Ein Schaf trägt Schaf

Das Wochenende hat wettermäßig wie versprochen alles gehalten: Regen, Kälte …. einfach brrrr! Um das Gefühl Lange-Weile gar nicht erst aufkommen zu lassen, widmeten wir uns unserem Rucksack-Check – der Countdown läuft!

Ich: unzufrieden mit meinen zwar extrem schnell trocknenden, aber ansonst sehr schmucklosen und faden Träger-Tops in schwarz – bordeuax – grau. Soooo lang-weilig! Deshalb machten wir einen Sprung in die Stadt und landeten mit schnellem Schritt und eigentlich ungeplant, denn ich wollte eigentlich zu anderen Outdoor-Fashon-Shops, beim Northland, gleich hinter dem Steffl. Dort wurde mir ein super-leichtes Shirt in frischem Rot und sanftem Aufdruck in Hellblau schmackhaft gemacht – aus Merino-Wolle! Bislang habe ich das Material aus Gründen seines gefühlt-kratzigen Charakters verschmäht – Bodo hingegen schwört seit der ersten Wanderung auf dieses tierische Erzeugnis, da das Material sich wahnsinnig gut an die Körper- und Außentemperaturen anschmiegt, schnell wieder trocken ist und – vor allem – keine unangenehmen Körpergerüche entstehen lässt.

Und auch ich ließ mich überzeugen (man sagt mir ja nach, dass ich ein starrköpfiges Wesen sei!): das Schaf, das für dieses Shirt seine Wolle geopfert hat, ist vorher mit Cosy-Soft, Lenor oder welchem Weichspüler auch immer, gewaschen worden. Die Farbe schmeichelt meinem Teint und wird auch zur grauen Wander-Short gut passen. Die Shirts in alternativen Farbtönen hingegen – Olivgrün, Schlamm und Neon-Grün – haben im Moment des Drüberziehens sofort  ein Juckgefühl erzeugt. Gut so, denn beim stolzen Preis von rd. € 70,- geht sich sowieso nur ein Shirt pro Kopf und Nase aus (Bodo hat auch eines bekommen, in Grün; passt ihm super und ist eine fröhliche Alternative zu ständigem Schwarz).

So gesehen wird ein Schaf (ich werde aufgrund meiner Locken des öfteren fälschlicherweise für ein Lamm gehalten …) demnächst dann viele Tage lang ein Schaf am Körper tragen – ich hoffe, dass wir uns gut vertragen werden!

Net(t) effect

Über was soll man in diesen Tagen philosophieren, wenn die österreichische Nation teilweise noch im Songcontest-Sieger-Taumel rudert und vermehrt nach Wurst verlangt? Wenn das Plakat zum Life Ball mit einer nackten Eva, die über weibliche Silikon-Attribute verfügt und (!) über das beste Stück des Mannes, aufmerksamen Kinderblicken nicht entgeht und deren Eltern in den Erklärungsnotstand kommen? Dann bleiben nur die sogenannten Eis-Heiligen, die jedes Jahr zwischen 12. und 15. Mai jeden beschäftigen und die faktisch jeder kennt, sogar beim Namen. 2014, da wurden die Heiligen zu kleinen Teufelchen, denn die Kälte, die derzeit durch die Glieder fährt, wird nur noch durch böig ins Gesicht geworfene Regentropfen in Straußeneiergröße getoppt!

Ich stand jedenfalls heute Morgen vor der Qual: passe ich mich in dunklem Grau-Schwarz der Farbe der Wolken an oder begebe ich mich auf Regenwurm-Höhe und sehe die Welt in Grün, Braun – aber halt nass? Ich habe die Regenwurm-Perspektive gewählt: wärmendes Textil in erdig-blassem Braun, dazu aus besonderem Anlass Gummistiefel, Regenjacke (oh Schreck: der Lackstoff ist am Ärmel unwiderruflich aufgerissen!) und sogar einen wenig attraktiven Regenhut – für den kurzen Weg in die Arbeit: Wurst (schon wieder nichts Vegetarisches!) oder egal, noch dazu, wo heute jeder den Blick nach unten gerichtet hat, so, als ob in den Wasserpfützen der Reichtum schwimmen würde. Wo bleibt hier der Net(t) Effect? Wo bleibt das frühlings-/zauberhafte Lächeln in den Augen? Wo bleibt das kühne Pfeifen, wenn ein kurzes Röckchen die Hüften zum Schwingen und das Testosteron zum Glühen bringt? Plötzlich wimmelt es von Würmern, Maulwürfen, Mäusen und anderem Getier, dem das Sich-Verkriechen zur Natur geworden ist. Wo bleiben die stolzen Löwen, Giraffen und frechen Äffchen? Alles im Dunst der Regentropfen verschwunden.

