Re-Kapitulation

Die ersten drei Wochen am neuen Arbeitsort sind fast vorbei – Zeit für ein Zwischen-Resümee?

Ich bin sehr viel allein – die Kirchenglocken im 15-Minuten-Takt begleiten meine nicht immer fröhlichen Gedanken und halten mich zumindest einigermaßen munter 🙂

Das Arbeitspensum hält sich leider noch in Grenzen – es juckt zwar in den Fingern und auch mein neuer, toller Laptop brummt ganz ungeduldig, ungestüm wie ein Pferd, das endlich zum Galoppieren gebracht werden will.

Ich meide die U-Bahn, wo nur geht, teile die Wegstrecke in Straßenbahn und unterschiedlich weite Fußmärsche auf – und nehme den millimeterdicken Schweißfilm auf meiner Haut in Kauf, der im Geh-Wind nur schwerlich trocknen will.

Meine Augen scannen während meines morgendlichen Spaziergangs durch die City jede Schaufensterauslage und vor allem jedes Preisschild – mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass ich sogar im Super-Summer-Sale einigen vielen Verlockungen bislang ohne Reue widerstehen konnte!

Ist die Fußgängerzone morgens noch übersichtlich menschenleer, muss ich abends gegen einen dichten Strom am Zweibeinern ankämpfen, die stockend und stoppend den heißen Odem der City inhalieren und mir die Luft zum Atmen nehmen. Ich versuche mich daher im meditativen Ausblenden dieser erfüllten Bilder und halte vielmehr Ausschau nach freien Lücken, durch die ich mich dann vorwärts schiebe.

Auch wenn dies jetzt noch nicht so berauschend euphorisch klingt, hat der Abnabelungsprozess von meiner alten Büroheimat doch schon begonnen, unterstützt von einem eisgekühlten Zwischenaufenthalt im alten Büro, der nach einem Tag mit Besprechungen einen kratzigen Hals und grippales Unwohlsein zur Folge hatte. Außerdem ist das alte Team mittlerweile auf ein Maß zusammengeschrumpft, das mehr an eine zerstreute Einzelkind-Familie erinnert als an eine wild durchmischte Großfamilie, wo sich jeder abends freundlich eine „Gute Nacht“ wünscht – mit der Ausnahme, dass keiner von uns eine Latzhose trägt und John-Boy oder Jim-Bob heißt.

8 Jahre sind halt eine lange Zeit mit vielen Höhen und Tiefen – das muss erst mal verdaut werden – wenn ich aber so in mich rein höre: mit dem Wiederkäuen dürfte ich nunmehr fertig sein – bereit für frisches neues Futter … Hunger!

Abschied, Neuanfang und einiges an Geduld

In Amerika feiern sie heute (4.Juli!) groß. Der Ramadan-Monat geht morgen zu Ende – auch da wird nun ohne Ende und Reue im Kreise der Familie und Freunde gevöllert. Und am kommenden Sonntag wird der EM-Fußballmeister seinen Pokal mit Champagner befüllen und das Gewinnerland im Ausnahmezustand sein.

Wo bleibe ich?

Mir ist gerade nicht so sehr nach Feiern zumute.

Am 30. Juni um 16 Uhr habe ich meine Zutrittskarte, meinen Laptop und mein Firmenhandy zurück gegeben – mit einem Klick bin ich aus dem System entfernt – und bereits heute erinnern sich nur mehr wenige daran, dass ich bis vor kurzem aktiv und intensiv an ihrem neuen beruflichen Zuhause mitgewirkt habe. Da schmeckt der Prosecco mit einem Mal ganz schal!

Stopp! Nicht alle haben mich vergessen: als ich am 1. Juli schwer bepackt mit einigen Dingen für den neuen Arbeitsplatz in prominenter Lage … gerade höre ich das Läuten der Glocken vom Stephansdom … um die Ecke bog – schweißüberströmt dank schwüler Morgentemperaturen -, standen doch zwei meiner lieben Ex-Kollegen vor der Türe, auf mich wartend – im Gepäck: gekühlter Prosecco, gekühlter Champagner und stilgerecht 3 Sektgläser, die den Transport scherbenfrei überstanden haben – das war echt nett und hat mir den Einstieg in ein neues Arbeitsleben sehr versüßt!

