Wer swapped, hat mehr vom Leben!

Gestern war es wieder einmal soweit: Aufruf zur Swap-Party im Novomatic-Gebäude gleich neben dem Wiener Naschmarkt – der „Flohmarkt“ der anderen Art öffnet seine Pforten für einen Tag. Das Thema: bringe 5 Fashionteile mit – egal, ob ehemaliges Lieblingsteil, Teil, dem du entwachsen bist, Fehlkauf oder  egal, warum – dieses Mal nicht nur für Ladies, sondern auch für Kids und Gents. Ich trenne mich, weil seit vielen Jahren ungetragen und daher nur Platz im Schrank okkupierend, von einem langen grünen Kleid, von dem Bodo meint, ich sehe aus, wie eine OP-Schwester, einem langen schwarzen Crinkle-Rock, den ich bei meiner Sponsion getragen habe (und seitdem nicht mehr), einen Blazer, der in Ungnade gefallen ist, eine Patchwork-Pluderhose von Desigual, die Bodo so gar nicht mag, da ihn ein tief liegender Schritt an Inkontinenz erinnert und zum Schluss noch verrückt bunte Stiefel mit klapperndem Pfennigabsatz.

Ich habe mich wieder zum Helfen angemeldet – meine Schicht ist von 11:00 bis 16:00, gemeinsam mit 14 anderen helfenden Händen, wobei uns bald die eine und andere Hand abhanden kommen wird. Obwohl wir 8 Damen uns kaum bis gar nicht kennen, ist die Aufgabenteilung relativ rasch und ohne zickenhaftes Gehabe koordiniert: zu dritt stehen wir beim Check-in, zwei nehmen die 5 Teile pro Person entgegen; wenn es ein Teil mehr ist, sagen wir auch nicht nein. Allerdings darf sich keine / keiner mehr als 5 gebrauchte neue Teile mitnehmen. Ich werde nach wenigen Minuten zur „Aufhängerin“ dieser Swap-Party und bekomme somit jedes geliebte oder nicht mehr so geliebte Stück in die Hand. In den nächsten Stunden werden das schon so um die 1.500 Kleider, Oberteile, Hosen, Jacken, Mäntel, Accessoires werden. Der Andrang ist riesig. Bald schon komme ich mit dem Aufhängen kaum nach, die Kleiderbügel (und vor allem die Kleiderspanner) schwinden zunehmend; noch kommt nichts aus dem Schauraum bzw. dem Check-out zurück. Die Kolleginnen, die die Kleidungsstücke im Schauraum nach Geschlecht und Größe vertragen müssen, schleppen sich ordentlich ab. Mir ist heiß und der Gaumen wird trocken. Mit Kennerblick lege ich mir bis zum Nachmittag drei Kleider und drei Gürtel zurück, die ich halbwegs interessant finde, denn wenn ich die Sachen für die Meute jetzt freigebe, werde ich sie nicht mehr wiedersehen. Nachträglich ärgere ich mich, dass ich mir nicht auch den schwarz-glänzenden trenchcoat-artigen Mantel mit Messing-Nieten, ein ungetragenes Stück Modegeschichte von einem London-Trip, geswappt habe, denn der Mantel hat Klasse und sticht auch der Masse hervor. Keine Ahnung, warum die Lady ihn nicht mehr mag. Eines muss leider gesagt werden: die Zahl der richtigen Gustostückerln ist sehr rar. Geschätzt 90% aller Modeeindrücke stammen von diversen Billig-Modeketten, die sich mittlerweile über den ganzen Globus oder zumindest über Europa verteilen. Zu Recht hat sich eine Dame, eine der wenigen, die richtig gute Sachen gebracht hat, beschwert, dass sie im Gegenzug für ihre Mitbringsel eigentlich keine adäquaten Stücke erbeuten könne. Eine Künstlerin (Schauspielerin oder Sängerin) kommt mit zwei großen Ikeasäcken und ist schon beim Check-in so enttäuscht, dass sie die beiden Säcke bei uns hinter dem Annahmetisch deponiert. Sie bietet mir zwar an, dass ich mir etwas aussuchen könne, aber beim schnellen Durchschauen in einem der wenigen Augenblicke, wo keine Swapperin am Tresen auspackt, ist für mich klar: dieser Promi hat zwar Geschmack, aber einen anderen als ich.