Aber man soll nicht den Mut verlieren. Yvette, das Tief, das uns alle in den Boden zwingt, hat genug gewütet und wird uns demnächst verlassen – dann werden uns wieder Momente des Auf- und Erblühens erfreuen – und dann (!) erwarte ich mir von allen einen Nett-Effekt!

Verliert nicht den Mut und verzweifelt nicht! Und wenn alles nichts hilft: Kuscheln und Schokolade!

Boutique-Design

Neulich am Samstag zog es mich magisch auf die Landstraße – nein, nicht zum „Land-streichen“, sondern auf Entdeckungsreise mir unbekannter Boutiquen im kleinen, feinen 3.Wiener Gemeindebezirk, eben der Landstraßer Hauptstraße. Bislang hat sich der Kauf-Rausch nur auf einen Prosecco oder einen Aperol Spritz im nachwievor trendigen Lokal Rochus beschränkt. Jetzt aber habe ich den oder die AUST entdeckt, eine deutsche Boutiquenkette, die wöchentlich (!) mit neuen, wenigen Teilen aus Italien versorgt wird – der Schwerpunkt liegt auf fetzigen Jeans, vorwiegend der Marke PLEASE (mit dem kleinen Silberherz in der Po-Tasche) und dem dazupassenden, eher sportlich orientierten Darüber (Shirts und Sweat-Blazer zum Beispiel). Und in Wien exklusiv gibt´s nunmehr seit ein paar Wochen erst eine Dependance mit sehr viel Vintage-Style inside!

Es hat schon was für sich, wenn sich frau barfuß auf einem flauschigen Teppich vor einem großen Spiegel dreht und wendet und po-siert, und in der Garderobe ein beinahe entzückend verspielter Schminktisch mit zahlreichen Deko-Accessoires zum Hinsetzen einlädt.

Klar, dass die vielen „Einzel-Stücke“ auf klassischen Kleiderständern ausgestellt werden, aber ihre ganz spezifische Individualität erfährt die Boutique durch eine in hell-petrol gehaltene Wandfarbe, und an die Wand geklebte Metalldosen, aus denen dann Schals und Jeans hervor quillen. Das Auge wird angelockt, das Herz erfreut – die Bereitschaft zum Erwerb des einen oder anderen Stücks wird deutlich vergrößert. – Das Geheimnis eines erfolgreichen Shoppings – auf Seiten des Kunden wie auf Seiten des Verkäufers – liegt unter anderem also wirklich auch in der Ausgestaltung der Räumlichkeiten. Was mich als alten Feng-Shui-Lebensraum-Optimierers wieder einmal in meiner geheimen Theorie bestätigt: Ein ansprechendes Umfeld versprüht gute Laune, Esprit und Wohlbefinden – die Wirtschaft dankt es, der Kunde lacht, der Innenarchitekt sprüht mit seiner Phantasie und seinen Phantastereien. Ich bin schlicht baff, welche Ideen da manchmal sichtbare Realität werden. Es war in Berlin, glaube ich, wo ein sehr extravagantes Boutique-Design so außergewöhnlich war, dass Fotographieren verboten war! Zumindest schauen und staunen konnten wir, gekauft habe ich nichts, denn die Preise waren noch extravaganter als die Stellagen ….

Wer also seine Möbel daheim satt hat, sich aber nichts Neues leisten kann, dem empfehle ich eine Boutiquen-Tour durch eine Metropole: da wird das Auge befriedigt und die Brieftasche bleibt versteckt im Sack.

