108 Sonnengrüße

Ich glaube, auch Nicht-Yogis sind die Sonnengrüße ein Begriff. Nein, es handelt sich nicht um leichtes Winken mit der Hand, sondern um eine Abfolge von Bewegungen, die mit der Ein- und Ausatmung einhergehen und den Körper optimal auf yogische Betriebstemperatur bringen. In der von mir bevorzugten Ashtanga-Praxis sind die Sonnengrüße vielleicht noch ein bisschen dynamischer als in anderen, ruhigeren Yogaarten. In meinem Yogaunterricht muss ich immer wieder erkennen, dass einige Praktizierende im tiefen Liegestütz und im abschauenden Hund an ihre Grenzen kommen, wenn Rumpf- und Armmuskulatur bzw. die Handgelenke zu schwach sind.

Sonnengrüße sind im Yoga einfach essentiell!

Sonnengrüße können routinemäßig abgespult oder wunderschön zelebriert werden. Im Grundkurs wird die Abfolge gerne seziert und schlussendlich wieder zum großen Ganzen zusammengesetzt.

Und dann gibt es die Besonderheit der „108 Sonnengrüße“, die gerne dann praktiziert wird, wenn ein Energiewechsel stattfindet, zum Beispiel zum Jahresanfang oder zur Sommersonnenwende!

Warum gerade 108? Ich habe dazu ein bisschen recherchiert, zumal in dem „Workshop“, den ich vor kurzem besucht habe, darüber leider kein einziges Wort gefallen ist:

• Die Zahl 108 gilt im Yoga, sowie in verschiedenen Traditionen auf der ganzen Welt, als heilig, ist eine glücksverheißende und eine bedeutende spirituelle Zahl.
• Sie repräsentiert die Gesamtheit der Existenz.
• Die Zahl 108 ist eine kosmische Ordnungszahl, die sich wie folgt zusammensetzt:
o 12 – die Anzahl der Monate im Jahr
o 3 x 12 = 36 – die 3 steht für die 3 Dimensionen in unserem Leben
o 3 x 36 = 108 – diese 3 steht für Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft
o Die Zahl 9: die Zahl der Weisheit – sie steht für die höchste Vollendung: 1 + 0 + 8 = 9
o Jedes ganze Teilergebnis der Zahl 108 ergibt addiert die Zahl 9 (108 / 3 = 36 → 3 + 6 = 9).

• 1, 0 und 8: Einige sagen, dass die „1“ für Gott bzw. die höhere Wahrheit steht, „0“ für Leere und Vollständigkeit in der spirituellen Praxis und „8“ für Unendlichkeit und Ewigkeit.
• Insgesamt laufen 108 Energielinien im Körper zusammen, um das Herz-Chakra zu bilden.
• Im Ayurveda werden 108 Druckpunkte beschrieben.
• In der Astrologie gibt es 12 Tierkreiszeichen und 9 Planeten. 12 x 9 = 108.
• … und noch viele andere Auslegungen!

Mit diesem Google-Wissen im Kopf und großer Erwartung in den Fingerspitzen machte ich mich also in aller Früh auf den Weg in ein mir unbekanntes Yogastudio irgendwo im 8. Bezirk, nahe am stark befahrenen Gürtel. Leider hatten sich nur vier Yoginae für den 2-Stunden-Workshop angemeldet. Tatsächlich waren wir dann nur zu dritt.

Der Yoga-Raum im Erdgeschoss, zwei Straßenfronten, große Kälte-abstrahlende Glasfronten, …

nur ein (sichtbarer) Heizkörper!

Ich friere selten, aber da musste ich mir doch schnell meine löchrigen Socken und meinen Kuschel-Schal aus der Garderobe holen!

Unsere Yoga-Lehrerin – freundlich-aufgedreht – startete mit einer kurzen Herz-Meditation (weil das Workshop-Datum nahe am Valentinstag war) und einer kleinen Atemübung.

Und mir wurde immer kälter!

Nur eine knapp gehaltene Anleitung, dass die Sonnengrüße in einer steten Aneinanderreihung ohne Pause, einer Perlenschnur gleich, durchgeführt werden. Eine Yogina entschied sich für die Intervall-Variante, sprich im Wechsel 10 Sonnengrüße mitmachen bzw. 10 Sonnengrüße aussetzen.

Für mich kein Thema – bin ich doch extra hergekommen, um zu spüren und zu erfahren, wie sich 108 Sonnengrüße anfühlen!

Völlig unerwartet aber und daher äußerst befremdlich für mich – und auch die beiden anderen – war aber die Geschwindigkeit, die uns die Yoga-Lehrerin vorgab! Nichts mit gleichmäßigem Ein- und Ausatmen, von einem regelmäßigen Yoga-Rhythmus keine Rede! Mein Puls fing alsbald zu galoppieren an. In meiner Nase sammelte sich Schleim und ich konnte nur mehr durch den Mund atmen.

108 Sonnengrüße – Meditation in Bewegung! Aber dieses Tempo? Ich hatte ein bisschen das Gefühl, gehetzt und getrieben zu werden. Vielleicht sind 108 Sonnengrüße mehr als Yoga-Workout denn als Yoga-Inspiration zu sehen?