Gegen Mittag bekomme ich endlich etwas zum Trinken. Das Fernsehen war auch da und hat uns bei der „Arbeit“ gefilmt. Ich glaube aber fest, dass sie mich wieder aus dem Clip rausgeschnitten haben, denn ich war wohl zu energisch beim Kleiderbügel-Catching. Außerdem stand mir der Kameramann im Weg. Die Füße in den hohen Wedges schmerzen schon – nächstes Mal ziehe ich auch Sneakers an so wie Kollegin Sophie, die ganz in Schwarz gekleidet knallorange Nikes trägt und mir die angenommenen Kleidungsstücke entweder so hinhängt, dass sie mir bei meinem System im Wege sind oder mir die Sachen einfach hinschmeißt. Nun gut, sie ist einer der Mitorganisatorinnen, da darf man wohl etwas überheblich sein. Um 4 Uhr nachmittags schnappe ich mir dann meine Beute und ziehe mir die Kleider auf der Toilette schnell über den Kopf, ohne mich davor auszuziehen – wird schon passen, denke und hoffe ich – sonst kommt´s zur nächsten Swap-Party im Frühjahr. Die drei Kleider sind jetzt nichts Außergewöhnliches oder allzu Flippiges: ein schlichtes graues Kleid mit großem Ausschnitt – wahrscheinlich zu tiefblickend vom MamaLicious, ein echter Boss in hellgrauem Strick und ärmelos, dafür unten balloniert und dann noch das für mich komplett untypische chanel-artige weiße Kleid mit einem Stinktierartigen schwarzen Blockstreifen längs über den ganzen Rücken.

Nächstes Jahr bin ich als Helferlein sicher wieder dabei, denn obwohl es für uns alle in unserem Bemühen, alle schnell zufrieden zu stellen, doch recht stressig ist, macht es Spass. Zu sehen, mit welchen Textilien (und Kunststoffen) sich die Menschheit verhüllt, die unterschiedlichsten Geschmäcker zu entlarven und einfach zu sehen, wie gierig alle sind. Der Jagdinstinkt nach einem quasi Gratis-Schnäppchen existiert auch (und vor allem) bei Frauen. Das, was augenscheinlich gefällt und vielleicht passen könnte, wird an den Leib gedrückt, nur, damit keine andere es wegschnappt. Vergessen ist der dabei der eigene Einsatz. Ich sehe eigentlich nur aufgeregte und fröhliche Gesichter, ab und dann vielleicht kleine Verzweiflung, weil noch nichts Passendes dabei war. Kluge Köpfe legen sich bei unserer Sammelstelle auf die Lauer, um hier schon abzuchecken, ob etwas Passendes dabei ist. Eine Frau zB kommt alle 10 Minuten vorbei – sie sucht Oberteile in Large. Der Großteil, der bei uns abgegeben wird, hat Größe Medium. Small liegt an zweiter Stelle und alles, was noch kleiner ist, kann ich kaum am Spanner aufhängen. Und bei vielen Besucherinnen hat man das Gefühl, dass sie deshalb noch nicht auschecken, weil es könnte ja noch das ultimative neue Lieblingsteil kommen. Zugegebenermaßen denke ich abends, nachdem ich endlich zum Sitzen gekommen bin und mich wieder ein wenig erholt habe, dass ich nochmals hinschauen könnte, vor allem dann, wenn meine Beute sich als ungenießbar erweisen sollte – aber siehe da, mein Kennerblick hat mich nicht im Stich gelassen: die drei Kleider passen quasi perfekt (beim Fotoshooting meinte Bodo zwar: „Oh Stretch, das wächst noch mit!“), zwei der drei Gürtel sind ok, den dritten im Cow-Style kann ich nur als Brustgurt tragen oder ich versuche es mal als breiten Armgurt. Man muss kreativ denken und das werde ich – spätestens bis zum nächsten Swap-Event.

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Kann Liebeskind denn Sünde sein?

