Yoga goes Fashion

Der frühe Vogel frisst den Wurm …. oder findet eine andere leckere Beute.

Morgenstund´ hat Gold im Mund …. oder sucht in der Geldtasche nach.

Du sollst den Morgen loben, wenn ….

… du dich in einer Yogawerkstatt in die junge Kollektion „nice to meet me“ verguckst. Das ist heute Morgen noch vor 7 Uhr – nicht online, sondern IRL (!), MIR passiert! Sinnvollerweise habe ich VOR den schweißtreibenden Asanas und einem missglückten Kopfstand, der in einer Rolle vorwärts geendet hat :-(, mit dem Gustieren und Anprobieren begonnen, beraten von meiner Yogalehrerin, der immer freundlichen Romana.

Noch den Kaufrausch im Kopf spürend, habe ich mich dann aber doch dem eigentlichen Zwecke meines morgendlichen Besuches, der Yoga-Praxis, gewidmet und wie immer viel Freude und Schweiß verspürt und neue Erkenntnisse gewonnen (siehe Abenteuer Kopfstand!).

Das „Geschenkspackerl“ war mit dabei – der Inhalt? Perform Leggings in Violett-Blau mit rosa-rötlichem Bindegürtel, Balance Leggings in zweierlei Rottönen, eine lila Hose, bei der man die Hosenbeine hochschoppen kann; dazu die passenden Tops, natürlich auch für Practise und Vinyasa. Das Material: samtig weich!, die Qualität: 1A und nachhaltig!

Bei Schild (in Günzburg) würden sie jubilieren: „Das waren jetzt 6 Teile!“ – Ich sag nur eins:

Nice to meet Me!

 

Rocky John-Boy

Ich war wieder einmal in Deutschland. Ich war wieder einmal shoppen … bei Schild in Günzburg. Dieses Mal nicht „Das waren jetzt 9 Teile!“ im Super-Abverkauf, sondern mit der Möglichkeit, einen Gutschein einzulösen, nach dem Motto: je höher der Einkaufswert, desto höher der Rabatt in €uro. Dann mal ran an die Kleiderständer, Scan-ner-Blick online, neugierige Augenpaare im Gefolge. Der Umbau hat Platz gemacht für neue Marken, neues Sortiment, bunt gemischt für Teens, Twens und 30+.

Mein Blick bleibt an einer rockig-schwarz-glänzenden Latzhose kleben. Auf Verdacht nehme ich die größte Größe, da mein Oberschenkel-Umfang sich nicht in jedes Kunstleder hineinzwängen lässt. Doch siehe da: ich schwimme in 29/32, ich strample auch noch in 28/32; erst in 27/32 fühlt sich dann mein Popo „zu Hause“. Mein schärfster Fashion-Kritiker meint: ok. Und schon landet das Teil bei der Kassa (und wird bald ergänzt mit einem kurzen Kleid, einem Schal und einer Mütze – alles schwarz – dunkel-schwarz! …. der damit verbundene Rabatt hat sich allemal gelohnt 🙂

Und jetzt grüble ich über mögliche Kombinationen nach, die nicht zu sehr an John-Boy von den Waltons erinnern (der mit dem markanten Muttermal im Gesicht), nicht zu sehr Teenie sind und schon gar nicht Motorrad-Gang, sondern mehr bürotauglich, und wenn nur für den Casual Friday. Ich werde es mit einer schwarzen Bluse, die dünne Streifen hat, probieren und einer Jacke darüber, in der Taille einen Gürtel locker binden, einen Latzträger vielleicht herunter hängen lassen (?) und eher höhere Schuhe anziehen.  Bei der allerersten Anprobe hatte ich einen hellen Sweater an, das hat auch gar nicht so schlecht ausgesehen, nur, dass es um die Hüfte herum im Hosenbund dann ein wenig bamstig wurde. Was gar nicht geht, ist ein kariertes Oberteil – das schaut dann wirklich zu sehr nach Stallausmisten im Beisein von pinkelnden Kühen aus!

