Ur-stolz!

Wow! Da schaue ich aber – mein Ranking vom World Life Run:

globales Frauen-Ranking: Nr 423

nationales Frauen-Ranking: Nr 49

 

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🙂 Da strahle ich übers ganze Gesicht und stelle mich gerne in den Wind.

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Die wahren Helden sind aber die, für die wir alle weltweit gelaufen sind …

Das ist übrigens Hannes:

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Catch me if you can!

Laufen für diejenigen, die selbst nicht laufen können. Heute liefen zur gleichen Uhrzeit in ausgesuchten Orten in aller Welt (es war die Sprache von 6 Kontinenten .. der sechste ist Ozeanien .. habe ich nicht gewusst!) laufbegeisterte Menschen für den guten Zweck. Der erste World Run vom Veranstalter Wingsfor Life aller Zeiten – mit 100% Charity-Charakter zugunsten der Erforschung für Heilungschancen bei Rückenmarkserkrankungen … und ich mit dabei!

Durch Zufall eigentlich, denn ich wurde erst durch eine Bekannte von Bodo darauf aufmerksam gemacht. Und Bodo war derjenige, der mehr oder weniger die Anmeldung für mich durchgeführt hat – bis zu dem Punkt, wo man die Kreditkartennummer bekannt geben muss 🙂

Österreich war mit dem Donautal-Lauf dabei, Start in St. Pölten. So landeten wir gestern auf dem Rückweg von Deutschland bei miesestem Wetter in St. Pölten, wo wir im Sportzentrum, dort, wo auch der Start sein sollte, ein Quartier bezogen – mit getrennten Betten und Nachtruhe um 22 Uhr!

Um 10 Uhr starteten rund 40 Rollstuhlfahrer, die von allen begeistert angefeuert wurden. Allen voran 5 Männer, die ihren Rollstuhl zum Sportgerät erkoren haben, gefolgt von denjenigen durchwegs jungen Männern und ein paar Frauen, für die der Stuhl auf Rädern zum Beinersatz geworden sind. Das Schicksal dieser Menschen auf wenigen Metern vor die Augen geknallt, treibt mir die Tränen in die Augen. Bodo, der auf der anderen Straßenseite steht, um zu fotografieren, schaut mich an und ich weiß, dass es ihm ebenso geht. Und als das Schlusslicht, Hannes mit traurig-bedächtigen Handballenbewegungen die Räder antreibt, muss ich sehr damit kämpfen, nicht vor allen in Tränen auszubrechen. Trocken bleiben meine Wangen jedenfalls nicht.

Hannes, meinen Lauf widme ich dir!

Das Warten bis 12 Uhr ist quälend. Es ist zwar bewölkt bis sonnig, aber der starke Wind lässt alle frieren und ins Innere eines kleinen Lokals bei der Sportarena flüchten. Die Kälte setzt meiner nervösen Blase zu.

Um halb 12 kommt dann Unruhe in die Menge – es sind rund 6.000 LäuferInnen. Als um 12 Uhr der Startschuss fällt (in Amerika ist es noch beinahe Nacht, in Neuseeland schon wieder Nacht, aber alles richtet sich nach Greenwich), stehe ich noch außerhalb des Starterblocks, denn das Registrieren der Startnummern zwischen den beiden Catcher Cars dauert.

Ach so – ich muss erklären: bei diesem Lauf gibt es keine wirkliche Ziellinie, sondern du läufst, bis dich das Catcher Car einholt, das 30 Minuten nach dem Start mit 10 km/h beginnt und sich dann halbstündlich bis auf 20 km/h steigert.