Die leere Prosecco-Flasche steht nun auf dem leeren Tisch meines alten = neuen Chefs, der gerade wohl in der griechischen Abendsonne seinen Urlaub genießt. Meine erste neue Arbeitswoche ist daher eine einsame, ganz alleine sitze ich hier, nur die Geräusche der City – und eben der Steffl – geben mit das Gefühl, nicht wie Robinson ganz alleine auf einer Insel ausgesetzt zu sein – obwohl „einsame Insel“ … die EDV funktioniert noch nicht so 100%ig einwandfrei (ohne Serververbindung und vor allem ohne WLAN-Passwort!!!) – nur dank eines kurzen Intermezzos daheim in den leicht aufgeheizten eigenen vier Wänden, wo ich das WLAN schnell nutzte, um eine Verbindung zur Außenwelt aufbauen zu können, war es mir möglich, heute einen „Arbeitstag“ nachweisen zu können. Der war jetzt nicht ganz fad, weil ich mich zu beschäftigen weiß, aber nicht so erfüllend, wie ich es halt gern habe.

Vielleicht sollte ich diese eher ruhigen Tage einfach genießen und als soft beginning sehen? Der Stress findet mich mit Sicherheit auch an der neuen Büroadresse! In jedem Abschied steckt Erfahrung, in jedem Neubeginn vorantreibende Neugierde – dies zu entdecken bedarf eines gesunden Maßes an Geduld!

Fresh!

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Was soll das jetzt? Werbung für ein neues Putzmittel, das jede Fliese und jede Armatur von selbst zum Strahlen bringt?

Schau genau!

Die Auflösung liegt im Kleingeschriebenen: Moschino!

Hat das nicht etwas mit lustig-bunt-untragbar gemustert-verniedlichten Kleidern zu tun, mit einem Label, das die allgemein gültigen Regeln des guten Geschmacks in Frage stellt und die eigenen Ideen mit einer prickelnden Prise Ironie versetzt? Ziemlich richtig – und wo Fashion, da meistens auch der passende Schnüff-Schnüff dazu, der bei Moschino darauf abzielt, mit stylischen Konventionen zu kokettieren!

Eau de TOILETTE – was liegt daher näher als einen Flakon zu designen, der bei jedem Duft-Zerstäuben gleichzeitig und mit Nachdruck daran erinnert, dass auch die TOILETTE daheim wieder einmal einen frischen Duft vertragen könnte?

Ich finde die Idee erfrischend, zum Schmunzeln anregend und nicht ganz ernst zu nehmend – wohl gerade deswegen habe ich, eine bekennende „ich probier´ was Neues aus“-Konsumentin, zugelangt – und den letzten Flakon seiner Art ergattert, wohlgemerkt, nicht ohne vorher einen Probestreifen (und den Handrücken) großzügig einzunebeln … die Kennernase riecht sofort die „Kopfnoten“ Bergamotte, Mandarinorange und Ylang-Ylang, die „Herznoten“ Pfingstrose, Himbeere und Herbstduftblüte und die „holzigen Basisnoten“ Patschuli und Ambroxan heraus … ähem, wie bitte???

Den heutigen Sommertag verbringe ich also gerne umgeben von diesem olfaktorisch frischen Odeur und denke nur hin und wieder mit geringfügig schlechtem Gewissen an Bad und Toilette daheim.

Bitte nicht so heiß!

Mode-Unverträglichkeit, Fashion-Intoleranz – gibt es das?

Einer unserer bekanntesten österreichischen Radiomoderator hat eine Ballerina-Phobie, die er in regelmäßigen Abständen auch im Äther kund tut. Aber das ist in meinen Augen echt harmlos!

Brutal sind in Wahrheit diese Dinger, die sich Hot Pants nennen – bei näherer Betrachtung ein breiter Gürtel mit 3 großen Löchern, die das bisschen verbleibenden Stoff ad absurdum führen. In der seriösen Mode-Literatur wird zwar schonungslos beschrieben, welche körperlichen Voraussetzungen frau mitbringen sollte, um ein solches Teil in der Öffentlichkeit tragen zu können, ohne beim plötzlichen Betrachter Augenkrebs  oder Herzschlagaussetzer zu verursachen – demzufolge wäre das wohl nur ein einstelliger Prozentsatz bezogen auf die westliche weibliche Bevölkerung -, allein fehlt es nur zu oft an ehrlicher Selbsteinschätzung! Nichts für ungut, liebe Kolleginnen, aber es sieht halt einfach nicht sexy aus, wenn

  • der Oberschenkelumfang nicht einer Gazelle entspricht, sondern einem beliebten Grauhäuter
  • die Spannkraft der Haut einem Luftballon ähnelt, der drei Tage nach einem Geburtstagsfest traurig am Bettpfosten hängt
  • wenn die Farbe der Beine allzu sehr Schneewittchen gleicht und nicht dem sanften Bronzeton eines Popstars von den Bahamas
  • aufgrund fehlender Hochsommertemperaturen oder um die Beinlänge zu strecken zu Strumpfhosen und Leggings in 20 DEN gegriffen wird, hier sehr oft auch mehr Laufmasche als Nylon zu sehen
  • die Gehbewegung der Beine mit einem Schlurfi versehen ist – von Catwalk-Gestälze keine Spur!