Bei den ersten 10 Sonnengrüßen dachte ich: Das wird eine langwierige Angelegenheit.

Nach den ersten 40 Sonnengrüßen wurde mir endlich warm.

Nach 60 Sonnengrüßen tropfte dann endlich der Schweiß von der Stirn.

Und bald schon hieß es: „Die letzten 8!“

108 Sonnengrüße – und keine Zeit, schweren Gedanken nachzuhängen. Leichte Gedankenblitze drehten sich eigentlich nur um die Frage, mit welchem Bein ich zurück- bzw. wieder nach vorne steigen sollte, um hier nicht zu einseitig zu werden. Ans Mitzählen musste ich zum Glück keinen einzigen Gedanken verlieren – diesen Part erledigte die Yoga-Lehrerin mit Hilfe kleiner Steinen aus Bali.

108 Sonnengrüße – ich bin zwar um eine intensive Erfahrung reicher, aber von den zuvor zugrundeliegenden Attributen, wie glücksverheißend, spirituell, kosmisch etc. etc. war leider gar nichts zu spüren, da dem Workshop eindeutig die entsprechende Inszenierung gefehlt hat.

Die nächste „Chance“ auf 108 inspirierende Grüße an die Sonne bietet sich im Juni zur Sommersonnenwende … mir schweben da schon eigene Ideen im Kopf herum …

Robin allein zu Haus

Für Bodo: ROOMBA
Für mich: ROBBIE!!!

Was? Ein Neuer?

Ja, sozusagen …. Seit ein paar Tagen haben wir ein niedliches Haustier – haart nicht, schnurrt, ist flink wie ein Wiesel … und frisst am liebsten STAUB!

Tatsächlich! Roomba/Robbie ist ein staubfressender Roboter!

Niemals, nein, niemals hätte ich mir gedacht, dass ich mich zu so einem Hightech-Dingsda hinreißen lassen würde – aber: sag niemals nie!
Angefangen hat das Ganze, als in einer netten Runde über die Entwicklung der kleinen Roboter philosophiert wurde: vom lauten und eher unkoordinierten Helferlein zu einem akustisch annehmbaren, halbwegs intelligenten System. Meine Schwester Julia hat meinen interessierten Gesichtsausdruck – ohne, dass ich es registriert hätte – mit einem aufmerksamen Auge gescannt und mir zum Geburtstag ein großes Paket überreicht – Wow! Die Freude war echt und groß –
… und Bodo hat weiter recherchiert mit dem Ergebnis, dass wir auf ein aktuelleres Modell umgestiegen sind – optisch nahezu ident, aber mit App-Funktion, sodass von überall aus startklar machbar.

Und dann standen wir beide wie Jungeltern in der Wohnung und sahen zu, wie sich Roomba/Robbie mit unserer Wohnung vertraut machte:
Der erste Auslauf war echt konfus – hin und her, wieder zurück zur Homebase, neuer Anlauf, an einem Hindernis angetutscht, kurz gewackelt und weiter gemacht, auf dem Teppich laut protestierend, ängstlich gegenüber Fransen, schließlich müde zurück ins „Bettchen“ – und die Windel voll!
Beim zweiten Mal waren wir bereits in der Trotzphase angelangt: „Nein, ich will noch nicht ins Bett!“ Erst mit sanften Fußstubsern gelang es uns, Roomba/Robbie in die richtige Richtung zu lenken – ein Spaß!
Aber Roomba/Robbie lernt schnell! Bald gab es deutliche Anzeichen von Erinnerung und Wiedererkennung – viel zielgerichteter und damit effizienter wurden damit die staubbeseitigenden Ausflüge.
Und mittlerweile darf er schon alleine im Wohnzimmer spielen – Robin allein zu Haus!

Wo es aber auch für uns noch zu lernen gilt, sind die Bereiche Eingang, Bad und WC: offene Schuhe mit Schnürsenkel oder der hochflorige Badteppich sind nicht bezwingbare Hindernisse – und der lichte Abstand zwischen Toilette und Fliesenboden ist um ein Eitzerl kleiner als Roomba/Robbie hoch ist – das wurde ihr/ihm zum schmerzvollen Verhängnis: die/der Arme ist stecken geblieben! – Ich denke, ich bleibe in diesem Teil der Wohnung lieber bei Swiffer und Nass-Pflege!

Das, was der Dyson-Staubsauger und der Swiffer-Mob in vielen Jahren nicht geschafft haben, hat dieses kleine runde Wesen in Null-Komma-Nix erreicht: Bodo ist zum Cleaning-Manager geworden. Er aktiviert unseren kleinen Star per Fernbedienung und „wechselt die Windeln“ (Roomba/Robbie ist nämlich auch ein kleines Tamagotschi und will gereinigt und verhätschelt werden!) –
Und ich? … kann abends heimkommen und barfuß über einen staubfreien Parkettboden gleiten –
So lässt es sich leben!

Das ist nicht zum Kichern!

Es ist nun schon einige Jahre her, da machte ich eine etwas unerfreuliche Erfahrung. Es gibt eine bestimmte Hülsenfrucht, die mich leider nicht zum Kichern bringt, sondern zum … Erbrechen!

