Planet Erde

Sind wir uns bewusst, dass wir hier auf Erden nur Gast sind? Nicht Beherrscher, nicht Über-Kreatur, nicht höchste Intelligenz – sondern ganz klein und bescheiden Gast auf kurze Zeit?

Warum so nachdenklich heute?

Am Samstag fand in der Wiener Stadthalle eine Vorstellung statt – eine BBC-Produktion, musikalisch untermalt von einem Orchester aus Prag und moderiert von einem sehr eloquenten Max Moor – der Titel „Planet Erde“.

5 Jahre lang waren weltweit Kamerateams unterwegs, um Szenen aus dem Tier- und Pflanzenreich einzufangen – nicht im Netz, sondern mit der Linse. Teilweise stunden-, tage-, wochenlanges Warten und Hoffen,

– bis sich der seltene und mystische Schneeleopard inmitten von Geröll an eine Ziege heranpirscht

– bis der paarungswillige Dschungelvogel seine Tanzvorstellung gibt

– bis die Eisbärenmutter ihre Zwillinge erstmals aus der Schneehöhle an die frische kalte Luft zum Spielen raus lässt und sie sich selbst wohlig im Schnee räkelnd eine Pause vom Muttersein gönnt

– bis die Delfin-Armada einen Schwarm kleiner Fische immer weiter in die Enge treibt und dann zu Tisch bittet

– bis die Zugvögel endlich den höchsten Berg der Erde bezwungen haben

– bis der furchteinflößende weiße Hai majestätisch aus dem Wasser springend eine Robbe verschlingt

Ehrfurcht, Staunen, Entzücken und auch Traurigkeit sind dabei Gefühle, die mich durchströmen. Mag es in der Tierwelt auch zuweilen brutal und unverständlich zugehen, folgt alles doch einem speziellen Muster, einer speziellen Gesetzmäßigkeit zu Leben und Überleben, die sich über Generationen und Menschheiten erhalten hat – für mich ein Wunder, dieser Planet Erde – unser Planet Erde, der nur deshalb zu dem werden konnte, weil irgendwann vor ganz langer Zeit die Achse zur Sonne aufgrund eines Zusammenpralls mit einem „kleinen Steinchen“ aus dem All leicht verschoben wurde ….

Ich bin dankbar, hier zu Gast sein zu dürfen und freue mich schon auf eine Fortsetzung – denn Filmmaterial gibt es noch genug!

Alle Vögel sind schon da

Habt Ihr sie schon gehört? Die Vögel, die sich nunmehr wieder Gehör verschaffen? Es sind sicher noch nicht alle wieder zurück von der Winter-Flucht, aber es bringt mich zum Lächeln,

wenn:

morgens der Specht sich sein kleines Gehirn heraushämmert

abends eine einzelne kleine Amsel auf einem Lichtmast eine laut befahrene sechsspurige Straße frech übertönt

Es tut so gut, diese kleinen Tiere wieder aktiv zu sehen, zu hören – das mit dem Spüren lassen wir bitte, denn ich leide noch immer unter dem Trauma, dass mir, als ich als Kind in einem grünen Kleid mit bunten Knöpfen auf dem Weg in die Schule war, plötzlich einen Vogelsch…  in meinen Nacken gespritzt bekam – igitt – ich bin den ganzen Tag mit steifem Hals auf der Schulbank gesessen und meide seitdem bewusst Vögel, die auf einer Stromleitung sitzen.

Aber wenn die Vögel wieder ihre Stimmchen trainieren, bedeutet dies: der Frühling ist nicht mehr weit!

Und wenn es Frühling wird, dürfen die meist dunklen Winterklamotten auf Urlaub gehen und geben die Staffel an frechere Modelle weiter – eines kann ich jetzt schon zeigen – es erweckt das Raubtier in mir! Und dann werden mit Sicherheit ganz andere Vögel mir hinterherpfeifen! 🙂