Regen-Schauer

Das Wochenende klopft mit arthritisch-steifen Knöcheln an die Tür – und bringt den Regen zur Gesellschaft mit. Also ein Knotz-Langeweile-Online-Shopping-Lesen-Fernsehen-Schlafen-Schokolade-Naschen-Eurovisionssongcontest(!NEIN!)-Wochenende? Das würde heißen, dass Mann und Frau im Schlabberlook auf dem Sofa kuscheln und sich keine Gedanken um Fashion, Style und öffentlichen Auftritt machen müssen? Mag sein, aber der Freitag ist halt noch kein freier Tag, da erwartet sich das Business einen passenden Look. Also wähle ich heute zur grauen Shabby-Hose ein schlichtes graues Shirt, eine elegant-enge Bolero-Jacke für indoor, gespickt mit meinen glänzenden Boots, und für outdoor meine schon in die Jahre gekommene knall-gelbe knautschig-lackierte Regenjacke im Bikerstil. Je grauer der Tag, desto bunter die Kleidung, was im Straßenverkehr einen sicherheitstechnischen Aspekt hat und im mentalen Sinne die Laune hebt. Nicht dass ich jetzt allzu beschwingt ins Büro gegangen wäre, aber wenn dann auch noch an der Straßenkreuzung Gummibärli ausgeteilt werden (nein, keine EU-Wähler-Überredungskunst, sondern eine Einladung zum Oldtimer-Panzer-Schauen), muss der Tag im Herzen bunt werden!

Regen und Knallfarben – das begleitet uns auch auf unseren Pilgerwegen, stülpen wir uns doch beim ersten Regentropfen einen knall-roten Poncho über – mit dem Rucksack am Buckel können wir dann beinahe singen: mein knall-roter Autobus!

Regen und Aufmerksamkeit – eine Erinnerung an meine Volksschulzeit: da hatte ich einen hellen Regenmantel mit roten Tupfen. Echt fesch, aber wenn man eine Stunde einsam vor der Schule steht, weil man vergessen hat, daheim zu sagen, dass die letzte Unterrichtsstunde ausfällt und daher die Mama nicht zum Abholen kommt (als Siebenjährige durfte ich noch nicht alleine den Schulweg bestreiten), dann mischen sich zu Tupfen und Tropfen auch salzige Tränen.

Regen und Schauer – wenn das Prasseln der Tropfen auf der Fensterscheibe dich nachts aufweckt und du schnell aufspringen musst, um das Fenster zu schließen; wenn das Lauschen feiner Bindfäden dir eine Gänsehaut bereitet und die Augenlider schwer werden lässt; wenn du ohne jeglichen Schutz in einen Regenguss kommst und du spürst, wie du langsam, aber sicher von Kopf bis Fuß abgewaschen wirst. Wer sich schon mal nackt in den Regen gestellt hat, wird diesen Schauer verspürt haben.

Mmmh: eigentlich ist Regen – in Maßen und Dosen genossen – doch etwas Herrliches! So viele Aspekte: von beruhigend bis beängstigend, von lauschig bis dröhnend, von sanft bis gewaltig – und ich in knall-gelb mitten drin!