Hot Pants sind in den Olymp der sommerlichen Must-Garderobe emporgehoben worden und haben dort offenbar einen Dauerplatz bekommen – aber muss frau sich jedem Mode-Diktat unterwerfen? Ist es nicht besser, aus der Vielfalt des Angebots zu sondieren und sich die Leckerbissen rauszupicken, die einem wirklich schmecken, sprich passen?

Daher: Spieglein, Spieglein – sag mir nicht, wer ist die Schönste im Land! Sag mir im vollständigen 360°-Blick, ob mein heute gewähltes Outfit meine Vorzüge positiv hervorhebt und meine Schwachstellen verbirgt.

In Hot Pants wirst du mich jedenfalls NIE sehen! (und auch nicht in Ballerinas … ich will es mir ja mit dem Radiomoderator nicht verderben 🙂

Urlaub 2016 … war anders!

Ja, Leute – 2016 und wandern/pilgern war wirklich anders als die Jahre zuvor!

  • Wir waren heuer die ersten Wanderer/Pilger auf dieser Strecke!
  • Wir haben länger geschlafen als sonst!
  • Wir haben uns vor jedem Etappentag ein Frühstück gegönnt!
  • Es gab spürbaren Kontakt mit Schnee!
  • Wir haben 4 Feuersalamander und etliche Gemsen aus nächster Nähe gesehen!
  • Wir haben diese Reise durch so wunderschöne, eindrucksvolle, uns größtenteils unbekannte Gegenden Österreichs mit ihren freundlichen, hilfsbereiten und an unserem Tun interessierten Menschen …. leider vorzeitig abbrechen müssen, nicht, weil das Wetter ein zu grausames Spiel mit uns getrieben hätte – nein, weil es Situationen im Leben gibt, wo einfach die Gesundheit im Vordergrund steht und nicht das ehrgeizige Erreichen eines Kilometer-Ziels!

Auch wenn es noch dauern wird, bis die körperlichen Schmerzen zur Gänze abgeklungen sind – was bleibt sind die Erinnerungen an 16 intensive und sehr abwechslungsreiche Wandertage, herrliche Panoramaszenerie in allen Himmelsrichtungen … und die Vorfreude auf eine Fortsetzung!

(Tagebuch 2016 ist natürlich geplant 🙂

2016 anders?

Unsere Wanderung 2016 wird mit Sicherheit …. anders als die Jahre davor!

Anders aus mehreren Gründen: da ist einmal das Abreisedatum – wir werden wahrscheinlich bereits in der Walpurgisnacht (also MORGEN) Gefühle in den Füßen haben, die wir heute noch nicht spüren. Mag sein, dass es ein Kribbeln auf der Fußsohle sein wird, das vom Brennen gereizter Haut herrührt, es kann aber auch durchaus sein, dass dieses Kribbeln daher kommt, dass die Füße nach ersten Anzeichen von Erfrierungserscheinungen gerade noch rechtzeitig auftauen – denn (und auch das ist „anders“): unser Pilgerweg startet heuer … im Winter! Ein mächtiges Tief, das sich am vergangenen Mittwoch in der Früh – für Meteorologen spannend zu beobachten – über Norditalien gebildet hatte, hat einen ordentlichen Teil meines Heimatlandes unter tief-schweren Schneemassen versinken lassen. Scheint hier im Wiener Becken bei zugegebenermaßen recht frischen Temperaturen die Sonne freundlich von einem strahlenden Himmel herab, sind in der Steiermark und in Kärnten Bäume und vor allem Jungtriebe zu Fall gebracht worden, was nicht nur den Obst- und Weinbauern die Tränen in die Augen treibt, sondern auch jedem Hobbygärtner, der bereits tüchtig mit Harke und Rechen zugange gewesen ist – sehr traurig! 🙁

Auch in und um Mariazell, von wo wir starten werden, ist es über Nacht heftig weiß geworden. Das bringt uns jetzt natürlich in ein Dilemma: wie schützen wir uns vor Kälte, ohne unnötig mehr Ballast mitzuschleppen? Dazu nur eines: Lagenlook und abends keine offenen Patschen, sondern geschlossene Schuhe (Lauf, Trail), die im Notfall auch mal fürs tägliche Gehen herhalten können. Handschuhe? Haube? Schal? … wäre nicht unklug. Außerdem werde ich zusätzlich noch mein flauschiges Laufshirt mit Kapuze, Gesichtsschutz und extra langen Ärmeln einpacken, das zudem den Vorteil hat, dass es so grell Rosa ist, dass ich nicht mit einem Schneehaserl verwechselt werden kann!