Wild Things1

Wild Things1

Wild Things 2

Wild Things 2

Vorbei mit lustig …

… denn harte Zeiten brechen an!
Der Fasching ist vorbei – an mir spurlos vorbei-gelaufen, denn ich habe es nicht so mit getauschten Rollen für eine Nacht – bin weder Prinzessin noch Catwoman, keine Krankenschwester und schon gar nicht Frau Holle.
Aktuell sind die guten Vorsätze – genannt Fasten – für 40 plus 6 Tage. Klingt viel, sind es doch 6 Wochen – und je nachdem, welchen Verzicht man sich vorgenommen hat, tut das mehr oder weniger weh.
Die Renner sind: kein Alkohol, keine Süßigkeiten, kein Zucker. Manche nehmen einen zweiten Anlauf, wenn es zu Neujahr nicht geklappt hat, und versuchen, sich mehr zu bewegen.
Ich könnte jetzt von mir behaupten, dass ich das ganze Jahr über exzessfrei lebe und dass daher Verzicht nicht notwendig wäre. Daher suche ich noch nach einem Fasten der anderen Art. Das eine oder andere Gläschen Prosecco geht mir nicht ab. TV und Netflix kann ich auch (halbwegs) verschmerzen, denn a) kann ich die aufgenommenen Serien (derzeit Vorstadtweiber/1.Staffel und Grey´s Anatomy/11.Staffel zu einem späteren Zeitpunkt anschauen und b) Netflix bleibt Netflix und ist net futsch! Und so richtig im Shoppingwahn war ich auch schon länger nicht mehr .. nun ja, wenn auf Best Secret der Kunstleder-Trench, der genau zu dem Kleid gehört, das ich mir im Herbst bei der Weinverkostung gekauft habe, um 60% reduziert ist, musste ich gestern zuschlagen – das nehme ich so mal als Übergangsphase. Gilt swappen als Shoppingersatz? Da bin ich mir noch nicht so ganz im klaren – am kommenden Wochenende wird jedenfalls wieder eine Swap-Party veranstaltet – dieses Mal ohne meine hilfreiche Unterstützung (meine Anfrage blieb unbeantwortet) im Library Cafe der neuen Wirtschaftsuniversität am Prater. 5 Teile oder mehr zum Tauschen hätte ich alle Mal, obwohl ich befürchte, dass ich beim Tauschen nicht auf meine Rechnung käme – das letzte Mal war ja eher schwach in der Ausbeute. Lieber einem Nobel-2nd-Hand-Shop einen Hosenanzug, einen Wintermantel, die High-Heel-Overknees anbieten …
Jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgewichen: das andere Fasten …. macht mir noch Kopfzerbrechen – noch 40 plus 4 Tage Zeit, darüber nachzudenken …

Die minus 20%-Falle

Eine Anzeige in der sogenannten Gratis-U-Bahn-Zeitung (die man in Wien bei allen Abgängen zu öffentlichen Verkehrsmitteln findet) lässt aufhorchen: minus 20% auf „alles“ – nur am 30. Jänner und nur im neuen Inter-Spar am neuen Hauptbahnhof …. darunter eine beträchtliche Aufzeichnung all dessen, was nicht (!) unter den Rabatt fällt. Trotzdem wollen wir dieses Mal unseren Wocheneinkauf hier tätigen – wer sich nicht informiert, bleibt schließlich dumm und unerfahren.

Schauplatz Nr. 1: die äußerst breite Tiefgaragenabfahrt – der Schranken – das Ticket-Lösen – die riesenhafte Tiefgarage, hell mit bunten Markierungen und Buchstaben, die dem Orts-un-kundigen helfen sollen, sein Auto wieder zu finden. Wir orientieren uns an den Menschen mit ihren Einkaufswagen und parken unter „D-Frosch-Grün“.