35.000 auf der Flucht … vor mir

Bodo und ich werden Mai 2014 – so es denn sein soll, wie wir es uns auch sehr wünschen – im Ausland verbringen. Aber auch den Maibeginn haben wir im nahen Ausland verbracht, wobei Deutschland an sich aus österreichischer Perspektive gesehen eigentlich nicht als Aus-Land zu betrachten wäre. Der eine oder andere feine Unterschied: ja, aber ansonsten sind wir nette Nachbarn. Jedenfalls waren wir zu Besuch bei Bodo´s Eltern, die im geographischen Schnittpunkt zwischen Augsburg und Ulm im allseits bekannten Örtchen Kötz wohnen. Noch nie davon gehört? Wenn du Kinder hast und ihnen das Legoland in Günzburg zeigen willst, bist du Luftlinie 500 Meter entfernt. Es lässt sich vermuten, dass das Leben hier abgesehen von der stark befahrenen Landesstraße relativ ruhig ist, weshalb wir jedes Mal auf gutes Wetter hoffen für intensive Sonnenbäder im Garten oder ausgedehnte Wald- und Feldspaziergänge. Seit gut 12 Jahren aber ist unser Kommen und Bleiben aber meistens mit einigen vielen Regentropfen gekrönt. Böse Zungen geben mir die Schuld daran! Was tut man aber, wenn am Himmel düstere Wolken mit Wasser schwanger gehen? Man sucht sich einen sicheren Pfad in Richtung Shopping-Meile. Bodo´s Mutter lockt zu DEM Modehaus am Platz, dem Schild. Dort steht ein Umbau ins Haus, weshalb 35.000 (!) Artikel der Schnäppchenjagd ausgesetzt werden. DAS klingt verlockend. Und da ich keine besonderen Absichten habe, kann ich mich ganz entspannt mit einem geduldigen Bodo im Schlepptau Meter um Meter von Kleiderstange zu Kleiderstange voran tasten. Mein (S)kennerblick focussiert sich alsbald auf eine ganz bestimmte Ecke im Geschäft. Bodo beweist wieder einmal, dass er mich ganz gut kennt, und zieht das eine und andere T-Shirt hervor. Bald wandere ich mit gut zehn Teilen in die Kabine und probiere im Schnelldurchlauf: fühle ich mich nicht auf Anhieb wohl, wird das nichts. Und schon erlebe ich eine Reduktion um 75%. Bei den modischen Tüchern ist es ähnlich: ich entscheide mich unter vielen für einen Snoop in Tannengrün und Pink und diversen Musterungen. Bodo wächst zur Höchstform heran: er erspäht eine knall-orange Tasche aus weichem Leder – um 30% reduziert – da muss ich zugreifen. Da mir bei Handtaschen aber das Viel an Außentaschen wichtig ist, wäre diese orange da ein kleiner Kompromiss, da nur ein kleines Außenfach, gerade mal für den Schlüsselbund geeignet. Aus der gleichen Serie entdecke ich dann die große Schwester mit mehreren Appendixen, in einem hellen, bescheidenen Rosa. Ich schwanke innerlich gewaltig. Bei 30% Nachlass – sind da nicht beide drin? Alles wandert fürs Erste zur Kassa-Zwischenablage, denn ich muss meine Hände frei haben bzw. fallen Bodo als Beipack-Eselchen schon die Arme ab. Bei einer knautschigen Frühjahrsjacke im Ethnostil bleibe ich aber standhaft – die bleibt am Kleiderbügel (ausschlaggebend war der enge Gummi am Rücken; das verursacht einen unschönen Buckel am Ende des Rückens …). Jetzt ist aber Schluss! An die Kassa! Nur dumm, dass da beim Anstehen der Blick auf die kleine Taschenschwester fällt – in hellem Petrol-Türkis. Süß und nur für besondere Anlässe, wo ich keinen „Känguru-Beutel“ mit mir herumschleppen muss. Nimm sie, meint Bodo (was ist heute nur los mit ihm? Hat ihn auch das Schild´sche Schnäppchenfieber gepackt?). Aber: überredet! … Ich stehe noch immer an der Kassa, denn auch andere Frauen wollen die 35.000 jagen bis zum Aufgeben. Da wandert mein Blick nach links (ähem: es war das eigentlich das „andere“ Links) in ein Tischregal, wo ich doch glatt die große Schwester in Orange erblicke. „Bodo! Diese da bitte bringen und die mittlere Schwester dafür wieder zurücklegen!“ Die Damen an der Kassa sind schon leicht verwirrt, aber geduldig und bleiben freundlich. Jetzt stehe ich noch vor der Qual der Wahl: orange oder hellrosa oder beide? Alle umstehenden Frauen und Bodo geben der orangen Schwester mehr Pepp-Punkte. Also gut – Ihr habt ja Recht. Hinter der Kassa wird dann noch laut betont: „Das wären jetzt NEUN Teile!“ … und der ganze Laden weiß es jetzt.

Die Jagd auf die 35.000 war alles in allem sehr beschwingt, erfolgreich, amüsant und zufriedenstellend. Und was freut Mann mehr, wenn frau glücklich eine Boutique verlässt und er die Packerln tragen darf?

(Bodo hat dann übrigens auch etwas sehr Fesches bekommen!)