Schön, dass ich keine anderen Sorgen habe 🙂

Weinverkostung mit Folgen

Freitag Nachmittag. Es beginnt gerade zu regnen, als wir uns aufmachen, um einer Weinverkostung im kleinen Rahmen beizuwohnen. Die Rotweine kommen aus dem Südburgenland. Die Risottokostproben werden in einer kleinen Küche zubereitet. Der Senf aus Ribisel und Ingwer begeistert jeden. Der Ort des exklusiven Geschehens: eine kleine Boutique im 3. Bezirk, genannt Samt und Sonders, mit exquisiten und delikaten Dingen, die vor allem Frauenherzen erwärmen. Mein Interesse an Wein und Risotto lässt bald nach, schweifen meine Augen doch in den Schau- und Verkaufsraum nebenan, wo es neben mehr oder weniger kitschigen Dingen aus Porzellan auch ausgesuchte Kleidungsstücke gibt. Ich habe mir hier im letzten Sommer ein T-Shirt gekauft, weil es sein musste – oder sollte ich einem Mops namens Lucy widerstehen können? Jetzt werde ich von zwei Kleidern magisch angezogen: das eine elegant, schlank, ohne Ärmel, vorne mit Schlangen-Fake, hinten mit langem Reißverschluss; das andere sportlicher mit bunter Grafik vorne – auch ein Papagei ist dabei und mischt die herbstlichen Töne auf -, hinten einfach grauer Sweatshirtstoff, die Ärmel schwarz aus dünnem Stoff unbestimmter Materialzusammensetzung. Ich schlüpfe rasch rein – und es kommt, wie es kommen muss: beide Kleider passen wie angegossen! Ich ernte das eine oder andere neidische Auge, als ich mich vor dem Spiegel drehe.

Ich war noch nicht sehr oft auf einer Weinverkostung, aber das war mitnichten diejenige, die mir zurecht einen leichten Schwips verpasst hat.

Als wir wieder heimgehen, regnet es noch immer. Bodo trägt seine Errungenschaft in Flaschenform, ich die meine mit Vorfreude, denn eines ist gewiss: ich hab sicher länger Spass an meiner Beute als Bodo am Rebensaft!

Flop Swap auf einer Baustelle

Wieder ging die frohe Kunde rund: es darf wieder geswapped werden! Rund 300 Tauschfreudige fanden sich an diesem Wochenende in einer Seitengasse zum Prater, in einem aufgelassenen Seniorenheim, das zu einem Kulturen verbindenden sozialen Zentrum umgebaut wird (Magda´s Hotel). Baustelle bedeutet: Staubiger Boden, Strahler, welche die ausgestellten Tauschobjekte nur punktuell zum Leuchten bringen können, keine Heizung, weshalb sich die meisten Damen nur zögerlich in die Anprobe verirren. Ich natürlich als Helferlein wieder mit dabei. Einige der anderen kenne ich noch von den letzten Malen. Brigitte behält mich gleich bei der Annahme; sie erinnert sich wohl, dass ich dieser Rolle top bin. Eigentlich wäre ich ja bei der Flächenbetreuung eingeteilt gewesen. Aber die Annahme macht einfach viel mehr Spass, sieht man doch, wer was vorbeibringt – 5 Teile dürfen es dieses Mal sein, getauscht wird 1:1; nur die Helferlinge dürfen bis zu 10 Teile erswappen. Aber nur zu bald erkenne ich, dass ich mein Guthaben nicht aufbrauchen werde können, denn wie schon beim letzten Mal werden da Kleidungsstücke herbeigebracht, von denen ich kaum glauben, kann, dass es sowas überhaupt zu kaufen gibt! Ich habe natürlich wieder Top-Ware mitgebracht (zum letzten Mal!): eine kurze Jeansjacke mit Ösen und trachtig anmutenden Absteppungen, ein schwachsinniger Notkauf im Zuge einer Umtauscherei nach Weihnachten, eine Camouflage-Tasche von G-Star, die mir zu klein ist und immer von der Schulter rutscht, eine graue Hose im Pocket-Stil, was halt nicht so ganz mein Stil ist, schwarze Schuhe von Dominici, die ich nicht tragen kann, weil die Sohle meinen Fußballen zum Brennen bringt und die hellen Velour-Stiefel von Shoetation, die ich mir aus einer gierigen Unbesonnenheit in Größe 40 gekauft habe, wirklich unbesonnen, wie ich beim ersten Mal Tragen schmerzhaft erkennen musste. Super Teile, zu schade für diese Swap-Party, aber daheim im Schrank werden die Sachen auch nicht besser und bei willhaben.at hat sich bislang auch niemand dafür begeistern können.