Ich komme schlussendlich doch mit einiger Verzögerung in Fahrt. Bei einem Volkslauf ist das aber nicht so einfach, denn viele unterschiedliche LäuferInnen zeigen sehr differenzierte Laufstile, die es nicht immer leicht machen, zu überholen. Also geht es eine Weile im Zick Zack, zuerst durch St. Pölten, dann hinaus ins Donautal. Ich laufe und laufe, habe das gute Ziel vor Augen und finde Spass an dieser Veranstaltung (so anders zum Marathon von vor 3 Wochen!). Ich winke den Schaulustigen am Straßenrand, die uns anfeuern. Mir kommt hin und wieder ein kleines Scherzerl über die Lippen. Es geht mir gut, die Beine bewegen sich konstant und locker. Der Schweiß tritt alsbald aus den Poren. Zum Glück habe ich vor dem Start doch das langärmelige Shirt ausgezogen. Bei Kilometer 10 trinke ich brav Wasser und einen kleinen Schluck isotonisches Getränk, bei den beiden darauffolgenden Labstationen versuche ich es mit einem RedBull-Wasser-Gemix. Ich habe den Gummibärli-Energy-Drink bislang gemieden, aber mein Vater hat mir von guten Erfahrungen berichtet, wenn es darum geht, im Sport Flügelchen zu bekommen. Flügel bekomme ich zwar keine (und beim zweiten Drink versucht alles mit dem Rülpser wieder hochzukommen), aber ich überhole doch noch immer den einen und anderen Läufer. Meine persönliche Laune noch immer ganz gut, auch wenn ich bei km20 dann doch auf das Catcher Car hoffe. Aber dass es noch nicht kommt, spornt mich weiter an. Mein Ziel sind jetzt die 25 km. Aber jetzt dann nur allzubald werden wir zum Rechtsdranbleiben angehalten. Ich sporne noch mal alle, die um mich herum sind, zum Spurten an, aber schlussendlich hilft alles nichts: froh, zufrieden, stolz und fröhlich lassen wir das Catcher Car an uns vorbeiziehen und akzeptieren die persönlich erreichte Ziellinie. Bei mir sind es 24,2 km – und ich laufe bis 25 km locker weiter, wo dann die Shuttlebusse auf jeden einzelnen Sieger warten. In den Bussen sitzen jeweils an die 30 vollkommen verschwitzte, aber sehr zufriedene Gesichter, eingehüllt in Fleece-Decken oder Alufolie. Auf der Piste, da sind noch immer einige unterwegs.

Absolut geil – diese Veranstaltung. Ich bin jetzt noch begeistert von dem Spirit aller Teilnehmer und der Geduld all derer, die im Startbereich auf die Rückkehr warten mussten – unter ihnen auch Bodo, der sportlich stetig den Finger am Abzug hatte.

Ich darf stolz sein. Anders: Ich bin stolz. Stolz, mitgelaufen zu sein – für einen guten Zweck. Stolz, dass ich so leicht so weit gekommen bin. Stolz und ermutigt, dass ich es mental doch kann.

Ich bin gemeinsam mit dem schnellsten World Life Runner zusammen gewesen (auch wenn ich ihn nur im Fernsehen gesehen habe): von 34 Locations hat der Donautal-Lauf den schnellsten Läufer siegen lassen: etwas über 5 Stunden und fast 80 (!!!!) Kilometer (78,5 km) hat ein junger Mann aus Äthiopien gebraucht, bis das Catcher Car auch ihn erwischte. Am anderen Ende der Welt – in Lima – lief ein anderer alleine allen davon, schlussendlich als Zweiter … Genaueres auf der Website: www.wingsforlifeworldrun.com

