Woman Day 2017

Kreisch! 06.April2017 ist der Woman Day oder schlicht und einfach der 20% Shoppingwahn! Mitmachen oder Ignorieren? Versuchung pur?

Ich wurde in Versuchung geführt! Als ich nach meinem Earlybird-Yoga – die im gestrigen Blog belobigte Dschungel-Tight leicht geschweißnässigt, zusammengerollt und bereit für akrobatische Verwindungen in der Waschmaschine – in der U-Bahn stand, befahl mir eine (meine?) innere Stimme, eine Station früher auszusteigen, um vor dem stundenlangen Sitzen im Büro – neuerdings übrigens auf einem mit Stoff bezogenen (Designer-)Sitzball, da mein Rücken gemeint hat, dass er und der Drehstuhl keine Freunde mehr seien – noch ein paar zusätzliche Schritte zu tun. Gerade mal aufgetaucht aus dem Underground fielen mir zwei junge Damen auf, die fleißig Goodie-Sackerln austeilten. Keine Frage, dass ich mir das entgehen ließ! Goodie what? Von Bodylotion über Haarspray (wer will den haben?) über Cranberry-Saft (für die Harnwege) bis hin zu Senf und Salami-Bällchen (Bodo hat sich gefreut!), nicht zu vergessen zahlreiche 20%-Gutscheine von ausgesuchten Shops, von denen für mich aber nur wenige in Frage kommen (zB P&C, Humanic, Intimissimi, Triumph …).

Nach getaner Büroarbeit stürzte ich mich ins Vergnügen – Vergnügen? In der City ging es zu, als wären Herden von Mädchen, Frauen und Damen aus ihrem Gehege ausgelassen worden – einige in männlicher Begleitung mit zerknirscht-erschöpften Mienen.

Nachdem bei meinem Lieblings-BH einer der beiden Metallbügel gemeint hat, es sei Zeit, auf Reisen zu gehen, hatte ich quasi eine vernünftige Ausrede, um dem Wäscheladen Triumph einen Besuch abzustatten. 3 Modelle standen zur Auswahl – allein die 4 Garderoben waren belegt – sehr lange belegt … da kam niemand mehr raus!? Die Damen vor mir in der Warteschleife wurden zunehmend ungeduldig und ungehalten – warum kann sich die eine da in der Garderobe nicht entscheiden? Ha! Wieder eine Marktlücke gefunden: der Dessous-Entscheidungshelfer!

Warten und Gelassenheit sind bei solchen Shopping-Events unumgänglich. Mir war es dann aber doch ein wenig zu lang. Daher: ein Rundblick durchs Geschäft – kein Mann weit und breit … also stellte ich mich ins Eck und probierte die BHs schnell an. Einer fiel bei der Anprobe durch. – Den 20% Rabatt hätte ich übrigens über die gesamte Woche bekommen!

Weiter ging´s zum P&C, mal schauen, was sich in den oberen – teureren – Ebenen tut! Ernüchterndes Null-Ergebnis und außer viel Rolltreppenfahren keinerlei Bewegung für die Bankomatcard!

Beim Mango war mir nicht ganz klar, wo die Schlange vor der Ankleide begann und in die Schlange vor der Kasse überging. 4 Teile in meiner Hand, die immer schwerer wurden. Wieder den Trick mit dem „In-der-Ecke-Stehen“ anwenden? Dafür war dann doch zu viel Betrieb – ausgenommen in der Kinderabteilung. Dort entdeckte ich auch eine – leere! – Garderobe, doch: wer zu viel fragt, verliert! Auf meine Frage an eine Verkäuferin, ob ich die Ankleide benützen dürfe, meinte sie: Nein, ist den Kindern vorbehalten! … nur: wenn keine Kinder da sind? Egal, ich wollte keine Diskussion – mir taten die Mädels auch leid, die nur damit beschäftigt waren, anprobierte und nicht genommene Ware zu sortieren und wieder an den richtigen Ort zurück zu schleppen. Also stellte ich mich an – zum Glück mit angenehmer Hintergrundmusik, die meine Füße wippen ließ. – Die 4 Teile blieben schlussendlich im Geschäft zurück.

Geschäftsschluss in der City an diesem „besonderen“ Tag nicht um 19 Uhr, nicht um 20 Uhr, erst um 21 Uhr? Nicht mit mir – ich hatte so viel Woman Day Luft geschnuppert, um kurz vor 19 Uhr sagen zu können: es ist GENUG! Vielleicht noch einen Sprung zum Zara – mit ähnlich geschäftigem Szenario? Allerdings war hier von 20% Rabatt keine Rede! Das Shirt, das ich mir schlussendlich dann doch kaufte, wurde „ehrlich“ bezahlt.