Anders als sonst auch, dass wir uns leicht(er) verständigen können, sind wir doch in Österreich, Ost- und Südtirol unterwegs. Wobei ich mir hier nicht so sicher bin, dass ich jeden Dialekt verstehe – auch wenn ich a Kärntner Madl bin!

Es wird langsam Zeit, den Rucksack zu packen – morgen kurz nach 10:00 werden wir wissen, ob wir uns in Mariazell noch eine Zusatzschicht besorgen müssen.

Juchuuu – ich freue mich!

Ich bin eine (kleine) Wildsau

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Go Gatsch or go home! So lautete die Devise beim Wildsau-Dirt-Run im Wiener Schwarzenbergpark an einem frühsommerlichen Tag, der eigentlich mehr die Tendenz zum Sonnenbad als zum Gatschbad hatte – aber nein: ich musste es wissen – musste einmal die kleine Wildsau in mir raus lassen!

Wie kommt ein Mensch, den Arbeitskollegen als etepetete bezeichnen und immer gestylt antreffen, dazu, sich absichtlich dreckig zu machen und dazu das lausigste G´wand anzuziehen, das sich in der dunkelsten Kleiderschrankecke finden lässt?

Im Kopf etwas marathonmüde, in den Gelenken aber actionsuchend – in diesem Zustand befand ich mich, als mich ein Fitnesstrainer auf den Run aufmerksam machte. Im ersten Moment skeptisch, habe ich mich dann doch auf www.wild-sau.com eingeloggt und sofort Feuer gefangen: das klingt ja nach einem geilen Event! Und wenn schon, denn schon: gleich die längste Distanz als Challenge, denn für eine „Marathonna“ sind 20 Kilometer doch ein Klacks – oder?

Wie bereite ich mich auf diesen Run vor? Regelmäßiges Laufen sowieso, ab und zu gespickt mit verwilderten Waldwegen und umgestürzten Baumstämmen, sofern im Prater vorhanden, um nebst Laufen auch ein wenig mehr Naturkontakt zu erfahren. Liegestütze kein Problem, bei Klimmzügen bin ich eine absolute Null!

Was ziehe ich für diesen Run an, ohne in die Kategorie Kostümierung zu fallen? In der Annahme, dass ich nach dem Lauf aufgrund heftiger „Gebrauchsspuren“ eh alles der Mülltonne anvertrauen werde müssen, fiel die Wahl auf Camouflage-Leggings von adidas, ein bereits löchriges und kaum bis gar nie getragenes Sportshirt von Falke, farblich schon mehr als vergilbte Laufsocken und das Paar Laufschuhe, das mich zwar durch den letzten Marathon begleitet hat, das aber schon zweimal geflickt wurde, weil sich die eine große Zehe im Durchbohren versucht hat. Um die Hände zu schützen habe ich mir dann noch dünne Bauhandwerkerhandschuhe besorgt, die sich dann allerdings nur als teilweise optimal herausgestellt haben.

Ein paar Tage vor dem Start lese ich in einem kleinen Nebensatz: für ungeübte Dirt-Runner wird die 5km-Runde empfohlen – na servas! Da kommt erstmals Angst auf, vermehrt durch ein paar Videos, die ich mir dann noch anschaue – wurscht!

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Wir sind um 10 Uhr da. Die Startnummer wird mit dem Edding auf die Hand geschrieben, der Chip ist in einem dicken Band verborgen, das Band wird mit breitem Klebeband um den Knöchel fixiert. Die Moderation ist ein wenig lahm, keine anfeuernde Musik, alle Teilnehmer warten, liegen in der Sonne oder trinken schon das erste Bier (?). Dann der Aufruf für die 20-Kilometer-Starter/innen: nicht ganz 10 Frauen und etwas mehr als doppelt so viele Männer, viele Frischlinge wie ich. Wir werden bzgl. der 37 Hindernisse pro Runde unterwiesen. Nach der dritten Hindernis-Beschreibung steigen alle bereits aus. Unbedingt zu merken ist aber: rechte Schulter = grünes Markierungsband / linke Schulter = rotes Markierungsband am Weg. Ich schreibe mir das sicherheitshalber mit Kugelschreiber auf den Unterarm. Den gut gemeinten Rat, nicht zu ehrgeizig zu sein und lieber aufzuhören als sich zu verletzen, nehmen dann alle wieder wahr – vor allem, als uns eröffnet wird, dass die 20 km eigentlich 28 sind (!) und das 4 Runden zu laufen sind – mit jeder Runde steigt der Grad der Verletzungsgefahr. Außerdem gibt es ein Zeitlimit, um überhaupt die 4.Runde beginnen zu dürfen. Mit all dem im Kopf und zudem das Wissen, dass eine Verletzung zwei Wochen vor dem Wandern nicht so klug wäre, starte ich mit den ersten Säuen und Keilern – und so sah der Parcours in etwa aus:

