Die Zehnte im Zeitraffer

# G.Tage: 18
# durchwanderte Regionen: a bisserle Kärnten – Osttirol – Südtriol (deutschsprachig) – Nordtirol – Vorarlberg – Schweizer Kantone Appenzell, St. Gallen und Zürich
# in Bewegung: ca. 130 Stunden
# davon vermummt im Regenschutz: weniger als 10 Stunden
# zusätzliches Tragegewicht am Rücken pro Person: ca. 10 kg
# liegend / schlafend: ca. 180 Stunden
# Schweiß in Liter: übersteigt alle bekannten Messtechniken!!!
# Landschaft: das ganz große Universum-Spektakel!!!
# Fotos: ca. 1.000 (vor der Auslese)
# Tagebuchseiten: … das wird ein dickes Buch!
# Verluste: 1 Lesebrille, 1 Haarband / Buff
# kaputt: 1 Sonnenbrille, 3 Paar Baumwollsocken, 2 Unterhosen, 1 Merino-Outdoor-Shirt sowie mehrere Reißverschlüsse an den Rucksäcken
# Verletzungen: 1 Platzwunde am Schienbein, Kratzer an den Beinen, 1 sonnenverbrannte Schulter
# Ungeziefer: 1 Zecke
# Unterkünfte: von Luxus-Suite bis hin zum Souterrain-Kammerl und Klo am Gang
# Speis & Trank: nicht nur Haubenköche zaubern Leckeres auf den Teller!

# Resümee: EINFACH GENIAL!!! Kommt in der Beliebtheitsskala mit Sicherheit unter die ersten Fünf!

… mehr verrate ich derzeit noch nicht!
Also noch ein bisschen Geduld, bis unser Reise-Tagebuch fertig ist!

Das 10. Wander-Jahr ante portas

Wahnsinn!!! Morgen bereits steigen wir gegen Mittag in Lienz / Osttirol aus dem Zug und wagen uns zaghaft auf eine neue Entdeckungsreise – eine Reise ins Ich vielleicht? Zum Denken habe ich derzeit viel – vor allem, was die Yoga-Ausbildung betrifft, weil da sind ein paar Dinge auszuarbeiten …

Der Rucksack ist quasi fertig gepackt. Bodo hat sein Zeugs einfach reingestopft, wie´s gerade passt, denn heuer verzichtet er auf seine „Technik-Box“, die sonst immer ganz unten liegen musste und damit das Packverhalten maßgeblich beeinflusst hat.

Gestern kam er arg ins Grübeln, denn er hat erfahren, dass es auch recht leichte 50 Liter Rucksäcke gibt – unter 2 kg – unsere wiegen mehr als das Doppelte! Ich kann´s nicht recht glauben, aber sein Arbeitskollege ist sich dessen ziemlich sicher, weil er einen sehr leichten Rucksack besitzt. Stellt sich allerdings nur die Frage: Frauen können meistens keine Entfernungen abschätzen – tun sich Männer vielleicht beim Schätzen von Gewichtsangaben schwerer? Oder kann mir jeMANNd sagen, wieviel ich „zarte Elfe“ (HAHAHA!!!!) auf die Waage bringe???

Wenn es stimmt, dann wäre das eine gute Investition für die nächsten 10 Wanderjahre!

Ich hoffe und bete, dass dieses Jahr alles gut geht – gesundheitlich, meine ich! Bodo wird sich bemühen, dass er seinen Rucksack nicht lässig über die Schulter wirft, sondern sich anatomisch ausbalanciert – und er nimmt heuer seinen Wanderstock der ersten Stunde mit, der mit ein wenig Panzerband und Klebstoff wieder in der Mitte fixiert ist. Ein Restrisiko, dass der Stecken bricht, bleibt allerdings! Warum dieser Sinneswandel? Bodo meint, dass der Schwerpunkt dieses alten Bambus-Steckens (oder ist er aus Rattan?) ergonomisch besser sitzt als der vom Pöttmes´schen Wildsau-Stab. Nun gut, er wird das schon richtig einschätzen, hat er sich doch damit am vergangenen Sonntag, als ich beim Yoga-Teacher-Training war, ausgiebig und in aller Tiefe auseinandergesetzt!