Heute früh kam ein Packerl für mich bzw. habe ich es bei meinem Vermieter abgeholt, der meine private Paketannahmestelle im Haus ist. Die Paketbringer, egal, ob von der Post, UPS oder DHL läuten bei uns wohl gar nicht mehr an, weil sie wissen, dass Bodo und ich ab spätestens 8 Uhr nicht mehr zu Hause sind. Ich nach meinem Morgenlauf nassgeschwitzt wie immer die letzten beiden Treppen im Laufschritt genommen. Zumindest war ich so cool, dass ich mich zuerst unter der Dusche ent-olft habe, bevor ich dann das mäßig verpackte Paket geöffnet habe – und da ist sie: die übercoole Tasche von Liebeskind – frisch vom Versand (www.impressionen.at): blau-grau, etwas shabby, ein gestickter Tigerkopf vorne weg, eine Außentasche für das Wichtigste im Griff, schmale Henkel, viel Innenraum – und aufgrund einer zusätzlichen Metallkette schon jetzt ohne Inhalt schwer in der Hand – gutes Armtraining! Ach ja: irgendwo ist noch ein kleiner Totenkopf – ich hoffe, der schreckt jeden Taschendieb ab. Ich bin irgendwie richtig aufgeregt – komisch, denn ich habe auch andere Handtaschen bzw. „Überlebenskoffer“, die mich nicht so in Ekstase versetzen. Aber da ich mit den Jahren auch vernünftiger geworden bin – echt, das stimmt! -, werde ich übers Wochenende nochmals „in mich gehen“ – aber ich glaube, dass die Seite „du brauchst keine neue Handtasche“ der anderen Seite „das hast du dir verdient“ ordentlich unterliegen wird. Darf frau sich selbst nicht ab&dann (und öfter) selbst belohnen? Sozusagen dafür, wieder eine Arbeitswoche geschafft zu haben – diese sogar mit Polizeikontakt – und das kam so: ich war am Dienstag die Letzte im office und habe beim Alarmscharfschalten den Alarm ausgelöst. Bei uns wird dann sofort die Polizei alarmiert. Diese fuhr bald mit Blaulicht die Straße entlang und fand nicht unser Büro, weil wir keine wirkliche Adresse haben (unser Bürogebäude ist ein temporäres am Rand eines Park). Ich bin dann raus auf die Straße und „durfte“ gleich auch einsteigen – hinten auf die Verbrecherbank. Jetzt bin ich bei den Helfern der Stadt bekannt! Ob die von meiner so gut wie schon zu mir gehörenden neuen Tasche – echt ein Liebeskind – auch begeistert wären?liebeskind

Abenteuer Flohmarkt

Gibt es eine bessere Jahreszeit, als im November, gerade dann, wenn das Wetter doch noch tatsächlich auf „Herbst“ umschwenkt, sich mit einer Arbeitskollegin frühmorgens bei tiefster Dunkelheit Richtung Gewerbepark Stadlau aufzumachen, um aktiv als Flohmarktstandler zu agieren? Der Smart ist voll: 2 Umzugsschachteln locker gefüllt mit allerlei unnötigem Krimskrams: einem Griller, der bei uns den FI-Schalter bewegt, alles aus Sicherheitsgründen lahm zu legen; Spiele, die keiner mehr spielt; eine knallgelbe Küchenwaage, die durch ein modernes Gerät ersetzt wurde; Spiegeleierformen, die mehr Frust als Lust bereitet haben; meine Eisschuhe, die seit Jahren im Keller vor sich hin schmollen. Weiters ein kleiner runder Klapptisch und passende Klappsessel aus der Kunststoff-Ära sowie das kleine runde Plastiktischerl vom Ikea, das bei willhaben.at keiner haben wollte. Das alles ging dann auch tatsächlich um wenige Euros weg. Zurückgenommen habe ich nur die beiden Skater samt Schutz-Equipment und die Computer-Sachen, die Bodo mitgegeben hat – ausgenommen die kleine Videokamera und ein Handy, beides im Schein der Dunkelheit gestohlen!