Danach machte ich mich – noch immer gelassen! – auf den Weg, holte meine Yogasachen aus dem Office (es shoppt sich halt leichter mit leichtem Gepäck!) und machte mich auf eher menschenleeren Seitenwegen auf den Heimweg – geläutert … wäre es nicht gescheiter gewesen, ich wäre zum Sport gegangen? Die Gutscheine landen im Altpapier.

Woman Day 2017 – es ist schön, dass du vorüber bist!

Wohlfühl-Tight

Jetzt, wo es endlich allerorten wieder zu sprießen und zu blühen beginnt, muss auch beim Yogisieren ein frischer, bunter, blühender Wind hinein! Dachte ich mir und setzte meinen Gedanken auch gleich ins Praktische um, sprich www.zalando.at / Sport / Yoga … und siehe – da sind sie die Hey Honey Cacti Tights! Meine Beine werden in den Dschungel versetzt, mein Kopfschweiß symbolisiert Regenwald-Klima pur! Heute Morgen auf der Mantra-Yogamatte hatte ich auch das Gefühl, dass einige Stellungen viel beschwingter und flüssiger eingenommen und gehalten werden konnten. Ich bin natürlich noch weit entfernt von der Gelenkigkeit eines Primaten (im TV gibt es gerade eine dreiteilige Dokumentation über Affen und ihre Besonderheiten – grandiose Aufnahmen!!!!), und doch hatte ich heute einen beflügelten Flow … bis mich dann der „gebundene Lotussitz“ in meine Schranken wies – um das zu können, müsste ich meine Arme um etliche Zentimeter verlängern, um sie um den Rücken schlingen zu können, damit ich meine Zehen, die in der jeweiligen Diagonal-Leiste ruhen, packen könnte! Sei´s drum: die Tight stimmt fröhlich, sitzt perfekt und rutscht nicht!

Was kommt jetzt auf mich zu?

Seit gestern Abend ist es sozusagen amtlich: ich werde Teil, genauer gesagt ein Zwölftel, des neu gewählten Pfarrgemeinderates für die im Vorjahr zusammengeführten Pfarrgemeinden „Drei Marien-Kirchen“ im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Wie? Was? Wo?

Ich kann nicht sagen, ob es eine „innere Stimme“ war oder einfach aus einem Impuls heraus, dass ich mich mit 17 anderen Frauen und Männern (vom Schüler bis zur Pensionistin) auf die Kandidatenliste setzen habe lassen. In meiner Bewerbung habe ich angeführt, dass ich dazu beitragen möchte, die Generationen näher zusammen zu bringen – auch das kam mehr aus dem Bauch heraus als aus meinen Kopf, doch je mehr ich darüber nachdenke, formen sich klare Gedanken und Ideen.

Der Pfarrmoderator und der Pfarrvikar haben meine Kandidatur wohlwollend begrüßt. Auch von einzelnen Kirchgängern kamen aufmunternde Worte. Eine Dame meinte gestern zu mir: „Es muss ein frischer Wind rein!“

Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich schlussendlich doch genügend Stimmen bekommen werde, zu unbekannt bin ich doch: ich singe nicht im Chor, ich gehe nicht mit dem Klingelbeutel sammeln, ich lese nicht aus dem Alten Testament vor, ich backe keine Kuchen für das Pfarrcafé – und trotzdem! Ein bisschen baff und geflasht bin ich schon!

Wenn mich jemand auffordert, meine Beweggründe zusammenzufassen, kann ich nur sagen: ich fühlte die innere Notwendigkeit, aus einer gläubigen Passivität in eine Glauben-vermittelnde Aktivität hineinzuwachsen.

Allerdings habe ich keine Ahnung, was da jetzt auf mich zu kommt! Was wird von mir erwartet? Was kann ich tatsächlich real zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde beitragen?

Momentan begleiten mich Vorfreude und ein bisschen Ängstlichkeit und Neugierde, der beste Impulsgeber!