Ich habe mir vergangene Woche durch neue Sommerschuhe, die nach der langen Zeit mit Socken und geschlossenen Schuhen zum ersten Mal heuer so richtig wieder Luft an die Füße hätten lassen sollen, einige Blasen – eine ganz lästige und offene an der linken großen Zehe – eingefangen. Ich hoffe, dass wird nicht zum Problem! Leider gibt es aus der Apotheke offenbar keinen Blasenwund-Spray, der einen dünnen Schutz für die offene Stelle bildet – jeder Apotheker will mir Compeed-Pflaster andrehen. Aber die funktionieren nicht, wenn sie mit Schweiß in Verbindung kommen, durch eine Schuhnaht geschoppt werden und dadurch nur die Blasenwunde nur verstärken! – An dieser Stelle: Liebe Pharmaindustrie, bitte lass dir etwas einfallen!

Was die Arbeit im Büro betrifft überlasse ich leichten Herzens „meine“ Männer ihrem eigenen Schicksal – sie werden das schon irgendwie machen. Angst habe ich eigentlich nur um „meine“ Ordnung in der Computer-Ablage – das wird nämlich nicht so ganz ernst genommen, denn solange ich weiß, wo die Dateien abgespeichert sind, ist´s ja gut!

Tagwache morgen: 5 Uhr und 10 Minuten – wir müssen um 06:25 Uhr im Zug sitzen – das frühe Aufstehen ist für mich „Early-Yogi-Bird“ kein Problem, für meinen lieben „Sieben-Schläfer“ aber schon! Da hilft wohl nur liebevolles Aufwecken!

Und dann kann´s los-GEHEN!

Was geht ab im Loft?

Der Comic-Held „Herr Rossi“ sucht vielleicht das Glück. Uns hat ein echter Herr Rossi neues Glück in unser Mini-Loft gebracht!

Nach einer intensiven Woche mit viel Holz- und Farb-Staub für das Handwerkerteam „Christoph & Bodo“ und einem noch intensiveren Putz- und Räum-Kommando für mich am Sonntag, der ein Muttertag war, sieht die Wohnung ähnlich frisch aus wie bei unserem Einzug vor einer kleinen Ewigkeit.

Für die Ewigkeit gedacht sind auch die „Erinnerungsfotos“, die Bodo geschickterweise in eine 360°-Panorama-Tour verpackt hat.

Für die kleine Ewigkeit des momentanen Augenblicks daher hier der Link zur kleinen Foto-Schau:

https://panotour360.at/privat/

Anleitung: einfach irgendwo ins Start-Bild hineinklicken und mit der Mouse (oder am Tablet mit dem „Wisch-Finger“) das Foto „weiterdrehen“; mit dem „Pfeil“-Symbol kommt man aufs nächste Bild; das Symbol mit der „Sprechblase“ beinhaltet kleine Kommentare von Bodo, der die ganze Zeit ja live dabei war!

Ich drehe mich auch gerne ohne Panorama-Kamera in der Wohnung um die eigene Achse herum und freue mich über die wieder gewonnene Helligkeit, die die Wände nun ausstrahlen und das gleichmäßige Bild des Holzbodens – es ist eine Freude! Allein dem Swiffer ist der „neue“ Boden noch ein bisschen suspekt, denn ohne den sich über die Jahre gebildeten feinen Fett-Staub-Dreck-Schmier rutscht es sich etwas bockig. Also wird der Dyson-Sauger öfters spazieren fahren dürfen!

Und: zu meiner weniger großen Freude hat eine mittelgroße zarte Sprint-Spinne daran Gefallen gefunden, über die weißen Wände zu turnen. Obwohl sie schon einmal auf der Terrasse gelandet ist – Bodo, der „Spinnenflüsterer“, hat mich gerettet -, hat sie über ein offenes Dachflächenfenster wieder den Weg nach drinnen gefunden und versteckt sich jetzt irgendwo – wo nur?

