Schwarzes Loch

Der Kleiderschrank – die Unendlichkeit des vollen Nichts und der atemberaubenden Verzweiflung, das gefühlt-beängstigende Schwarze Loch!

Unser Kleiderschrank ist eine Maßanfertigung, bestehend aus 3 ausziehbaren Elementen. Die gerechte Aufteilung zwischen Bodo und mir beträgt ein Viertel zu drei Viertel (ich höre im Hintergrund schon heftigen Protest: Du irrst dich hier gewaltig!!!)

Bis vor kurzem war die Einteilung in den beiden Schrankelementen, die ganz die Meinen sind: nach der Art der Kleidungsstücke, dh im einen Element alle Röcke, Kleider, ohne Unterscheidung nach Jahreszeiten, im anderen Element alle Jacken, Mäntel, Hosen. Oberteile und Sportsachen gleichermaßen verteilt auf den Legeflächen. Im dritten Element sind die Pullover untergebracht – der Schrank wird erst geöffnet, wenn ich weiß, ob ich mich für Rock oder Hose entschieden habe.

Eine kleine Unebenheit im Boden macht eines der drei Ausziehelemente seit einiger Zeit etwas holprig – und das hat mich die längste Zeit schon gestört. Also kam ich nach mehr als 10 Jahren (!) auf die glorreiche Idee, die Einteilung nach Jahreszeit vorzunehmen und die ständig benötigten Sportsachen im leichtgängigen Ausziehelement zu horten. Genial: ich muss in der Früh nun nur mehr vor einem Schrankelement verzweifeln und nicht mehr zwischen dem einen und dem anderen hin- und herwechseln!

Frühling im Anmarsch! Das hieße eigentlich, den Change zwischen warm und luftig durchzuführen, um sich dann auf die „anderen“ Kleidungsstücke freuen zu können, die nach der langen Zeit wie neue Errungenschaften anmuten – wenn nur die Kälte nicht so hartnäckig und die Heizung im Büro nicht ausgefallen wäre!

Allerdings: meine Wintersachen haben genug „gelitten“ – das ständige An- und Ausziehen; sich darauf gefreut haben, wieder einmal ausgeführt zu werden, um dann doch einem anderen Kleidungsstück den Vortritt geben zu müssen … Meine Winterklamotten sind einfach überlastet und überdrüssig! Heute Morgen war es ganz schlimm! Es war richtiggehend Protest herauszuhören: „Nimm nicht mich! Ich mag nicht mehr!“. Und auch mit der Umkehrmethode „Was will ich heute mit Sicherheit nicht anziehen!“ konnte ich nicht wirklich überzeugen.

Zur Beruhigung: ich bin nicht nackt außer Haus gegangen, aber so richtig „attraktiv“ fühle ich mich derzeit nicht! Ich bin drauf und dran, alles – bis auf ein paar Ausnahmen vielleicht – rauszuschmeißen – nach dem Motto: Frühlings-Putz oder besser: Frühlings-Razzia. Aber das wäre dann doch ziemlich ungerecht meinen geduldigen Sachen gegenüber!?

Also: Durchhalten! Durchhalten! Es wird nicht ewig kalt bleiben – und dann freue ich mich über neue Aus- und Ansichten!

Und das Schwarze Loch ist für kurze Zeit ein bunter Regenbogen!

 

In Klausur

Ich bin jetzt seit einem Jahr im Pfarrgemeinderat. Ein Jahr, in dem nicht viel passiert ist, außer einigen Sitzungen, bei denen aber sowieso die Alteingesessenen das Zepter schwingen. In meiner Funktion als Präventivbeauftragte gegen Gewalt in der Kirche wurde ich bislang zum Glück noch nicht angesprochen, und im Vermögensverwaltungsrat habe ich bislang aktiv nur gewünschte bauliche Investitionen bewertet und die Kosten für eine mobile Rampe herausgesucht. Mit einem Wort: ein Jahr der mittleren Ernüchterung.

Daher eine gewisse Spannung und Erwartung, als es hieß, dass wir uns einen Tag in Klausur begeben müssen, um zukünftige liturgische Themen zu besprechen.

Fast alle Pfarrgemeinderäte waren gekommen. Ein auf solche Klausuren getrimmter Moderator sollte uns durch den Tag führen.

Die Holzstühle im Kreis aufgestellt und auf Dauer ziemlich unbequem.