Die Startnummer 8490 (Quersumme durch 3 teilbar …. Wichtig!!!) war die MEINE! 🙂

35.000 auf der Flucht … vor mir

Bodo und ich werden Mai 2014 – so es denn sein soll, wie wir es uns auch sehr wünschen – im Ausland verbringen. Aber auch den Maibeginn haben wir im nahen Ausland verbracht, wobei Deutschland an sich aus österreichischer Perspektive gesehen eigentlich nicht als Aus-Land zu betrachten wäre. Der eine oder andere feine Unterschied: ja, aber ansonsten sind wir nette Nachbarn. Jedenfalls waren wir zu Besuch bei Bodo´s Eltern, die im geographischen Schnittpunkt zwischen Augsburg und Ulm im allseits bekannten Örtchen Kötz wohnen. Noch nie davon gehört? Wenn du Kinder hast und ihnen das Legoland in Günzburg zeigen willst, bist du Luftlinie 500 Meter entfernt. Es lässt sich vermuten, dass das Leben hier abgesehen von der stark befahrenen Landesstraße relativ ruhig ist, weshalb wir jedes Mal auf gutes Wetter hoffen für intensive Sonnenbäder im Garten oder ausgedehnte Wald- und Feldspaziergänge. Seit gut 12 Jahren aber ist unser Kommen und Bleiben aber meistens mit einigen vielen Regentropfen gekrönt. Böse Zungen geben mir die Schuld daran! Was tut man aber, wenn am Himmel düstere Wolken mit Wasser schwanger gehen? Man sucht sich einen sicheren Pfad in Richtung Shopping-Meile. Bodo´s Mutter lockt zu DEM Modehaus am Platz, dem Schild. Dort steht ein Umbau ins Haus, weshalb 35.000 (!) Artikel der Schnäppchenjagd ausgesetzt werden. DAS klingt verlockend. Und da ich keine besonderen Absichten habe, kann ich mich ganz entspannt mit einem geduldigen Bodo im Schlepptau Meter um Meter von Kleiderstange zu Kleiderstange voran tasten. Mein (S)kennerblick focussiert sich alsbald auf eine ganz bestimmte Ecke im Geschäft. Bodo beweist wieder einmal, dass er mich ganz gut kennt, und zieht das eine und andere T-Shirt hervor. Bald wandere ich mit gut zehn Teilen in die Kabine und probiere im Schnelldurchlauf: fühle ich mich nicht auf Anhieb wohl, wird das nichts. Und schon erlebe ich eine Reduktion um 75%. Bei den modischen Tüchern ist es ähnlich: ich entscheide mich unter vielen für einen Snoop in Tannengrün und Pink und diversen Musterungen. Bodo wächst zur Höchstform heran: er erspäht eine knall-orange Tasche aus weichem Leder – um 30% reduziert – da muss ich zugreifen. Da mir bei Handtaschen aber das Viel an Außentaschen wichtig ist, wäre diese orange da ein kleiner Kompromiss, da nur ein kleines Außenfach, gerade mal für den Schlüsselbund geeignet. Aus der gleichen Serie entdecke ich dann die große Schwester mit mehreren Appendixen, in einem hellen, bescheidenen Rosa. Ich schwanke innerlich gewaltig. Bei 30% Nachlass – sind da nicht beide drin? Alles wandert fürs Erste zur Kassa-Zwischenablage, denn ich muss meine Hände frei haben bzw. fallen Bodo als Beipack-Eselchen schon die Arme ab. Bei einer knautschigen Frühjahrsjacke im Ethnostil bleibe ich aber standhaft – die bleibt am Kleiderbügel (ausschlaggebend war der enge Gummi am Rücken; das verursacht einen unschönen Buckel am Ende des Rückens …). Jetzt ist aber Schluss! An die Kassa! Nur dumm, dass da beim Anstehen der Blick auf die kleine Taschenschwester fällt – in hellem Petrol-Türkis. Süß und nur für besondere Anlässe, wo ich keinen „Känguru-Beutel“ mit mir herumschleppen muss. Nimm sie, meint Bodo (was ist heute nur los mit ihm? Hat ihn auch das Schild´sche Schnäppchenfieber gepackt?). Aber: überredet! … Ich stehe noch immer an der Kassa, denn auch andere Frauen wollen die 35.000 jagen bis zum Aufgeben. Da wandert mein Blick nach links (ähem: es war das eigentlich das „andere“ Links) in ein Tischregal, wo ich doch glatt die große Schwester in Orange erblicke. „Bodo! Diese da bitte bringen und die mittlere Schwester dafür wieder zurücklegen!“ Die Damen an der Kassa sind schon leicht verwirrt, aber geduldig und bleiben freundlich. Jetzt stehe ich noch vor der Qual der Wahl: orange oder hellrosa oder beide? Alle umstehenden Frauen und Bodo geben der orangen Schwester mehr Pepp-Punkte. Also gut – Ihr habt ja Recht. Hinter der Kassa wird dann noch laut betont: „Das wären jetzt NEUN Teile!“ … und der ganze Laden weiß es jetzt.