Das erste Mal, dass ich eine schlimme Nacht hatte, war während eines Besuchs bei meiner jüngeren Schwester, nach einem hervorragend zubereiteten indischen Gericht … diese Nacht war echt schlimm …

Das zweite schlimme Mal widerfuhr mir, als ich gegen meine Natur, Mittagspause am Wiener Naschmarkt machte und einen orientalischen Teller bestellt – an die Baubesprechung vom Nachmittag habe ich keine Erinnerungen mehr …

Und nicht nur aller guten Dinge sind Drei, sondern manchmal auch aller schlechten Dinge, als nämlich bei einer Abendveranstaltung, wo es um Tablets der ersten Stunde ging, kleine Snacks gereicht wurden – wer nimmt schon an, dass kleine, gelbliche, zipfelig geformte Kügelchen das Zapferl im Hals so arg quälen können?

Nach diesen drei lehrreichen Erfahrungen war ich daher immer sehr aufmerksam, wenn es um asiatische und exotische Gerichte ging.

In letzter Zeit dürfte ich aber etwas nachlässig geworden sein – oder kommt die Unachtsamkeit daher, dass ich ohne Sehhilfe im Supermarkt einkaufe und mich auf das Groß-Gedruckte verlasse? Zuerst waren es verlockende Tiefkühlgerichte – Gemüse mit Bulgur oder Quinoa oder Dinkelreis -, dann leckere Thunfischsalate mit Gemüse und Getreide verfeinert und gestern eine fertig zubereitete Süßkartoffelsuppe, die daher erst in der Pfanne bzw. im Kochtopf ihren wahren Inhalt sichtbar werden ließen. In allen diesen Speisen, die laut Werbung eine vollwertige, nahrhafte und gesunde Lebensweise für –Unter-der-Woche, wenn abends nicht viel Muse zum Selber-Schnipseln da ist, unterstützen, lauern sie, diese frechen Teilchen, die mein Körper ziemlich deutlich ablehnt.

Hat er vielleicht etwas dagegen, wenn die Organe den Mageninhalt kichernd lustig finden?

Oder ist er verwirrt, dass die Erbse gelb und nicht grün ist?

Wie auch immer: Bodo hatte das bessere Auge als ich und war so lieb, die Kügelchen aus der Pfanne herauszufischen. In der Suppe aber stand die Süßkartoffel zwar als Hauptdarstellerin auf der Dose, spielte aber in Wirklichkeit nur eine untergeordnete Nebenrolle. Da half auch kein Herausfischen mehr: die Suppe gehörte Bodo allein. Ich glaube, da ist auch ihm das Kichern vergangen!

Liebe Kichererbse, (Cicer arietinum), auch Echte Kicher, Römische Kicher, Venuskicher oder Felderbse genannt, du bist eine Pflanzenart aus der Gattung Kichererbsen (Cicer) in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und nicht verwandt mit der Erbse (Pisum sativum), bist eiweißreich und glutenfrei, wirst zu Falafel und Hummus verarbeitet, gerne püriert und man kann dich auch zusammen mit Joghurt als Peeling verwenden.

Aber du trägst auch den unverdaulichen Giftstoff Phasin in dir und einen relativ hohen Anteil an Aminosäuren.

Möglich, dass mir daher das Kichern im Hals stecken bleibt?

Nimm es mir daher bitte nicht übel, dass wir beide keine Freunde werden können!

Essig macht nicht nur sauer

Das stille Örtchen –

sollte nach Möglichkeit für brillante Aufenthalte sorgen – für den einen mit Genuss und Muse, für den anderen nur als kurzer Einkehrschwung.

WC-Sitz und WC-Deckel – für so manches Pärchen / Wohngemeinschaft schon mal Anstoß zu einem Zank, wenn es darum geht, ob der Deckel oben bleiben darf oder nicht.

WC-Sitz und WC-Deckel – aus Kunststoff und mit den Jahren verfärbt – dies als Anstoß, sich darüber Gedanken zu machen, was man dagegen tun kann.

Wir spielen aktuell mit dem Gedanken, eine neue WC-Sitz-Deckel-Garnitur zu kaufen oder gleich ein neues WC-Set all inklusive, da ein solches meistens in Relation günstiger ist als nur die Klobrille allein.

Aber WC-Sitz ist nicht gleich WC-Sitz – und wenn auf einem keine Serien-/Artikelnummer drauf steht, umso schwieriger, einen passenden Ersatz zu finden.

Es wird empfohlen, eine Schablone anzufertigen. Ganz wichtig dabei, den Abstand der Scharniere abzumessen!