Um 5:30 war ich dort – viele andere schon einerseits beim Aufbauen ihrer Schätze, zum anderen – und das eigentlich Schlimme – die Schar an kauflustigen Personen mit Migrationshintergrund, die einem die Gustostückerln abluchsen (oder eben auf andere Weise entwenden), um sie dann anderwertig – und unter Umständen nur wenige Meter von einem entfernt – zu verhökern. Es gibt eben die Flohmarkt-Profis (in der wind- und wettergeschützten Halle). Und die Flohmarkt-Laien, die im Freien eine Verkühlung riskieren, um ihr Klump an einen neuen Besitzer anzubringen. Denn keiner will mit dem ganzen Zeug mittags wieder von dannen ziehen. Diejenigen, die den Hausrat ihrer Ahnen loswerden wollen, sind ziemlich gefährdet, vom geschulten Auge der Profis über den Tisch gezogen zu werden, denn oft wird der tatsächliche Wert von „Antiquitäten“ unterschätzt. Ich habe mit Interesse (und einer Haube auf dem Kopf, denn kalt war´s schon) die Menschen um mich herum beobachtet: neben mir eine Frau aus Deutschland, deren Mutter hier im Sterben liegt. Sie beginnt jetzt schon, Nippes und Alt-Damen-Schuhe loszuwerden plus 30 Stk. Apotheker-Dosen, die sie aus Deutschland mitgenommen hat (kein einziges Drum hat sie verkauft!). Neben mir meine Arbeitskollegin, die auf zwei (!) Tapezierer-Tischen Unmengen an Kleidung um 1, 2 Euro verkauft. Sie ist mit zwei (!) Autos da. Hier wird in den Anfangsstunden heftigst gewühlt und ich muss zugeben, einiges wechselt an eine neue Trägerin. Trotzdem bleibt noch viel, viel übrig – was soviel heißt wie: a) weiterhin aufheben b) nochmals flohmarkten oder c) wegschmeißen. Ich fand es sehr unterhaltsam, was wen interessiert: ein Mann, der für die Spiegeleierformen für seine Kinder kauft (und dann auch gleich noch den Klapptisch und die Stühle um 5 Euro, sodass ich meine „Ausstellung“ umbauen musste). Oder ein Herr, der bereits im Regen noch schnell eine alte Sonnenbrille um 1 Euro erstanden hat. Oder ein anderer, der von einem comic-kitschigen Teelicht sichtlich angetan war, aber ehrlich zu sich selbst war: „Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll.“ Oder die Frau, die sich alle drei Spiele unter den Nagel gerissen hat – es gibt doch noch Menschen, die alte/moderne Brettspiele einer Playstation vorziehen. Dass rote Weihnachtskugeln aus dem Billig-Shop weggehen würden, dessen war ich mir sicher. Doch dass sich niemand für den wirklich schönen rot-orangen Kerzenständer interessiert hat, hat mich sehr gewundert. Der Regen kam leider früher als erwartet – nach 5 schnell vergangenen Stunden habe ich den Schluss-Strich unter dem „Abenteuer Flohmarkt“ gezogen und bin mit ca. 40 Euro Gewinn und dem uninteressanten Rest wieder abgezogen: für Skater ist jetzt offensichtlich keine Saison und die Computerwelt ist so kurzlebig, dass man hier keine Abnehmer mehr findet.

Daheim habe ich dann zuerst mal was Warmes getrunken, ein bisschen Schlaf nachgeholt und habe gleich noch weiter ausgemistet: Kleidung für Polen bzw. die Swap-Party am nächsten Samstag und Bodo gibt 3 ungetragene Jacken für die Obdachlosen her. Es grenzt an Befreiung, Dinge loszuwerden. Andererseits ist es beklemmend und beschämend, welche Besitztümer man anhäuft – was sind wir nur für eine Wegwerfgesellschaft geworden!

Partnerlook versus Individualität

Derzeit haben Bodo und ich eine sehr konträre Auffassung darüber, wie lange eine Jeans noch tragewürdig bzw. tragefähig ist. Umso umfassender die Wort-Spiele (wir sind noch nicht im Stadium der Wort-Gefechte angelangt!), wenn es sich um eine Lieblingsjeans handelt.

Was das Verhüllen unserer vom Paradies gegebenen Kleidung betrifft, sind Bodo und ich vergleichbar mit Tag & Nacht / Sonne & Mond (also Ha-tha), Yin &Yang!