Die Vorstellungsrunde kurzweilig.

Die erste Aufgabe: Jede der drei Teilgemeinden soll aufschreiben, welche Veranstaltungen übers Jahr rund um ihre Kirche stattfinden. Unausgesprochen wurde ich in unserer Gruppe zur „Schriftführerin“ des Tages (das Beschreiben von Kärtchen- und Flipcharts ist mir ja im Mediationskurs in Fleisch und Blut übergegangen 😊). Danach mussten wir die Kärtchen nach Tageszeit und angesprochene Altersgruppen auf dem Boden auflegen. Es zeigte sich bald: Kinder und Senioren, dazwischen die klassische Lücke!

Die zweite Aufgabe: Jeder soll für sich seinen Herzenswunsch bezogen auf die Pfarrgemeinde nennen und auch anführen, wo dabei Steine in den Weg gelegt werden. Dabei kristallisierten sich vier übergeordnete Themen heraus: Kinder & Jugendliche, Gleichwertigkeit der Wochenmessen, Musik als übergreifendes Medium und das Thema „Glauben neu verstehen“. Nachdem ich mich mit den ersten drei Themen gar nicht identifizieren konnte, mein Herzenswunsch in Richtung „durch sich selbst zu Gott finden“ ging, war klar, mit welcher Gruppe ich weiterarbeiten wollte – einem Dreamteam, bestehend aus unserem Pfarrvikar (ein genialer, weltoffener und es stets auf den Nagel treffender Prediger), den beiden ehrwürdigen Schwestern, dem Diakon, der Pfarrsekretärin, einem kulturell interessierten Pfarrgemeinderat und mir, die ich meine Rolle und Bestimmung im Pfarrgemeinderat noch nicht ganz gefunden habe – ändert sich das jetzt?

Der Pfarrvikar hat uns mit seinem Herzenswunsch, einen Glaubenskurs, ins Leben zu rufen, wachgerüttelt. Sich seiner Lücken im Glaubensbild nicht schämen zu müssen, sondern Antworten auf nicht gestellte Fragen bekommen zu können. Sehnsucht nach Glauben zu spüren. Durch den Glauben eine Oase der Contemplation zu erfahren – für mich ein Deja-vu: Im Yoga geht es um sehr Ähnliches, wenngleich hier „Gott“ eine andere Bedeutung hat als im katholischen Glauben. Faszinierend für mich auch die so unverfälschte Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit der Nonnen in ihrem schwarzen Habit – Frauen, denen großer Respekt gebührt! Ich bin wirklich ein großer Fan!

Die dritte Aufgabe: Es geht an die Umsetzung – wer, wie, womit, bis wann? Wir wollen vor dem Sommer noch eine Informationsveranstaltung organisieren, um das Interesse ausloten zu können. Ich denke, ich melde mich für diesen Glaubenskurs sicher an, denn ich bin mir sicher, dass mein Glaubenswissen Lücken aufweist!

Der Tag war, auch wenn der Moderator eher schleppend wie ein nasser Lappen agierte, für alle bereichernd und interessant – ich jedenfalls habe von Dingen aus der Pfarrgemeinde erfahren, die mir davor gänzlich unbekannt waren! Eines ist mir jedenfalls bewusstgeworden: Mein daily business, meine Neben-Beschäftigungen und sonstigen Alltags-Interessen stehen einem aktiveren Pfarrgemeindeleben ordentlich im Wege. Vielleicht hilft mir aber der geplante Glaubenskurs, doch noch in die Rolle eines Pfarrgemeinderats hineinzuwachsen!?

Was ist Schönheit?

Der tägliche Blick in den Spiegel zeigt mir: Du hast Falten auf der Stirn! Deine Wimpern sind zu kurz und zu wenige, die Augenbrauen verlaufen sich und sind nicht buschig genug!
Für all diese „Probleme“ gibt es mittlerweile Lösungen! Ich würde mir zwar nie eine Botox-Spritze verpassen lassen, denn die Elastizität meiner Mimik ist mein kleines Markenzeichen. Aber was Wimperndichtheit und -länge und/oder Augenbrauenschwung betrifft, bin ich grad ein wenig im Wickel-Wackel, doch irgendwann mal ein paar Euro in die Hand zu nehmen und einen Versuch zu wagen.