Aus Alt mach Neu

Nein – ich habe mich nicht in einen Jungbrunnen gestürzt, um mir eine Rundum-Glättung zu gönnen. Nein – ich habe meinen Schuhschrank nicht entleert, um von nun an barfuß durchs Leben zu tänzeln. Nein – ich habe meine Kleider nicht komplett weg-geswapped, um von nun an als Lady gestylt auf meinem Sitzball zu hocken.

Ganz anders! Auch eine Wohnung braucht mal ein Face-Lifting, eine Politur, ein neues Gesicht! Mein „Feind“, der Staub, hat sich in den Jahren, seitdem wir unser Miniloft bewohnen, still und leise, aber unaufhörlich die weißen Wände hochgeturnt und sich am Boden, mit unserem Fußschweiß vermischt, in den Holzporen eingenistet. In der Dunkelheit eines Wintermorgens oder an trüben Wochenenden alles kein optisches Problem. Wenn man aber an einem strahlenden Sonntagmorgen nach einem ausgiebigen Schläfchen von der Sonne sanft geweckt wird und der erste fröhliche Blick des Tages von einem grau-slichen Flimmern der Fläche über deinem Kopf gleich wieder getrübt wird – und vor allem, wenn man (=ich) dann so dumm ist, mit einem nassen Putzlappen zu versuchen, das Grau einfach wegzuwischen, dadurch aber die Misere nur noch verschärft (Pause zum Atemholen!!!) – ja dann ist es Zeit, zu handeln!

Wir haben einen „guten Geist“ gefunden, der uns in dieser Woche zur Seite steht, momentan wahrscheinlich von Feinstaub eingehüllt, aber sehr talentiert, tatkräftig und sorgfältig – unter ständiger Beobachtung und mit dem Beistand von Bodo.

Allerdings: Um sich mit Parkettöl und Wandfarbe austoben zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen, vor allem, wenn diese Wohnung bewohnt ist! Wir sind jetzt seit 15 Jahren in dieser Wohnung – da kommt einiges zusammen an Möbelstücken, Krimskrams, Dekoteilchen, Büchern und Dingen, von denen man sich nicht trennen mag. Wohin damit?

Alles, was klein, handlich, stapelbar oder gestopft werden kann, kam (abgestaubt!) in Umzugskartons – in Summe fast 20 (!), die sich ein paar Tage lang neben unserem Bett stapelten! Bilder wurden im Klo an der Wand gestapelt, heikle Dinge, wie eine antike Uhr oder der selten verwendete „Feuerbrunnen“ wanderten ins Badezimmer, sodass nur mehr ein schmaler Gang bis zum Waschbecken übrig geblieben ist – und auf einmal klangen unsere Stimmen sehr hohl. Am Wochenende vor dem Face-Lifting – ich war drei Tage lang auf einem Yogaseminar – ging Bodo ans Werk: er entwickelte Mister-Universum-Kräfte und verschob, vertrug, verrückte alle Möbel, wie das 3-Meter-lange Bücherregal aus Eisenholz, in die Mitte des Wohnraums, zerlegte das Holzbett, und und und. Wirklich nur die große Bettmatratze war ein Fall für Zwei! Ich war mehr als baff und konnte den Flow aus dem Yoga noch ein wenig länger genießen!

Halt: ohne Bett und Matratze – wo werden wir in den nächsten Tagen – staubfrei – schlafen? Auch hier half uns der „gute Geist“, der uns vis-á-vis von unserem Heim eine Wohnung zur Verfügung gestellt hat, die wir nunmehr sorgsam nutzen.