Also ab zum Bauhaus im 3.Bezirk. Dort einigen wir uns auf eine Garnitur mit Absenk-Automatik. Der Verkäufer, auf die Frage, ob der Scharnierabstand wesentlich ist: Nein, das ist alles genormt. Nun gut, uns kommen zwar Zweifel, weil zwischen 20 und 16 cm doch ein 4-cm-Unterschied besteht, aber wenn der Profi meint … Nur blöd: in diesem Bauhaus ist keine Garnitur lagernd, und das Ausstellungsstück darf nicht verkauft werden. Ein Blick in den Comupter sagt: im 22.Bezirk gibt es zwei Artikel auf Lager. Also hin, über die Donau bei heftigem Wind und Regen. Dort dann die Mitteilung: Von den beiden Garnituren ist eine zerbrochen und die andere auch ein unverkäufliches Ausstellungsstück – der Kollege hätte besser vorher anrufen sollen! Macht der Verkäufer im 22. dann mit der Filiale im 21.Bezirk – wir kommen auf unserer Odyssee in Gegenden, da waren wir noch nie! Aber in diesem Bauhaus wird uns endlich der gewünschte WC-Sitz-Deckel gegen den Einwurf einiger Scheine ausgehändigt. Daheim dann aber – wie insgeheim befürchtet: der Abstand der Scharniere passt nicht zum Abstand der Löcher in der WC-Keramik – da hilft auch keine Norm! Frustriert packen wir alles wieder ein und bringen das Ding zurück, und bekommen das Geld retour. 3 Stunden für nix!

Bodo macht sich bei einem Installateur schlau: „unseren“ WC-Sitz-Deckel gibt es – Kostenpunkt: 230 Euro! Noch teurer als das „genormte“ Teil – ich bin noch nicht überzeugt …

und greife am Freitag nach dem Joggen (dieses Mal ohne Schaufenster-Versuchung!) spontan zum Essigreiniger, mache mich mit einem Schwamm über den WC-Sitz her und bearbeite ihn mit viel Engagement und Muskelkraft. Als dann ein Erfolg sichtbar wird, beginne ich innerlich zu strahlen – Essig macht eben nicht nur sauer, sondern auch sauBer!

Zumindest vorübergehend … mein Triumph wird durch Bodo´s kluges Wissen (nicht umsonst ist er ein heißer Wer-weiß-denn-sowas-Fan) gleich mal ordentlich gedämpft: Mit dem kratzigen Schwamm und dem scharfen Essig habe ich wohl nicht nur die Verfärbungen, sondern auch die dünne Schutzschicht entfernt – dh die Freude wird nicht ewig währen!

Egal – ich werde fürs Erste und in der nächsten Zeit meine kurzen Einkehrschwünge genießen – und dann sehen wir weiter!

Versuchung im Ausverkauf

Morgendliche Joggingrunden können schon mal einen ganz anderen Verlauf nehmen.

Am vergangenen Mittwoch bin ich wie an jedem Wochentag brav um 05.15 dem Ruf des Weckers gefolgt, habe mir noch schlaftrunken und ziemlich gedankenleer meine Laufsachen angezogen, den Wohnungsschlüssel eingesteckt, die Lautsprecher ins Ohr gestöpselt und meine schlappen Schritte stadteinwärts zum Donaukanal gelenkt. Nachdem sich mir aber ein erboster Nordwestwind arg entgegenstellte – frei nach Herr der Ringe / Teil 1: „Du kannst NICHT an mir vorbei!“ -, bog ich bei einer der nächsten Brücken wieder ab und entschied mich für einen Rückweg im Schutze der alten Gemäuer des 1.Bezirks.

Dort aber einsam und verlassen in der winterlichen Dunkelheit und nur schwach beleuchtet – die Schaufenster größerer und kleinerer Boutiquen. Kleine Verschnaufpausen daher nicht an einer roter Ampel, sondern Stop-&-Go vor besonders interessanten Vitrineninhalten. So auch gleich nach der Freyung in der Nähe des „Goldenen Quartiers“ am Tuchlauben, dort, wo sich Chanel und Louis Vuitton neidisch gegenüberliegen, dort, wo im klassischen In-Lokal, dem Schwarzen Kameel, tagsüber und bis spät in die Nacht leckere Brötchen genascht werden und heftig Prosecco geschlürft wird, dort, wo sich auch mein derzeitiges Bauprojekt befindet. Dort also, im Schaufenster einer äußerst kleinen Boutique, eng aneinandergequetscht zwei wuschel-wollige Mäntel. Einer sticht mir besonders ins Auge und trifft einen Punkt in meinem Körper, der unmittelbar heiße Begierde auslöst. Warum nur? Der wadenlange Mantel ist aus hellgrau eingefärbtem Lammfell – Lucia: du, als Veggie mit Lockenkopf, begehrst etwas, wofür ein Schaf herhalten musste? Das, was mich aber offenbar so geflasht hat, war das hinten am Rücken eingestickte große PEACE-Zeichen und der Schriftzug „Love is in the air“. Den Preis erhaschte ich nur mit einem Auge – das alleine hätte eigentlich sofort die Flamme der Begierde auslöschen müssen – vierstellig!!! – und das im SALE!

Ich kann aber nicht erklären, warum ich diesen Mantel, bei dem so vieles dagegen sprach, einfach nicht aus dem Kopf bekam. Ich muss da nochmals hin – noch mal nur schauen … vielleicht anprobieren und vielleicht …

Am Donnerstag kam ich nicht dazu.

Am Freitag war es nach meiner letzten Fitness-Boxen-Einheit (zwei Mal hintereinander als Einzelstunde konsumiert!!!) und dem wöchentlichen Supermarkt-Einkauf schon zu spät.