Allerdings habe ich dazu erst vergangene Woche ein abschreckendes Beispiel gesehen. Mittwochs unterrichte ich ja meine beschwingt-lässige Bauch-Beine-Po-Stunde. Die Trainerin vor mir ist noch keine 30, hat eine Modelfigur, Hair-Extensions … und seit letzter Woche auch gepimpte und extrem stark getuschte falsche Wimpern – das ist in meinen Augen leider komplett danebengegangen, passt weder zu ihrem Typ noch zu ihrem Beruf – sie ist Vollzeit-Fitness-Trainerin! Zudem hat es in Relation zu ihrem monatlichen Honorar viel gekostet und wird nur vier Wochen halten.

Steht das dafür? … frage ich mich nun selbst? Muss frau unbedingt hin und wieder mit ihrem Aussehen experimentieren? Oder sollte es nicht genügen, mit Mascara und Augenbrauenstift etwas aufzumalen, was abends dann wieder entfernt werden kann?

Manchmal haben Geiz, ökonomische Weitsicht und Zeitmangel doch auch etwas Gutes!

Frühlingserwachen im Wald

Mitte März, und der Winter will einfach nicht weichen! ☹ Ein paar Tage nur durfte der Frühling 2018 sich zeigen. Die ersten Morgenläufe ohne Haube und Mehrlagigkeit, endlich wieder ehrlicher Schweiß – und das Schönste: die Eichkätzchen sind vom Winterschlaf erwacht, drei Rehe haben mir ihr weißes Hinterteil zugekehrt, und ein Star hat sich im Geäst über mir das bisschen Hirn aus dem Kopf gepeckt!

Lieber Winter: mach mal endlich Pause! Wir wollen die Natur erblühen sehen, keine Strümpfe mehr tragen müssen, Beine, Arme und Nase bräunen lassen, im Freien sitzen können, auch die Yogamatte outdoor verwenden können, die wärmenden Mäntel und klobrigen Stiefel gegen leichte Jacken und luftige Sandalen eintauschen können, und Vieles mehr, was nicht möglich ist, wenn du unsere Tage bestimmst.

Lieber Winter: hab Erbarmen mit uns und gib dem Frühling eine Chance!

Swapperei – Keiler

Ich war vor kurzem nach längerer Zeit der Abstinenz und Verweigerei doch wieder einmal bei einer Swap Party – der Kleidertauschbörse, wo modische Lieblingsteile ein neues Frauchen bekommen können. Ich habe zwar im letzten Herbst/Winter viel aussortiert und einiges zur Carla (eine Institution der Caritas) gebracht. Aber bei einigen Kleidungsstücken dachte ich mir, dass sie doch besser zu einer Swapperei passen würden.

Mit zehn guten, aber von mir nicht mehr getragenen Teilen im Beutel machte ich mich also sonntags auf die Suche nach dem Tauschlokal. Je nach Veranstalterin findet diese Party immer woanders statt – dieses Mal in einem Kellerlokal in einer neuen Wohnhausanlage, mitten im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Unser zugegebenermaßen etwas beschränktes Navi hat uns (Bodo hat mich hingeführt und wollte mich dann nach einer guten Stunde wieder abholen) umständlich im Kreis und schlussendlich ein eine Sackgasse geführt. Gefunden habe ich den Partyort dann aber doch! Ein Blick genügte und ich wusste: Alles beim Alten!

Die Veranstalterinnen, bekannte Gesichter, die sich sonst auf der anderen Seite als Täuschnerinnen tummelten. Einige Gesichter, die mir von vorangegangenen Swap-Veranstaltungen gut in Erinnerung geblieben sind. Und das Angebot an Tauschware? Hat sich leider nicht wirklich verbessert. Fast kam es mir so vor, als ob an den Kleiderstangen die gleichen Hosen, Röcke, T-Shirts, Blusen hingen wie beim letzten Mal. Wird nur das geswapped, was schon mal getauscht worden war?