Er: greift im Morgengrauen zielgerichtet zu Unterhose, Socken, Jeans und variiert eigentlich nur in dem, was seinen Body bedecken soll: T-Shirt Kurzarm / Langarm oder doch ab & dann ein kariertes (bügelfreies!!!!) Hemd. Wenn es kühler ist, Gilet oder Fleece-Jacke – und das war´s dann auch schon, denn im Schuhwerk gleichermaßen gibt es kaum Experimente und am liebsten die atmungsaktiven Sneakers von Keen. Eine Angelegenheit von ein paar Minuten. Unter der Dusche, da braucht er schon bedeutend länger.

Ich: stehe jeden Tag vor der Qual der Wahl. Und es spielen viele Faktoren mit: Wie ist das Wetter? Habe ich einen „normalen“ Arbeitstag oder gibt es doch eine Besprechung, bei der ich ein bisschen Businesslady sein sollte? Bin ich heute auch zu Fuß unterwegs? Wie ist meine Laune heute Morgen? Wie fühle ich mich in meiner Haut? Bin ich kreativ und experimentierfreudig oder wähle ich einen schon erprobten Look? Wie schaut mein Zeitguthaben aus, bevor ich die Wohnung verlassen muss? Sich am Vorabend schon zu überlegen, in was mich der nächste Tag sehen wird? Das klappt gar nicht: entweder habe ich es dann schon wieder vergessen oder es ist ein der oben angeführten Umstände eingetreten, die besagtes Vorhaben komplett umstürzen können. So kommt es auch sehr regelmäßig vor, dass ich mich mehrmals umziehe, bis ich dann so halbwegs zufrieden bin. Und wehe, wenn die Schuhe / Stiefel dann nicht dazu passen!

Ein Beispiel – gestern erst passiert:

1. Durchgang: graue weite Hose und rot-kariertes Oberteil mit leichtem Glanz – eine Katastrophe in der Kombi! Vor allem, weil das Oberteil wohl eine Fehlkauf war bzw. nur zum dazu passenden Rock getragen werden darf.

2. Durchgang: die Hose darf bleiben, aber ein schlichtes Oberteil in beige-grau – der vorprogrammierte mentale Supergau, passend zum Novembergrau.

3. Durchgang: das leichte pflaumen-grau-blaue Kleid von Diesel, mit dazu passendem Schal, blickdichte Leggings und meine flachen Airstep-Stiefel (die Zalando übrigens derzeit unverschämt reduziert im Sale anbietet!!!), drüber meine heißgeliebte Lederjacke.

Dazwischen viel Gemurre und das eine oder andere Sch…. Bodo, der gestern frei hatte, noch im Bett liegend, hört natürlich alles mit und amüsiert sich köstlich über meine Verzweiflung. Sein breit grinsender Kommentar: wenn du mich gefragt hättest, hätte ich dir gleich das Kleid empfohlen!

Und jetzt stelle man sich vor, wir würden uns á la Beckhams (Vicy und David) immer im Partnerlook anziehen! Never ever möglich! Ich bin nicht der 100%ige Jeanstyp, und Bodo in Knallrot – auch eher unwahrscheinlich. Wer richtet sich nach wem? Wer darf sozusagen den Textil-Ton angeben? Mal der eine / mal der andere oder wird das verbal und handgreiflich ausgefochten?

Um weiterhin beim Wort-Spiel bleiben zu können, ist es angeraten, dass ein jeder in seinem individuellen Gefiedere verharrt – und mir zum Glück zwei Drittel des Kleiderschranks bleiben, weiters eine Kommode und ein Schuhschrank!

(Uff, fast hätte ich mich heute in mein eigenes Verderben gestürzt!)

Gerüchte – Nachlese

Ich habe gestern eine sehr interessante und mich sehr nachdenklich stimmende Rückmeldung zum Thema Gerüchte bekommen – ich muss es hier einfach zitieren, denn ich finde die Gedanken sehr weise!

„Man differenziere zwischen allgemeinen Vermutungen, Erzählungen, Gehörtem und streng Anvertrautem – hier was auszuplaudern wäre sogar Verrat am Freund / an der Freundin.