Der Ablauf wird penibel eingehalten: Tag 1 / Schleifen und Ölen des Schlafbereichs; Tag 2 / Boden trocknen lassen, Fenster etc. abkleben, fertigen Boden abdecken; Tag 3 / Wände, Decke werden durch Spritzvorgang wieder blütenweiß … aber dann! Alles, was bisher in der Mitte des Wohnraums gestanden hat – zugedeckt von einer Plane -, muss in den Schlafbereich vertragen werden; und wieder Mister Bodoversum: ich komme um 17 nach Hause, voller Tatendrang (habe meine Bauch-Beine-Po-Stunde abgegeben) – nur: es ist schon fast alles – strategisch brillant durchdacht (also nicht nur Muckis, sondern auch Brain!) – von A nach B gerückt worden! Ich kann eigentlich nur mehr bei wenigen Teilen helfen und bei dem, was im Vorzimmer steht (mein! Schuhschrank, unser! Schuhschrank, mein! Dessous- und Sporthosen-Schrank) mit an die Hand gehen. Wir nutzen primär das Prinzip des Schiebens – alte Geschirrtücher kommen dabei gut zum Einsatz. Nur der Kühlschrank ist tricky, weil sehr widerspenstig und zu schwer zum Tragen. Aber es gibt für alles eine Lösung – gut, wenn diese ein paar Rollen hat! Dann noch eine Plane drüber, den fertigen Boden abdecken – der Vollmond scheint, als ich noch schnell eine Pizza für uns hole – zum Kochen in unserem Ersatzdomizil fehlt mir heute die Lust. … Tag 4 (= heute!) / Schleifen (und Ölen?) des Wohn-Küchenbereichs .. mein Vorschlag wäre gewesen, auch gleich den Vorraum mitzuschleifen, aber ich glaube, das geht aus logistischen Gründen nicht (?); Tag 5 / Weißeln der restlichen Wand- und Deckenflächen; Tag 6 / Boden Vorraum (?); Ausmalen ist hier nicht angedacht, weil da wurde „erst“ vor ein paar wenigen Jahren ausgemalt (Bodo´s Eltern greifen sich da jetzt wahrscheinlich an die Haare, denn in Kötz wird recht oft ausgemalt und neu tapeziert :-). Allerdings: jetzt, wo´s leer ist, fallen schon ein paar dunkle Schrammen auf! Ich denke aber, dass wir das selbst punktuell ausbessern können … Tag 7 / ??? Heimkehren, Möbel wieder retour, Kisten ausräumen, Abstauben – wie viele Stunden hat der Sonntag? Oder einfach glücklich-zufrieden sein?

Bisheriges Fazit: der am meisten herausfordernde Job an der gesamten Sache ist ….. das ABKLEBEN!

Danke an den „guten Geist“ / Danke an Mister Bodoversum … so gesehen könnte ich mich beruhigt meinem Face-Lifting widmen?

Woman Day 2017

Kreisch! 06.April2017 ist der Woman Day oder schlicht und einfach der 20% Shoppingwahn! Mitmachen oder Ignorieren? Versuchung pur?

Ich wurde in Versuchung geführt! Als ich nach meinem Earlybird-Yoga – die im gestrigen Blog belobigte Dschungel-Tight leicht geschweißnässigt, zusammengerollt und bereit für akrobatische Verwindungen in der Waschmaschine – in der U-Bahn stand, befahl mir eine (meine?) innere Stimme, eine Station früher auszusteigen, um vor dem stundenlangen Sitzen im Büro – neuerdings übrigens auf einem mit Stoff bezogenen (Designer-)Sitzball, da mein Rücken gemeint hat, dass er und der Drehstuhl keine Freunde mehr seien – noch ein paar zusätzliche Schritte zu tun. Gerade mal aufgetaucht aus dem Underground fielen mir zwei junge Damen auf, die fleißig Goodie-Sackerln austeilten. Keine Frage, dass ich mir das entgehen ließ! Goodie what? Von Bodylotion über Haarspray (wer will den haben?) über Cranberry-Saft (für die Harnwege) bis hin zu Senf und Salami-Bällchen (Bodo hat sich gefreut!), nicht zu vergessen zahlreiche 20%-Gutscheine von ausgesuchten Shops, von denen für mich aber nur wenige in Frage kommen (zB P&C, Humanic, Intimissimi, Triumph …).

Nach getaner Büroarbeit stürzte ich mich ins Vergnügen – Vergnügen? In der City ging es zu, als wären Herden von Mädchen, Frauen und Damen aus ihrem Gehege ausgelassen worden – einige in männlicher Begleitung mit zerknirscht-erschöpften Mienen.

