Regen-Schauer

Das Wochenende klopft mit arthritisch-steifen Knöcheln an die Tür – und bringt den Regen zur Gesellschaft mit. Also ein Knotz-Langeweile-Online-Shopping-Lesen-Fernsehen-Schlafen-Schokolade-Naschen-Eurovisionssongcontest(!NEIN!)-Wochenende? Das würde heißen, dass Mann und Frau im Schlabberlook auf dem Sofa kuscheln und sich keine Gedanken um Fashion, Style und öffentlichen Auftritt machen müssen? Mag sein, aber der Freitag ist halt noch kein freier Tag, da erwartet sich das Business einen passenden Look. Also wähle ich heute zur grauen Shabby-Hose ein schlichtes graues Shirt, eine elegant-enge Bolero-Jacke für indoor, gespickt mit meinen glänzenden Boots, und für outdoor meine schon in die Jahre gekommene knall-gelbe knautschig-lackierte Regenjacke im Bikerstil. Je grauer der Tag, desto bunter die Kleidung, was im Straßenverkehr einen sicherheitstechnischen Aspekt hat und im mentalen Sinne die Laune hebt. Nicht dass ich jetzt allzu beschwingt ins Büro gegangen wäre, aber wenn dann auch noch an der Straßenkreuzung Gummibärli ausgeteilt werden (nein, keine EU-Wähler-Überredungskunst, sondern eine Einladung zum Oldtimer-Panzer-Schauen), muss der Tag im Herzen bunt werden!

Regen und Knallfarben – das begleitet uns auch auf unseren Pilgerwegen, stülpen wir uns doch beim ersten Regentropfen einen knall-roten Poncho über – mit dem Rucksack am Buckel können wir dann beinahe singen: mein knall-roter Autobus!

Regen und Aufmerksamkeit – eine Erinnerung an meine Volksschulzeit: da hatte ich einen hellen Regenmantel mit roten Tupfen. Echt fesch, aber wenn man eine Stunde einsam vor der Schule steht, weil man vergessen hat, daheim zu sagen, dass die letzte Unterrichtsstunde ausfällt und daher die Mama nicht zum Abholen kommt (als Siebenjährige durfte ich noch nicht alleine den Schulweg bestreiten), dann mischen sich zu Tupfen und Tropfen auch salzige Tränen.

Regen und Schauer – wenn das Prasseln der Tropfen auf der Fensterscheibe dich nachts aufweckt und du schnell aufspringen musst, um das Fenster zu schließen; wenn das Lauschen feiner Bindfäden dir eine Gänsehaut bereitet und die Augenlider schwer werden lässt; wenn du ohne jeglichen Schutz in einen Regenguss kommst und du spürst, wie du langsam, aber sicher von Kopf bis Fuß abgewaschen wirst. Wer sich schon mal nackt in den Regen gestellt hat, wird diesen Schauer verspürt haben.

Mmmh: eigentlich ist Regen – in Maßen und Dosen genossen – doch etwas Herrliches! So viele Aspekte: von beruhigend bis beängstigend, von lauschig bis dröhnend, von sanft bis gewaltig – und ich in knall-gelb mitten drin!

Modernes Raubrittertum

Das Spannende im Leben ist, dass man immer wieder – auch an Kleinigkeiten – etwas Neues erfährt, lernt, sich wundert und oft nur den Kopf schütteln kann. Zu dieser Erkenntnis eine kleine Anekdote zum Munter-Werden:

Ich bekam einen Brief aus Deutschland. Dem Inhalt nach musste ich einen Fragebogen ausfüllen und wieder retournieren. Ein Rücksendekuvert lag nicht bei. Da ich hier jemanden einen Gefallen tat und kein anderes Kuvert griffbereit hatte (in einer Ära, in der kaum mehr Briefe geschickt werden, verfüge ich nur mehr über diverse Glückwunschkarten, die zu Weihnachten und Ostern von Wohltätigkeitsorganisationen mit einem Spenden-Erlagschein ins Haus flattern), nahm ich das ursprüngliche Kuvert, klebte den Portostempel ab und ein neues Adress-Schild auf – in meinen Augen also absolut korrekt und zudem auch ökologisch (schließlich war der Umschlag ja noch vollständig intakt) .

Falsch gedacht! Denn auf / bei / in der Post dann das große Wundern: unterhalb des durchsichtigen Fensters gab es – fürs menschliche Auge kaum erkennbar – so etwas wie einen aufgeprägten gelben Barcode, den er, vermutlich im Zuge der elektronischen/maschinellen Verarbeitung, aufgedruckt bekommen hat.

Großes Kopfschütteln! Aha, ok,…, na und…? Das mache dann 1,70 Euro statt 70 Cent, weil der aufgedruckte Barcode eine maschinelle Weiterverarbeitung unmöglich mache und er nun „manuell“ bearbeitet werden müsse, bzw. der aufgedruckte Code manuell außer Kraft gesetzt werden muss!

Was tut man, wenn man in einer langen Schlange nervöser und ungeduldiger Kunden steht und vollkommen perplex ist? Man zahlt zähneknirschend den einen zusätzlichen Euro und wartet neugierig auf das manuelle Decodieren … das darin besteht – das Kopfschütteln wird nun zu einem wilden Derwischtanz -, mit einem Kugelschreiber drüber zu kritzeln!

Das ist modernes Raubrittertum! Der kleine einsame Euro verursacht zwar nicht das endgültige Zerreißen des Budgetlochs, aber es wurmt, so über den Tisch gezogen zu werden. Und entsteht nun denn die arge Befürchtung, dass es viele kleine, einsame Euromünzen sein könnten, die einem in einer so subtilen, skurrilen und schnöden Art abgeknöpft werden!?

Da stellt sich natürlich auch noch die Frage: Mit welcher Berechtigung erdreistet sich der Beförderungsdienstleister, „MEINEN“ Umschlag mit einer Markierung zu versehen, der ihn unwiederbringlich zu einem Einweg-Umschlag degradiert?

Könnte man das evtl. sogar als Sachbeschädigung titulieren und den Dienstleister somit in die Haftung nehmen?
Ich werde recherchieren…., more to come…!

Ur-stolz!

Wow! Da schaue ich aber – mein Ranking vom World Life Run:

globales Frauen-Ranking: Nr 423

nationales Frauen-Ranking: Nr 49

 

Worldrun_Lucia_Urkunde

 

🙂 Da strahle ich übers ganze Gesicht und stelle mich gerne in den Wind.

wpid-Sky-_MG_8198.jpg

 

Die wahren Helden sind aber die, für die wir alle weltweit gelaufen sind …

Das ist übrigens Hannes:

wpid-Sky-_MG_3882.jpg

wpid-Sky-_MG_3872.jpg wpid-Sky-_MG_3864.jpg wpid-Sky-_MG_3857.jpg

wpid-Sky-_MG_3847.jpg