Die Jagd auf die 35.000 war alles in allem sehr beschwingt, erfolgreich, amüsant und zufriedenstellend. Und was freut Mann mehr, wenn frau glücklich eine Boutique verlässt und er die Packerln tragen darf?

(Bodo hat dann übrigens auch etwas sehr Fesches bekommen!)

Und nun? – Die Antwort

Warum bin ich nicht schon gestern darauf gekommen – 28.April und ein Monat = 28.Mai = Los „geht´s“ mit unserer diesjährigen Wanderung – und das heißt, dass ich mich drei Wochen lang nicht vor dem Kleiderschrank herumwinden und Bügel um Bügel herumschieben muss, sondern dass ich mich wieder in Bescheidenheit üben kann, indem ich zwischen zwei Wanderhosen und drei T-Shirts wählen kann (natürlich werde ich wieder das eine und andere Zusatzstück in den Rucksack hineinstopfen, aber die Qual der wahl wird zur Wahl der Qual – sozusagen).

Das wollte ich nur schnell gesagt haben … um mir selbst wieder ein bisschen Mut zu machen!

Und nun?

Ich habe jüngst über Befreiung geschrieben – und es ist wahr geworden: zwei riesengroße und zwei kleinere Säcke haben am vergangenen Freitag den Besitzer gewechselt.

Und nun? Nun stehe ich jeden Morgen vor dem Dilemma, dass ich aus den verbleibenden (noch immer mehr als zahlreichen) Kleidungsstücken nicht weiß, was ich anziehen soll – die ewige Leier 🙁

Bin ich frustig?

Leide ich unter aprilhaften Stimmungsschwankungen?

Haben sich meine Augen an den alten Stoffen und Farben satt gesehen?

Wie auch immer – irgend etwas muss geschehen!

Online-Shopping gestaltet sich derzeit als nicht sehr zielführend, da ermüdend – scrollen, klicken, zoomen … gähn!

Klassisches City-Shopping? Der vergangene verregnete Samstag wäre dazu wohl ideal gewesen, weil frau kein schlechtes Gewissen hat, dass sie nicht etwas anderes im herrlichen Frühling unternimmt. Ich war auch shoppen. Aber es gibt den Konsum aus Gründen der Notwendigkeit und den Konsum aus Gier, Neid, Leidenschaft, Unzufriedenheit heraus. Ersteres habe ich vernünftigerweise erledigt, zu zweiterem hatte ich schlichtweg keine Nerven.

Alternativ bietet sich an, in einem Schanigarten zu sitzen – und möglichst unauffällig die Augen auf Beobachtungszielfunk einzustellen. Frau bekommt da viel zu sehen – viel und doch wieder nicht, denn es zeigt sich doch eine gewisse Uniformität innerhalb bestimmter Altersklassen:

Jeans, T-Shirt, Strickjackerl oder Lederjacke, Beuteltasche, Ballerina oder Sneaker, große Sonnenbrille – steht so ziemlich jeder Frau, weshalb auch am weitesten verbreitet auf dem größten Catwalk der Welt, der Straße.

Shorts von Hot bis Demi, mit und ohne Strumpfhosen, Boots oder Stiefel (nach wie vor), übergroße Hängershirts – steht bei weitem nicht so vielen Mädels & jungen Frauen, wie im Alltag zu sehen. Bodo beutelt sich regelmäßig, wenn er der Kombi enge Stoff-Bermuda zu dicken Strümpfen und Stiefeletten ansichtig wird.