Eine Stunde Zeit, eigentlich Zeit-Druck, hatte ich, für die abgegebenen zehn Teile doch etwas zu finden, mit dem ich mich identifizieren könnte. Noch sah es aber leider nicht danach aus. Was blieb mir also anderes übrig, als mich wie die anderen Frauen und jungen Mädchen auch, auf die Lauer zu legen, wie eine gierige Löwin, die Beute wittert, sie aber noch nicht ausmachen kann? Im Schleichgang zwischen den Kleiderständern, x-Mal die gleiche Hose angreifend, und immer einen Blick zur Türe in Erwartung von leckerem „Frischfleisch“. Endlich entdeckte ich eine taillierte, hinten länger geschnittene, enge Jacke aus dichtem Wollstoff, mit dezentem Animalprint und trachtenähnlichen Knöpfen. Schnell anprobiert: naja, aber besser als nichts, also erstmal nicht hergeben und weiterhin auf der Lauer bleiben. Die Zeit zerrann schnell. Dann kam ich mit einer gepflegten Dame ins Gespräch, knapp 10 Jahre älter als ich, die mit einer zart-rosafarbenen Strickjacke und Fransen liebäugelte. Ihr Mann am Rand sitzend war nicht so begeistert. Ich machte ihr den Vorschlag, unsere beiden Jacken zu tauschen – was für beide ein Glückstreffer war! So gut: ein Teil für zehn!

Zwischendurch konnte ich beobachten, wohin es meine zehn Teile hin verschlug. Schon eigenartig, dass ein und dasselbe Kleid sowohl mir als auch einer Frau mit gut 20 kg mehr passen sollte? Nun gut, Strick ist geduldig!

Vielleicht dachte sich das die Vorbesitzerin eines extrem kurzen grünen Sommerkleides, als ich mich darin im Spiegel prüfend begutachtete. Die Blicke anderer Frauen signalisierten mir aber: gar nicht mal so schlecht – also: zwei Teile für zehn.

Jetzt hat mich glatt doch noch das Jagdfieber gepackt!

Die Augen in einem schnelleren Hin- und Her-Rhythmus – aller guten Dinge sind doch immer noch drei?

Ein neongelbes Regenblouson signalisierte mir: ich bin Deine Nummer Drei – auch wenn Du mich wahrscheinlich nie tragen wirst. Aber vielleicht gibt es ja den einen besonderen Moment, wo Du mich dann doch aus dem Kasten zerrst!

Einigermaßen zufrieden, aber noch nicht satt, pirschte ich mich wieder an den Check-in-Tisch an und machte bewusst eine zum Ärgern prädestinierte Beobachtung: Es gibt Frauen, die schon mehrere Teile in Händen halten, sich dann aber noch mehr in Blitzesschnelle unter den Nagel reißen, ohne einer anderen Frau eine Chance zu geben! Auf meine Frage, wann sie wisse, ob sie dieses Kleid behalten wolle (ein kurzes Kleid, ich glaube von Hallhuber oder Zara, wild gestreift in Rot, Grün, Braun, Schwarz auf weißem Untergrund – also etwas für mich!), die lapidare Aussage: ich will nur einmal in die Umkleidegarderobe – und das kann noch dauern! Ich könnte ja etwas verpassen! Mit dieser Ansicht war sie offenbar nicht allein, wie mir mein Rundum-Blick bestätigte.

Ich werde dieses Verhalten nicht ändern können, das gehört offenbar zum Swappen dazu – also Schwamm drüber und hin zum Check-out-Tisch, denn die eine ausgedehnte Stunde Swapperei ging langsam dem Ende zu.

Wenn ich ehrlich bin, wollte ich die Lücke in meinem Kleiderschrank gar nicht wieder 1:1 auffüllen – wo bliebe denn sonst Platz für ganz Neues?

Die rosa Jacke hat sich zwischenzeitlich schon als sehr kleidsam erwiesen. Ich hoffe, dass die andere Lady mit ihrer Jacke genauso zufrieden ist wie ich mit meiner!

Lucksa und Bosack

Wir nähern uns langsam, aber sicher unserer Wanderroute für 2018. Schön, wenn man samstags noch im Bett liegt, das Tablet griffbereit ist und man sich durch Europa durch-googelt …
Was schon vorhanden ist, sind unsere neuen Rucksäcke! Nach 2017 war klar, dass es einen Change geben muss: kaputte Reißverschlüsse, aufgerissene Gurte, nicht mehr die Nase 100%ig umschmeichelnde Gerüche – so kann es nicht weitergehen!
Unsere Recherchen haben uns bald zu zwei Modellen von Osprey geführt, einem amerikanischen Hersteller (hoffentlich keine Geschäftsbeziehungen mit dem dortigen Ober-Boss?!): für den Herrn ATMOS AG und für die Dame AURA.
Die Anprobe beim Outdoor-Profi hat schnell ergeben: YES!
Bodo hat sich spontan für das Modell in Gras-Frosch-Grün / Absinthe Green entschieden. Für mich war aus der Farbauswahl nur die Ausführung in Gamma Red akzeptabel. Ganz ehrlich: passt ein Rainforest Green zu meinem Teint? Oder wie kann man nur auf die Idee kommen, einen Wanderrucksack in Silver Streak, also einem hellen Grau, für outdoor-tauglich zu erklären (vielleicht als Tarnung, um den Schneeleoparden nicht zu verscheuchen?)?