Und nun? – Die Antwort

Warum bin ich nicht schon gestern darauf gekommen – 28.April und ein Monat = 28.Mai = Los „geht´s“ mit unserer diesjährigen Wanderung – und das heißt, dass ich mich drei Wochen lang nicht vor dem Kleiderschrank herumwinden und Bügel um Bügel herumschieben muss, sondern dass ich mich wieder in Bescheidenheit üben kann, indem ich zwischen zwei Wanderhosen und drei T-Shirts wählen kann (natürlich werde ich wieder das eine und andere Zusatzstück in den Rucksack hineinstopfen, aber die Qual der wahl wird zur Wahl der Qual – sozusagen).

Das wollte ich nur schnell gesagt haben … um mir selbst wieder ein bisschen Mut zu machen!

Und nun?

Ich habe jüngst über Befreiung geschrieben – und es ist wahr geworden: zwei riesengroße und zwei kleinere Säcke haben am vergangenen Freitag den Besitzer gewechselt.

Und nun? Nun stehe ich jeden Morgen vor dem Dilemma, dass ich aus den verbleibenden (noch immer mehr als zahlreichen) Kleidungsstücken nicht weiß, was ich anziehen soll – die ewige Leier 🙁

Bin ich frustig?

Leide ich unter aprilhaften Stimmungsschwankungen?

Haben sich meine Augen an den alten Stoffen und Farben satt gesehen?

Wie auch immer – irgend etwas muss geschehen!

Online-Shopping gestaltet sich derzeit als nicht sehr zielführend, da ermüdend – scrollen, klicken, zoomen … gähn!

Klassisches City-Shopping? Der vergangene verregnete Samstag wäre dazu wohl ideal gewesen, weil frau kein schlechtes Gewissen hat, dass sie nicht etwas anderes im herrlichen Frühling unternimmt. Ich war auch shoppen. Aber es gibt den Konsum aus Gründen der Notwendigkeit und den Konsum aus Gier, Neid, Leidenschaft, Unzufriedenheit heraus. Ersteres habe ich vernünftigerweise erledigt, zu zweiterem hatte ich schlichtweg keine Nerven.

Alternativ bietet sich an, in einem Schanigarten zu sitzen – und möglichst unauffällig die Augen auf Beobachtungszielfunk einzustellen. Frau bekommt da viel zu sehen – viel und doch wieder nicht, denn es zeigt sich doch eine gewisse Uniformität innerhalb bestimmter Altersklassen:

Jeans, T-Shirt, Strickjackerl oder Lederjacke, Beuteltasche, Ballerina oder Sneaker, große Sonnenbrille – steht so ziemlich jeder Frau, weshalb auch am weitesten verbreitet auf dem größten Catwalk der Welt, der Straße.

Shorts von Hot bis Demi, mit und ohne Strumpfhosen, Boots oder Stiefel (nach wie vor), übergroße Hängershirts – steht bei weitem nicht so vielen Mädels & jungen Frauen, wie im Alltag zu sehen. Bodo beutelt sich regelmäßig, wenn er der Kombi enge Stoff-Bermuda zu dicken Strümpfen und Stiefeletten ansichtig wird.

Kleider sind im April noch Mangelware, schon eher Kostüme oder Hosenanzüge, diese dann an eiligen Damen mit großer Handtasche und meistens einer Laptoptasche zu entdecken. Dass hier auch knallgelbe Peinlichkeiten zu Leo-Pumps ins Auge fallen, muss man halt zur Kenntnis nehmen.

Auffällig aber, dass der April von manchen als verlängerter Winter gesehen wird und dass daher Parka, Hauben, Stiefel, Strümpfe und anderes wärmendes Zeug um den Body geworfen wird. Dass bei angenehmen 15-22 °C aber durchaus die Füße luftbelassen sein können und die Ärmel kurz, das dauert. Woran das liegt, kann ich sagen: die meisten genieren sich für ihre kasig-weißen (oder unrasierten?) Beine, die Zehennägel sind noch nicht lackiert und der Bingo-Muskel (M. tricepius) ist über die Wintermonate schlaff geworden. Ob da Versteck-Spiel die richtige Methode ist, den Sommer modisch zu begrüßen?

Meine Erkenntnisse der letzten Beobachtungstouren sind – für mich bezogen – leider dürr, denn ich habe keinerlei Anregungen erhascht, die meine Motivation vor dem Schrank etwas pushen würden. Also habe ich mich heute zu schlichtem Schwarz aufgerafft und bringe nur bei Gürtel und Schuhwerk halbwegs knallige Farbe ins Spiel.