Schauplatz Nr. 2: der Supermarkt – auf den ersten Blick ein heilloses Durcheinander, denn der Zugang ist mittig angeordnet. Du landest zuerst im Gemüse und Obst und musst dich hier entscheiden, ob du zuerst nach links oder nach rechts abbiegst. Da die Kassen alle im rechten Flügel angeordnet sind, empfiehlt es sich, die Tour durch den Supermarkt im Uhrzeigersinn zu beginnen, quasi bei 6 Uhr. Enge zwischen den Weinregalen, den Süßigkeiten und dem Getränkelager. Enge, die durch das närrische Volk, das auch nach dem 20% Rabatt giert, noch verstärkt wird. Und es scheint, dass keiner das Sortiment-Konzept kapiert hat, denn jeder legt doppelte Wege zurück, die Augen suchend, die Bewegungen selbstsüchtig und unkoordiniert. Brot und Frischfleisch bilden den ruhenden Pol in der hinteren Mitte. Im rechten Flügel geht es dann fast noch fragwürdiger zu, denn nach Nudeln und Backsachen folgen alle Hygiene- und Haushaltsartikel. Und erst ganz am Ende findet man endlich die Milch- und Tiefkühlprodukte – und die Kassen, die eigenartigerweise auch an einem Tag wie diesem ziemlich schwach besucht sind. Jedenfalls machen die Kassiererinnen einen beinahe frustriert-verzweifelt-gelangweilten Eindruck und weisen beim Drüberziehen der Ware noch eine gewisse Nicht-Routine auf.

Unser Einkaufswagen ist am Ende unserer Tour zwar voll – und der Rabatt hat sich auch einigermaßen ausgezahlt, sieht man davon ab, dass wir Dinge gekauft haben, die wir sonst eigentlich nicht gekauft hätten. Aber diese knappe Stunde hier war mehr als stressig für uns: ich auf Entdeckungstour versuchte, mich durch die Gänge zu schlängeln, und Bodo im Versuch, mir mit dem Einkaufswagen zu folgen, verlor mich mehr als einmal aus dem Gesichtsfeld.

Wir sind mehr als froh, als uns der Smart auf „D-Frosch-Grün“ erwartet!

Bodo kämpft dann noch mit dem Kassa-Automaten, der selbst für einen technisch-versierten Menschen zur Herausforderung wird, weil die blinkenden Lichter alles anzeigen, aber nicht, wo man das Ticket entwerten soll. Der Spass kostet € 1,- – nicht viel, aber zu viel, wenn man erfährt, dass es auch das „andere“ Ticket gibt, bei dem man gratis parken kann.

Sei´s drum: wir verlassen Schauplatz 2 und 1 mit einem festen Tritt aufs Gaspedal und freuen uns schon auf den nächsten Einkauf – bei „unserem“ Spar mit den breiten Gängen, der gewohnten Übersichtlichkeit und dem netten Personal, die uns als Stammkunden schätzt.

Es wird scho´glei´dumpa

Das Leben spielt sich derzeit zu einem überwiegenden Teil im Dunkeln ab. In der Früh muss der Wecker etwas lauter und intensiver schreien, bis die Geräusche in das Tiefenbewusstsein eindringen und dich aus den Fängen tiefer Träume entreißen. Du schälst und windest dich aus dem warmen Bett und eilst fröstelnd aufs Klo, wo du zum ersten Mal von allzu hell-strahlendem Neonlicht geblendest wirst. Wer hat jemals festgelegt, dass man beim intimen Pinkeln im Scheinwerferlicht stehen … ähem: natürlich sitzen muss?! Danach der lautlose Schrei beim Blick in den Spiegel – wer hat behauptet, dass sich im Schlaf der Körper erholt? Die Regeneration spielt sich anscheinend nur inwendig ab – heißt es nicht auch so schön: du hast den ganzen Tag Zeit, dich zu entfalten?

Viele Menschen brauchen jetzt dringend den ersten Kaffee.

Nachdem ich kein Koffein zu mir nehme und frühmorgens noch keinen Prosecco trinke :-), ziehe ich dann meistens gleich die Laufschuhe an oder packe meine Yogamatte oder setze mich neuerdings aufs Rudergerät (eine neue Anschaffung, die seit kurzem in unserem Mini-Loft eine prominente Stelle einnimmt und dafür auch einiges an Platz beansprucht) oder wedle mit dem Swiffer durch die Wohnung.

Jedenfalls bin ich danach annähernd wach genug, um mich der Kleiderwahl widmen zu können – keine Angst: ich steige vorher unter die Dusche!

Wenn ich morgens zum Yoga gehe, muss es schnell gehen, dh es gibt das eine oder andere Kleidungsstück, das quasi immer passt und in solchen Momenten herhalten muss. Daher liebe ich Kleider – dazu dann eine schwarze Leggings und die schwarzen bequemen Stiefel – und es kann schon los-gehen! Mein derzeitiger Favorit ist das Hängekleidchen, das ich mir bei der Weinverkostung gekauft habe – ein Glücksgriff!