Friedlicher Schweiß

Ich besuche seit ein paar Wochen freitags eine vom Yogalehrer je nach Lust und Laune gestaltete Vinyasa-Flow-Einheit – eine herausfordernde Ergänzung zu meiner Asthanga-Yoga-Praxis, die einen eher streng geregelten fixen Ablauf vorgibt. Diese 90 Minuten Vinyasa beginnen meistens sehr ruhig mit einfachen Sonnengrüßen, die dann aber rasch variiert und erweitert werden. Arm-, Bein- und Bauchmuskulatur werden fast gleichzeitig mehr gepusht. Fast unmerklich, aber trotzdem deutlich spürbar nehmen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zu. Das Keuchen und Schnaufen einzelner Yogaschüler nach dem x-ten Chaturanga (= tiefe Brettposition mit starkem Liegestützcharakter) wird lauter. Und ich fühle, wie sich leise, ganz leise und beinahe friedvoll einzelne Schweißtropfen im Nacken bilden, dann auf der Stirn – und dann ploppt der erste dicke Tropfen auf meine schöne Yogamatte! Aber ähnlich wie im Bikram Yoga (oder Hot Yoga für alle, die sich im Dschungel der Yoga-Stile nicht mehr auskennen) lasse ich den Schweiß einfach rinnen. Ich stehe aufrecht in Tandasana, der Bergstellung, und fühle den feinen nassen Film auf meiner Haut, das Rinnsal entlang meines Rückens und auch die feuchten Fußsohlen – was meiner Matte aber nur mehr Griffigkeit verleiht.

Das eigenartig Wunderbare ist, dass es mich nicht stört, dass mir diese friedvolle Nässe eine gewisse Ruhe verleiht. Und nachdem der Yogalehrer keine Adjustments gibt, also nicht in körperlichen Kontakt mit mir (oder einem anderen schwitzenden Schüler – ja, es schwitzen hier auch andere!) gerät, muss ich mich auch nicht genieren.

Aber erst in der Garderobe weiß ich dann so wirklich, warum ich eigentlich Yoga praktiziere! Einfach darum, dass ich flexibel und gelenkig genug bin, mich auf engem Raum aus dem schweißverklebten Yogadress herausschälen und -winden zu können!

Fenstersturz

Jetzt ist es leider, leider passiert: Das berühmte, beeindruckende Azure Window auf Gozo gibt es nicht mehr! 🙁 Die von Natur geschaffene Filmkulisse für den Literaturklassiker „Der Graf v0n Monte Christo“ oder dem Serien-Hit „Games of Thrones“ wurde vom Sturm und aufpeitschenden Wellen zu Fall gebracht – die Natur gibt es – die Natur nimmt es sich wieder!

Welch´ Geschenk und Glück, dass wir genau an der Stelle, wo jetzt nichts mehr ist, vor knapp 3 Monaten noch staunen und posieren konnten! Man ist halt manchmal doch zur rechten Zeit am richtigen Ort!

 

Mantra eines Ersthelfers

Ein neues, kleines, feines Unternehmen und eine Vorschrift des Gesetzgebers – und ich sitze 16 Stunden lang, aufgeteilt auf 2 Tage, auf einer Schulbank – im Rot Kreuz-Ausbildungszentrum … Ich werde Ersthelfer!

Lang ist es her, dass ich mich zwecks Führerschein und Aerobic-Lizenz über Rautekgriff, stabile Seitenlage und Herzdruckmassage berieseln ließ. Leider funktioniert ausgerechnet hier das Langzeitgedächtnis nur mit großen Lücken!

Die „stabile Seitenlage“ verwende ich des Öfteren in meinen Bauch-Beine-Po-Stunden, wenn es darum geht, die Ab- und Adduktoren  zu trainieren. Mein Herz massiere ich äußerst selten, da ich hier kaum Muskelkater verspüre. Und zum Abschleppen von jungen Männern in der Diskothek bin ich mehr oder weniger zu vernünftig („alt“ möchte ich tunlichst vermeiden)!

23 „SchülerInnen“, mehr oder weniger freiwillig und interessiert, und 1 äußerst engagierte, lebhafte, motivierte, fröhliche „Lehrerin“ – es konnte losgehen!