Die Swapperei beginnt um 14 Uhr; die ersten Ladies stehen schon in den Startlöchern. Aber wer zuerst kommt, kann eigentlich nur seine eigenen Sachen swappen – so gesehen gehört auch einiges an Geduld dazu. Dann wird es zunehmend etwas voller im Laden. Die Innentemperaturen unterscheiden sich nur wenig vom Außenklima. Ich bin nur im dünnen Strickmäntelchen hergekommen, habe aber zum Glück noch einen Schal und einen Sweater dabei, sodass ich nicht ganz erfrieren werde. Meine Kolleginnen borgen sich zum Teil ankommende Jacken aus – keine schlechte Idee; die eine oder andere behält sich das Teil dann auch gleich. Wir arbeiten alle gut zusammen: drei an der Annahme, drei, die parat stehen,  um die neue Ware auf Bügeln in Empfang zu nehmen. Beim Check out ist klarerweise erst nach 2 Stunden zu tun – auch dort helfe ich mit: die Sachen müssen zwar dem Grunde nach abgezählt werden, aber Ehrlichkeit ist doch noch eine Tugend, die nicht ganz verschwunden ist.

Mit einer älteren Dame komme ich ins Streiten, weil sie 12 Teile mitbringt – schrecklich alte Fetzen – und wütend wird, weil ich ihr sage, dass wir kein Kleiderspendercontainer sind. Um des Friedens willen nehme ich alles an, gebe ihr die 5 Gutpunkte und werfe fast alles in eine Box, in der miese und beschädigte Ware landet.

Eine andere alte, aber sehr gepflegte Dame berührt mich, die sich mit Eifer und am Rollator hin- und her schiebend vom Swapfieber anstecken lässt. Ich helfe ihr beim Checkout. Sie hat hier ganz klar für andere Personen Kleidung gesucht. Am zweiten Swap-Tag ist sie wieder da, wieder mit 5 mitgebrachten Teilen, aber leider wenig erfolgreich im Tauschen.

Meine Nachbarin kommt mit den beiden kleinen Kindern. Eigentlich hätte sie einen „freien“ Nachmittag gehabt – aber wo sind die Väter, wenn man sie braucht? Ich biete mich zum Babysitten an, damit sie in Ruhe schauen und probieren kann. Nur leider machen da die Kids nicht mit: heulend peppen sie den chilligen Sound der Hintergrundmusik auf, da hilft kein Kitzeln und kein Apfelstrudel vom Bufett. Ein Anruf in mehr oder weniger bestimmten Tonfall – und der geländegängige Doppelkinderwagen geht in väterliche Obhut über. Zumindest findet die Jungmama ein paar Teile. Ich spendiere ihr einen meiner Gutpunkte und reiße mir im Gegenzug ihre Tasche unter den Nagel, die sie mitgebracht hat – groß und geräumig, als Citybag mit Sportsachen-Stau-Potential. Bodo meint später: warum auf einer Baustelle tauschen, wenn wir das bei uns im Stiegenhaus hätten machen können?

Ein einfaches beiges Kleid von Sisley wandert noch in meinen Besitz und muss jetzt den einen oder anderen Styling-Test durchlaufen. Das war´s aber auch schon an Beute.