Unter „Zeitdruck“ tue ich mir persönlich um einiges leichter, meine individuelle Tages-Wohlfühl-Klamotte zu finden. Aber je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto mehr unbefriedigende Kreativitätsakrobatik findet vor dem Kleiderschrank und Spiegel statt – und meistens ist das Ergebnis dann nicht so, wie ich es mir erträumt habe. Und wenn ich dann unter Zeitdruck gerate – weil dann doch meine Anwesenheit im Job erwartet wird -, gerate ich in leichte Panik und Unwohlsein, das mich den ganzen Tag begleiten wird … bis ich dann abends daheim in legeres Outfit ohne Anspruch auf allzu große Schönheit schlüpfe. Keine Angst: die klassische hellgraue Jogginghose (Hallo! Jogging ist doch eigentlich mit aktiver Bewegung verbunden und nicht mit Sitzkissen-Kuscheln!?) ist nicht mein Ding.

Die Zeit, die wir momentan verbringen, umhüllt uns mit Grau in allen Schattierungen, von Anthrazit über Steingrau, Mausgrau, Lichtgrau, Blassgrau, …. bis zum schmutzigen Weiß … um nach wenigen Stunden bereits wieder ins dunkle Schwarz über zu wechseln. Kein Wunder, dass fast jeder jetzt Zuflucht bei warmem Kerzenschein und wärmenden Getränken mit und ohne Anteil an Hochprozentigem sucht.

Und wenn das Teelicht runtergebrannt ist, die Lider schwer werden und die Zähne geputzt sind (Zahnseidenkosmetik inkl.), ist es auch schon wieder Zeit, ins kuschelige Bett zu steigen.

…. und in wenigen Stunden beginnt der Kreislauf von Neuem!

Die Frau im Automobil

Frauen und Autos sind für Männer der Albtraum schlechthin. Als GTI-Pupperl oder als Salamibrot-reichende Beifahrerin gerade noch akzeptiert, gerät die Abhängigkeit vom anderen Geschlecht zur alles verneinenden Verständnislosigkeit, sobald die Dame links einsteigt und sich den Autoschlüssel unter die scharfen Nägel krallt.

Und doch: es gibt die Frau im Automobil, und damit meine ich nicht die hinter dem Lenkrad klebende und mit den Zähnen klappernde furchtsame Genossin, sondern die toughe Lady, die sich den fahrbaren Untersatz zum schmucken Begleiter macht – wer braucht schon einen Gefährten, der Mucken macht, wenn man sich ein Gefährt leisten kann, das schnurrt wie ein Kätzchen? …. dass auch Katzen zum Aufmucken neigen, sei dahingestellt und für diese Story nicht relevant.

Da ich selbst seit einigen Jahren glückliche Nicht-Autobesitzerin bin und den kleinen Smart mit viel Innenleben nur am Wochenende fahre – vornehmlich zum Zwecke der Übung -, halte ich mich aus der weiteren Diskussion weitestgehend heraus. Was ich beitragen kann, sind objektive Beobachtungen.

Konkret geht es hier um 4 Frauen (Arbeitskolleginnen und Freundinnen), die mir gezeigt haben, dass ein 4-Räder unterm Popo nicht nur ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit ist, sondern auch eine Frage des persönlichen Stils. Ein schnittiger BWM, ein spritziger Fiat 500, ein flotter Citroen und ein Beetle der Ultraklasse – Frau identifiziert sich mit Pferdestärke, Blech und Aluminium. Das eigene Auto muss nicht groß sein, aber über einen ausnehmend großen Kofferraum verfügen, denn Frau hat einfach immer etwas zu transportieren. Für große Felgen wird schon mal ein extra Schein in den Topf gelegt. Das Innenleben versprüht weiblichen Charme in Form von knackiger Armaturenverkleidung, einer guten Audio-Anlage, einem großen Rückspiegel und sonstigem Schnickschnack, wie: einem intelligentem Lenkrad, Einpark-Warnpiepsern, einer männlichen Stimme am Navigationspult, die vornehmlich Wörter wie „rechts“ und „links“ vermeidet und viel Licht innen und außen, damit die Sucherei in der Handtasche von Erfolg gekrönt ist.

