Meine Welt im Zeitraffer

Wahnsinn! WO ist die Zeit geblieben? Keine Zeit jedenfalls, meine Gedanken zu Papier zu bringen … alles hetzt, alles fliegt … WAS ist passiert in den letzten Wochen?

Wir waren 7 Tage in Portugal an der Küste wandern, bei hochsommerlichen Temperaturen, viel Sand in den Schuhen und viel Meer. Zum Drüberstreuen 1,5 Tage in Lissabon: ein bisschen Shoppen für mich und viiiiiiiele Fotomotive für Bodo. :-)))) Reisenotizen und Bildmaterial gibt es daher genug, müssen aber erst zu Papier gebracht werden …

Ich habe im „Secret Room 202“ (Boutique in Graz) zugeschlagen und mit viel Herzpochen und wenig rationalen Überlegungen einen traumhaft schönen und alptraumhaft teuren Mantel aus leichtem Wollstoff, eng-tailliert geschnitten, wadenlang, in einem hellen Olivton gekauft – I like it very much! :-))))

Dafür habe ich großzügigst an Kleidungsstücken aussortiert, aber nicht zum Swappen gebracht, sondern zu einem 2nd-Hand-Shop der Caritas – das tut gut, wenn man weiß, dass hier wirklich geholfen werden kann!

Ich habe mein „Diplom“ für die 300 HRS-Yoga-Ausbildung erhalten 🙂 – und sollte mich nunmehr mehr und besser am Markt etablieren … ein paar Ideen dazu habe ich zwar schon, aber es muss auch ohne Facebook und Konsorten gehen!

Wir haben unser Reisetagebuch an sich pünktlich fertig gestellt. Allerdings gibt es Probleme beim Importieren für die Bestellung der Bücher … das heißt: wahrscheinlich alles neu machen :-((((( und daher wohl kein Present für X.Mas!!!!

Und: unser Lubo wurde schon wieder von einem Marder gebissen 🙁 und wird gerade in der Werkstatt gesund gepflegt.

Das Leben ist so schön, wie du es findest!

Früher stand ich wohl auf kluge Sprüche, die ins Stammbuch geschrieben waren. Heute, weiser geworden und in manchen Dingen auch nachdenklicher, gibt es Sprüche, die mich einfach berühren und mir manches Mal auch einen ordentlichen Tritt verpassen … wie diese Sätze etwa:

Selbst die schlimmsten Erfahrungen im Leben erweisen sich im Rückblick als segensreich.

Shit happens – die Kunst ist nur, den Mist als Dünger zu nutzen und mit seiner Hilfe Blumen wachsen zu lassen.

Verluste können zu Neuanfängen werden, Rückschläge ein Geschenk sein. Wenn man es zulässt. Es kommt immer auf den Blickwinkel an!

Ich packe heute abends noch meinen Rucksack. Morgen gegen Mittag/Nachmittag werde ich unbekannte Meeresluft an Portugals südlichster Küste schnuppern … und eine Menge Zeit haben, darüber nachzudenken, welche Geschenke mir in meinem Leben bisher zuteil geworden sind, welcher Mist zum Dünger werden konnte, welche Perspektivenwechsel ich zugelassen habe …

300 HRS YogaTeacherTraining im Finale

Das Glas der 300 HRS ist am vergangenen Sonntag mit einem wohltuenden „Finale“ voll geworden.

300 Stunden, im Zeichen der Vergänglichkeit so schnell vergangen wie ein tiefer Pranayama-Atemzug, so intensiv wie ein beherztes Adjustment!

300 Stunden, in denen ich tolle Menschen näher kennenlernen durfte:

Romana – die uns mit so viel Herz und Seele durch dieses TeacherTraining geführt hat, dass damit alle unsere Yogamatten überzogen sind wie mit einer dauerhaften Emailschicht!

Sascha – der Samstag nachmittags sicher lieber ein S(h)avansana gemacht hätte als uns den Blick für Anatomie, Asanas und Adjustments zu schärfen!

Christa – der ruhende Pol, das willige Adjustment-Model und immer mit Kopien für alle präsent!

Und dann natürlich:

Anna – die uns abseits der Potlucks stets mit oberösterreichischem Brainfood bei Laune gehalten und sich dann mitmal der Challenge „zu zweit auf einer Yogamatte“ gestellt hat!