Ich mache eine Überstunde, weil ich nun am Check out mithelfe. Aber dann wird´s kratzig im Hals und die Kälte hat Besitz von meinem Körper ergriffen. Ich bin von diesem dritten Swap-Event ein wenig enttäuscht. Aber nicht nur mir ist es so ergangen. Ich habe es vor allem heute am Sonntag, als ich für eine Stunde nochmals dort war, gespürt, dass die Erwartungen nur wenig erfüllt wurden. Aber Mädels, wenn jede einzelne von Euch ihren Kleiderschrott vorbeibringt, kann man dann wirklich erwarten, dass tolle Schnäppchen dabei sind? Meine Tauschobjekte haben jedenfalls sehr rasch einen Abnehmer gefunden – habt Spass bei Eurer neuen Besitzerin, Du Jacke, Du Hose, Du Tasche, Ihr Schuhe und Stiefel!

Modische Durststrecke

Wenn ich die letzte Zeit so Revue passieren lasse, schlüpfe ich gerade zu in die Befürchtung, dass ich mich zum Fashion-Negierer entwickle. Wann habe ich mich das letzte Mal über einen stilistischen Salto-Mortale ausgelassen? Das muss schon Monate her sein. Ich erinnere mich dumpf an meine Euphorie über die Sale-Schnäppchen und den Budapester Ausflug im Juli – das war´s dann aber auch schon.

Was die neue kühlere Saison betrifft, war ich lange Zeit mental nicht darauf eingestellt, mich mit Jacken, Mänteln, Stiefeln, Wolle und dickem Webstoff zu beschäftigen. Auch wenn ich mittlerweile mit einem Jackerl die Wohnung verlasse, besteht noch keine temperaturgesteuerte Notwendigkeit, mich in Leggings zu zwängen oder mir Blasen in geschlossenen festen Stiefeletten zu holen. So lau könnte es nebstbei eigentlich noch eine Weile weiter gehen.

Ich habe zwar bereits und natürlich die aktuellen Modetrends auf zig-Hochglanzseiten studiert, bin aber im realen Leben noch nicht auf die entsprechenden (Raub-)Kopien gestoßen.

Aber ich habe eine neue Erkenntnis gewonnen: nehme den Zalando-Katalog zum Beispiel und du wirst von den toll präsentierten Kleidungsstücken in die Untugend der Gier gezogen. Gehst du dann aber online und willst den Einkaufswagen füllen, wirst du sehen, dass die Bilder doch mehr Schein als Wirklichkeit verheißen. Hat der eine Mantel auf dem Foto und am Model tierisch-mega-ultra ausgesehen, so reduziert sich die Begeisterung, wenn der „nackte“ Mantel auf eigenartige Schnittführung und wenig schmeichelhafte Materialien zusammenfällt.

Ich muss mich neu orientieren – da führt kein Weg vorbei!