Also am Samstag – in einer Pause von nach Hause genommener Arbeit (Protokolle aus fünf technischen Aufklärungsgesprächen mit Baufirmen – da braucht man Ruhe und viel Sitzfleisch!) – bin ich schnell in meinen sowieso einzigartigen Stoffmantel, dem ich vor einer Wintersaison in Graz verfallen bin, und Boots geschlüpft und auf schnellstem Weg mit den Öffis in die City geeilt. Vor der Boutique dann die Bremse gezogen und mit einer anderen Frau fast zusammengetutscht. Der Mantel hing mit seiner breiten Rückenansicht in Szene gesetzt. Aber das, was schon in der U-Bahn begonnen hatte – mein vernünftiges Ich begann mir ordentlich ins Gewissen zu reden -, setzte sich jetzt hier am Ziel weiter fort. Bei Tageslicht sah das Fell dann nicht mehr so kuschelig aus. Allein der Schriftzug traf mich weiterhin ins Herz. Aber wo ich schon mal da war, überwand ich die plötzlich aufkommende Schwellenangst und ging hinein in die Boutique Mo´s Concept (high quality handmade Designstücke). Gleich rechts hing noch ein Zwillingsmantel zur näheren Begutachtung – und dann war´s auch vorbei mit der Shopping-Libido: das Fell sah mehr gerupft als geschoren aus, das Innenfutter in einem ganz hellen Grau aus 100% Poyester – also 100% Schweiß vorprogrammiert – und der Preis: einfach irrational!

So schnell war ich selten aus einer Boutique wieder draußen!

Vielleicht, wenn die Null hinten nicht gewesen wäre und nochmals minus 50%, vielleicht als Hingucker für eine Saison – aber so … No!

Innerlich kopfschüttelnd über meine Schwäche ging es dann schnell wieder nach Hause – und gleichzeitig stolz auf meinen schönen Stoffmantel, der kompromisslos zu mir steht. Danke, dass du mich vor einer großen Dummheit bewahrt hast!

Lesson learned: Versuchungen im Ausverkauf zahlen sich meistens nicht aus und finden sich sehr oft und sehr bald wieder auf diversen Kleidertausch-Parties!

Danke fürs Nicht-Hilfe-Anbieten

Manchmal wundere ich mich schon sehr über das Verhalten meiner Mitmenschen!

Die Vorweihnachtszeit ist neben der alljährlichen fröhlichen Endzeitstimmung, dem Hektik-Virus und der Shopping-Epidemie davon geprägt, dass an jeder Ecke und in jeder Kurve an die Herzensgüte appelliert wird, an einen Funken Nächstenliebe und an eine locker sitzende Spendierhose – warum sich hier natürlich schon auch die Frage stellt, warum dies nur in dieser eher grau-dunklen Zeit so frappierend auffällig ist.

Um nicht wieder abzuschweifen …

Seit diesem Sommer arbeite ich ja wieder in einem größeren Konzern, der in seinem Kerngeschäft „in Geld macht“. Rund 5.000 Menschen arbeiten in einem Gebäudekomplex, den ich lange vor der ersten Baggerschaufel lieb gewonnen habe, und der nach drei Jahren der „Inbesitznahme“ noch immer eine eigene Faszination auf mich ausübt.

Um nicht wieder abzuschweifen …

In dieser meiner neuen Arbeitswelt werden die Mitarbeiter bereits seit einigen Wochen via Intranet und diversen analogen Aushängen zur Teilnahme an unterschiedlichen caritativen Events eingeladen: Charity-Punsch mit den Vorständen in der Punschhütte, Spenden-Dinner für ein Dorf in Indien, Spendenkonto für das Ö3-Weihnachtswunder, Aktion „Tafel Wien“, Sammelstelle für Winterkleidung, … bis hin zum Care-Paket für bedürftige Familien in Rumänien: Öl, Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Kekse, Multivitamintabletten, eine Kleinigkeit für Kinder, … die Packliste genau vorgegeben, die Termine für die Ausgabe der leeren Kartons bzw. die Abgabe der befüllten Kartons gut organisiert.

Mein Karton, fertig befüllt, gut zugeklebt und recht schwer – ca. 12 kg! Eine Kollegin bat mich, ihren Karton mit zur Abgabe zu bringen, da sie an diesem Tag verhindert war.

Kein Problem – das schaffe ich schon!

Ein Karton in den Armen, den anderen mit sanften Fußtritten weiterbefördernd, machte ich mich auf den Weg vom 2. Obergeschoss hinunter ins Erdgeschoss.

Kein Problem – das schaffe ich schon!

Bei der ersten Barriere, der Zutrittstüre zu meiner „Homebase“, wusste ich dann, dass es doch nicht so einfach werden würde. Da kam aber gerade eine Mitarbeiterin aus meinem Stockwerk, hielt mir die Türe auf und fragte auch sofort, ob sie mir helfen könne. War es aus Stolz, Ehrgeiz oder Trotz? Ich sagte jedenfalls: Danke, nicht nötig …

Kein Problem – ich schaffe das schon!