Es ging auch gleich los – mit „Erste-Hilfe-Mantras“, die wir am Ende des zweiten Ausbildungstages im Schlaf herunterplärren konnten:

  • Erste Hilfe … ist einfach!
  • Als Ersthelfer kann man … nichts falsch machen (außer man tut nichts)!
  • Als Ersthelfer bist du … nicht allein (denn der Profi am Telefon unter „144“ ist bei dir)
  • Ruhe bewahren!
  • Kommunizieren … mit dem Verunglückten, mit anderen Ersthelfern
  • Atmung vorhanden, aber ohne Bewusstsein? … stabile Seitenlage
  • keine Atmung (ist automatisch ohne Bewusstsein)? … Herzdruckmassage (HDM) im Rhythmus 30x drücken : 2x beatmen (bei Säuglingen und Ertrunkenen beginnt man mit 5x beatmen)

16 Stunden Zuhören, Üben, Verstehen haben aus 23 „SchülerInnen“ Ersthelfer gemacht, die im Notfall sicher nicht wegschauen werden – denn: Erste Hilfe zu leisten … ist wirklich einfach!

Ein Fauxpas in Streifen

Uiuiui! Das hätte mir – gerade mir! – nicht passieren dürfen!

Mittwoch, 18:30, meine Bodywork-Std beginnt – noch heißt sie klassisch „Bauch-Beine-P0“ … meine Stunde ist aber alles andere als klassisch und tendenziell mehr „dynamic bodyweight“! Doch ich will nicht ablenken. Die Stunde beginnt, gute Musik, viele Mädels und im hintersten Eck ein Mann, der die mittleren Jahre schon überschritten hat – alles gut, soweit – bis … bis auf mein Spiegelbild! Abgesehen davon, dass ich meine besagten Tage vor dem nächsten Friseurtermin habe, habe ich mich in der Wahl meiner Sportbekleidung dieses Mal total vergriffen: die Tight ging ja noch: weiß mit schwarzen Flecken – wie dreckig halt; aber das Top – ein „Schnäppchen“ aus dem Outlet – vorne in Schwefelgelb mit querlaufenden dünnen schwarzen Streifen bzw. weiß-schwarze Blockstreifen – auch quer – am Rücken! Es sah aus, als wäre einer Biene zum Kotzen schlecht!!! Zudem noch eine Passform, die zwischen viel zu weit und doch ein wenig knapp hin- und her schwankte … So eine Blamage, so ein modischer Fauxpas! Wer hat mir damals im Outlet nur ins Ohr gesäuselt, dass mir das Top gut steht? Ich glaube, da war ich beim Anprobieren stark überzuckert oder so!

Mir ist jetzt noch schlecht, wenn ich daran denke ….!

Aus Fehlern sollte man lernen – in dieser Kombination stelle ich mich jedenfalls nicht mehr vor meine Bauch-Beine-Po-Süchtigen!

Worüber Frauen ungern reden …

… es aber die Männer ordentlich spüren lassen, sind bestimmte Phasen und vor allem Tage im Leben einer Frau, die halt nur Frauen nachvollziehen können und wo dann meistens auch nur die beste Freundin ein Ohr und viel Verständnis aufbringen kann.

Für Euch Männer sind das zum Mitschreiben und vor allem zum Merken:

  • die Tage vor dem „Besuch“, mindestens 3×24 Stunden, an denen meistens grundlos mit Gefühlsausbrüchen und Nervenzusammenbrüchen zu rechnen ist
  • die Tage des „Besuches“, im Durchschnitt 5×24 Stunden, an denen die Queen keine Audienz gewährt und sich trotzdem besonders vorkommt („Ihr Männer habt doch keine Ahnung, was wir Frauen auf uns nehmen müssen!“); in der Yoga-Welt spricht man hier auch gerne von den „Ladies Holidays“, begründet damit, dass man während dieser besonderen Zeit bestimmte Pranayama- und Asana-Übungen nicht machen sollte
  • die Minuten der Ratlosigkeit und Verzweiflung vor dem Kleider- und Schuhschrank, beinahe täglich und verschärft dann, wenn man gemeinsam etwas vorhat … und nicht zu vergessen!!!
  • die Tage vor dem nächsten Friseurbesuch, wenn jeder Blick in den Spiegel hämisch grinsend meint: „Du bist sicher nicht die Schönste im ganzen Land! Das soll noch eine Frisur sein? Du hast aber schon ganz schön viele graue Haare! So willst Du Dich unter Leuten zeigen? Besser, Du setzt eine Haube auf! …“ (Der Supergau, wenn eines der bereits beschriebenen Fallbeispiele dann gleichzeitig die weibliche Psyche terrorisiert!) Dann endlich der heiß ersehnte Termin bei dem Coiffeur deines Vertrauens! Friseur oder Friseuse umschmeicheln dich, sind ganz bei dir und deinem gewaltigen Problem. Du fühlst dich verstanden und gut aufgehoben. Du nimmst nur zu gerne die unbequeme Kopfhaltung am Waschbecken in Kauf, die kratzende Halskrause und den zum Schwitzen verleitenden Plastikumhang, die dir beim Haarefärben kompromisslos aufgezwängt werden, die vielen kurzen Härchen, die sich nicht von dir trennen wollen und sich auf deiner schwarzen Kleidung niederlassen, die Lehrlinge in ihrer Unbeholfenheit, die Hitze des Föhns oder der Trockenhaube, das Reißen an den Haaren, die oft aufgezwungene Konversation. Zuerst noch voller Vorfreude werden dann aber, während die Zeit verstreicht, Zweifel laut, ob das heute denn auch was Tolles wird?! War die Mondphase günstig? Ist die Friseuse ausgeschlafen gewesen? Hatte der schwule Friseur Zoff mit seinem Freund? Traue ich mir was zu sagen, wenn das Ergebnis nicht meinen Vorstellungen entspricht oder lächle ich und halte tapfer die Tränen der Enttäuschung zurück?
  • Daher gibt es dann noch: die Stunden und Tage nach dem Friseurbesuch, an denen man sich entweder zu Hause gleich nochmal die Haare wäscht und selber mit dem Föhn die Haare trocknet oder man sich mutig über kleine Missgeschicke, einen unvorteilhaften Haarschnitt oder einen allzu waghalsigen Farbton hinwegsetzt im Wissen, dass Haare zum Glück täglich ein klein wenig nachwachsen und sich jede künstlich aufgetragene Farbe auswäscht …