Grün hinter den Ohren

Ich habe schon mehrmals über mich und meine Lieblingsfarben geschrieben. Die Leidenschaft zu erdigen Tönen und Tarnfarben ist permanent. Am Wochenende hat mich das trübe Herbstwetter mitten im August in Velden in eine Boutique gelockt – angezogen von einem T-Shirt stand ich dann in der engen Kabine, um eine grün-changierende Hose aus leichtem Stoff zu probieren. Begonnen mit M musste ich doch mit großem Bedauern feststellen, dass ich nicht nur große Füße habe, sondern auch Oberschenkel, die bei italienischen Modeschnitzern nicht wirklich am Speiseplan stehen. Nicht dass ich nicht reingepasst hätte – die Hose saß halt auf knirsch – und da fühle ich mich – ungeachtet der ablehnenden Kopfspende von Bodo – einfach nicht sexy-cool-begehrenswert. L gab es nicht, nur XL – an sich eine mentale Katastrophe, die ich normalerweise sofort ignoriert hätte. Aber das Grün zog mich in seinen Bann, also ließ ich mich herab und schlüpfte in das größer geschneiderte Hosenwerk – bequem und wie auf mich zugeschnitten! Dass sie nach dem ersten spontanen Tragen doch etwas lockerer geworden ist, war abzusehen – Stretch und Elastan leiern halt aus, sobald sie mit 37°C-Körpertemperatur in Berührung kommen. Passend zur Farbe und zum Style wechselte dann auch eine kragenlose, hinten leicht frackartig geschnittene Jacke aus Sweatshirt-Stoff (MEIN Material!) ohne Knöpfe und Taschen vom Kleiderständer in meinen Einkaufsbeutel – so wie sich dieser herbstliche Sommer 2014 gestaltet, werde ich sie wohl bald debüttieren lassen können. Die Verkäuferin hätte mir dann noch ein fast gleich grünes Shirt andrehen wollen, aber genug ist genug – ich bin schließlich nicht Robin Hood! Nein, mir schwebt da eher die Kombination mit Türkis-Aquamarin-Petrol vor … das muss ich demnächst (morgen schon?) probieren!

Baustellen-Out-fit

Ihr wisst, meine Hauptprofession ist der Immobilie gewidmet: habe ich vor Urzeiten selbst noch mit einem sehr sensiblen Tuschestift (Fachausdruck Rapidograph) feine Linien auf dickem Transparentpapier gezogen und allfällige Verwacklungen mit der Rasierklinge wieder ausgekratzt, bin ich vor gut einem Jahrzehnt auf die „andere Seite“ gewechselt, lasse wirkliche Könner und andere innovative Chaoten in schwarzem Gewand gewagte Konstruktionen und sinnvolle Raumabfolgen entwerfen und diese mit flottem Finger auf der CAD-Tastatur in 2- und 3-D-Graphiken darstellen und widme mich mehr den koordinativ-organisatorischen Belangen, versuche, Beamte bei der Baubehörde mit meinem umwerfenden Charme zu schnellerem Bescheid-Ausstellen zu motivieren, agiere zuweilen als Mediator und Schlichtungsstelle und versuche, fair und gerecht ein partnerschaftliches Miteinander zu leben, denn ein Bauprojekt hängt von vielen Personen ab, von denen, die das Ganze finanzieren, von den kreativen Köpfen und von dem, der mit dem Schraubenzieher dafür sorgt, dass alles hält und an seinem Platze bleibt.

Was aktiv bleibt in meinem Job, ist der dann&wann-Besuch auf der Baustelle. Und dort gelten strenge Regeln, was das Outfit betrifft – selbstverständlich aus Sicherheitsgründen (dazu lese man im sogenannten Bauarbeitenkoordinationsgesetz, kurz BauKG, nach): in einer ungebrochen männer-dominierten Welt empfiehlt es sich, mit langen Hosenbeinen aufzutreten, denn die Stufen sind meist hoch und es könnte auch ein Sprung auf eine Leiter erforderlich sein. Und derbes Schuhwerk mit dicker Sohle und gestärkter Schuhkappe sieht zum luftigen Kleidchen irgendwie eigenartig aus. Der Kopf muss von einem melonenartig aufgeblasenen Helm geschützt werden – wie ich diese Dinger hasse! Nicht der Frisur wegen, sondern weil mir der enge innenliegende Gurt regelmäßig Kopfweh bereitet. Andererseits: besser ein solches Kopfweh als ein anderes, herbeigeführt durch ein von der Schwerkraft angezogenes Bauteil, wie Ziegel, Beton oder Glasscheibe. Also setze ich den Helm tapfer auf, wenn ich mich im Freien bewege, aber sobald ich auf sicherem Terrain, sprich irgendwo im Inneren befinde, wo de facto nichts mehr herunterfallen darf/kann/sollte: weg damit! Was die Sicherheitsschuhe betrifft, muss ich zugeben, bleibe ich meistens schon „Ich-Selbst“, sprich meine Palladium-Sneaker mit einer relativ dicken Sohle sind mir lieber als die unhübschen Kunststoff-Treter, und ich war auch schon mal mit diversen Plateauabsätzen zu Besuch (wie soll sich da ein Nagel durchbeißen?). Und da ich nicht so sehr der tägliche Hosenträger bin, kann ich gar nicht anders, als bei ungeplanten Baustellenbesuchen im Büro-Outfit aufzutreten – so geschehen heute: da gab es eine wichtige Vorstandsbesprechung vor Ort und ich musste auf die Schnelle ein Modell im Maßstab 1:100 auf die Baustelle bringen lassen. 3 starke Jungs haben mir dabei geholfen und mich ehrenhafter Weise buchstäblich in ihre Mitte genommen, denn ich hatte weder Zeit, die Schuhe zu wechseln, noch den Helm zu holen noch eine Warnweste anzuziehen. Die Jungs haben es genossen. Ich habe zügig mein ToDo erledigt und war dann rasch wieder auf sicherem Gebiet, obwohl ich glaube, dass es auf der Straße mit den eher unaufmerksamen Autofahrern zuweilen lebensbedrohlicher zugeht als auf der saubersten Baustelle Österreichs (www.erstecampus.at).