Weiter bis zur Türe, die in die Aufzugslobby führt. Dort: keine tür-aufhaltende Hand. Also musste ich den einen Karton kurz stehen lassen, die Türe öffnen und aufhalten und den zweiten Karton nachreichen. Vor einem der Aufzüge wartete eine Frau auf den Lift. Sie schaute mich ziemlich eigenartig an, in einer Mischung aus genervt, ablehnend und jedenfalls so ganz ohne irgendeine Regung in Richtung Hilfsbereitschaft. Ihr Blick wurde sogar richtig böse, als ich die Aufzugstüre mit einem der Kartons für einen kurzen Moment blockieren musste, um mit dem zweiten nachzukommen. Eisiges Schweigen auf der Fahrt ins Erdgeschoss. Dort dann ganz ähnliches Verhalten: die Personen, die in den Aufzug einsteigen wollten, fühlten sich durch mich und die beiden Kartons in ihrem morgendlichen „Ich-muss-zur-Arbeit-Dilemma“ gestört und aus ihrer Routine gerissen. Kein einziges Mal: „Kann ich Ihnen helfen?“ –

Kein Problem – ich schaffe das schon!

Noch ein einziges, aber wohl das größte Hindernis: die Zutrittskontrolle, eine sogenannte Vereinzelungsschleuse; dh: Man kommt nur durch die Glasschwingtürchen, wenn man einen Konzernausweis hat. Und damit verhindert wird, dass eine zweite Person ohne Ausweis unerlaubt hindurchschlüpfen kann, geht das Öffnen-Schließen an sich sehr rasch. Hinaus kommt man immer, auch ohne Ausweis. Allerdings – und das ist das Manko in der Früh und zu Mittag, wenn die meisten Mitarbeiter im Haus unterwegs sind und nicht an ihrem Schreibtisch: Man muss kurz warten, bis man selbst dran ist … und auch mal so nett sein und einen rauslassen! Mich ließ keiner raus! Ich musste warten, bis der Strom an arbeitswütigen „Kolleg-I-nnen“ für einem Moment nachließ und mich endlich mit den beiden Kartons durchzwängen konnte. Von dort war es dann beinahe ein barrierefreies Kinderspiel, zur Abgabestelle zu kommen.

Ich habe es geschafft!

… Und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir auf dieser Reise mit rund 25 kg Ballast KEINE Hilfe angeboten haben!

Meine Erfahrung aus diesen 15 Minuten? Ich bin zufrieden mit mir, dass durch meine einfache Spende einer armen Familie in Rumänien, die ich nie kennenlernen werde, für einen überschaubaren Zeitraum geholfen werden kann. Allerdings bin ich doch auch sehr darüber enttäuscht, dass es lediglich ein paar Menschen brauchte (die sich zudem mit mir einen Arbeitgeber teilen und mit mir unter einem Dach „leben“), um die Realität zu erkennen: Nächstenliebe heute endet bei vielen leider an der eigenen Epidermis!

Menschen anziehen

Ich war nie weg und doch verschollen! Für alle, die mich vermisst haben: Ich bin wieder voll der Worte, die sich in meinem Kopf zu – hoffentlich – ganzen Sätzen formen mögen! Heute und jetzt sind meine Erinnerungen und Gedanken einem kleinen, feinen, fast exklusiven Event gewidmet, bei dem ich am vergangenen Freitag, nach Job, einer Einheit Fitness-Boxen (wird im Gesundheitszentrum meines Dienstgebers angeboten), einer Kennenlernrunde mit einem Personal-Trainer (der, oh Schreck, halb so alt ist wie ich und mich – deswegen? – gleich zu athletisch-anstrengenden Ausdauer-Übungen vergattert hat) und nach einer (1) Stunde „Ich-helfe-Ordnung-schaffen-Runde“ in der Pfarrkanzlei, zu Gast war.

Der Ort – eine Wohnung in einer ruhigen Seitengasse im 15.Bezirk.

Die Gastgeberin – Alexandra, die erkennen kann, welcher Farbtyp du bist.

Die Gäste – 18 Frauen, bunt gemischt, Wiederholungstäterinnen und Novizinnen.

Mein „Geschenk“ – verpackt in einem silbergrauen, mittelgroßen Koffer.

Um Punkt 19:00 Uhr stand ich vor der Türe, etwas außer Atem, weil sich der doch etwas schwere Koffer auf der gut drei (3) Kilometer langen Strecke von der Straßenbahn weggerechnet, noch dazu leicht bergauf, gegen meinen – wie immer – eher sportlichen Geh-Lauf zu wehren versuchte. Dann noch ohne Lift ins 2.Obergeschoß hinauf – ich muss nicht betonen, dass der Begrüßungsprosecco sehr willkommen war!

Die Stimmung: ungezwungen, fröhlich, erwartungsvoll und etwas ungeduldig.

Um 19:30 wurden dann allen nochmals die Spielregeln erklärt: Du zeigst und beschreibst, was du mitgebracht hast, kannst je nach theatralischer Veranlagung auch eine Story dazu erzählen. Kleidergrößen sind tabu, ausgenommen bei Schuhen. Diejenige, die das Teil haben will, macht sich mit lauter Stimme oder mit Handzeichen bemerkbar und bekommt die „Beute“ zugeworfen – Achtung: es stehen Gläser auf den Tischen! Diejenige, die sich auch dafür interessiert, aber zu langsam war, bekommt die „Tanzkarte“, dh wenn´s der ersten dann doch nicht gefällt oder passt, ist die zweite dran. Was keine Anwärterin findet, landet in der Mitte des Raums auf einer Decke und wird am Schluss der Veranstaltung, wenn nach einer finalen Wühlrunde alle zufrieden heim gegangen sind, einer gemeinnützigen Vereinigung gespendet. Diejenige, die das letzte Stück der Präsentantin ergattert hat, ist dann mit ihren Gaben dran.