Interessant ist auch, dass einem der Bauch – der nicht allzu Dumme – meist automatisch zu verstehen gibt, wem was erzählt werden sollte. Wer das nicht kann, ist diesbezüglich naiv – denn ewig lauert die Bestie im Menschen … und der Rest ist Schweigen!“

Gerüchte Gerüchte

Ein sensationell von 10 jungen, engagierten Laienschauspielern dargebrachtes Theaterstück im (noch) unbekannten bayrischen Städtchen Vöhringen (zum Nachschauen: Ulm ist nicht allzu weit entfernt) mit dem Titel „Gerüchte Gerüchte“ hat mich, während ich mich im Laufschritt gegen die ersten heftigen Herbststürme stemmte, zum Nachdenken verleitet: was hat es mit diesem Begriff „Gerücht“ eigentlich auf sich?

Irgendjemand sagt irgendjemandem irgendetwas unter dem Mantel der Verschwiegenheit mit der eindringlichen Bitte, es nur ja niemandem weiterzuerzählen. Im Zwischenton aber die klare Aufforderung: „Sag es weiter!“ Dieses Irgendetwas muss natürlich mit irgendjemandem in Zusammenhang stehen, der im a) in der Öffentlichkeit bekannt ist, auf den man b) neidisch ist und dem man c) allenfalls bewusst, aber unerkannt schaden will. Verbreitet durch Mundpropaganda wird aus dem gezielt ausgestreuten Samenkörnchen bald schon ein heftig wucherndes Unkraut, das sich in Windeseile über jedes Beet ausbreitet und das Edle / Reine – die Wahrheit sozusagen – erstickt. Da es in der Natur des Menschen liegt, ein bisschen böse, sehr schadenfroh und noch mehr neugierig zu sein, birgt jeder von uns in sich die Gier nach Getuschel. Der Pulsschlag wird höher, das Kribbeln in den Fingern verleiht ungeahnte Agilität. Unser Gehirn wird in ungeahnte phantastische Höhen gezogen. Bilder im Kopf entstehen nun mal durch subjektive Wahrnehmung. Man wird Teil einer Verschwörung und allein deshalb schon zum Lügner, weil man entgegen dem Versprechen „Meine Lippen sind versiegelt“ bei nächstbester Gelegenheit die hinter vorgehaltener Hand zugeraunte Botschaft mit eigenen Worten in ein anderes Ohr flüstert. Gibt es etwas Schöneres, als sich kurz mal entrüsten zu können und den moralischen Kodex empor zu halten? Mit einem Mal entsteht eine Gemeinsamkeit auf Zeit. Besteht daher im Gerüchte verbreiten, das Bedürfnis nach Nähe und Übereinkunft?

Als Kind haben wir harmlos „Stille Post“ gespielt und uns dabei gegenseitig ins Ohr gespuckt. Und doch liegt hier einer der wichtigsten Grundsätze der Kommunikation verborgen.

Und wer hat nicht schon einmal aus einer „Mücke einen Elefanten“ gemacht?

Was würden all diese Hochglanz-Gazetten nur machen, wenn es diesen menschlichen Makel nicht gäbe? Wer liest nicht gerne die Klatschseite zuerst und dann erst die „echten“ Nachrichten?

Woher leitet sich das Wort „Gerücht“ ab? Gibt es eine Verbindung zum „Gericht“ – sowohl dem rechtlich betrachteten als auch dem, was aus der Küche kommt? Spricht man deshalb auch von der „Gerüchteküche“ – dort, wo mit schmackhaft, spicy Zutaten ein Gerücht zusammengemixt wird? Werden Hauben für das beste Gerücht des Jahres vergeben? Kann man Gerücht auch mit Geruch in Verbindung bringen? Riecht es nicht ab und dann ganz entsetzlich heftig nach Klatsch und Tratsch?

Und übrigens: Hast du nicht auch schon davon gehört, dass …. ?