  • unter einem Baustellengitter über Wiesengrund durchrobben
  • vom Gartenschlauch nassgespritzt werden
  • durch unter Strom stehende abgehängte Bänder laufen
  • über ein Feuer springen
  • im Bach unter einem Verbau durchkriechen
  • durch mit Schlamm und Brachwasser gefüllte Tunnelröhren steigen, kriechen, robben
  • sich über eine glitschige und glatte Staumauer hinauf- und hinunter hanteln
  • im Nassen unter Baustellengitter durchrobben
  • eine schiefe, eingeölte Ebene rauflaufen
  • durch einen Reifen klettern und eine steile Rutsche hinunterflutschen
  • mit einem Holzscheit eine Runde laufen
  • sich über herunterhängende Schlaufen weiterziehen
  • durch ein am Boden gespanntes Netz laufen
  • auf einen querliegenden Baumstamm in luftige Höhe hinaufklettern und diesen übersteigen & runterspringen
  • auf einer Slackline über einen Teich balancieren
  • in Müllcontainer hineinklettern und über Baumstämme zum zweiten Container gelangen
  • über und durch Autoreifen steigen
  • über eingerammte Baumpfosten tänzeln
  • über eine weitere, recht hohe Mauer steigen
  • einen 100m-Sprint hinlegen
  • und einiges mehr kombiniert mit einem längeren Bergauf-Run und einem steilen Bergab-Run

In der ersten Runde war ich irgendwie teilweise ganz allein – fast einsam und an manchen Stellen hilflos! Das Elektroschockhindernis passiere ich insofern ohne Schock, weil ich mich am Rand halte und der plötzliche Wind die Bänder wie mit Zauberhand zur Seite weht. Die Feuer-Flamme nehme ich auch wieder eher seitlich, denn den Geruch nach verbranntem Gummi und verbrannter Haut mag ich nicht! Unter einem Hindernis durchzukriechen ist für mich kein wirkliches Hindernis, das kann ich ganz gut. Dann das erste Mal Schuhe nass, Hände nass und die Staumauer! Kein Mann, keine helfende, starke Hand weit und breit – Verzweiflung pur, als ich bei den ersten Versuchen abrutsche und die Handschuhe verfluche, weil die mir keinerlei Unterstützung sind! Ich weiß nicht mehr, wie ich da dann wirklich drüber gekommen bin! Völlig verwirrt tripple ich dann irrtümlich über den nächsten Baustellenzaun als mich stattdessen richtigerweise unter dem Gitter im Wasserlauf durchzuschlängeln. Das Bodennetz meistere ich als eingerollter Kokon mit eingezogenem Kopf ganz gut. Zwischendurch die Beine zum Laufen zu animieren, ist echt hart. Mein Puls trommelt in einem mächtigen Crescendo und mahnt zum Gehen, um einer Explosion zu entgehen. Dann plötzlich keine eindeutige Wegmarkierung mehr – wo bleiben nur alle anderen? Endlich trotten die beiden Rambo-Typen heran, die im Startbereich nur herumgenörgelt haben und dem treu bleiben. Aber das ist mir jetzt egal, Hauptsache: Mitstreiter und vielleicht die eine oder andere helfende Hand! Ach ja, es geht weiter in der Hitze einen Schotterweg hinauf. Dort wartet dann der Holzscheit – dumm bin ich nicht: ich nehme nur ein leichtes Stück Holz – und bin jetzt froh, die Handschuhe zu tragen, denn das Holz verliert doch gerne den einen oder anderen Speil/Spieß! Und weiter hinauf. Keiner läuft mehr, alle gehen. Bei der Labstelle am höchsten Punkt wieder so ein Baumstamm, der in unerreichbarer Höhe quer gelegt worden ist – bitte liebe Veranstalter: denkt daran, dass auch Frauen mitmachen und nicht jeder 1,90 m groß ist? Ich wähle den Weg unter dem Baumstamm hindurch. Man muss nicht jedes Hindernis bezwingen – so streng sind sie hier nicht. Schnell ein Becher Wasser, ein Becher Isostar und weiter geht´s bergab im Düseschritt. Trotzdem ist Vorsicht angesagt, denn Steine und Wurzeln können leicht zum ärgsten Feind werden! Im Tal folgen dann die letzten Hindernisse, die mich wieder ein wenig aufbauen, weil der Körper ein bisschen zur Ruhe kommen konnte. Allerdings gerate ich in leichte Rage, als ich aus dem ersten Müllcontainer hinaussteige – hier gibt es in der Wand leichte Tritte, an denen ich mich alleine hochziehen kann – und dann über eine Länge von ca. 3 Meter in 3 Meter Höhe – über raue Baumstämme drüber muss. Unter mir nur Beton – Hallo! wo bleiben die Fallschutzmatten?! Ich setze mich etwas ungeschickt und blöde in eine Grätsche und versuche so, voranzukommen – Autsch! Das tut weh und verpasst mir einen riesigen blauen Fleck und zerkratzte Waden! Ich bin froh, als ich da durch bin. Die restlichen Hindernisse mit Slackline sind dann beinahe easy. Ein Golden Retriever beobachtet jede Wildsau, die durch einen weiteren, gut mit Gatsch gefüllten Tunnel robbt und ebensolche Schlammspuren aufweist wie er selbst. Beim vorletzten Hindernis muss ich kapitulieren: eine mehr als 3 Meter hohe Blechwand, zum Rauf- und Runterklettern nur Taue mit Schlaufen – ich kann das einfach nicht! Hänge da wie ein elend-nasser Sack – und quäle mich nicht länger! Meine beiden Spontan-Begleiter denken auch nicht daran, mir zu helfen. Der Sprint auf der Laufbahn ist vergleichsweise entspannend – ich meine auch, dass ich es bei der ersten Runde belassen werde. Aber die beiden Mannsbilder warten dann nett und animieren mich zu einer weiteren Runde – die beiden wollen dann sowieso aufhören (der Mega-Nörgler wäre eh nur 10 km – also 15 km – gelaufen, und seinem Freund, der eigentlich auch die gesamte Tour hätte machen wollen, ist es zu anstrengend geworden). Also gut! Durchbeißen – jetzt weiß man ja, was einen erwartet! Sky-_MG_1471