Kleider sind im April noch Mangelware, schon eher Kostüme oder Hosenanzüge, diese dann an eiligen Damen mit großer Handtasche und meistens einer Laptoptasche zu entdecken. Dass hier auch knallgelbe Peinlichkeiten zu Leo-Pumps ins Auge fallen, muss man halt zur Kenntnis nehmen.

Auffällig aber, dass der April von manchen als verlängerter Winter gesehen wird und dass daher Parka, Hauben, Stiefel, Strümpfe und anderes wärmendes Zeug um den Body geworfen wird. Dass bei angenehmen 15-22 °C aber durchaus die Füße luftbelassen sein können und die Ärmel kurz, das dauert. Woran das liegt, kann ich sagen: die meisten genieren sich für ihre kasig-weißen (oder unrasierten?) Beine, die Zehennägel sind noch nicht lackiert und der Bingo-Muskel (M. tricepius) ist über die Wintermonate schlaff geworden. Ob da Versteck-Spiel die richtige Methode ist, den Sommer modisch zu begrüßen?

Meine Erkenntnisse der letzten Beobachtungstouren sind – für mich bezogen – leider dürr, denn ich habe keinerlei Anregungen erhascht, die meine Motivation vor dem Schrank etwas pushen würden. Also habe ich mich heute zu schlichtem Schwarz aufgerafft und bringe nur bei Gürtel und Schuhwerk halbwegs knallige Farbe ins Spiel.

Aber was ziehe ich nur morgen an?

22.04.2014

Befreiungsschlag

Meine jüngere Schwester wird in ca. 2 Monaten eine neue Wohnung beziehen.

Meine beste Freundin arbeitet heftigst daran, eine neue Wohnung zu finden, da die Kinder flügge geworden sind und sie das Bedürfnis nach einer wohnlichen Veränderung hat.

Beiden gemeinsam ist, dass sie begonnen haben, sich von Dingen, vor allem von nicht mehr getragener Kleidung, großvolumig zu trennen. Klar, was du jetzt weg gibst, musst du dann nicht einpacken, umsiedeln, auspacken und dann wegschmeißen.

Bei mir steht zwar keine räumliche Veränderung vor der Türe – aus Ermangelung an Angeboten, finanziellen Mitteln und zeitlichen Ressourcen -, aber ich habe heute Morgen – J. und U. als Vorbild genommen – wieder einmal kräftig meinen Kleiderschrank umgerührt und ohne großen Trennungsschmerz diverse Stücke herausgezogen, die schon seit längerem nicht mehr meine Körperformen umhüllen durften. Eins, zwei, drei und mehr – und ein gut hüfthoher Stoß wartet jetzt auf eine Abnehmerin.

Im nächsten Schritt werden sich noch ein paar Schuhpaare dazu gesellen, die eine oder andere Handtasche, das eine oder andere Accessoire und eine dicke Winterjacke kann auch ruhigen Gewissens weg … endlich wieder Luft!

Meine Schwester hat übrigens einen sehr guten Tipp bekommen: lass die Kleiderbügel deiner Lieblingsstücke in die eine Richtung schauen, und diejenigen von Sachen, die du nur sporadisch bis gar nicht anziehst, in die andere Richtung. So ist es leicht, mit einem Griff das zu packen, was weg muss – ganz schön clever – aber fast nicht durchführbar für den Monk in mir.

Ich kann nur jedem raten, in regelmäßigen Abschnitten, aber zumindest einmal pro Jahr, sich zu lösen, zu trennen, zu befreien – man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes be-freit. Die Freude wird zwar etwas geschmälert durch die Scham über so viel (wertlosen) Besitz, aber solange die Weggeb-Stücke jemandem anderen zugute kommen, ist es (für mich) ok.