… womit dann aber auf jeden Fall der Kreislauf der „Tage“ aufs Neue beginnt.

In welcher Phase, glaubt Ihr, befinde ich mich gerade? 🙂

Szene eines Alltags im Taschenformat

Szene eines Alltags – und ich glaube nicht, dass es sich um einen Einzelfall handelt:

Es ist Samstag und der Wocheneinkauf beim Supermarkt steht an. Bodo ist schon so gut wie ausgehfertig und wartet leicht genervt, weil ich mich nicht für eine Handtasche entscheiden kann! Unter der Woche wird man mich auf der Straße immer mit einem riesengroßen Beutel aus Leder oder Stoff antreffen (plus Sportrucksack und Yogamatte – also einem Packesel nicht unähnlich). Den Einkauf im Supermarkt erledige ich aber lieber mit einer kleineren Umhängetasche, um die Hände bei der Auswahl von Äpfeln, Orangen, Joghurt … und Süßigkeiten 🙂 ungehindert frei haben zu können. Jetzt ist es aber so, dass ich mir ein neues Geldtascherl kaufen „musste“, weil meine langgediente den Dienst aufgab. Und die Neue (mit der an sich sehr zufrieden bin) ist nun einfach etwas zu groß/lang für meine kleine Umhängetasche!

Großes Dilemma!

Und gleichzeitig die Frage: Wo bleibt die Kompatibilität zwischen Hand- und Geldtaschen? – vor allem, wenn man einen Lieblings-Taschenlieferanten hat, der an sich ein “ Berliner Liebeskind“ ist? Ich kann mir ja nicht zu jeder Handtasche auch gleichzeitig die passende Geldtasche dazu kaufen?! Das Innenleben einer Damenhandtasche von A nach B umzupacken ist – sofern im Vorfeld gut strukturiert – schnell erledigt. Aber so klein im Verhältnis eine Geldtasche auch ist: was da alles rein passt!!! Und das soll ich jedes Mal, wenn ich mit einer anderen Handtasche unterwegs sein möchte, ebenfalls umsortieren? Da kann ich mir das Ausgehen gleich sparen!

Grübel!

Häh häh Wickie! Das ist es!

Ich gehe überhaupt ohne Geld aus dem Haus und lasse bezahlen!

… aber DAS wäre eine ganz andere Geschichte …

Spielerische Aufmerksamkeit im Flow

Ich habe eine lange Bücherliste bekommen – nein, nicht für Bücher, die einem das Gruseln lehren oder erotische Pseudophantasien verklickern, sondern in Vorbereitung für meine für dieses Jahr geplante yogische Weiterbildung. Als ich die beim Thalia bestellten Bücher abholen komme, hat das nette Fräulein am Info-Desk einiges zu tun – am Schluss geht dann noch ein Buch verloren, das dann aber glücklicherweise doch noch auftaucht – in all dem vermeintlichen Chaos besteht also doch tatsächlich eine durchdachte Ordnung. Mir wird ein strapazierfähiger Stoffbeutel geschenkt – das Tragen bleibt an meinen Schultern hängen.