Ob die zweite Runde leichter oder schwieriger zu bewältigen ist, kann ich eigentlich nicht sagen. Man fühlt sich ein bisschen sicherer, weil nichts Unvorhergesehenes mehr kommt oder kommen sollte. Allerdings sehe ich jetzt, was ich zum Beispiel im Bachlauf mit den Baustellengittern hätte machen sollen. Aber nachdem es sich dort mittlerweile staut, weil die 5- und 10-km-Starter am Werkeln sind, und meine beiden Begleiter-auf-Zeit-ohne-Namen weiter drängeln, lasse ich das spannende Hindernis schweren Herzens aus, um nicht den Anschluss zu verlieren. So geht es auch bei ein paar anderen Hindernissen, denn die Zahl der Wartenden ist bei Rutsche und Kletterwänden zum Teil sehr hoch. Manchmal lassen die „Ein-Rundler“ den „Mehr-Rundlern“ ehrfürchtig den Vortritt. Auf der Slackline turnen teilweise anstelle von 3 Personen 8 herum, das Seil hängt schon mächtig durch. Bei der zweiten Runde entdecke ich dann aber noch mindestens ein (unüberwindbares) Hindernis, das mir bei der ersten Runde wegen der irreführenden Markierung gar nicht über den Weg gelaufen ist. Sky-_MG_1477

Als ich den zweiten Sprint hinter mich gebracht habe, bin ich froh und traurig zugleich – froh, nach fast 2:30 Stunden (!) und 15 Kilometern das (Zwischen-)Ziel erreicht zu haben – traurig und enttäuscht, dass ich nicht den Mumm hatte, alleine eine weitere Runde zu absolvieren. Ich bin zwar beim Sport eher der Einzelgänger, aber bei Durchsicht der Ergebnisse ist mir klar geworden: Viribus unitis – mit vereinten Kräften kommt man beim Wildsua-Lauf leichter ins Ziel! Allerdings war es beim zweitem Mal schon dermaßen rutschig an manchen Stellen, dass ich mich so und so der Vorsicht zu beugen hatte – wie gesagt: keine Dummheiten vor einer über 700 km langen Wanderstrecke!

Medaille gab es trotzdem eine! Und stolz bin ich, dass ich Muskeln spüre, die mich sonst eher in Ruhe lassen!

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Bis auf die Socken habe ich alles der Waschmaschine anvertrauen können.