Zwei Mädels haben tief aus ihrer Brust gesprochen: „Das habe ich mir geleistet!“. Männer: Ihr habt auf diesem Terrain leider offensichtlich hoffnungslos verloren. Frau und Auto sind emanzipiert genug – Ihr dürft froh sein, wenn Ihr auf eine Probefahrt mitkommen dürft. Nur: nicht das Salamibrot im Picknickkorb mitnehmen, sondern die Flasche Prosecco … vielleicht dürft Ihr die (trunkene) Holde dann auch in IHREM Auto nach Hause (und ins Bett?) (ent-)führen!

Was oder wo ist der Balaton?

Eigenartiger Zufall: aus den Medien ist heute zu entnehmen, dass sich unser derzeitiges blondes Aushängeschild – Modelanwärterin und Dschungel-Zicke – Larissa in einer Show blamiert hat, weil sie mit dem Begriff „Balaton“ nichts anfangen konnte – wir schon, denn wir waren genau zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Show live dort!

Um einem vielleicht weiteren Wochenend-Blues zu entgehen, hatten wir die spontane Idee, nach Budapest und zum Plattensee zu fahren. Um samstags rechtzeitig auf die Autobahn zu kommen, habe ich meinen rituellen Trainings-long-jog von Samstag Früh auf Freitag Nachmittag verlegt, was einerseits eine neue Erfahrung war, denn plötzliche starke Sonneneinstrahlung von hinten auf einer baumfreien Geraden hin zum Praterspitz (danach nur braunes Donauwasser) macht mehr als durstig, andererseits habe ich beim Lusthaus einen früheren Arbeitskollegen getroffen und wir sind die 4 km lange Strecke auf der Prater Hauptallee quatschend – leicht atemlos – flott dahingaloppiert. Danach war die Kraft aus den Beinen und der restliche slow-jog bestand aus einer Mischung aus Gehen und schleppend-langsamen Laufen. Zumindest war dann kein Schweiß mehr übrig, um nach dem Duschen in minutenlanges Nachschwitzen zu verfallen.

Jedenfalls waren wir so am Samstag Vormittag zeitig an der Grenze, um auf einer hilflos überfüllten Raststätte für die ungarische Vignette anzustehen: nur bar zu bezahlen, € 12,50 für 10 Tage – kleinere Zeiteinheiten leider nicht verhandelbar! Eigenartig jedenfalls, dass eine der Angestellten, die sich um den Gastrobereich gekümmert hat, nicht wußte, dass die Kollegen nebenan auch die Vignette verkaufen (?) Die ungarischen Autofahrer sind leider arg gewöhnungsbedürftig: zwischen Bremsern und Rasern ist so ziemlich alles vertreten. Und leider dürfen bei unseren Nachbarn samstags auch die LKWs die Autobahn befahren. Daher kamen wir nach etwas mehr als 2 Stunden Fahrzeit mit etwas Herzklopfen in Buda(pest) an – Frühstück ist angesagt – ein kleiner Platz, ein nettes Café im Freien, eine wohlige Stärkung, bevor wir uns einem ausgedehnten Shoppen widmen wollten. Allein, die drückende Hitze, machte es schlichtweg unmöglich, in kaufrauschähnliche Ekstase zu verfallen. Wir haben uns nur über die lange Einkaufsmeile dahingeschleppt und vergeblich nach Schatten gesucht. Die Beute: zwei auffällige Sonnenbrillen im Ausverkauf (die eine mit Orange und Schwarz, die andere in einem grünlichen Tarnton mit Gläsern, welche die Umwelt in kontrastfreundliches Sonnengelb tauchen) und ein schlichtes graues Sommerkleid aus Sweatshirt-Stoff.

Danach aber nur mehr das Bedürfnis: hinaus aus der Stadt und hinein in den See!