Die „Alte“ muss gehen – die „Neue“ darf kommen

Da kommt Freude auf, wenn man noch mit leichtem Winterzeit-Jetlag in der Früh um 5:40 im Badezimmer Licht anmacht und in einer Riesen-Lache steht: die Waschmaschine hat mir mit deutlichem Nachdruck zu verstehen gegeben, dass ich wieder einmal den Boden aufwischen soll! Ein Schrei sitzt in meiner Kehle, kann aber nicht raus. Stattdessen ein Griff zu sämtlichen alten Putzfetzen, die ich wohl genau für solche Momente gehortet habe, wahllos auf den Boden geworfen, damit das Wasser ein bisschen jedenfalls aufgesogen wird. Dabei wird mir bewusst, dass unser Bad ein kleines Gefälle zur innersten Kante aufweist – ein Riesenglück, denn sonst wär das Wasser, das eigentlich in der Waschmaschinentrommel sein müsste, auch im Vorraum.

Nun gut, strategisches Vorgehen ist angesagt: nimm einen Eimer/Kübel, knie dich hin und wische, wringe, wische, wringe … bis alles wieder trocken ist. Zwischendurch probieren wir, ob der Trick, den wir im heurigen Jahr schon mehrfach angewendet haben, nochmals funktioniert: den letzten Schleuder-Abpumpdurchgang starten – nix passiert. Somit badet die Wäsche in der Trommel noch im Waschsud, und die nächste Station dieser morgendlichen Action (es ist 6:30 mittlerweile) ist die Dusche, wo ich mit viel Oberkörpereinsatz aus kleinen, größeren und sehr großen Textilteilen soviel an Wasser rauszwänge wie nur möglich. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, vor allem bei den großen Handtüchern und dem Bettlaken. Endlich auch das geschafft – ich bin (nervlich) geschafft.

Fakt ist: die „Alte“ hat nach 12….13 Jahren wohl ausgedient. Bodo klemmt sich gleich dahinter und bestellt eine „Neue“ – inkl. Zustellung und Abholung der „Alten“ – da muss das Konto für Unvorhergesehenes angeknabbert werden!

Als wir abends die „Alte“ abbauen, stellen wir fest, dass der elendlange Schlauch komplett verstopft / versifft ist – Mann, das hat vielleicht einen grauslichen Odeur! Das sind mindestens 1.000 Olf! Gut, der Schlauch ist wieder durchlässig – den Kauf der „Neuen“ mache ich trotzdem nicht mehr rückgängig, denn das Vertrauen ist dahin. Außerdem denke ich, ist Zeit, für A+++, freie Zeitwahl, wann die Maschine zu arbeiten beginnt und andere Feinheiten. Heute Abend sollte die „Neue“ dann schon ihre Arbeit aufnehmen können – sollen das dann gleich die Putzlappen sein?

Was mich bei dieser Sache aber echt sauer gemacht hat? Meine Laufeinheit ist von den Macken einer Maschine boykottiert worden!

Yoga im Herbstlaub

Das Wetter am vergangenen Wochenende war ein Wahnsinn! So schön – warm wie im Sommer und bunt wie im Herbst. Am Samstag nach einer schönen Wanderung am Stadtrand Wiens kam der Gedanke, eine Yoga-Foto-Session in der Natur zu machen – Bodo als Fotograf und ich als Model.

Gesagt – getan: nachdem sich der Hochnebel gegen Mittag endlich verzogen hatte, sind wir in den Prater gepilgert auf der Suche nach einem schönen fotogenen Fleckerl Erde, sonnenbeschienen mit Baum, Laub und wenigen Menschen (haha – für genau diese Stellen hat sich die gesamte Wiener Bevölkerung auch interessiert!).

Vor einem alten knorrigen Baum habe ich dann in diversen Asanas gepost – aber hallo: ganz schön anstrengend, da ich ja für mehr als 5 Atemzüge still halten musste. Ich glaube, ich habe den Atem überhaupt angehalten, um nur ja nicht zu wackeln. Von Vrikshasana (Baum) bis zu Shirshasana (Kopfstand) halt einige Positionen, die am Foto halbwegs gut rauskommen (könnten). Der kritische Bick danach: mein Blick zu ernst, im Kopfstand zu schief, das Knie bei Uthita Hasta Padangusthasana nicht gestreckt genug. Besser gefallen mir die Aufnahmen, wo meine Kehrseite – die Schulter- und Rückenmuskulatur und mein Allerwertester zur Geltung kommen – und natürlich der Lockenschopf im Sonnenlicht. … Bodo ist gerade dabei, die gelungenen Aufnahmen zu „optimieren“. Wenn sie fertig sind (gut Ding braucht Weile!), gibt´s den Link dazu.