Durch das regelmäßige Ausmisten alter Kaufsünden hat sich gefühlterweise mein generelles Kaufverhalten leicht – ich maße mir nicht an, von komplett geändert: die wahllose Gier ist einer flüchtigen Besonnenheit gewichen. Das Eselsohr im Katalog, die geduldige Merkliste, der Warenkorb helfen mir persönlich sehr, dass ich mehrmals drüber nachdenke, mit welchen Teilen ich die (kaum merklichen) Löcher im Kleider- oder Schuhschrank wieder auffülle. Wo ich noch an mir arbeiten muss, sind Outlet-Besuche, denn da neige ich noch zu unbesonnener „Schnäppchen-Hamsterei“. Aber: auch billig ist rausgeschmissenes Geld!

Cosy Names

Heute Morgen wurde im Radio kurz das Thema Kosenamen angesprochen, weil da ein frisch verliebter junger Mann in arge Bedrängnis gekommen ist und das ganze Land um seine Meinung bittet: er fühlt sich halt nicht als „Schnuffi“!

Woran liegt es, dass Schmetterlinge im Bauch im Hirn des Liebes-verun-Glückten aus dem Ziel der Begierde ein Has-i, Maus-i, Bärl-i, Schatz-i, Bab-y machen? Hat der Liebste lange Ohren? Hat die Liebste eine graue Haut? Verbringt der Liebste die dunklen Monate in seiner Höhle und schleckt ansonsten am Honigtopf?

Unsere österreichische Witzfigur und der Opernball-Star-Junky, „unser“ Richi L., treibt die Wahl der cosy names in aller Öffentlichkeit an die Grenze der Zoologie – was hatten wir da schon alles? sein langjähriges Mausi und Mutter seiner Tschakkeline, dann waren da noch: Bambi, Katzi, Kolibri – und derzeit aktuell das Spatzi – mir wird schlecht!

Ich oute mich hiermit als der unromantische Typ – habe ich doch gleich zu Anfang zu meinem attraktiven Gegen-Pol gesagt: Ich bin kein Schatzi!

So gesehen umrunden wir  jetzt seit fast auf den Tag genau 12 Jahren (!) sämtliche weltweit verwendeten Verniedlichungen und geben uns Kosenamen der „anderen Art“ – die ich aus Gründen der Privatsphäre an dieser Stelle natürlich nicht verraten kann, um nicht doch noch mit Bärli-Hasi-Mausi bestraft zu werden.

Aber und das zum Schluss: ich rufe auf zum weltweiten Casting und sitze gerne in der Jury neuer und origineller Kosenamen, welche die Schmetterlinge im Bauch zum Flattern bringen.

Befreiungsschlag

Meine jüngere Schwester wird in ca. 2 Monaten eine neue Wohnung beziehen.

Meine beste Freundin arbeitet heftigst daran, eine neue Wohnung zu finden, da die Kinder flügge geworden sind und sie das Bedürfnis nach einer wohnlichen Veränderung hat.

Beiden gemeinsam ist, dass sie begonnen haben, sich von Dingen, vor allem von nicht mehr getragener Kleidung, großvolumig zu trennen. Klar, was du jetzt weg gibst, musst du dann nicht einpacken, umsiedeln, auspacken und dann wegschmeißen.

Bei mir steht zwar keine räumliche Veränderung vor der Türe – aus Ermangelung an Angeboten, finanziellen Mitteln und zeitlichen Ressourcen -, aber ich habe heute Morgen – J. und U. als Vorbild genommen – wieder einmal kräftig meinen Kleiderschrank umgerührt und ohne großen Trennungsschmerz diverse Stücke herausgezogen, die schon seit längerem nicht mehr meine Körperformen umhüllen durften. Eins, zwei, drei und mehr – und ein gut hüfthoher Stoß wartet jetzt auf eine Abnehmerin.

Im nächsten Schritt werden sich noch ein paar Schuhpaare dazu gesellen, die eine oder andere Handtasche, das eine oder andere Accessoire und eine dicke Winterjacke kann auch ruhigen Gewissens weg … endlich wieder Luft!

