50 Fragen – und was ist der Output?

Uih – ich muss heute wohl ein bisschen Dampf ablassen – doch nein, das Thema beschäftigt mich schon seit Tagen:

Im Radio wird gerade eine Umfrage bei der „Generation Z“ – den 16- bis 25-Jährigen – durchgeführt: 50 Fragen zum Thema, welche Auswirkungen das Virus auf die jungen Leute hat.

Klar, das ist das Alter, wo sich die Hormone ganz besonders stark aufblähen, wo man von einem Extrem ins andere fällt, wo die Kindheit zu Ende geht und durch große Ungewissheit, aber auch Neugierde ersetzt wird, wo man sich den Partner auf ewig oder zumindest auf Zeit sucht, wo sich das hässliche Entlein zum prächtigen Schwan entwickelt … alles verständlich, keine Frage! Doch warum gibt es keinen Fragebogen für:

# Säuglinge und Kleinkinder, die in den ersten Monaten und Jahren ihres Erdendaseins das Lächeln ihrer Mama nur an den Augen erkennen können, weil die Maske die liebkosenden Lippen abdeckt?

# Kindergarten- und Grundschulkinder, die ohne soziale Abreibung (sprich ohne „Zusammenraufen“) trotzdem das soziale Miteinander entdecken sollen?

# die „Unterstufler“ (10 – 14), die an der Pubertät schrammen und die Kummerschulter der besten Freundin / des besten Freunds entbehren müssen?

# die Erwachsenen von/bis, die mehr als sonst „den Laden schupfen“ müssen?

# die sogenannte „Generation Silber“, die diese andauernde Ausnahmesituation gefügig erträgt / ertragen muss?

Ich sehe die Krise der „Generation Z“ eher darin angesiedelt, dass die (meisten) Jugendlichen hier in Österreich bislang in einem angemessenen Wohlstand und ohne Verzicht aufgewachsen sind – und dieses Verwöhntsein nun alles ins Tragisch-Dramatische abdriften lässt. Ja, es besteht Angst, ja, es gibt Unbehagen zuhauf, aber ja, es besteht auch immer die Chance, das, was wir alle miteinander haben dürfen, mehr und bewusster zu schätzen!

Anstatt sich im Pulk zu treffen, kann man doch bei einem Spaziergang im Freien nur mit einer Mitschülerin / einem Mitschüler intensiver eine bestehende Beziehung vertiefen oder gar erst eine Beziehung aufbauen. Man muss dann auch nicht immer gleich laut werden, um sich Gehör zu verschaffen. Und mit einem selbstgebackenen Kuchen im Tupperware und einem heißen Getränk in der Thermoskanne wird daraus sogar eine Party zu Zweit!

Und man muss sich nur mal überlegen, welchen Schatz wir so gut wie alle in der Tasche haben: das Smartphone – mit WLAN und Internet ruckizucki sofort und überall mit allen anderen verbunden! … Vor Corona haben die Jugendlichen doch auch nur schnelle und oft sinnbefreite Messages getippt, ohne sich analog zu unterhalten …

Warum also muss es jetzt diese aufgebauschte Inszenierung einer Krise geben? Wäre es nicht eher angebracht, den Jugendlichen, aber auch allen anderen Jahrgängen über Radio, Fernsehen, Internet etc. Mut und Hoffnung zu vermitteln und nicht immer nur Bad News?

Was also wird der Output aus der Auswertung dieses Fragebogens sein, den gerade 30.000 Jugendliche ausfüllen?

Einsame Maske

Seit einem Jahr begleiten sie uns, die Mund-Nasen-Schutzmasken – und meistens sieht man sie auch dort, wo sie hingehören – nämlich über Mund und Nase gezogen.

Doch nicht immer – Auf meinen morgendlichen Laufrunden „stolpere“ ich regelmäßig über die weißen FFP2-Masken, die aus der Jackentasche gefallen sind oder vom Handgelenk gerutscht oder von den Ohren abgefallen oder … jedenfalls sind sie so ihrer Schutzfunktion beraubt und ohne Abschiedsgruß verlassen worden und liegen nun einsam auf den Gehwegen – solange, bis sie vom Straßenreinigungsdienst aufgesammelt und entsorgt werden!

Ich sehe dies allerdings nicht so sehr als Hoppala sondern eher als Nachlässigkeit, entstanden aus Bequemlichkeit (man könnte die Maske ja sicher verstauen, wenn man sie gerade nicht tragen muss, aber das ist lästig!) und Ignoranz (die Maske kostet auf den Material- und Herstellungsgrad gesehen quasi nichts – und was nichts kostet, ist auch nichts wert!)!

Das Bild hat sich gewandelt: „früher“ waren es durchgerotzte Taschentücher und andere benutzte Zellulose-Produkte, die den schwarzen Asphalt „bunter“ erschienen ließen – „heute“ ist es das trapezförmige Teil mit den Gummibändern … die Zeiten ändern sich, aber unverändert bleibt offenbar die Schadenfreude am Verursachen von Müllablagerungen im öffentlichen Raum – und das finde ich beschämend und ärgerlich!