Jetzt sind sie da, die beiden schmalen, sehr gut um die Hüfte sitzenden und im leeren Zustand fast federleichten Familienzuwächse – neugierig, wie sich unser Zusammenleben entwickeln wird. Beim Ausprobieren haben wir schon bemerkt, dass über die Jahre gewohnte Handgriffe an den einzelnen Gurten oder die Anordnung von Außentaschen und Reißverschlüssen nunmehr neu erlernt werden müssen.

Klar: Familienzuwachs muss auch einen Namen bekommen!
Lucia + Rucksack = Lucksack = Lucksa = Lusa (?)
Bodo + Rucksack = Bodsack = Bosack = Bosa (?)
Lucksa und Bosack gefallen mir spontan am besten – aber es darf gerne mitgevotet werden!

Und was passiert mit den beiden treuen, aber nunmehr ausrangierten Begleitern der letzten 10 Jahre? Wir werden sie in die „Gruft“ bringen, einer Organisation, die Menschen, die ihre Zeit auf der Straße verbringen, unterstützen – und Bodo´s nunmehr nicht mehr gebrauchter, aber dafür frisch gewaschener Schlafpolster soll einem anderen Kopf den Schlaf versüßen!

Wieder da!

Nein – ich bin nicht untergetaucht, ich bin nicht in ein Schweigekloster eingetreten, ich habe mir nicht die Finger ausgerissen oder die Zunge gebrochen, ich bin nicht auf den Mund gefallen, und nein – ich habe den Übergang ins Neue Jahr nicht verschlafen – ABER …
… dieses eine vier-buchstaben-lange Wort, das sofort eine Ausrede vermuten lässt, das Offenheit einschränkt und das einen Hauch Abwehr ausströmt. Dieses eine Wort will ich gleich wieder löschen!

Ich war so lange Zeit blog-schreibfaul, weil mich so vieles Kleine und Große beschäftigt hat:
# der durch einen Sturz am eisigen Gehweg beleidigte Oberarmmuskel, der mich beim Yoga-Liegestütz schwächeln ließ, hat ziemlich gefrustet

# die nie enden wollende Dunkelheit als morgendliche Laufbegleitung

# ab kommenden Montag unterrichte ich vorübergehend auch eine Back Health / Rückenstunde – wer mich kennt, weiß, dass das sicher nicht fad wird!

# ein Besuch bei meiner kleinen Nichte mit Ambitionen zur Yoga-Prinzessin und Makeup-Artistin – nun ja: es war ja noch Faschingszeit! 

# und daher auch zu überlegen, ob ich als nächstes nicht noch eine Ausbildung zur Kinder-Yogini machen soll???

# schön, wenn Mama, Schwester und Schwägerin die gleiche (oder die selbe? …ich werde mir das nie merken!!!) haben und sich um meine Schuhe, die ich zum Herschenken mitgebracht hatte, geradezu rissen – Prügelei gab es keine, aber ein Paar Schuhe wurde nachbestellt, um zwei Frauenherzen glücklich zu wissen! 🙂

# die Supervisionseinheiten, die ich im Zuge der Mediationsausbildung absolvieren muss, haben mich zu einer älteren Dame in einem wunderschönen Haus im 7.Bezirk geführt, die meine innere Aufgewühltheit, die ich seit diesem Kurs verspüre (habe teilweise das Gefühl, in der falschen Ausbildung zu sein, die mediative Sprachwahl stößt bei mir auf Widerstand, ich bin meistens zumindest auch in real life [IRL] wertschätzend anderen Menschen gegenüber, und und und), mit ein paar einfachen Coaching-Tipps, die primär in Bildern und Metaphern verpackt waren, wieder beruhigt und geerdet hat – Details dieser Gespräche bleiben aber geheim!