Meine Schwester hat übrigens einen sehr guten Tipp bekommen: lass die Kleiderbügel deiner Lieblingsstücke in die eine Richtung schauen, und diejenigen von Sachen, die du nur sporadisch bis gar nicht anziehst, in die andere Richtung. So ist es leicht, mit einem Griff das zu packen, was weg muss – ganz schön clever – aber fast nicht durchführbar für den Monk in mir.

Ich kann nur jedem raten, in regelmäßigen Abschnitten, aber zumindest einmal pro Jahr, sich zu lösen, zu trennen, zu befreien – man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes be-freit. Die Freude wird zwar etwas geschmälert durch die Scham über so viel (wertlosen) Besitz, aber solange die Weggeb-Stücke jemandem anderen zugute kommen, ist es (für mich) ok.

Durch das regelmäßige Ausmisten alter Kaufsünden hat sich gefühlterweise mein generelles Kaufverhalten leicht – ich maße mir nicht an, von komplett geändert: die wahllose Gier ist einer flüchtigen Besonnenheit gewichen. Das Eselsohr im Katalog, die geduldige Merkliste, der Warenkorb helfen mir persönlich sehr, dass ich mehrmals drüber nachdenke, mit welchen Teilen ich die (kaum merklichen) Löcher im Kleider- oder Schuhschrank wieder auffülle. Wo ich noch an mir arbeiten muss, sind Outlet-Besuche, denn da neige ich noch zu unbesonnener „Schnäppchen-Hamsterei“. Aber: auch billig ist rausgeschmissenes Geld!

Fund-(j)a-mental

Ja! Es gibt sie noch, die soziale Kompetenz bzw. bewahrheitet sich: die Hoffnung stirbt zuletzt. … was ich meine?

Anfang März wurde mir ein Loch in der Laufshort zum Verhängnis, denn als ich nach einem ausgiebigen erfrischend-flotten Morgenlauf verschwitzt wie immer vor der Haustüre zum Stehen kam, musste ich feststellen, dass der Hausschlüssel durch eben besagtes Loch ausbebüchst war 🙁 Unser Vermieter hat mich zum Glück in die Wohnung gelassen – ein Tipp, der immer richtig ist: lasse einen Ersatzschlüssel bei einer Person deines Vertrauens, die aber auch erreichbar ist! Abends bin ich dann so gut wie die gesamte Strecke abgegangen, bis Erschöpfung (die ganze Zeit auf den Boden starren, macht einen kirre) und Dunkelheit mich niedergeschlagen nach Hause schickten. Tags darauf und auch am darauffolgenden Tag ging die Sucherei im Laufschritt weiter – aber ohne Erfolg.

Die zentrale Fundstelle vertröstete mich: es kann ein paar Tage / Wochen dauern, bis Fundstücke abgegeben werden.

Bodo drängte auf Austausch des Schlosses.

Ich wollte noch abwarten …

Gestern loggte ich mich dann aus einem unsichtbaren Bauchgefühl heraus in die Seite „gefundene Schlüssel“ – Wahnsinn, was alles verloren geht: Schlüsselbund mit mehreren Schlüsseln, Autoschlüssel und diverseste Kombinationen daraus, gefunden in U-Bahn, Autobus und anderen unauffälligeren Orten. Mich interessierten nur gefundene Einzelschlüssel. Bei einem hatte ich den Eindruck, dass er zu mir spricht: Ich bin es, dein Schlüssel, den du so vermisst! Also habe ich nochmals zur zentralen Fundstelle hingeschrieben (die in Wien übrigens der Müllabfuhr zugeordnet ist!) und bekam umgehend die positive Rückmeldung: Gefunden!

Also bin ich heute Morgen gleich hingepilgert: seit dem 20.März hing der Schlüssel in bester Gesellschaft auf Haken Nr. 431. Ein bisschen blass ist er geworden und matt – aber keine Angst, ich werde dich pflegen und verwöhnen!