90 Minuten und wir nähern uns diesem gewaltig großen See mit einer relativ geringen Wassertiefe (2 Meter?). Aber noch sehen wir vom See so gut wie nichts, da er gut von Bewuchs, Schilf und Gebäuden abgeschirmt ist. Fast jeder Ort trägt vorweg die Bezeichnung „Balaton“, danach kommen Anhänge wie „-kenese“, „-keszthely“, „-vilagos“, das meiste unleserlich und an eine korrekte Aussprache ist gar nicht zu denken. Wir fahren hin und her, langsam aber sicher auf der Suche nach einem Quartier in Wassernähe. Endlich werden wir fündig und nehmen in Kauf, dass wir den Preis für 4 Personen zahlen, denn das Ehepaar (er freundlich, sie unsichtbar) vermietet nur ein Appartement mit 2 Zimmern. 600 Meter zum Strandbad – es ist 17:30, es bleibt uns etwas mehr als eine Stunde zum Entspannen! Entspannung? Das Bad ist verständlicherweise pumpvoll (schönes Wetter, Monatsanfang, Urlaubszeit); wir verdrücken uns ganz ans Ende, dort, wo auch noch ein wenig Sonne hinkommt. Die Ameisen sind nicht erfreut bzw. begrüßen uns mit innigen Umarmungen. Das Testen des Sees entschädigt dann aber für die lange Sitzerei im Auto. Als „erstes“ Abendessen probieren wir die Spezialität der Region: Backfisch (fast grätenfreier Hecht), dicke Scheiben Weißbrot, Salzgurken, ein paar Pommes frites (ich brauche was Salziges!) und ein großes Bier – nicht schlecht! Trotzdem schwebt mir momentan noch eine Pizza (?) als „zweites“ Mahl vor – also 2x 600m zu gehen. Kaum vom Wasser weg schlägt die schwüle Hitze wieder mit voller Kraft zu. Ich bin von einem Moment zum anderen sowas von schlapp: Rücken, Nacken, Stirn sind schweißnass. Bodo ist skeptisch, ob ich die Pizzeria auch finde, aber für bestimmte Dinge habe ich den absoluten Orientierungssinn! Und siehe da: hier ist das Etterem / Restaurant mit einem lauschigen Gastgarten. Auf Pizza ist mir die Lust vergangen; wir bestellen stattdessen den Temperaturen entsprechend einen guten Ruccola-Tomaten-Parmesan-Salat und trinken dazu einen Weißwein, den man eigentlich nur gespritzt trinken kann. Die schwarzen Gewitterwolken haben ein Einsehen mit uns und suchen sich einen anderen Ort der Entladung.

Tags darauf sind wir bereits kurz nach 9 Uhr wieder unterwegs: wir wollen jetzt das belebtere Ufer abfahren und finden einen sehr langgezogenen freien Strand, wo wir uns zwei Stunden aufhalten mit intensivem Aqua-Jogging bis hin zu amüsanten Gehvarianten im maximal brusthohen Wasser. Gegen Mittag werden die Gewitterwolken größer, wir brechen auf, investieren die letzten Forint in  Obst und Wasser und fahren die engen Straßen ab. Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich hier ohne Ende an – von verwahrlost bis lieblich; manche Orte sind noch verträumt, andere dagegen erinnern an Lignano-Jesolo-Bibione: Fressmeilen und Souvenier-Shops ohne Ende: nur weg von hier!

Das entgegengesetzte Ufer zeigt sich dann als sehr schilfig; es gibt nur kleine geschlossene Strandbäder, wo man eng an eng liegt – das enttäuscht uns ein wenig, denn zwischen hier und Wien wäre die kürzeste Entfernung, passend für einen gezielten Wochenendtrip. Wobei: mit 90km/h auf einer Landstraße in einem Konvoi zu fahren, wo einer vor dir bremst ohne Ende und andere vergeblich versuchen, zu überholen, ist auch nicht so angenehm. Dafür können wir bei offenen Scheiben den Fahrtwind und die schöne ebene Landschaft genießen. Das hat was für sich, zumal es langsam Abend wird, das Licht sich verändert und die heftigen Gewitterwolken erst nach der Grenze den Himmel für sich beanspruchen.

Fazit: Das Wochenende war super – es hat sich auf jeden Fall mehr aus ausgezahlt, dass ich meinen long-jog auf Freitag vorverlegt habe!

Wo ist das Lachen nur geblieben?

Bodo ist gestern zu einer Erkenntnis gekommen: er vermisst das Lachen!