Ich hatte mich für dieses Event angemeldet, weil ich wieder Luft in meinen Kleiderschrank bringen wollte (und musste!). Daher standen für mich die Neugierde, das Beobachten und der Spaß im Vordergrund und nicht so sehr die Gier. Ich muss aber anerkennend betonen, dass das, was aus den Koffern und Riesen-Taschen der anderen Damen, gezogen wurde, durchwegs mehr Niveau hatte, als das, was ich bisweilen auf den eher großangelegten Kleidertausch-Parties angetroffen hatte.

Mich hat´s gefreut, wenn sich eine der anderen Frauen gefreut hat. Lustig war vor allem, dass einige der Teilnehmerinnen eine Farbberatung hinter sich hatten und daher ganz gezielt „Ich“ schrieen. Eine war offenbar versessen auf alles, was einem Herbsttyp mehr Glanz verschafft, eine andere hatte echtes Glück, weil so viele Shirts, Röcke, Jacken, … in einem Lila-Violett-Aubergine-Farbton angeboten wurden.

Mein erstes „Ich!“ galt einem kleinen orangen Herzen aus Speckstein, das auf Bodo´s Schreibtisch seinen Platz gefunden hat.

Daraufhin durfte ich dann meinen Koffer öffnen – und kam, ehrlich gesagt, gar nicht dazu, meine vorbereiteten Kurzstories zu erzählen, so schnell hatten die einzelnen Teile eine neue Besitzerin gefunden! Es war mir ja auch wichtig, nur gute, fesche, interessante Kleidungsstücke mitzubringen – schließlich wollte ich mich als „Neuling“ nicht blamieren! Einzig das Paar Stiefeletten, mit sehr, sehr hohem Absatz, von mir noch nie getragen, weil eine Nummer zu klein (gekauft vor meiner Hallux-OP, also, als ich dumm und dümmer war), kam nach diesem unterhaltsamen Abend wieder mit nach Hause.

Bei allen Damen wurde aus dem „Ich-bin-alles-losgeworden!“ bald wieder „Da-ist-mein-Kleiderschrank-jetzt-aber-wieder-voll!“.

Und bei mir? Spät, aber doch, sagte ich dann „Ich!“ zu einem SCHWARZEN schmalen, überknielangen Rock mit Gummibund, zu zwei SCHWARZEN lang geschnittenen Oberteilen, mal kurz-, mal langärmelig, mit Schlitz und einem SCHWARZEN Trägertop (gut geeignet als Untendrunter oder fürs Yoga). – Uihhh! Und das, obwohl ich ja auch ein Herbsttyp bin, ein gedämpfter sogar! Ich hoffe, Alexandra drückt hier ihre Augen zu! Die schwarze Tunika, die ich am Abend trug, fand sie jedenfalls toll …

Ein lustiger Abend, ich habe viel gelacht und nette Frauen kennengelernt, auch wenn ich mir nicht alle Namen merken konnte – aber ich nehme an, es wird ein Wiedersehen geben – spätestens dann, wenn mein Kleiderschrank wieder auf Diät gesetzt werden muss!

Gezählte Tage

Meine Tage im 1.Bezirk sind gezählt! Das Projektbüro wird aufgelassen. Die EDV ist schon abgebaut. Und auch ich habe meine Habseligkeiten in Mini-Umzugsschachteln verpackt, die jetzt nur noch den Weg … in den dritten Bezirk finden müssen … was so viel heißt wie: nach Hause! Ich mache derzeit ja schon vermehrt Homeworking, aber papierlos und reduziert auf Laptop und Schreibblock. Wo ich die Sachen unterbringen werde, weiß ich noch ganz und gar nicht! 🙁 Ich habe zwar schon einiges weggeschmissen, aber der Rest hat doch auch noch Volumen. Ich glaube, da muss noch eine Razzia drüberlaufen!

Komisch irgendwie: jetzt habe ich mich zwei Jahre lang mit den Menschenmassen am Stephansplatz und Umgebung abgeplagt, habe einen speziellen Slalomgang und einen starren Blick entwickelt, habe mich mit dieser Situation einigermaßen arrangiert – und dann der doch etwas abrupte Wechsel!
Wer es noch nicht weiß: 2018 ist für Steinböcke ein Jahr der Veränderungen. Ich will zwar meine Haarfarbe verändern, aber viel wichtiger ist die berufliche Veränderung … wobei diese Veränderung doch speziell ist: meine Mitarbeit am Generalsanierungsprojekt bleibt die gleiche, nur, dass ich ab 2.7. einen neuen Dienstgeber haben werde und dass ich dann – was ich mir nie gedacht hätte – in der Homebase B.2.2 am Erste Campus sein werde, was so viel heißt wie: gemütlicher Morgenspaziergang durch den Schweizer Garten und quasi nur 1x ums Eck zur Arbeitsstelle, überschaubare Menschenmassen in der Eingangshalle vom Erste Campus, Desk-Sharing, kein Platz, um meine feuchte Yogamatte trocknen lassen zu können, silent voices, um die anderen nicht zu stören, etc.
Auch wenn mir das alles nicht fremd ist – ich habe ja auch jahrelang an diesem Bauprojekt mitgearbeitet! -, ist es doch irgendwie neu – aber im Neuen steckt Neugierde, neue Sichtweisen, neue Arbeitsweisen.
Und auch ich werde mich irgendwie neu entdecken!
Es bleibt somit weiterhin spannend – und: nachdem die Bald-Baustelle ja weiterhin im 1.Bezirk ist, werde ich meinen Slalomgang und den starren Blick immer wieder einmal zum Einsatz bringen können!