Eine neue Erfahrung und auf jeden Fall: gestern war nicht aller Tage – ich lauf wieder mit! Keine Frage! Wir hören uns diesbezüglich im Herbst wieder!

mehr Fotos unter: https://onedrive.live.com/redir?resid=DB337DB661A66582!37572&authkey=!AAnqdPXiCSG-oFc&ithint=folder%2cjpg

Ich bin ein Blaumann

Gwen Stefani und Heidi Klum können sich warm anziehen – denn: er ist da, MEIN Denim-Overall! Drei Modelle standen zur Auswahl – G-Star hat recht spontan und klar das Rennen gemacht – Stoff, Schnitt, Wohlfühl-Charakter haben mich einfach überzeugt!  Das Wetter zum Wochenende hat dann brav mitgespielt, mich im Strampler auf der Straße zeigen zu können – fast zu kühl war es aber, und das brachte mich kurzfristig in die brenzlige Lage, aus meinem Fundus noch etwas für Drüber auswählen zu müssen. Trenchcoat, sowohl der beige als auch der schwarze: geht gar nicht! Blazer: jein! schwarze kurze Bikerjacke: Notlösung! Besser gefiel mir dann schon der Stilbruch in Form einer leicht wattierten, kurzärmeligen Laufjacke in Metallic-Bronze, in Kombination mit einem meiner übergroßen Tücher von Plomo O Plata (einer meiner treuesten und unerschütterlichsten Begleiter seit Jahren), dazu der Hamburger-Schuherwerb – freundlich-pastellige Plateauslipper im Schlangendesign. Die große schwarze Umhängetasche mit Echoeffekt über die Schulter geschwungen – und schon beinahe Paparazzi-tauglich, wären da nicht die bad-hair-days gewesen, die mich derzeit an den Rand des Wahnsinns bringen und mein zerknautschtes Gesicht, weil ich die Wintermüdigkeit einfach nicht abzuschütteln vermag. Oder liegt es daran, dass zu wenig Prosecco in meinen Adern fließt?

Was bleibt ist:

a) googlen, was die Stars zum Denim tragen

b) einen Termin beim Friseur ausmachen

c) einfach mal zufrieden sein!

Auf Aufholjagd

Kaum ist der Kleiderschrank leer oder … bzw. um ehrlich zu sein … kaum ist der Kleiderschrank innen ein bisschen luftiger und übersichtlicher, ist er auch schon wieder voll! Wie geht denn so etwas!

Nun ja – da gibt es mehrere Möglichkeiten, im Speziellen handelt es sich um Anlassfälle, Verlockungen, Verpflichtungen, Schnäppchen, Langeweile, tatsächliche Notwendigkeiten, …

Konkret?

Fall 1: Ein Besuch in Hamburg – Geburtstagseinladung mit Kostümierungswunsch unter dem Motto: es leben die 70er und 80er – und schon landet eine Jeans mit Schlag im Regal mit den Hosen. Zum Glück sind diese Hosen heuer wieder in, sodass die Investition auch einen gewissen Mehrwert haben wird – allerdings muss ich dazu recht hohe Schuhe tragen, damit ich vom schlagfertigen Hosenbein nicht zu Fall gebracht werde!

Tja: und wenn man dann schon mal in Hamburg weilt und gut zu Fuß ist, die Augen offen für alles hat, sind es mit einem Mal (ganz ohne Schlag und jegliche andere Form von Gewalt) 4 locker geschnittene Kleider – ähnlich zwar in Stil und Farbe, aber sozusagen für jede Jahreszeit eines -, die in dem kleinen Flugkoffer Platz finden müssen – reguläre Preise und Schnäppchen-Glücksgriff: getragen wird jedes Stück zum Tages-Liebling, denn nix engt ein beim langen Sitzen am Schreibtisch und ich bleibe mit jedem einzelnen Teil auf jeden Fall meinem sportlich-lässigen Business-Style treu.

Fall 2: Mitgliedschaft in einem Online-Outlet-Club – und plötzlich sind auch klassische Missoni-Streifen in ZickZack-Linie erschwinglich. Das Kleidchen sitzt wie angegossen, nur der Unterrock macht sich in der Länge selbstständig – aber, sofern ich nicht ständig im Gegenlicht stehe, geht´s auch ohne. Einzige Herausforderung: kein Gramm mehr über die nächsten Monate zunehmen, denn das Kleid ist small und nur in der kälteren Jahreszeit hautverträglich.

Fall 3: zwei Tage Seminar in Graz – dummerweise sind die Geschäfte da abends schon geschlossen und ist die Mittagspause zu kurz, um in der steirischen Metropole in den Boutiquen der gutbetuchten Grazer Schickimicki-Szene gustieren zu können. Zum Glück ist Graz aber nur 2 Autostunden entfernt – sofern unser Lubo (Smart!) keine Böckeleien macht und das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten lässt!