Wie bei jedem neuen Buch wird natürlich große Neugierde entfacht: was werden mir die vielen Buchstaben, zu Wörtern, Sätzen und Kapiteln zusammengefügt, wohl mitteilen? Werden es ein adrenalinausschüttender pageturner sein oder doch eher ein harter Polster fürs powernapping zwischendurch?

Mit welchem Buch soll ich anfangen? Ich lasse Bauch und optischen Eindruck entscheiden – und greife im Morgengrauen zum im Format kleinsten, mit leuchtend gelb-orangem Einband und relativ großen Buchstaben – die Einstiegsdroge ist fertig gemixt!

Der Autor hat einen unaussprechlichen Namen – aufgrund seiner Werke wird der Wissenschaftler nur „Mr. Flow“ genannt – das Buch daher – wer hätte daran gezweifelt? – „Flow – Der Weg zum Glück“. Also wieder ein Ratgeber mit guten Tipps, die aber so lebensfremd sind, dass das einzige Glück darin besteht, das Buch sehr schnell in der hintersten Regalecke verschwinden zu lassen? Ich beginne daher mein Studium mit einem gewissen Grad der Skepsis. Diese Skepsis verflüchtigt sich aber bereits nach den ersten Absätzen des Vorworts. Zum einen spricht mich der Schreibstil an, da in easy understanding und written with flow gehalten, zum anderen – und wesentlichen Teil – sind es einzelne Wörter, Sätze, die ich spontan mittels gelbem Leuchtmarker noch mehr zum Strahlen bringe. Und diese mich berührenden Einzelgedanken, die doch zu einem Ganzen zusammenfließen, erfahren hier von mir eine unter Umständen neu interpretierte Rezeptur:

  • Gestalte dein ganzes Leben als einen Lebenstanz, als einen Tanz rund um dein Leben und mit deinem Leben. Indem du dich stets drehst und wendest und in Bewegung bleibst, wird sich alles um dich herum und du dich selbst stetig verändern – in kleinen, kaum spürbaren Nuancen oder um 180 Grad, leichtfüßig oder mal schon auch schweißtreibend.
  • Dein Tanzpartner ist die Aufmerksamkeit, die darüber wacht, dass durch eine deiner Bewegungen etwas anderes bewegt wird – nach Möglichkeit soll dieses Anstupsen natürlich zu etwas gutem führen.
  • Dein Tanzstil soll ein Repertoire an spielerischen Elementen aufweisen, sodass nie Langeweile aufkommen kann, dein Tanz immer spannend bleibt und jeder nächste Schritt von deiner Phantasie eingeleitet wird – aber sei aufmerksam dabei, dass du nicht stolperst (… diesen Tipp gebe ich gerne aus eigener allzu schmerzhafter Erfahrung weiter, zumal mich heute früh beim Laufen aufgrund witterungsbedingter Untergrundbeschaffenheit ein unbedachter Schritt recht schmerzhaft aufs Eis geworfen hat … ich glaube, der Flow, den ich da in dieser Sekunde des Fallens und vor allem Aufpralls hatte, hat mit dem Flow als Weg zum Glück nichts gemein – obwohl: habe ich nicht Glück gehabt, dass ich außer einem blauen Fleck in der Größe eines Untertellers und einem zu höchsten Graden beleidigten Ellenbogen keine weiteren, ernsthafteren Blessuren davon getragen habe?)
  • Du musst kein Dancing Star sein, um  spielerisch durchs Leben tanzen  zu können. Du tanzt in deinem persönlichen Rhythmus und im Takt deiner Musik!
  • Sei fokussiert im Moment, lasse aber auch wieder los – es gibt schließlich so vieles zu entdecken! Kleine Kinder, wie meine Nichte, sind da regelrecht zu beneiden: Alles ist neu und spannend. Jede für uns Erwachsenen kleinste Banalität ist für so ein junges Geschöpf ein Mirakel.
  • Empfinde Freude und Genuss, indem du dich selbst erkennst.

Zu guter Letzt ein wunderbarer Spruch:

„Handle immer so, als würde die Erlösung des Universums von deiner Handlung abhängen. Und lache dabei immer über dich selbst, nämlich darüber, dass du zu glauben meinst, du könntest mit deinem Tun überhaupt etwas bewirken!“