DI.e MED.

Fast ein Jahr bzw. 8 Module sind vorbei – am vergangenen Samstag habe ich das Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss meiner Mediationsausbildung in Empfang nehmen dürfen. Eine Ausbildung, die für mich sehr ambivalent war, eine Ausbildung, die mich immer wieder daran zweifeln ließ, ob ich überhaupt die Fähigkeiten mitbringe, eine mediative Haltung zu leben.

Das Kern-Tool der Mediation ist das sogenannte „Loopen“. Das bedeutet grob gesagt, in eigenen Worten zu wiederholen, was der andere gesagt hat, um sicher zu gehen, dass a) man ihn richtig verstanden hat und b) dem anderen die Möglichkeit zu geben, über seine eigenen Worte zu reflektieren. Klingt einfach, ist es wahrscheinlich auch. Der Loop und ich sind aber leider noch keine dicken Freunde geworden. Stets auf der Lauer beobachten wir uns, abwartend und in der Hoffnung, dass der Funke doch noch überspringt. Ganz klein ist die Glut, im Zweiergespräch ausgeprägter als in den Gruppenübungen.

Und dann ist da noch die große Hürde, die Interessen und Bedürfnisse des anderen herauszuhören. Wir Menschen beharren auf Positionen und geben nur unterschwellig preis, was uns wirklich wichtig ist. Dafür das richtige Ohr zu entwickeln, ist eine wahre Kunst. Ich bin diesbezüglich sicher sensibler geworden. Nicht selten ist das Offensichtliche zwar zum Greifen klar, allein im eigenen Kopf schwirren so viele Möglichkeiten herum, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht erkennt.

Die Ausbildung ist zwar vorbei, aber erst jetzt geht´s los: die Umsetzung der mediativen Haltung in den Alltag. Im letzten Reflexionsgespräch mit einem Kollegen habe ich mir vorgenommen, kleine Achtsamkeitsübungen in den (Job-)Alltag einzubauen: gutes Zuhören, vorsichtiges Loopen, weg vom Werten, nicht gleich mit unbedachten Worten herausplatzen, mehr zum Beobachter werden und dann pointiert einhaken …

Kleine Achtsamkeitsübungen – große Wirkung! Das wünsche ich mir!

Jede Ent´ hat ihre eigene Geschicht´

Jede Ent´ hat nicht nur ihr eigenes Gesicht,
nein, sie erzählt spontan auch ihre ganz persönliche Geschicht´.
Zu lesen von ihren Taten,
kann jetzt wohl keiner mehr erwarten!

Da ist die eine mit viel Ballgefühl und einer blanken Glatz´,
will immer Gewinner sein am roten Platz.
Nicht selten flog durch die Luft der Schläger,
doch wo kein Richter, da kein Kläger.

 

 

Da ist es mit der anderen Ent´ ganz andersrum,
Sie strebt nicht nach rotem Teppich und glänzendem Ruhm,
stattdessen hält sie alle fest am Zügel,
wohl verdient sind da die Engelsflügel!

 

 

Was ist denn nur passiert mit dieser Ente?
Sie schickte Federn und Flossen unsanft in Rente,
küsste was Grünes aufs Goscherl
und ist nun selbst ein freches Froscherl!

 

 

Dieser Ente war groß genug nicht mehr der Teich.
Drum große Autos fahren wie ein Scheich?
Ich weiß nicht – wird das nicht ein bisserl fad?
Viel spannender zu sein dagegen ein Pirat!

 

 

Mit Gurkenscheiben, Lippenstift und Spiegel,
bekräftigt diese hübsche Ent´ ihr Siegel.
Sie bleibt für immer jung, hüpft rauf und runter,
und hält ihren Käpt´n damit munter.

 

 

Das schwarze Schaf unter gelben Enten
hat manches Mal auch ein Horn. Doch nur selten
wird daraus ein wunderbares Mirakel.
Diese Ent´ hier aber ist ein einzigartiges Spektakel!

 

Und da gibt´s dann noch das gelbe Gefieder,
tagsüber eingezwängt ins enge Business-Mieder.
Abends dann endlich frei für Beautymaske und Frottee,
ein Glaserl Wein zwischen den Flügerln – ma, ist das schee!

 

 

Wer meint, eine Ente sei nicht flexibel,
in allen Dingen akkurat und sehr penibel?
Der irrt, denn diese freaky Ente da im Clan
singt Om, grüßt die Sonn´ und ist gelenkig wie ein Schwan.