Beate – die uns mit ihrem trockenen Humor immer wieder zu Zuckersüßem verführt und gerne mit Gurt von links heraus unterrichtet hat!

Denise – die mit einer ordentlichen Portion Tapas und viel Yoga-Fashion von Linz nach Wien geradelt kam – nice to meet you!

Elisabeth – die mit Abstand die meisten Polster um sich geschart, aber trotz Schmerzen jedem Sitting tapfer standgehalten hat!

Eva – die sich allem mit bewundernswerter Achtsamkeit gewidmet und uns gezeigt hat, dass sich grüne Zucchini zu herrlichen Desserts verwandeln lassen!

Flo – die, ein bisschen wie Peter Pan zwar, wohl als einzige den philosophischen Ein- und Zugang zu den Upanischaden gefunden hat!

Helga – die stets ruhig, besonnen und gelassen war (bei 3 Töchtern und 2 Hunden kein Wunder!) und ihre Yogamatte derzeit über den großen Teich ausbreitet!

Joanna – die uns mit ihrer bühnenreifen Aussprache aus der Irritation herausgeführt und uns Gewaltfreie Kommunikation vorgelebt hat!

Karen – die sich tapfer Sita´s Redefluss gestellt und uns mit ihrer amerikanischen Unbekümmertheit bezaubert hat!

Lisi – die mit ihrer herzlich-süßen Fröhlichkeit einige müde Yogamatten zum Lachen gebracht und gerne ihren Mangosalat mit uns geteilt hat!

Moni – die, so zart und fein, immer unaufgeregt und flott mit dem Mop hinter uns nachgewischt hat und wo wir uns noch ein Gitarrenkonzert erhoffen!

Nuschin – die ihr yogisches Sein speziell den Schultern und Füßen gewidmet hat – so schlank, wie sie ist, können sich gerne andere mit Bauch-Beine-Po beschäftigen!

Tina, die Große – die uns alle mit ihrer fohlenhaften Grazie beim Portrait-Shooting ordentlich übertroffen hat!

Tina, die Kleine – unser Küken mit der prägnanten Haarpracht und einer Stimme wie Bonny Tyler, die uns „Alten“ gezeigt hat, dass wir uns für Speckröllchen und Falten nicht schämen müssen!

Ute – die uns mit ihren frischen und direkten Kommentaren leider viel zu selten über den Mittags-Blues hinweggeholfen hat!

Und:

Lucia (= das eine Ich) – die es geliebt hat, frühmorgens das Mediationszimmer zu „möblieren“, die es aus Sicht der Kolleginnen mit dem Yoga allerdings doch etwas zu sportlich nimmt (was mir beim etwas verpatzten Teacher-Sample Tränen bereitet hat), die ein paar Seelenverwandte gefunden hat (komischerweise aus dem Jahrgang 66), die im Laufe der Zeit durchs besser Kennenlernen einige Vorurteile gegenüber der einen oder anderen Kollegin über Bord geschmissen hat, die mit dem Abschauenden Hund nach intensiver Disziplinierung doch wieder Freundschaft schließen konnte …

und …
die diese Zeit trotz frühem Aufstehen und dichtem Wochenendprogramm (FR-SO) doch sehr genossen hat!

OM Shanti Shanti Shanti

Pic.Graph und Yoga.Fant

Mein 300 Hrs YogaTeacherTraining nähert sich langsam, aber sicher dem Ende. Zum Abschluss muss/darf/soll jeder vom Kurs 3 Yoga-Einheiten ausarbeiten: Ich habe wirklich lange herumgetüftelt, um eine Einzel-Yoga-Einheit, eine Gruppen-Yoga-Einheit und einen Yoga-Workshop zu erstellen, habe geformt, gefeilt, umgeworfen, neu zusammengestellt und schlussendlich vor eine paar Tagen erst den Redaktionsschluss eingeläutet.

Beschreibungen und Anleitungen sind endlich in Wort und Satz gebannt, das Layout einheitlich vorbereitet. Nur etwas Wesentliches hat noch gefehlt! Das Internet ist zwar voll von Bildmaterial und UTube-Videos zum Thema Yoga, aber meine Arbeit muss in ihrer Gesamtheit eine persönliche Note bekommen! Was so viel heißt wie: entweder zeichne ich Strichmännchen in diversen Asanas … oder: ich stelle mich selbst als Model auf die Probe!

Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, habe ich doch „zufälligerweise“ einen passionierten semi-professionellen Fotografen an der Hand!

Spiegelreflexkamera und genug Speicherkapazität sind das eine – doch was ist mit dem richtigen „Bühnenbild“? Inspiriert von den schönen Yoga-Aufnahmen auf Gozo vom Dezember letzten Jahres (dazu gab´s natürlich einen Blog!) hätte ich die Aufnahmen gerne im Freien gemacht. Allerdings war kein wirklich schöner Platz zu finden, auch nicht im Arsenal mit den vielen Backsteinbauten. Und dann natürlich das herbstlich-unbeständige Wetter – für stundenlanges Posieren und Abdrücken nicht sehr einladend. Was dann? Kurz dachte ich an eine leerstehende Bürofläche neben meinem Projektbüro. Zuletzt sprach aber der Pic.Graph ein Machtwort: das Fotostudio soll in den eigenen 4 Wänden sein! Gut und schön, aber wo? Keine durchgehend weiße oder einfärbige Wand, zu viel Dachschrägen und Fensterflächen. In einer Truhe fand ich dann unsere frühere Tagesdecke in einem sonnigen Gelb mit Batikmotiv – ideal! Fixiert an der Bücherwand, davor meine inspirierende grüne Yogamatte – fast wie im Freien!

Was trägt das Model? Auf jeden Fall die neue high-waist Tight in Schwarz-Anthrazit mit unaufgeregt-zufällig eingestreuten Dots. Dazu nur ein Bustier von Victoria Secret´s Sport – dem Model ist heiß vor Aufregung! Die Pose des reverse warriors ist eine meiner liebsten  Asanas – hier leicht abgewandelt:

Die Kamera ist am Stativ fixiert, Belichtungszeit und Objektiv sind entsprechend gewählt, der Pic.Graph hat den Finger schon am Auslöser – es geht los!

Anfangs wird noch ein bisschen getestet, verschoben, mal mehr mittig, mal außermittig, je nachdem, in welche Richtung ich mich verforme. Dann aber bekommt das Ganze einen unheimlich angenehmen Flow! Bodo erkennt sehr schnell, wann er ein Foto machen soll und ist extrem geduldig. Bei mir lösen sich die ersten Schweißtröpfchen – wo bleibt die Visagistin?

Nach dem ersten Durchgang wird die Ausbeute kritisch begutachtet – nicht schlecht, auch wenn das Model aufgrund deutlich sichtbarem Muskelpack, Bauchfett und einem sehr konzentriert-grämigen Blick mehr einem Yoga.Fanten ähnelt als einer Yoga.Zelle! Was soll´s! Das ist halt meine persönliche Note!

Ich bin jetzt gut aufgewärmt, was auch notwendig ist, nähere ich mich doch meiner etwas gefürchteten Peak-Position, dem Eka Pada Baddha Parivritta Parsvakonasana / der einbeinig gebundenen gedrehten seitlichen Winkelstellung … die Übung, bei der ich mich im Sommer verletzt hatte – aber da muss ich durch … und habe die Position so gut gehalten wie noch nie!!!

Jetzt kann nichts mehr schief gehen! Wir müssen uns auch beeilen, denn die Qualität und Helligkeit des Tageslichtes nimmt zunehmend ab. Draußen ist es eher grau als blau – wir sind beide sehr froh, dass wir das Fotoshooting daheim machen! Es hat einfach viele Vorteile: es ist trocken und warm, Klo und Kühlschrank sind in der Nähe, man kann die Fotos gleich am PC anschauen, die passenden zurechtschneiden, keine Gaffer stören die Harmonie …

Eine Challenge bleibt aber noch: es gibt ein paar Fotos, bei denen ich sehr lang bin – und da ist das Tuch einfach zu schmal/kurz. Daher wird am Sonntag kurz das „Bühnenbild“ etwas umgebaut … und die Tools der Bildbearbeitung helfen bei der Inszenierung mit.

Über 200 (!!!) Fotos – fertig!

Zufrieden, stolz, ein perfekt aufeinander eingespieltes Team: der Pic.Graph und der Yoga.Fant!