Nachdem bei meinem Lieblings-BH einer der beiden Metallbügel gemeint hat, es sei Zeit, auf Reisen zu gehen, hatte ich quasi eine vernünftige Ausrede, um dem Wäscheladen Triumph einen Besuch abzustatten. 3 Modelle standen zur Auswahl – allein die 4 Garderoben waren belegt – sehr lange belegt … da kam niemand mehr raus!? Die Damen vor mir in der Warteschleife wurden zunehmend ungeduldig und ungehalten – warum kann sich die eine da in der Garderobe nicht entscheiden? Ha! Wieder eine Marktlücke gefunden: der Dessous-Entscheidungshelfer!

Warten und Gelassenheit sind bei solchen Shopping-Events unumgänglich. Mir war es dann aber doch ein wenig zu lang. Daher: ein Rundblick durchs Geschäft – kein Mann weit und breit … also stellte ich mich ins Eck und probierte die BHs schnell an. Einer fiel bei der Anprobe durch. – Den 20% Rabatt hätte ich übrigens über die gesamte Woche bekommen!

Weiter ging´s zum P&C, mal schauen, was sich in den oberen – teureren – Ebenen tut! Ernüchterndes Null-Ergebnis und außer viel Rolltreppenfahren keinerlei Bewegung für die Bankomatcard!

Beim Mango war mir nicht ganz klar, wo die Schlange vor der Ankleide begann und in die Schlange vor der Kasse überging. 4 Teile in meiner Hand, die immer schwerer wurden. Wieder den Trick mit dem „In-der-Ecke-Stehen“ anwenden? Dafür war dann doch zu viel Betrieb – ausgenommen in der Kinderabteilung. Dort entdeckte ich auch eine – leere! – Garderobe, doch: wer zu viel fragt, verliert! Auf meine Frage an eine Verkäuferin, ob ich die Ankleide benützen dürfe, meinte sie: Nein, ist den Kindern vorbehalten! … nur: wenn keine Kinder da sind? Egal, ich wollte keine Diskussion – mir taten die Mädels auch leid, die nur damit beschäftigt waren, anprobierte und nicht genommene Ware zu sortieren und wieder an den richtigen Ort zurück zu schleppen. Also stellte ich mich an – zum Glück mit angenehmer Hintergrundmusik, die meine Füße wippen ließ. – Die 4 Teile blieben schlussendlich im Geschäft zurück.

Geschäftsschluss in der City an diesem „besonderen“ Tag nicht um 19 Uhr, nicht um 20 Uhr, erst um 21 Uhr? Nicht mit mir – ich hatte so viel Woman Day Luft geschnuppert, um kurz vor 19 Uhr sagen zu können: es ist GENUG! Vielleicht noch einen Sprung zum Zara – mit ähnlich geschäftigem Szenario? Allerdings war hier von 20% Rabatt keine Rede! Das Shirt, das ich mir schlussendlich dann doch kaufte, wurde „ehrlich“ bezahlt.

Danach machte ich mich – noch immer gelassen! – auf den Weg, holte meine Yogasachen aus dem Office (es shoppt sich halt leichter mit leichtem Gepäck!) und machte mich auf eher menschenleeren Seitenwegen auf den Heimweg – geläutert … wäre es nicht gescheiter gewesen, ich wäre zum Sport gegangen? Die Gutscheine landen im Altpapier.

Woman Day 2017 – es ist schön, dass du vorüber bist!