Aber was ziehe ich nur morgen an?

22.04.2014

Befreiungsschlag

Meine jüngere Schwester wird in ca. 2 Monaten eine neue Wohnung beziehen.

Meine beste Freundin arbeitet heftigst daran, eine neue Wohnung zu finden, da die Kinder flügge geworden sind und sie das Bedürfnis nach einer wohnlichen Veränderung hat.

Beiden gemeinsam ist, dass sie begonnen haben, sich von Dingen, vor allem von nicht mehr getragener Kleidung, großvolumig zu trennen. Klar, was du jetzt weg gibst, musst du dann nicht einpacken, umsiedeln, auspacken und dann wegschmeißen.

Bei mir steht zwar keine räumliche Veränderung vor der Türe – aus Ermangelung an Angeboten, finanziellen Mitteln und zeitlichen Ressourcen -, aber ich habe heute Morgen – J. und U. als Vorbild genommen – wieder einmal kräftig meinen Kleiderschrank umgerührt und ohne großen Trennungsschmerz diverse Stücke herausgezogen, die schon seit längerem nicht mehr meine Körperformen umhüllen durften. Eins, zwei, drei und mehr – und ein gut hüfthoher Stoß wartet jetzt auf eine Abnehmerin.

Im nächsten Schritt werden sich noch ein paar Schuhpaare dazu gesellen, die eine oder andere Handtasche, das eine oder andere Accessoire und eine dicke Winterjacke kann auch ruhigen Gewissens weg … endlich wieder Luft!

Meine Schwester hat übrigens einen sehr guten Tipp bekommen: lass die Kleiderbügel deiner Lieblingsstücke in die eine Richtung schauen, und diejenigen von Sachen, die du nur sporadisch bis gar nicht anziehst, in die andere Richtung. So ist es leicht, mit einem Griff das zu packen, was weg muss – ganz schön clever – aber fast nicht durchführbar für den Monk in mir.

Ich kann nur jedem raten, in regelmäßigen Abschnitten, aber zumindest einmal pro Jahr, sich zu lösen, zu trennen, zu befreien – man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes be-freit. Die Freude wird zwar etwas geschmälert durch die Scham über so viel (wertlosen) Besitz, aber solange die Weggeb-Stücke jemandem anderen zugute kommen, ist es (für mich) ok.

Durch das regelmäßige Ausmisten alter Kaufsünden hat sich gefühlterweise mein generelles Kaufverhalten leicht – ich maße mir nicht an, von komplett geändert: die wahllose Gier ist einer flüchtigen Besonnenheit gewichen. Das Eselsohr im Katalog, die geduldige Merkliste, der Warenkorb helfen mir persönlich sehr, dass ich mehrmals drüber nachdenke, mit welchen Teilen ich die (kaum merklichen) Löcher im Kleider- oder Schuhschrank wieder auffülle. Wo ich noch an mir arbeiten muss, sind Outlet-Besuche, denn da neige ich noch zu unbesonnener „Schnäppchen-Hamsterei“. Aber: auch billig ist rausgeschmissenes Geld!

Befreiungsschlag

Meine jüngere Schwester wird in ca. 2 Monaten eine neue Wohnung beziehen.

Meine beste Freundin arbeitet heftigst daran, eine neue Wohnung zu finden, da die Kinder flügge geworden sind und sie das Bedürfnis nach einer wohnlichen Veränderung hat.

Beiden gemeinsam ist, dass sie begonnen haben, sich von Dingen, vor allem von nicht mehr getragener Kleidung, großvolumig zu trennen. Klar, was du jetzt weg gibst, musst du dann nicht einpacken, umsiedeln, auspacken und dann wegschmeißen.

Bei mir steht zwar keine räumliche Veränderung vor der Türe – aus Ermangelung an Angeboten, finanziellen Mitteln und zeitlichen Ressourcen -, aber ich habe heute Morgen – J. und U. als Vorbild genommen – wieder einmal kräftig meinen Kleiderschrank umgerührt und ohne großen Trennungsschmerz diverse Stücke herausgezogen, die schon seit längerem nicht mehr meine Körperformen umhüllen durften. Eins, zwei, drei und mehr – und ein gut hüfthoher Stoß wartet jetzt auf eine Abnehmerin.