Early Birds

Nur die Frühaufsteher unter uns werden es mit Bedauern schon bemerkt haben: Die Sonne braucht morgens viel länger, um hinter dem Horizont aufzutauchen! Da ist es gut, dass Wecker immun sind gegenüber Licht und Schatten, Tag und Nacht – mein erster Alarm jubelt bereits um 5:15 (der Reserve-Alarm 10 Minuten später). Ich habe mir diesen recht sportlichen Aufwach-Zeitpunkt heuer im Frühsommer freiwillig ausgewählt, damit ich Zeit und Muse habe für meinen Morgen-Sport: zum einen der Yogaausbildung geschuldet, bei der wir bereits um 6 Uhr anfangen; zum anderen, um beim „freien“ Yoga-Praktizieren mein „Programm“ stressfrei bis 8 Uhr durchziehen zu können. Nichts Schlimmeres kann einem Yogi passieren, als mit einem ständigen Blick auf der Uhr mit den Gedanken bereits ganz woanders zu sein als im Moment auf der Matte!

Und dann gibt es da natürlich noch die Lauferei! Rehe, Hasen und seit neuestem auch Wildschweine (!) im Prater sind absolute Early Birds und schrecken sich kaum mehr, wenn ich schnaufend daher getrottet komme. Nun ja, beim Wildschwein war es etwas anders: das sah ich nämlich bereits aus der Ferne, deutlich erkennbar am langen Rüssel. Und nachdem ich nicht so unbedingt scharf drauf war, intensive Bekanntschaft mit dem Tier zu schließen, ging ich mal in einen Bremslauf, um abzuwarten, bis sich das wahrscheinlich eh harmlose Wildschwein wieder ins Dickicht zurückzog. Leider macht sich seit einiger Zeit bemerkbar, dass ich nicht mehr nach einen strikten Plan trainiere und auch keine 3-Stunden-Lauf-Ausdauer mehr habe. Länger als 90 Minuten bin ich nicht mehr unterwegs und unterbreche das Laufen auch für eine kurze Gymnastikeinheiten (20 Push-ups, 20 Trizeps, 100 schnelle Situps). Das führt aber alles leider dazu, dass ich gefühltermaßen langsamer werde – und das frustriert mich doch sehr! Ich kann das zwar auf Stress, Müdigkeit, oder schweren Herzens auch aufs Alter schieben, aber ich muss etwas gegen diesen Frust tun! Daher: Sobald das Yoga-Teacher-Training aus ist, Lukas und Adriana kirchlich geheiratet haben und Bodo und ich vielleicht über Allerheiligen in wärmeren Gefilden wandern waren, wird wieder ein Trainingsplan an die Kühlschrankwand gepinnt und der innere Schweinehund kräftig an den Ohren gepackt!!! An einem Marathon mit vielen anderen Schweißfüßen will ich eigentlich nicht mehr teilnehmen – da muss daher dringend eine andere Motivation her … wer eine gute Idee hat, soll sich bitte bei mir melden! … Und es muss nicht ein Wildsau-Lauf sein!

Wie auch immer: morgen früh um 5:15 werde ich wieder „freundlich“ geweckt – und dann werde ich, wenn mir die Zeitungsausträger auf ihren unbeleuchteten (!) Fahrrädern begegnen – immer noch lieber als ein Wildschwein -, mal über ein motivierendes Training nachdenken!

Potluck im Oryoki-Style

Was soll das nun wieder heißen? – Mir ging es nicht anders, bis ich im Yoga-Weiterbildungsblock Nr. 6 aufgeklärt wurde: 1) Potluck ist unverändert unser sonntäglicher gemeinsamer yogisch-vegetarisch-veganer Brunch, bei dem jeder etwas Schmackhaftes zum Verkosten mitbringt (davor gestalten zwei Yoginis je eine Yoga-Einheit, danach [mit vollem Bauch!] folgt eine dritte Yoga-Einheit. 2) Oryoki aber ist ein Ritual aus dem Zen, das schwer den Fokus auf Geben & Nehmen hat. Gekommen ist das Ganze von den buddhistischen Mönchen, die ihre Nahrung rein durch Almosen bekommen hatten – in der „modernen“ Zen-Welt wurde dies zur Zeremonie erhoben. Es gibt eigene Kurse, um das alles zu lernen (und zu üben)!