Sale ist nicht immer erfolgreich

Ich habe vor kurzem über meinen Sale-Rausch geschrieben – nun, ich bin wieder nüchtern bzw. kam die Ernüchterung, als ich die online-Bestellungen dann in Händen hielt:

# die sternverzierten Zehensandalen von Cavalli erwiesen sich als einfach haltlos-rutschig-flaches Sohlenwerk

# das locker fallende Kleid von Michael Kors hatte trotz farblicher Anlehnung an ein gesundes Korallenriff nicht den Schick, auch wenn es sich fabelhaft an meine Formen anpasste

# zu viel Pink ist leider nicht alltagstauglich und war im konkreten Fall too shorty, um als Kleid gelten zu können

# die Laufschuhe ließen kaum Platz für das Zehengewurrle an der Spitze und führten sogar im unbewegten Zustand zu einem Schweißausbruch

Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen, habe ich meine endgültige Entscheidung doch durch mehrfaches Anprobieren und Posieren und die Akzeptanz meines impulsiven Bauchgefühls getroffen – und keine Angst: das eine und andere und noch ein weiteres schicke Stück haben die Probe bestanden: Willkommen das Shirt von Versace; Hello zum schon leicht herbstlichen saftig-roten Sack-Kleid von Armani und du natürlich auch, du weichfallendes No-Name Kleidchen mit dreiviertel-Arm und drei kräftigen Blockstreifen in Beige-Schwarz-knall-Blau, so luftig, dass es mich demnächst an einem mäßig warmen Sommertag begleiten darf.

Der Sale steckt im Detail

Alle Jahre wieder ….

# werden alle Schaufenster mit überdimensionalen Prozent-Zeichen überklebt

# werden die sowieso sehr farblosen Dekorationspuppen mit einheitlichen Streifen-Shirts oder knalligbunten Plastiksäcken verhüllt

# übertrumpfen sich Rechenkünstler in der Prozentrechnung

# und entwickeln Frauen, gleichermaßen wie Männer und Kinder einen sportlichen Ehrgeiz – unabhängig von einer Fußball-WM mit reichhaltigem Tränenverguss, einem Grand Prix mit schnellen Motoren, einem Tennis-Turnier auf grünem Rasen oder einer kleinen Radrundfahrt durch ein Öster-reich, das reich an Töchtern und Söhnen und anderen Spezialtypen ist.

Mein heutiges Bekennerschreiben zielt darauf ab, dass ich am vergangenen Beginn des Wochen-Endes nach einem ausgiebigen Nachmittagsschläfchen (uihh, das tat gut!) so viel Kraft angehäuft hatte, um mich online intensiv mit dem Thema Sale auseinander zu setzen – ganz bequem mit dem Tablet auf dem Bett knotzend habe ich mir günstige www.impressionen.at geholt und dem Designer-Sale im Zalando-Land meine Aufwartung gemacht.

