln: es handelt sich um Transsexuelle, die hier entweder zum Treffen der Selbsthilfegruppe geladen haben oder von „richtigen“ Frauen Schmink- und Dress-Tipps bekommen – who knows!

Auch wenn man versucht, tolerant gegenüber „Anderssein“ zu sein, es befremdet doch ein wenig, oder besser, man muss einfach darüber reden, rätseln, Vermutungen anstellen – tratschen. Und keiner kann mir sagen, dass die „Damen“ nicht genau wissen, dass man sie anstarrt und über sie spricht. Irgendwie bekomme ich da ein schlechtes Gewissen: diese Personen haben sicher viel Leid erfahren. Sich in einer Haut zu befinden, in der man sich fremd fühlt, muss schrecklich sein. Eine Möglichkeit zu finden, sich selbst zu finden, ist großartig – in diesem speziellen Fall aber mit viel körperlichem und auch seelischem Schmerz verbunden. Bis es dann endlich so weit ist, dass man sich mit engen Röcken, noch engeren Pullis, stark geschminktem Gesicht, Perücke und High Heels auf die Straße wagt, dauert. Und da tut es sich einer jeden einzelnen von diesen „neuen Frauen“ gut, wenn es Gleichgesinnte gibt, um sich auszutauschen, um sich Tipps zu holen, um – nicht allein zu sein. In der Gruppe ist man stark, in der Gruppe kann man sich auch mal verstecken oder sich in den Vordergrund stellen, aber in der Gruppe findet man Halt.

So gesehen ist jede einzelne dieser Personen, die sich nach einer langen Suche selbst gefunden haben: IT-Girls!

Kulisse und real life

Neulich – sprich am letzten Tag des kürzesten Monats – waren wir mit Freunden im Kabarett. Irgendwann muss man ja lachen, und wenn man dafür Eintritt zahlen muss. Der „Tatort“, ein Etablissement im tiefen Hernals, in der Kulisse. Geschickt gemacht: freie Sitzplatzauswahl, keine Reservierungen, dafür aber gute Wiener Küche. Kein Wunder also, dass ca. 200 lachgierige Wiener und „Zuagraste“ sich schon um 18 Uhr vor den geschlossenen Toren einfinden, um einen guten – den besten? – Sitzplatz zu ergattern. Wir wähnen uns ganz vorne seitlich als gut aufgehoben und schieben uns eng gedrängt an einen Tisch, wo noch gut 6-8 weitere Gäste Platz nehmen werden, um sich mit Wiener Schnitzel, Linsengemüse und einem großen Gupf Maronipüree (mit einem noch größeren Gupf Schlagobers) den Bauch vollzuschlagen. Lacht es sich dann besser als mit leerem Bauch? Wir vier in unserem Eck gestalten die 2 Stunden bis zum Beginn der Vorstellung als eigene Lachshow. Aber irgendwann so gegen halb 8 gehen uns die Schmähs aus, und wir warten voller Ungeduld auf den jungen Kabarett-Neuling aus der Weststeiermark, gut aussehend, Gitarre und Singstimme als Markenzeichen, die Aussprache so, dass die mittleren Plätze knapp vor der Bühne nicht unbedingt als die besten zu bewerten sind.

90 Minuten lang werden unsere Lachmuskeln trainiert. Im Nachgang reflektieren wir die zum Teil bissigen Pointen zu Themen Familie, Liebeskiste, Politik. Das Paradoxe ist ja, dass man im Kabarett über Dinge lacht, über die man im IRL (in real life) eigentlich nie und nimmer lachen würde. Ein Kabarettist verfälscht die Wahrheiten des täglichen Allerleis so arg, dass der Betrachter hierbei wohl seine Mitmenschen veräppelt sieht, aber nie drauf kommen würde, dass er da selbst eigentlich auf die Schaufel genommen wird. Kabarett hat eine sehr lange Tradition und ist aus dem Wunsch entstanden, sich über Missstände im Kaiser-/Königreich äußern zu können, ohne dabei Angst haben zu müssen, wegen scharf gemeinter Äußerungen aufs Schafott zu wandern. Denn Kaiser, Könige, Politiker sind die letzten, die kapieren, dass man über sie lacht. Und weil wir gerade im Endspurt der Faschingssaison sind: in diversen Faschingssitzungen, egal, ob in Villach oder Mainz, wird doch all das pointiert zur Sprache gebracht, was das Jahr über den normalen Staatsbürger auf- und erregt hat – und man lacht, obwohl man´s eigentlich zum Weinen finden müsste. Spricht man deshalb von: ich habe Tränen gelacht? Liegen Humor und Freude so nahe neben Frust und Leid?

Ist es aber nicht auch schön, wenn man über sich selbst lachen kann? Wenn man sein eigenes Kabarett zelebriert und sich die eigenen Schwächen durch einen verzogenen Spiegel anschaut? Wird man draus was lernen und ändern? Oder wird daraus ein eigenes Markenzeichen?

Ich glaube, ich mache mich ab & dann selbst gerne zur Lachfigur – und wenn es nur meine elastische Haut ist, die sich gerne zu Grimassen verformen lässt.

Following the IT

Mein Fotograf meinte zu meinem gestrigen Blog, dass meinerseits ein bisschen Neid zu verspüren gewesen wäre, weil ich mich nicht als It-Girl bezeichnen kann. Und außerdem sei ich einem Irrtum auferlegen, denn „IT“ bedeutet richtig betrachtet „mit dem gewissen Etwas“ – mmmh, unter diesem Aspekt gesehen, meine ich, dass jede Frau, jeder Mensch das gewisse Etwas in sich trägt, sei es mikrobenklein, gebirgsgroß oder so groß wie ein hohler Kürbis. Wahrscheinlich kommt es auf den einzelnen drauf an, was er mit dem „IT“ anfängt / anfangen will.

Ein richtiges IT-Girl will jedenfalls im Scheinwerfer-, Blitz- und Rampenlicht stehen, macht die Nacht zum Tag und genießt jegliche Art von Aufmerksamkeit und fühlt sich allseits geliebt.

Aber auch eine graue Maus hat den IT-Faktor, bleibt aber lieber unbeachtet; der Beliebtheitsgrad ist nur wenigen Vertrauten vorbehalten und mit weiteren Liebesbezeugungen wird gegeizt. Ist eine graue Maus, ist ein Mauerblümchen dadurch weniger glücklich als ein IT-Girl Glück vorzutäuschen vermag?

Eine graue Maus leidet leise, Tränen werden nur am Klo, unter der Dusche oder ins Kopfkissen vergossen. Gerät ein IT-Girl in den Zustand der Verzweiflung, wird lauthals und hysterisch getwittert / gepostet und wie auch immer gebrüllt.  Aber brauchen nicht beide gleichermaßen jemanden, der einen zum Trösten in den Arm nimmt?

Nein, ich bin kein schrilles, lautes IT-Girl – und nein, ich bin nicht neidisch, denn ich weiß, dass auch ich einen Funken des gewissen Etwas in mir trage. Ich muss das nicht laut hinausposaunen und glaubt mir, ich habe mich gestern wahnsinnig darüber gefreut, dass die Verkäuferin am Bäcker-Kiosk, wo ich meistens mein Büro-Weckerl kaufe (und manchmal auch etwas Süßes), zu mir gemeint hat: „Sie sind immer so toll – so anders – so besonders gekleidet!“