# die von meinem Chef ausgeliehene James Bond 007-DVD-Edition hat uns an zahlreichen Abenden von einem Schurken zum anderen, von einem spannenden Ort zum nächsten, von einer hübschen Frau zur anderen geführt. Spannend auch, die Entwicklung der Filmtechniken über die 007-Jahrzehnte mitverfolgen zu können: von einem Stuntman, der sich irrtümlicherweise parallel zu Sean Connery jagen ließ, über einen kurzen Abstecher zu dem einen Bond-Darsteller (ohne bleibenden Namen), der im Rüschenhemd zum Agenten-Witwer wurde und daher nie mehr wieder zu sehen war, zu einem smarten Roger Moore in Schlaghosen; über einen extrem schwachen Timothy Dalton (Liebesgrüße aus Moskau war eher ein Rosamunde Pilcher-Schnulzen als Ian Fleming!), zum Iren Pierce Brosnan mit der stets akurat sitzenden Frisur – und dann natürlich nicht zu vergessen: der kantige, so ganz andere Daniel Craig, der kein einziges Mal zu hören bekommt: „Oh, James!“, dafür aber in eng sitzenden Mänteln oder hemdlos mit seiner fast trotzigen Art eine wahrlich gute Figur macht (den knackigen Po muss ich nicht extra erwähnen oder?)

# unser tatkräftiges und mehr als schweißtreibendes Abschleifen der ziemlich bockigen Arbeitsplatte in der Küche zu Heilig Drei König

# einige Investitionen in die Wohnung mit Schwerpunkt Kissen & Polster in verschiedensten Formen und Größen, in der Farbwahl aber erdig-in-sich-stimmig. Knuddelig der currygelbe KISSEN KNOT von Design House Stockholm, der sich auch als Turban auf dem Kopf ganz gut macht. 🙂


Zum Liegen einladend die blätterförmigen Sitzpolster DIHULT von Ikea, die in der Ausstellungshalle angenehm groß wirkten, in unserer Wohnung dann aber auf eine tatsächliche Größe von L 135 / B 116 cm aufblühten!

(Spannend war, ob die zu einer Rolle verpackten Polster auch in den Smart passen würden – hat natürlich geklappt, denn: der Kleine ist ein wahres Raumwunder!). Bodo like them very much! Und wenn er doch einmal ganz, ganz schlimm sein sollte, weiß er, wo er die Nacht verbringen muss! 🙂

# und wenn wir schon bei Bodo sind: sein neuer Schlafpolster, ein wahrer Traumfänger und eine Nicht-Loslassen-Fee, wenn es eigentlich Zeit zum Aufstehen wäre.

# nicht zu vergessen der neue Ordnungshelfer aus OLD BOAT im Wohnraum, der Bodo´s EDV-Kram nunmehr in sich beherbergt. Bodo hat dann auch gleich, nachdem alles verstaut war, aus Freude ein Tänzchen am nunmehr freien Parkettboden hingelegt!

# die Glasfelder in der Küche sind nach mehreren Monaten der Unvollkommenheit endlich wieder komplett – bei einer Wohnungssanierung geht halt doch das eine oder andere zu Bruch! In mehr als 20 Jahren aber erst der zweite Fall für meine Haushaltsversicherung, und das, obwohl ich ja eigentlich der Elefant im Prozellanladen bin oder schlichtweg Conan, der Zerstörer!

# unsere Home-is-my-castle-ToDo-Liste wird langsam etwas kürzer. Ich bin jedenfalls draufgekommen, dass man sich den Themen eigentlich nur aktiv widmen muss und nicht schleifend-verdrängend-aufschiebend. Es macht einfach stolz, wenn man mit dem Stift ein ToDo auch optisch ausstreichen kann! … und sich gleich darauf neue ToDo frech auf die Liste schleichen!

Die Beschäftigung mit dem Kleinen und Großen, das sich immer drehende Rad der Wichtigkeiten, der Hang, etwas zu Ende zu bringen – davon her rührt meine kleine Schreibpause.

ABER (im Sinne von Aufmerksamkeit erregen, neugierig machen) : Bin wieder da!