Es ist halt ein erhebendes Gefühl, wenn man einen teuer angesetzten Preis durchgestrichen und durch einen scheinbar stark reduzierten Preis vor die Linse gesetzt bekommt. Ich sage nur eins: wir sind doch alle miteinander Schnäppchen-Jäger! Wer will sich schon eine Okkasion der speziellen Art entgehen lassen? Wann maße ich mir schon an, ein Kleid von Armani, ein Shirt von Versace und Zehen-Sandalen von Roberto Cavalli in den Warenkorb zu legen und dann noch den Mut aufzubringen, auf „Bestellen“ zu klicken? Klar, unterm Summenstrich muss es passen – das ist und bleibt meine Maxime. Und ob das eine oder andere Schnäppchen dann auch tatsächlich in die Falle geht, wird sich noch zeigen. Beim Online-Sale kann man ja zum Glück auch retournieren, was beim Direkt-Ausverkauf so gut wie nicht funktioniert (Diese Erkenntnis traf mich gerade wie ein Bitz – oder kam die Erleuchtung doch nur durch den Gewitterblitz?)

Und nachdem meine derzeitigen Lieblings-Laufschuhe gerade die Sohle verlieren, muss ich wohl nicht mehr erklären, was ich heute noch zu tun habe!

Auf die Plätze fertig los – die Jagd beginnt!

Adieu und Adios

So, meine Lieben: es wird ernst! Mit kleinen Tränen in den Augen, nehme ich nun Abschied von Euch für eine kurzweilig-lange Zeit. Ich gehe, um mich vom Alltag zu erholen – und auch Ihr habt nun eine freie Zeit … Ihr könnt ungestört „herumhängen“ und „dahin-chillen“ und werdet nicht jeden Tag von mir gestört, aus Eurer Ruhe gerissen und wieder fallen gelassen.

Ciao als dann: mein kurzes schwarzes Kleid mit den tief ausgeschnittenen Ärmel, mein rotes Voku-Hila-Kleid aus einer kleinen Boutique im 5., mein heiß geliebtes weiches Cognac-Kleidchen, dessen Rückennieten jeden Mann verzücken, mein maritim-quer-gestreiftes Hängerchen aus dem Sale, mein eng sitzendes sehr kurzes Jeanskleid, das jede meiner Kurven und Ecken betont, mein langes anthrazitfärbiges T-Shirt-Maxikleid, das ich mir für einen besonderen Anlass in einem Monat reserviert habe, meine locker sitzenden Boy-cut Jeans in Sand-Stein-Erde, mein T-Shirt mit kratzenden Yin-Yang-Pailetten, mein T-Shirt mit dem glänzenden Herzen, meine Jumpsuits, die Bodo nur mit geschlossenen Augen toleriert, mein buntes Kostüm von Secret, mein schlangengleich-eleganter Hosenauszug aus dem Outlet, meine g´schmackige Leder-Jacke, all meine business-tauglichen Swaeter von Bleifrei / G-Star / Conleys, meine einfachen Basic-Shirts von Diesel, mein rückenfreies Shirt in urbanem Orange, mein breiter schwarzer Gürtel, mein schmaler sandiger Gürtel, der sehr oft zum entscheidenden Accessoire wird, meine neuen Keilsandalen in Petrol, meine dunkelbraunen Holzplateau-Pantoletten, meine Converse, all meine Airsteps, meine mächtig-schwere Tasche von Liebeskind, die mit dem Tigerkopf, meine Schnäppchentaschen aus Günzburg in sommerlichem Orange und Türkis, nicht zu vergessen, all meine Lauf-Fitness-Yoga-Hosen / Tights / Shirts – und Ihr alle, die Ihr ab und dann meinen Körper umhüllen dürft – Ciao & vermisst mich nicht allzu sehr!