Wohlfühl-Tight

Jetzt, wo es endlich allerorten wieder zu sprießen und zu blühen beginnt, muss auch beim Yogisieren ein frischer, bunter, blühender Wind hinein! Dachte ich mir und setzte meinen Gedanken auch gleich ins Praktische um, sprich www.zalando.at / Sport / Yoga … und siehe – da sind sie die Hey Honey Cacti Tights! Meine Beine werden in den Dschungel versetzt, mein Kopfschweiß symbolisiert Regenwald-Klima pur! Heute Morgen auf der Mantra-Yogamatte hatte ich auch das Gefühl, dass einige Stellungen viel beschwingter und flüssiger eingenommen und gehalten werden konnten. Ich bin natürlich noch weit entfernt von der Gelenkigkeit eines Primaten (im TV gibt es gerade eine dreiteilige Dokumentation über Affen und ihre Besonderheiten – grandiose Aufnahmen!!!!), und doch hatte ich heute einen beflügelten Flow … bis mich dann der „gebundene Lotussitz“ in meine Schranken wies – um das zu können, müsste ich meine Arme um etliche Zentimeter verlängern, um sie um den Rücken schlingen zu können, damit ich meine Zehen, die in der jeweiligen Diagonal-Leiste ruhen, packen könnte! Sei´s drum: die Tight stimmt fröhlich, sitzt perfekt und rutscht nicht!

Was kommt jetzt auf mich zu?

Seit gestern Abend ist es sozusagen amtlich: ich werde Teil, genauer gesagt ein Zwölftel, des neu gewählten Pfarrgemeinderates für die im Vorjahr zusammengeführten Pfarrgemeinden „Drei Marien-Kirchen“ im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Wie? Was? Wo?

Ich kann nicht sagen, ob es eine „innere Stimme“ war oder einfach aus einem Impuls heraus, dass ich mich mit 17 anderen Frauen und Männern (vom Schüler bis zur Pensionistin) auf die Kandidatenliste setzen habe lassen. In meiner Bewerbung habe ich angeführt, dass ich dazu beitragen möchte, die Generationen näher zusammen zu bringen – auch das kam mehr aus dem Bauch heraus als aus meinen Kopf, doch je mehr ich darüber nachdenke, formen sich klare Gedanken und Ideen.

Der Pfarrmoderator und der Pfarrvikar haben meine Kandidatur wohlwollend begrüßt. Auch von einzelnen Kirchgängern kamen aufmunternde Worte. Eine Dame meinte gestern zu mir: „Es muss ein frischer Wind rein!“

Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich schlussendlich doch genügend Stimmen bekommen werde, zu unbekannt bin ich doch: ich singe nicht im Chor, ich gehe nicht mit dem Klingelbeutel sammeln, ich lese nicht aus dem Alten Testament vor, ich backe keine Kuchen für das Pfarrcafé – und trotzdem! Ein bisschen baff und geflasht bin ich schon!

Wenn mich jemand auffordert, meine Beweggründe zusammenzufassen, kann ich nur sagen: ich fühlte die innere Notwendigkeit, aus einer gläubigen Passivität in eine Glauben-vermittelnde Aktivität hineinzuwachsen.

Allerdings habe ich keine Ahnung, was da jetzt auf mich zu kommt! Was wird von mir erwartet? Was kann ich tatsächlich real zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde beitragen?

Momentan begleiten mich Vorfreude und ein bisschen Ängstlichkeit und Neugierde, der beste Impulsgeber!

Friedlicher Schweiß

Ich besuche seit ein paar Wochen freitags eine vom Yogalehrer je nach Lust und Laune gestaltete Vinyasa-Flow-Einheit – eine herausfordernde Ergänzung zu meiner Asthanga-Yoga-Praxis, die einen eher streng geregelten fixen Ablauf vorgibt. Diese 90 Minuten Vinyasa beginnen meistens sehr ruhig mit einfachen Sonnengrüßen, die dann aber rasch variiert und erweitert werden. Arm-, Bein- und Bauchmuskulatur werden fast gleichzeitig mehr gepusht. Fast unmerklich, aber trotzdem deutlich spürbar nehmen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zu. Das Keuchen und Schnaufen einzelner Yogaschüler nach dem x-ten Chaturanga (= tiefe Brettposition mit starkem Liegestützcharakter) wird lauter. Und ich fühle, wie sich leise, ganz leise und beinahe friedvoll einzelne Schweißtropfen im Nacken bilden, dann auf der Stirn – und dann ploppt der erste dicke Tropfen auf meine schöne Yogamatte! Aber ähnlich wie im Bikram Yoga (oder Hot Yoga für alle, die sich im Dschungel der Yoga-Stile nicht mehr auskennen) lasse ich den Schweiß einfach rinnen. Ich stehe aufrecht in Tandasana, der Bergstellung, und fühle den feinen nassen Film auf meiner Haut, das Rinnsal entlang meines Rückens und auch die feuchten Fußsohlen – was meiner Matte aber nur mehr Griffigkeit verleiht.