Mondsüchtig

Ich bin weder CHER – meinem Wissen nach habe ich noch alle Rippenpaare am rechten Fleck und wahrlich keine Barbie-Puppen-Taille – noch ein WERWOLF – meine Zähne sind normalen Zuschnitts und ich knabbere gerne Nüsse anstelle mich in Gebeine von Lebewesen zu verbeißen. Doch der gewaltige Vollmond zum Jahreswechsel hat mir die Luft geraubt, die ich zum Einschlafen benötige, und mich beinahe aus der Haut fahren lassen, da im Bett keine Stelle zu finden war, die mich bequem umfangen konnte. Also lag ich, unberührt und frei von jeglichem Aufputschmittelchen putzmunter in der Horizontalen, verzweifelt-unruhige Gedanken im kleinen Kopf … Ich darf mich nicht bewegen, sonst wecke ich Bodo auf! (der da übrigens selbst nicht einschlafen konnte) … Soll ich Musik hören? … Soll ich mich müde-lesen? …

Und der Mond am Himmel strahlt mich an!

Wenn man gewohnt ist, sich mit einem „Bussi-Schlaf gut-Träum süß“ auf die Einschlafseite zu drehen und mit einem letzten, flüchtigen Gedanken in den Schlaf hinüberzugleiten, dann wird jede Abweichung von diesem Ritual zur Qual!
Aber ganz gebe ich die gewünschte und erhoffte Nachtruhe nicht auf: einmal noch aufs Klo, ein Kaugummi gegen den trockenen Mund (ich bin leider ein Offen-Mund-Schläfer :-(), gezielt ruhige Atmung, Ausblenden belastender Gedanken … kein Schäfchenzählen (!) … und mit einem Mal spüre ich, wie Körper und Geist schön langsam „herunterfahren“ …

Das ändert aber nichts daran, dass der Wecker nach bereits 3 Stunden fröhlich zum Morgensport posaunt!

Lieber Mond! Ich liebe deinen Schein in dunkler Nacht – nur bitte, lass mich schlafen!

zum-xten-mal

Was so klingt wie eine Geist&Seele belebende Arznei der wilden Azteken, ist schlicht und einfach der Titel unseres Reisetagebuches 2018! Zum 10. Mal. Das zehnte Mal. Das eine Mal, das uns wieder einmal gezeigt hat, was alles möglich und unmöglich sein kann, wenn man sich aus dem hektischen Alltag ein wenig herausnimmt, sich zurückzieht, sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens besinnt.

Freude, Zweifel, Glücksgefühle, Neugierde, Schmerzen, Dankbarkeit, Unlust, Ängstlichkeit verschmelzen hier zu zweifelhafter Freude, schmerzhafter Dankbarkeit, unlustiger Neugierde, ängstlichen Glücksgefühlen, zu dankbarer Unlust, freudigen Schmerzen, glücklicher Neugierde, ängstlicher Dankbarkeit, zu neugierigem Zweifel, dankbarer Freude, glücklicher Ängstlichkeit, zu unlustigen Schmerzen, zu …

Dieses 10. Mal war wie jedes Mal ein besonderes Mal – weiß man doch von einem Jahr aufs andere nicht, wie es werden wird. Zurückbleiben viele, zahlreiche, unzählbare Erinnerungen – und wenn sie in Vergessenheit geraten sollten, kann man die Tagebücher zur Hand nehmen und nachlesen, wie es war und davon zu träumen beginnen, wie es sein könnte … beim nächsten Mal!

Die Spannung steigt … das Kunstwerk wird enthüllt … hier der Link zum 10. Tagebuch!

Während das Buch hochgeladen wird, kannst du:

  • dir einen Tee / Kaffee / Kakao machen
  • ein paar Kekse naschen
  • aufs Klo gehen
  • drei Sonnengrüße praktizieren
  • dir einen Prosecco, Baileys, AperolSprizz oder … einschenken
  • ein paar Erd- oder Walnüsse knacken
  • die Augenbrauen zurecht zupfen
  • ein paar Weihnachtskarten schreiben
  • dir ein Fußbad herrichten
  • zwanzig Kniebeugen oder zwölf Liegestütze machen
  • deinem Liebsten eine short message schreiben: „Schatz, in den nächsten Stunden bin ich offline!“
  • oder anderes tun, um die Wartezeit mehr oder weniger sinnvoll auszufüllen!

Wo ist jetzt endlich der Link?

Hier ist der Link!

http://www.brinkmann.at/zumxtenmal.pdf

Viel Freude beim Lesen!

Und wie immer an dieser Stelle: Fehler sind menschlich, Tippfehler verzeihlich, Layoutfehler unberechenbar!

 

Und sollte eines der 9 Vorgänger-Bücher abhanden gekommen sein – hier findest Du alle Zehne!

https://www.brinkmann.at/page_1215596238821.html