Umpf – eine schwergewichtige Aussage, die mich ordentlich ins Grübeln bringt. Wenn ich meinen All-Tag so ins Visier nehme, ist da ehrlicherweise mehr als ein Körnchen Wahrheit enthalten:

Wenn der Wecker mich aus dem Schlaf reißt, zuckt erstmal der ganze Körper – aber nicht in freudiger Ekstase, sondern weil das Morgen-Grauen einen ordentlichen Schrecken verbreitet. Danach folgt die Erleichterung der Blase, die noch schläfrige gegenseitige Aufmunterungs-Umarmung, das erste zähneputzende Grinsen. Nach dem schweißtreibenden Morgensport der Versuch einer reinigenden Erfrischung unter der Dusche (ohne Gesang und Gezwitscher), derzeit gefolgt von intensivem Nachschwitzen und der Verzweiflung vor dem Kleiderschrank – ich bin jetzt seit 2 Stunden in Betrieb und habe noch nicht gelacht, maximal mein Gegenüber angelächelt und leicht die Mundwinkel nach oben gezogen. Wenn ich dann im Büro sitze, hocke ich an meinem Fensterplatz mit starrem Blick auf den Computer, wobei hier zunehmend die Buchstaben ineinander verschwimmen (ich kann mich aber einfach nicht dazu aufraffen, endlich auch im Büro die Lesebrille auf meine kleine römische Nase zu setzen). Zu behaupten, dass wir so ganz ohne Scherzerl den Arbeitstag verbringen, wäre falsch – an meiner Tischgruppe fällt schon hin und wieder ein Satz, der zumindest für einen Moment den Geist erheitert. Aber der Tag ist lang, die Augen werden müde, die Finger an der Tastatur langsamer, der Kopf brummt, bis ich dann das Narrenkasterl herunterfahre und von dannen ziehe. Und wenn ich daheim zu Fuß die Stufen erklommen habe, bin ich erstmal atemlos – auch da bleibt keine Luft übrig, um in hemmungsloses Gelächter auszubrechen. Es ist dann bereits 19, 20, 21 Uhr und somit wird es eng, dem Lachen eine Chance zu geben: man kocht, man berichtet einander von den kleinen Erlebnissen mit Erinnerungswert, man schaut in die Glotze oder liest ein spannendes Buch – und dann werden schon die Lider schwer. Ein bisschen Knuffeln und Schäkern und dann folgt das Zeremoniell des Gute Nacht-Sprücherls.

Zusammengefasst – es schaut echt traurig aus mit dem Lachen! Derweil würden da sooooo viele Muskeln beansprucht, positive Hormone zum Sprühen gebracht werden und ganz einfach der Organismus Mensch sich besser fühlen.

Daher mein Appell an Euch: Macht Lachen zur neuen sportlichen Herausforderung – wir sehen uns demnächst im Trainingscamp (zB beim Lach-Yoga-Workshop?)

Mensch 2.0

Wie stolz muss Mensch doch gewesen sein, als er entdeckte, dass er seine vier Gliedmaßen unterschiedlich einsetzen kann: die Arme & Hände zum Greifen, Streicheln, Schlagen / die Beine & Füße zum Gehen, Laufen, sich Fortbewegen. Die Hirnmasse wurde schwerer (auch bei der weiblichen Art!), die Ganglien, Synapsen, Neutronen komplexer miteinander verstrickt und vernetzt – der Mensch konnte mit einem Male vor- und nachdenken, entscheiden, grübeln, erfinden, reden, dichten, komponieren, lügen, und vieles mehr.

Ein Blick in die Runde im Jahr 2014 macht nachdenklich: was ist geblieben von diesem Geschenk und Erfahrungsschatz, der den Menschen an sich auszeichnet und von anderen Spezies abhebt? Da wird faul auf dem Sofa herumgeknotzt und der Zeigefinger wischt träge über das Smartphone / Tablet. Die Sprache reduziert sich auf sms-geschrumpfte Kürzeln und Floskeln. Wer muss noch nachdenken, wenn einem eine App jede Entscheidung abnimmt? Der einfache Schritt wird durch Scooter / Skateboard / Segway ersetzt, das in-die-Pedale-Treten durch einen Elektromotor erleichtert. Und trotzdem ist jeder überlastet, ausgepowert und lechzt nach Yoga, Wellness, Chillen.