Fall 4: gibt es noch nicht, aber in den nächsten Tagen sollte Zalando auf Kurzbesuch kommen – und Jeansoveralls zum An- und Ausprobieren mitbringen – ich brauche so ein Teil – angestiftet haben mich dazu Gwen Stefani und Heidi Klum … ja, ich weiß: die beiden können das auch tragen, weil die Proportionen wie geschaffen dafür sind – ich hoffe aber, dass eines der möglichen Modelle dann auch meine Proportionen ins rechte Licht zu rücken vermag!

Wenn ich dies so schreibe, packt mich doch ein bisschen das blanke Entsetzen und das schlechte Gewissen – die niedergeschriebenen Zeilen erinnern mich an die urmenschliche Schwäche, die einen nach einer Diät überkommt: kaum ist man ein paar Kilo losgeworden, hat man das Gefühl, wieder nachlegen zu müssen – ein steter Kreislauf, leider mehr vom Teufel gelenkt als von jeglicher Vernunft!

So gesehen bin ich mehr als deutlich im JoJo-Effekt gelandet – da hilft nur wieder strenge Disziplin: keine Besuche in der City (nicht einmal morgendliches Schaufenster-Joggen!), keine Ausflüge ins Internet bzw. wieder mal ein Besuch bei der nächsten Swap Party – dieses Mal übrigens in einer coolen Location, einer Strandbar am Donaukanal!

Platz schaffen!

Der Kleiderschrank einer Frau – die unendlichen Weiten eines immer ungenügenden Volumens! Da wird gestapelt, gelegt, übereinander aufgehängt und in die letzte aller Fugen hineingestopft, um doch noch ein Plätzchen für einen neuen Liebling auf Zeit zu schaffen. Der verzweifelte Blick in der Früh – „Was soll ich heute nur anziehen?!“ – wird vom Mann an der Seite trocken kommentiert: „Kein Wunder, vor lauter Viel siehst du das Eine nicht!“ – gggrrrrrups: da ist leider ein Körnchen Wahrheit drin (aber nie und nimmer gebe ich zu, dass ER hier mal Recht hat!). Gegen Saisonende wird es für uns Frauen dann noch schlimmer, denn sind wir die Winterklamotten, die wir seit nunmehr gut einem halben Jahr tragen, nicht so was von überdrüssig? Ich habe das Gefühl, dass ich immer gleich gekleidet bin (nun ja, bei mehr als 3 schwarzen Kleidern kein Wunder). Schuhwerk hatte ich diese Wintersaison eigentlich auch nur 2 Favoriten, weil bequem mit grober Plateausohle – einfach optimal für Office und urbane Herumlauferei.

Jetzt aber – jetzt ist März und irgendwann wird sich die kalte Jahreszeit endgültig verabschiedet haben – Zeit, um Gewand-Bilanz zu ziehen: was trage ich? was trage ich noch mal vielleicht? was trage ich mit Sicherheit nicht mehr?

Ein Wochenende mit Regen und sichtbarer Staub im Schrank sind da schon die optimalen Voraussetzungen, sich mit dem Thema „einen sauberen Platz schaffen“ zu beschäftigen! Eine Freundin von mir ist teils Abnehmerin, teils Weitervermittlung für gut erhaltene Kleidungsstücke – sozusagen eine minimierte Swapperei mit Einbahn und Anreiz genug, sich über Kleiderstange und Regale herzumachen.

Ich war gut drauf am letzten Samstag – und habe radikalst (!!) aussortiert … weg, weg, weg mit Dir! Schnell war der Stapel verabschiedeter Kleider, T-Shirts, Jacken … ein sehr hoher – wieviel passt in einen grooooßen Koffer hinein? (Beinahe musste ich die Shoppingfalte aktivieren, um alles unterbringen zu können. Geschafft! Meine Freundin hat eine große Freude, und ich hoffe, die unbekannten neuen Besitzerinnen auch! Und ich? freue mich auf zweierlei Arten: zum einen natürlich, dass ich anderen etwas abgeben kann – das ist mein soziales Ich -, zum anderen, dass ich jetzt wieder Luft für Neues habe – das ist dann leider mein egoistisches Ich. Ich darf nun quasi mit „gutem Gewissen“ ein bisschen im Internet stöbern oder mich auf die Einkaufsstraßen wagen (nächste Woche bin ich in Hamburg!!!).

Bis ich dort dann allerdings fündig werde, stehe ich morgens weiterhin ratlos vor dem Schrank – und ziehe dann doch wieder eines meiner schwarzen Kleider an (von denen trenne ich mich nicht!) – allerdings habe ich gestern das Schuhwerk von Winter auf Übergangszeit geändert – schließlich muss ich ja die neuen Schnürschuhe testen!