Was mir leid tut, ist, dass ich demjenigen, der a) so scharfe Augen hat, um den Schlüssel im Laub (ich nehme an, dort hat sich der kleine Ausreißer versteckt gehabt) entdecken zu können und b) das soziale Bewusstsein besitzt, das Fundstück abzugeben (was sicher mit einem kleinen zeitlichen Aufwand verbunden ist), nicht persönlich danken kann – ich tue es daher an dieser Stelle: Merci! Thank You! Grazie! Danke!

Es tut gut, zu wissen, dass Menschen auch an andere denken und nicht die Augen verschließen. Ich hoffe, dass ich jemanden auch einmal derart helfen kann, denn es ist zum Heulen, wenn man verlassen vor verschlossenen Türen steht!

Gönn Dir was Schönes!

Eigentlich hätte ich ja keinen Grund, mich selbst zu belohnen, aber gestern wurde zufälligerweise und endlich eine uralt-Bestellung geliefert: federleicht, in bunten Rot-Blau-Violett-Tönen – was Feines halt für „Drunter“ – die Franzosen drücken das etwas vornehmer aus: Dessous klingt ja auch viel besser!

Normalerweise bin ich ja eher bescheiden, wenn es um String und BH geht, aber dieses Mal werde ich wohl gerne über meinen eigenen Schatten springen und bei der Überweisung die Augen fest zudrücken! Davor gibt es aber noch kleinere Test-Modeschauen @ home 🙂

Viel Spitze, Rüscherln, Schleifen – und, was Bodo die Augen aus den Höhlen gedrückt hat: die „Täuscher“ rechts und links – dick gefütterte Einlagen, die mich automatisch hoch zu Dolly, Brigit oder Babette Blue pushen würden – aber neee: meine Nummer bekommst du nicht!

Gewissensbisse, Ausreden und Spekulationen

Das Schlimmste am gestrigen Tag war wohl, dass ich ungefähr 7 Mal erklären musste, warum ich nicht bis ins Ziel gelaufen bin. Da bekam ich die unterschiedlichsten, durchaus sehr tröstenden und aufmunternden Worte:

F meinte: ich bin stolz auf dich, dass du die Stärke (?) gezeigt hast, zu bestimmen, wann Schluss ist!

S (weiblich) meinte: du musst dir nichts mehr beweisen; du weißt, dass du einen Marathon laufen kannst; lauf deinen eigenen Marathon!

S (männlich) meinte: die Wiener Marathonstrecke ist mit ein Grund, dass er nicht teilnimmt; laufen wir doch in der Wachau am 14.September!

Der wahre Satz aber stammt von meiner liebsten besseren (?) Seite:

EINES solltest du aber NIE…, bei keinem der Wettkämpfe vergessen: Egal wie viele Teilnehmer: Du kämpfst immer gegen den gleichen GRÖSSTEN aller Gegner: DICH selber und den solltest du NIE gewinnen lassen, weil du einfach stärker bist als du selber!!!

Das Wichtigste ist, dass ich natürlich weiter laufe, zum persönlichen Spass, zum körperlichen Ausgleich, um den Puls in die Höhe zu treiben und jedes noch so lästiges Virus raus zu schwitzen. Es gibt keine Ausrede, dass ich mit einem Mal die Lauftreter verstauben lasse. Ich glaube, dass ich dann so grantig werden würde, dass mich die Menschen um mich herum ans Laufband ketten und mich mit einer dünnen Ledergerte zum Laufen „animieren“ würden – und diese Schmach, die tu ich mir sicher nicht an!

Ich habe mir heute Morgen die restlichen lausigen Gedanken aus dem Kopf blasen lassen und bin dabei doch etwas außer Atem gekommen – aber jetzt geht´s wieder gut und geht´s wieder aufwärts – da bin ich mir sicher – und das ist keine Aus-Rede, sondern eine Ein-Bildung!