Das Wunder ist eigentlich nur mehr bei den ganz Kleinen zu spüren: wie stolz sind Mama & Papa, wenn ihr Sprössling den ersten Schritt macht – egal, ob Babyprince George oder das kleine Mäderl von nebenan -, wenn die ersten Worte halbwegs verständlich den kleinen Mund verlassen, wenn das Patschhandi den Löffel selbst hält und den Brei ohne Verlust zum offenen Schnabel führt, wenn die Neugierde auch schon mal eine Beule verursacht.

Mir geht es nicht darum, dass jeder jetzt auf der Stelle sich auf Wanderschaft begibt, sein I-Phone im Stadtpark vergräbt, und schwere Bücher wälzt. Es ist dem Grunde nach schon ok, dass ein Großteil der Bevölkerung auf dieser einzigen Erde sich diesen Luxus der Bequemlichkeit leisten kann – aber vergesst nicht, welche Qualitäten in Euch stecken – körperliche und geistige. Nutzt Eure bunten Gehirnzellen, zeigt Phantasie, bleibt neugierig, zupft zwischendurch mal mit der Hand das Unkraut aus, geht barfuß über eine Wiese …. – BEGREIFT das Leben, weil das ist und bleibt immer 1.0!

Vampire mit guten Absichten

Nein, ich schreibe jetzt nicht über die Gelsen, die uns derzeit pünktlich ab 21:30 heimsuchen – ich frage mich, woher die Blutsauger kommen, wo wir doch weit weg von einem Tümpel wohnen – brüten sie etwa in unseren Terrassen-Pflanzen?

Nein, ich meine die netten Leute von der Blutspendezentrale, die ich gestern wieder einmal besucht habe. Im Sommer werde ich immer telefonisch eingeladen, denn da herrscht Engpass bei den Blutkonserven, und es wird jede Spende benötigt.

Also bin ich gestern quasi in der Mittagspause hin („quasi“ deshalb, weil ich während der Arbeit kaum pausiere; bin derzeit wie ein Pfitschipfeil unterwegs!). Zuerst gibt´s den Piekser in den Mittelfinger und die Bestimmung, ob der Eisenwert ausreicht oder nicht. „12,5“ ist die magische Zahl – gestern brachte ich es sogar auf den Schwellenwert 12,2 (sonst meistens unter 12,0, was dann bedeutet: „heute leider nicht!“), weshalb ich zum kleinen Blutbild musste … welche Vene nehmen wir? Die „bessere“ wird für allfälliges Blutspenden reserviert, also wird die linke Armvene in Angriff genommen. Blöd nur, dass sich die so schreckt, dass sie abtaucht, weshalb nur mit Mühe und Plage die notwendige Blutmenge entnommen werden kann. Dafür ist das Ergebnis überraschend super: 14,0!!! Haben die letzte Eisenkur und das morgendliche Yoga doch endlich Wirkung gezeigt?

Also Wechsel zum rechten Arm! Doch was ist heute nur los? Die rechte Vene zeigt sich solidarisch und bockt ganz ordentlich. Quasi zu zweit versuchen Ärztin und Schwester, die Nadel in die richtige Lage zu bringen – zum Glück bin ich nicht allzu wehleidig, aber einmal war dann doch der kurze Moment, wo ich die Luft anhalten und die Augen zusammen pressen musste. Ich dachte schon, die Nadel kommt quer durch die Haut wieder raus! Das Abzapfen wurde dann auch früher als sonst abgebrochen – aus Mitleid mit mir!

Na ja, bei der offiziell 10. Blutspende darf es schon ein wenig spektakulärer sein! Als Dankeschön gab es eine Schachtel Merci – und eine weitere als Draufgabe, weil ich so tapfer war!

Was mich generell so begeistert am Blutspenden, sind die Menschen, die hier arbeiten: alle miteinander verbreiten eine Fröhlichkeit, sind nett zueinander und noch netter den Spendern gegenüber, sodass jeder das Gefühl bekommt, mit seinen 450 ml Blut etwas Großartiges zu leisten.

Ich gehe jedenfalls gerne hin – und nicht nur wegen den Mannerschnitten, die danach sowieso ausgeteilt werden!