Das eigenartig Wunderbare ist, dass es mich nicht stört, dass mir diese friedvolle Nässe eine gewisse Ruhe verleiht. Und nachdem der Yogalehrer keine Adjustments gibt, also nicht in körperlichen Kontakt mit mir (oder einem anderen schwitzenden Schüler – ja, es schwitzen hier auch andere!) gerät, muss ich mich auch nicht genieren.

Aber erst in der Garderobe weiß ich dann so wirklich, warum ich eigentlich Yoga praktiziere! Einfach darum, dass ich flexibel und gelenkig genug bin, mich auf engem Raum aus dem schweißverklebten Yogadress herausschälen und -winden zu können!

Fenstersturz

Jetzt ist es leider, leider passiert: Das berühmte, beeindruckende Azure Window auf Gozo gibt es nicht mehr! 🙁 Die von Natur geschaffene Filmkulisse für den Literaturklassiker „Der Graf v0n Monte Christo“ oder dem Serien-Hit „Games of Thrones“ wurde vom Sturm und aufpeitschenden Wellen zu Fall gebracht – die Natur gibt es – die Natur nimmt es sich wieder!

Welch´ Geschenk und Glück, dass wir genau an der Stelle, wo jetzt nichts mehr ist, vor knapp 3 Monaten noch staunen und posieren konnten! Man ist halt manchmal doch zur rechten Zeit am richtigen Ort!

 

Mantra eines Ersthelfers

Ein neues, kleines, feines Unternehmen und eine Vorschrift des Gesetzgebers – und ich sitze 16 Stunden lang, aufgeteilt auf 2 Tage, auf einer Schulbank – im Rot Kreuz-Ausbildungszentrum … Ich werde Ersthelfer!

Lang ist es her, dass ich mich zwecks Führerschein und Aerobic-Lizenz über Rautekgriff, stabile Seitenlage und Herzdruckmassage berieseln ließ. Leider funktioniert ausgerechnet hier das Langzeitgedächtnis nur mit großen Lücken!

Die „stabile Seitenlage“ verwende ich des Öfteren in meinen Bauch-Beine-Po-Stunden, wenn es darum geht, die Ab- und Adduktoren  zu trainieren. Mein Herz massiere ich äußerst selten, da ich hier kaum Muskelkater verspüre. Und zum Abschleppen von jungen Männern in der Diskothek bin ich mehr oder weniger zu vernünftig („alt“ möchte ich tunlichst vermeiden)!

23 „SchülerInnen“, mehr oder weniger freiwillig und interessiert, und 1 äußerst engagierte, lebhafte, motivierte, fröhliche „Lehrerin“ – es konnte losgehen!

Es ging auch gleich los – mit „Erste-Hilfe-Mantras“, die wir am Ende des zweiten Ausbildungstages im Schlaf herunterplärren konnten:

  • Erste Hilfe … ist einfach!
  • Als Ersthelfer kann man … nichts falsch machen (außer man tut nichts)!
  • Als Ersthelfer bist du … nicht allein (denn der Profi am Telefon unter „144“ ist bei dir)
  • Ruhe bewahren!
  • Kommunizieren … mit dem Verunglückten, mit anderen Ersthelfern
  • Atmung vorhanden, aber ohne Bewusstsein? … stabile Seitenlage
  • keine Atmung (ist automatisch ohne Bewusstsein)? … Herzdruckmassage (HDM) im Rhythmus 30x drücken : 2x beatmen (bei Säuglingen und Ertrunkenen beginnt man mit 5x beatmen)

16 Stunden Zuhören, Üben, Verstehen haben aus 23 „SchülerInnen“ Ersthelfer gemacht, die im Notfall sicher nicht wegschauen werden – denn: Erste Hilfe zu leisten … ist wirklich einfach!