Wir (= 17 Yogalehrerinnen, die sich gerade um das 300 Stunden Teacher Training bemühen) wurden am vergangenen Sonntag quasi ins kalte Wasser geschmissen. Allein die Vorbereitungen wurden uns verraten: „Bringt Euer eigenes Oryoki-Set mit!“ … bestehend aus: 3 Schüsserln in vorzugsweise 3 Größen, damit man sie ineinanderstapeln kann, Besteck in einer Stofftasche, ein Fetzerl fürs Hoppala-Wegwischen, eine Serviette fürs Mauli-Abwischen, eine große Serviette, um alles in einen tragbaren Beutel einzuwickeln – wie ein Wandermönch halt.

Jede hat sich offensichtlich bemüht, ein appetitliches Oryoki-Set zu gestalten (ich war noch schnell in einem Geschäft, um neue Geschirrtücher als Serviettenersatz zu kaufen).

Einiges an Unbehagen, Unruhe, Unsicherheit und Ungeduld vor dem „Start“: Zwei von uns mussten den Raum herrichten (Kissen auflegen etc.), wir wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Dann endlich der „Einmarsch“ mit dem Oryoki-Set, danach der „Einmarsch“ mit den Speisen. Danach gehen alle hintereinander im Kreis, bis jeder vor seinem Sitzplatz ankommt und Platz nimmt. Eine gemeinsame Verbeugung, ein gemeinsam gesungenes Mantra; Geschirr und Besteck werden nach einer bestimmten Reihenfolge und Handtechnik ausgepackt – und erst dann wird serviert und zwar: zuerst gibt jeder aus der einen Gruppe einem jeden aus seiner Gruppe. Der „Gebende“ stellt sich dabei vor den „Nehmenden“, kniet nieder, beide verbeugen sich, der „Gebende“ teilt seine Speise aus, der „Nehmende“ gibt an, in welches Schüsserl er die Speise haben will und wieviel davon. Ganz wichtig: unbedingt „Stopp“ deuten, denn andernfalls ist der „Gebende“ gezwungen, weiter zu geben und zu geben und zu geben – und da könnte dann doch leicht ein Hoppala passieren! Essen darf man erst, wenn alle etwas in einem Schüsserl haben. Und der nächste Gang kommt erst, wenn alle aufgegessen haben. So geht das weiter, bis jeder aus einer Gruppe einmal dran war. Danach entschied aber unsere Yogalehrerin, den Prozess dahingehend zu beschleunigen, dass immer einer aus einer Gruppe alle Gruppen, und damit alle der Reihe nach, bediente.

Das wahrlich Besondere: Alles ging SCHWEIGEND über die Bühne! … Wer hätte gedacht, dass 16 FRAUEN für etwas mehr als eine Stunde den MUND HALTEN können- also abgesehen vom Mund-Auf&Zu, um zu essen?

Auch speziell: Man nimmt automatisch von einer Speise nur wenig, und nimmt von jedem etwas, weil man dem „Gebenden“ Respekt zollen will (ausgenommen sind dabei eingefleischte Veganer [oophs!] und Allergiker [Erdnüsse, Kichererbsen] … weil: es kommen ja noch andere Sachen zum Kosten! Und für den Nachtisch muss auf jeden Fall noch Platz sein!

Ist jeder satt, wird es nochmals speziell: mit einer Spatel werden die Schüsserln sauber gespachtelt. Das, was abgespachtelt wurde, wandert auch noch in den Mund (ich machte den Fehler, zuerst das „süße“ Schüsserl „auszuschlecken“ und dann das „pikante“ – eine eigenartige Geschmacksbombe für meinen Gaumen!) Im Original wird noch mit heißem Wasser nachgespült (auch dieser „Tee“ muss dann getrunken werden!) – bei uns wurde darauf verzichtet.

Nach dem Essen wird dann alles wieder in einer bestimmten Reihenfolge eingepackt. Der „Auszug“ erfolgt analog zum „Einmarsch“ … und erst dann (!!!) darf wieder geplaudert werden!

Eine interessante Erfahrung, isst man doch meistens achtlos, zu schnell, zu viel, zu unkontrolliert!