Im nächsten Schritt werden sich noch ein paar Schuhpaare dazu gesellen, die eine oder andere Handtasche, das eine oder andere Accessoire und eine dicke Winterjacke kann auch ruhigen Gewissens weg … endlich wieder Luft!

Meine Schwester hat übrigens einen sehr guten Tipp bekommen: lass die Kleiderbügel deiner Lieblingsstücke in die eine Richtung schauen, und diejenigen von Sachen, die du nur sporadisch bis gar nicht anziehst, in die andere Richtung. So ist es leicht, mit einem Griff das zu packen, was weg muss – ganz schön clever – aber fast nicht durchführbar für den Monk in mir.

Ich kann nur jedem raten, in regelmäßigen Abschnitten, aber zumindest einmal pro Jahr, sich zu lösen, zu trennen, zu befreien – man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes be-freit. Die Freude wird zwar etwas geschmälert durch die Scham über so viel (wertlosen) Besitz, aber solange die Weggeb-Stücke jemandem anderen zugute kommen, ist es (für mich) ok.

Durch das regelmäßige Ausmisten alter Kaufsünden hat sich gefühlterweise mein generelles Kaufverhalten leicht – ich maße mir nicht an, von komplett geändert: die wahllose Gier ist einer flüchtigen Besonnenheit gewichen. Das Eselsohr im Katalog, die geduldige Merkliste, der Warenkorb helfen mir persönlich sehr, dass ich mehrmals drüber nachdenke, mit welchen Teilen ich die (kaum merklichen) Löcher im Kleider- oder Schuhschrank wieder auffülle. Wo ich noch an mir arbeiten muss, sind Outlet-Besuche, denn da neige ich noch zu unbesonnener „Schnäppchen-Hamsterei“. Aber: auch billig ist rausgeschmissenes Geld!

Gönn Dir was Schönes!

Eigentlich hätte ich ja keinen Grund, mich selbst zu belohnen, aber gestern wurde zufälligerweise und endlich eine uralt-Bestellung geliefert: federleicht, in bunten Rot-Blau-Violett-Tönen – was Feines halt für „Drunter“ – die Franzosen drücken das etwas vornehmer aus: Dessous klingt ja auch viel besser!

Normalerweise bin ich ja eher bescheiden, wenn es um String und BH geht, aber dieses Mal werde ich wohl gerne über meinen eigenen Schatten springen und bei der Überweisung die Augen fest zudrücken! Davor gibt es aber noch kleinere Test-Modeschauen @ home 🙂

Viel Spitze, Rüscherln, Schleifen – und, was Bodo die Augen aus den Höhlen gedrückt hat: die „Täuscher“ rechts und links – dick gefütterte Einlagen, die mich automatisch hoch zu Dolly, Brigit oder Babette Blue pushen würden – aber neee: meine Nummer bekommst du nicht!

Die Vergänglichkeit eines T-Shirts

Welches Kleidungsstück ist einer nur allzu kurzen Lebensdauer – zumindest, was den mehrmaligen Wurf über den Kopf mit Locken, glatten Haaren, Stoppeln oder Glatze betrifft – unterzogen? In meinen Augen ist es das T-Shirt. Das Präfix „T“ deutet im ursprünglichen Sinn auf den Schnitt hin: gerade Taille, die leichthin auch schnell mal zum mehrfaltigen Rollmops mutiert, und leicht abstehende kurze Flügel, die an kräftigen Bizeps gespannt in den Nähte gefährlich zu ächzen beginnen.