Wir alle waren aber trotz „wenig essen“ satt bis obenhin und empfanden quasi eine Art von Befriedigung … und danach (mit vollen Bäuchen) folgte meine Einheit „Your Love – Your Yoga – Your Life“! … and: It was perfect!

Ich war bei Kino

Nein – es handelt sich nicht um einen Grammatik-Fehler! Ich war wirklich „bei“ Kino … bei Kino McGregor, einer der bekanntesten Yoginis Amerikas: eine kleine Blondine mit Oho-Effekt, weil sie über eine Körperbeherrschung verfügt, dass mir die Spucke wegbleibt – nicht zu glauben, dass sie vor Yoga keinen Kraft- oder anderen Sport ausgeübt hat. Es muss wohl an einer versteckten Anlage liegen und/oder an unermüdlicher Disziplin! Wie sonst kommt man ohne Gehüpfe  und Anlauf schwerelos in den Handstand? Oder kann man die Schwerkraft mit Betätigung eines geheimen Knopfes einfach ausschalten?

Der Workshop ging über 3 Tage – 5 Einheiten á 2 Stunden, davon 2 Einheiten mehr als schweißtreibend, die beiden anderen mit themenbezogenen Erläuterungen und ein paar passenden Übungen, die zwar unspektakulär anmuteten, es dann aber doch in sich hatten! Ich habe mich zeitweise völlig kraftlos gefühlt!

100 Yogamatten in einem Proberaum der Volksoper – geile Location …. aber: keine Duschen! Habe ich schon mal hinausposaunt, dass Yogaschweiß nicht riecht? Nun ja, ich habe sicherheitshalber die Pausen allein auf einer Parkbank verbracht; frische Yogakleidung und ein bisschen Sprüh unter die Achsel – und auf der Heimfahrt möglichst unauffällig in der Straßenbahn!

Wie bei jedem Seminar und/oder Workshop: es bleibt ein bisschen was hängen, das man in der eigenen Praxis umzusetzen versucht – bei mir ist es die Erfahrung, dass ich mit eingezogenem Bauch tiefer in jede Vorwärtsbeuge komme – nichts wirklich Spektakuläres, aber wer denkt schon dran, den Nabel ständig Richtung Wirbelsäule zu ziehen? Hallo Bauch: kannst nicht einfach du das Denken übernehmen?

Was mich ein wenig gestört hat, ist der Hype, der um Kino gemacht wird. Nicht nur, dass sie von sich aus überall Promotion macht – schließlich hat sie zum Erstaunen der Wiener mitten auf der Straße unter Beisein eines Kameramanns mit Yogastellungen, die Alltagsyogis eher nicht beherrschen, brilliert  – etwas, was sie an jedem Ort macht, wo sie gerade zu Besuch ist und was dann auch sofort in den social media nachverfolgt werden kann. Nein – nach den einzelnen Einheiten konnte man sich anstellen, um ein Selfie mit ihr zu machen – wie deppert ist das denn? Aber anscheinend verstehe ich die Welt rund um Facebook und Instagram einfach nicht!

Wichtiger als ein Selfie ist mir doch die Erfahrung, die Sonnengrüße einmal in einem schnell gezählten Rhythmus zu machen, meine Yogamatte im Schweiß schwimmen zu sehen und erkennen zu müssen, dass ich keine 10 Atemzüge in Utpluthih (dabei drückst du dich im Lotossitz vom Boden ab und „schwebst“) halten kann – und: wie angenehm erholsam ein ausgedehntes Shavasana (Endentspannung) sein kann!

Was wohl unerfüllt für mich bleiben wird, ist der schwerelose Handstand … Kino hat 5 Jahre lang daran gearbeitet … ein Alltagsyogi knabbert daran wohl ein Leben lang – na dann: let´s beginn!

Es hat sich ausgekäselt

Damit die Story ein Ende hat: Ich habe mein „Versprechen“ eingehalten! Am Morgen des letzten Augusttages und damit letzten Sommertages 2017 (am 1.9. war dann pünktlichst auch die herbstliche Abkühlung da!) habe ich meine löchrigen Laufschuhe ein letztes Mal ausgeführt. Mit einer ausgedehnten Runde durch die Wiener Innenstadt gab es einen würdigen Abschluss.