Das T-Shirt als Ausdruck monochromer Einfältigkeit, quergestreifter Dualität oder künstlerisch übertriebener Phantasie. Das T-Shirt, versteckt unter Pullover oder Jacke getragen oder over all und dabei alles offenkundig preisgebend, was sich darunter verbirgt. Das T-Shirt ist in meinen Augen vornehmlich als verlässlicher Partner einer Jeans geworden, denn das macht es einfach: Hose an und Shirt drüber – zusammenpassen die beiden so gut wie immer. Aber weitaus schwieriger wird es, dass passende T-Shirt für eine andere, bunte oder sogar gemusterte Hose oder einen Rock zu finden! Ist das Shirt einfärbig gehalten, mag es vielleicht funktionieren, außer das Schwarz der Hose / des Rocks ist ein anderes Schwarz als das des T-Shirts. Und wenn erst mal ein Muster / ein Schriftzug auf das Shirt geprägt ist, ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, dass es hier zu einer harmonischen Partnerschaft kommt. Ich habe wahrlich genug T-Shirts angesammelt, weil das eine oder andere im Moment des Kaufrausches als überragend schien. Doch wenn dann der Augenblick der nüchternen Wahrheit, nämlich des Kombinierens kommt, weicht die Freude über die Beute einer schnell dahinsiechenden Mutlosigkeit, und ich gehe dem Problem aus dem Weg und ziehe ein Kleid an. Da muss ich mir nie darüber Gedanken machen, was an der Gürtellinie zusammenstoßt. Und trotzdem kaufe ich mir immer wieder mal ein T-Shirt. Ganz gefährlich, wenn man im Ausland ist und eine kleine Erinnerung mitnehmen will. Ein T-Shirt wiegt fast nichts, lässt sich in jeden noch so vollen Koffer stopfen und wird daheim dann den Tiefen des Kleiderschranks anvertraut. Komme ich aber jemals auf den Gedanken, hier in Wien ein T-Shirt anzuziehen, auf dem in großen geschwungenen Lettern Barcelona / Berlin / Madrid / Rom oder Velden steht?

Ich war gestern mit Bodo in der Stadt – weil ER dringend neue Jeans brauchte – zum Thema Langlebigkeit einer Jeans lässt sich kurz notieren, dass sein Lieblingsstück getragen wird, bis es im wahrsten Sinne des Wortes in der Mitte entzwei geht. Bodo´s an sich modisch zerrissene Hose bricht mittlerweile auch im Schritt – also höchste Zeit für eine neue Lieblingshose! Nach längerer Anprobe diverser Hosen von hell bis dunkel und einem glücklichen Gesicht, als wir mit dick-prallem Sackerl den Jackie Jones verließen, machten wir noch einen Abstecher in die weite Tiefe des P&C: dort türmen sich im Untergeschoss über weite Flächen T-Shirts über T-Shirts und noch mehr. Hier rein weiße Schlabberfetzen mit Aufdrucken aus der Pop-Welt, knallbunte Shirts mit viel Aufdruck á la American High School. Dort geraffte, zerrissene, fransierte Baumwolle mit einem Hang zu Polyester, Ethno, Batik, Hippie, floral – in welche Rolle man immer auch steigen will. Und ich? Welche Rolle spiele ich in diesem Wirrwarr? Ich flüchte alsbald, verwirrt, enttäuscht, verunsichert. Vielleicht fehlt es an der ultimativen Jeans, die es mir leichter machen würde. Aber nein, das wäre nicht ich! Ich lasse Bodo seine Mehr-Jahres-Jeans, bis es wieder Zeit für einen Abschied ist (die eine, deren Zeit abgelaufen ist, liegt noch immer herum; Bodo bringt es anscheinend nicht übers Herz, diesen lieb gewonnenen Freund von dannen ziehen zu lassen) und schlüpfe stattdessen in die hellbraune bzw. silbrig-graue locker fallende Hose mit tiefem Schritt oder die blitzblaue Schlangenlederoptik-Hose vom Parndorf-Anzug (derzeit mein absolutes Lieblingsteil!) und versuche, mit dem, was ich an T-Shirts noch habe (einige habe ich schlussendlich verschenkt), zu kombinieren – in der kalten Jahreszeit tue ich mir hier eindeutig leichter, wohl, weil hier die Kombinationsmöglichkeiten spezieller sind. Seitdem  ich warmen Sachen aber nicht mehr brauche – und seitdem mir der Hosenanzug gezeigt hat, dass frau auch im Blazer gute Figur machen kann, schlüpfe ich zumindest so lange in eine Jacke aus Stoff oder Leder, bis ich im überhitzten Büro oder wieder daheim bin. Und – ganz wichtig: ohne Schal / Tuch geht gar nichts mehr! Da hege ich bereits einen leichten Hang zum Fetischismus.

Und wenn alle Stricke reißen, muss ein Kleid her – aber auch da verfalle ich zunehmend in Un-Mut … aber das ist eine andere Geschichte!