Danach wurden sie in die Mülltonne gebettet – mit einem leisen Dankeschön war´s das dann … Brutal 1!

Brutal 2: Mein „Killerinstinkt“ ist geweckt: jetzt ist ein weiteres (altes!) Laufschuhpaar von Asics dran, „ausgelaufen“ zu werden. Noch zeigen sich keine Risse, dafür ist die Zehenkappe aus Kunststoff zu gut ausgebildet. Die Schwachstelle bei Asics ist eigentlich aber auch eher im Fersenteil zu finden. Hier reißt relativ bald der Stoff auf und der Schaumstoff quetscht sich raus. Aber solange die Ferse nicht scheuert und blasenfrei bleibt, ist mir das mehr oder weniger egal!

Effizient 1: Ich schaffe damit über kurz oder lang Platz im Sportschuh-Schrank!

Effizient 2: … danach suche ich noch!

Nicht nur Löcher im Käse

Gestern hatte ich in einem alten Gebäude im 1.Wiener Bezirk, das generalsaniert werden soll – dort befindet sich momentan auch mein Arbeitsplatz (womit sich die Frage stellt, ob auch ich einer Generalsanierung zugeführt werden sollte?) – eine Begehung, weil schalltechnische Untersuchungen durchgeführt werden sollen: Wieviel Lärm entsteht derzeit durch haustechnische Geräte am Dach oder durch Veranstaltungen auf der Restaurantterrasse? – klingt ja urspannend!

Das wirklich Spannende daran war, dass die Herrschaften über wackelige Leitern und mayatempelartige Schmalstufen aufs Dach rauf- und wieder runtersteigen mussten. Ich habe aufgrund meiner Sommersandalen mit Absatz teilweise gerne darauf verzichtet (mein gestriger Morgensport war eher yogisch und nicht kletterisch, da wollte ich eigentlich nicht mehr meine Anmut beim Leiternbesteigen zum Besten geben!).

Das wirklich Lustige daran war, dass eine Vertreterin des Bauherrn ein Loch in der Schuhsohle des Architekten entdeckt hat und ihn auch gleich charmant-direkt darauf aufmerksam machte. Er hat es mit Humor genommen und wird wohl rasch einen Schuster seines Vertrauens aufsuchen müssen, denn für morgen ist Regen angesagt!

Löcher im Schuh! Das kennt man eigentlich leider nur von Menschen, die nicht im Überfluss leben (und leider von vielen anderen Menschen als überflüssig angesehen werden 🙁

Löcher im Schuh – das ist aber auch für mich nichts Unbekanntes! Ich dürfte beim Laufen meine großen Zehen stets mit viel Kraft nach oben drücken. Irgendwann wird daher dann das dünne Schuhtextil mürbe, dünner, bis das erste kleine Loch entsteht und meine Zehe Frischluft bekommt. Der Versuch, dieses Loch mit Nadel und Faden wieder einer geschlossenen Masse zuzuführen, kann nur als halbherzig eingestuft werden, denn diese Schwachstelle bleibt eine Schwachstelle und wird aus lauter Arroganz sogar immer größer! Meine frühmorgendlichen Ausflüge, bei denen ich meine Beine und Schweißtropfen gerne fliegen lasse, werden daher seit ein paar Wochen und vor allem seit den letzten Tagen zu einer modischen Peinlichkeit.

Ich kann jetzt wahrlich nicht behaupten, dass ich nur über ein  paar Laufschuhe verfüge, aber ich bin mit diesem speziellen Paar mittlerweile so gut auf Du&Du bzw. haben sich die Laufschuhe an mich und meinen Laufstil gewöhnt, dass es mir einfach schwer fällt, andere Asics oder Saucony anzuziehen, die sich vielleicht widerspenstig zeigen könnten und daher erst gezähmt werden müssten! Sich an neue Laufschuhe zu gewöhnen ist ungefähr so wie der Besuch beim Friseur: Vorfreude – Skepsis – Verzweiflung – Zufriedenheit.

Es wird aber trotzdem kein Weg daran vorbeiführen, mich bei den löchrigen Laufschuhen dankend und unter Tränen zu verabschieden, aus alter Tradition heraus die Schnürsenkel auszufädeln (die sind ja noch ok, und wer weiß, vielleicht finden sie irgendwann nochmal Verwendung!), den Weg zur Mülltonne gemessenen Schrittes zu gehen, im letzten Moment noch zu zögern (Warum jetzt?), mir dann doch ein Herz zu nehmen und die beiden treuen Gefährten dem Schlund der Dunkelheit zu überführen. Welch düstere Aussicht!

Galgenfrist? Unbedingt! Ich habe heute Morgen beschlossen, auf jeden Fall diese Sommersaison mit den Löchern zu beschließen und die Schuhe bis dorthin nochmal richtig geil auszupowern.

Und dann führt kein Weg mehr daran vorbei, mich mit den „Neuen“, die schon seit dem Frühjahr (!) im Schrank in den Startlöchern warten (Laufschuhe im Sale sind einfach ein ökonomisches Muss!), anzufreunden – eine Freundschaft für gut 1 Laufjahr.

Spann-er-ndes Yoga im Grünen

Mein Yogastudio hat im August wegen Umbau geschlossen – also ist wieder vermehrt Selbstpraxis angesagt. Nur: in der Wohnung ist es zu heiß. Auf der Terrasse/untere Ebene ist wegen der Pflanzen zu wenig Platz. Auf der Terrasse/obere Ebene ist es mir für anspruchsvollere Asanas zu gefährlich (ich erinnere an mein schmerzhaftes Hoppala von vor ein paar Wochen!). Also: ab ins Grüne! Der nahe gelegene Schweizer Garten bietet sich an. Ein eingezäunter Kinderspielplatz erscheint mir das richtige Fleckerl zu sein, meine Yogamatte auszurollen.

Vergangene Woche war ich das erste Mal dort. Es ist noch keine 6 Uhr. Eine orange-glühende Sonne blitzt durch das Laub durch – da kommen meine Sonnengrüße gerade recht! Ich bin im Flow, der Schweiß tropft zärtlich. Ich fühle mich be-freit!

Leider nicht allzu lange, denn auf einmal betreten zwei junge Männer den Spielplatz, glotzen testosterongesteuert und neugierig auf meine Verrenkungen, verziehen sich dann aber in ein Kinderspielhaus, um dort zu pennen.

Kurz danach trotten 5 ältere Männer durch das Areal, unter dem Vorwand, am Trinkwasserbrunnen zu schlürfen? Ich bin mir nicht sicher ….

Ich nehme mir vor, das nächste Mal ein paar Schritte mehr zu investieren und in den Park des abgeschiedenen Arsenalgeländes (mit dem Heeresgeschichtlichen Museum und Wohnungen) zu gehen, weil sich dorthin kaum „bahnhofsnahes Klientel“ verirrt.

Daran denke ich heute Morgen zwar ganz kurz, aber nachdem ich nicht so viel Zeit habe, wähle ich doch wieder den Kinderspielplatz und rolle dieses Mal meine Matte an einem recht entlegenen Grasstück aus – also ganz weit weg von allfälligen Spielplatzquerungen. Da werde ich doch wohl meine Ruhe haben?

Weit gefehlt: kurz nach 6 Uhr, als ich gerade in einer gegrätschten Vorwärtsbeuge dehne, sehe ich einen jungen Mann näher kommen, der sich dann nicht weit von mir auf der Böschung der Wiese niederlässt. Mir ist klar, was das zu bedeuten hat. Ich trete zügig einen geordneten Rückzug an – die heutige Yogapraxis ist mir ordentlich vergangen! 🙁

Ich frage mich nur: Woher kommen diese Typen auf einmal – alle mit dunklem Teint und dem Hinweis auf eine mittlerweile mit Sorge und Skepsis betrachtete Religionsgemeinschaft? Was tun sie um diese Uhrzeit hier im Park, zumal sie weder Jogger oder Hundebesitzer sind noch Leute, die zur Arbeit gehen?

Es beunruhigt doch, sich beobachtet zu fühlen. Vieles bildet frau sich dann vielleicht auch ein – aber das heute war dann doch zu offensichtlich!

Ok – der nächste Sonnengruß dann doch auf dem kleinen abgeschirmten Sportplatz im Arsenal – so viele warme Frühstunden wird es in diesem Sommer eh nicht mehr geben – aber die will ich nutzen! Namaste!