Ich würde die Foto-Session gerne wiederholen – vielleicht im Botanischen Garten. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn das Laub fällt und fällt und fällt – heute wär das Hintergrundmotiv auch ein sehr nebelverhangenes geworden – für Yoga auch ein sehr schönes Stimmungsbild.

Das Wichtigste an dieser Stelle aber der gemeinsame Spass an der Sache: Bodo kann seinem Hobby einen „Sinn“ geben und ich bin auch mal aktiv dabei, auch wenn dies dann mit harscher Selbstkritik verbunden ist. Wer bekommt schon gerne einen Spiegel vorgesetzt?

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Projekt-Müdigkeit

Es klingt vielleicht etwas verrückt – aber habe ich schon jemals darauf gepocht, als normal angesehen zu werden? -, aber bei mir hat sich aufgrund von zu wenig Arbeitsstress momentan eine gewisse Projekt-Müdigkeit eingeschlichen. Diese führt dazu, dass ich auf den Stress, den andere haben bzw. zu haben vorgeben, leicht neidisch reagiere. Und ich bin etwas gereizt. Und gleichzeitig bekomme ich Angst, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe. Fakt ist, dass derzeit einige andere Personenkreise (vorwiegend halt unsere Planer) Themen in Bearbeitung haben, wie Einreichpläne für diverse Behörden zeichnen, Details ausarbeiten und und und. Meine Aufgabe besteht dann nur im Abfragen, Urgieren, Koordinieren, Protokollieren – und das fadisiert mich momentan zum Quadrat! Ich habe es lieber, wenn es ordentlich zur Sache geht und wenn ich das Gefühl habe: da passiert was / ich kann was „bewegen“ – ohne ins Politische abdriften zu wollen … Politik? ich mit meiner direkten Art wäre wohl die absolute Null-Besetzung in diesem unmodisch gekleideten Kasperltheater!

Gleichzeitig kämpfe ich mit einem Bio-Tief, welches sich immer ziemlich genau sieben Tage nach einem Marathon einstellt. Bei meinem heutigen Morgenlauf (mittlerweile ist es stockdunkel auf den Wegen – ich werde demnächst zur Stirnlampe greifen müssen) hatte ich zum Beispiel keine große Lust, mich gegen die Windböen zu stellen. Normalerweise renne ich da Kopf voran – heute war´s mir nur lästig. Aber auch solche Zeiten muss es geben bzw. muss ich mir selbst halt die Zeit geben, bis sich dieses Tief ins nächste Hoch transportiert.

Jetzt wird´s BRILL-ant!

Es ist nunmehr amtlich: der Verfall meines Körpers schreitet unweigerlich voran! Ich wollte es ja noch bis zum „offiziellen“ Altersschub-Stichtag hinauszögern, aber meine beiden Guckies machen mir da einen Strich durch die Rechnung! – ich bekomme eine BRILLE, die mir das Lesen bei nicht so hellem Licht und kleinen Buchstaben erleichtern soll! Warum rege ich mich so auf? In der Schule hatte ich doch auch schon so ein Binokel auf meiner Nase: die erste Fassung war in einem Grünton und ganz im 70er Jahre-Look – also GROSS; die zweite dann gediegener im Horn-Design – manche Dinge haben sich ins Gedächtnis eingebrannt, phänomenal! Als Kind ist man wahrscheinlich stolz, wenn man „behindert“ ist, zB Zahnspange. Aber wenn frau dann langsam, aber sicher an der halben Jahrhundertmarke knabbert – die Zahl, deren Namen frau nicht nennt -, dann tut es in der Psyche ziemlich weh! Na gut, wenn es anders nicht geht: schauen wir mal, welche Fassung mein schmales Gesicht in Kinderkopfgröße zieren könnte. Ich war vergangene Woche nach dem Augenarzt noch halb blind vom Eintropfen in zwei Brillengeschäften und hätte da auch etwas gefunden – wow: das wird aber ein teurer Lesespass! Es gibt ja auch Lesehilfen aus der Apotheke oder zB beim Hartlauer, aber umpffff – das schaut ja scheußlich aus und beschleunigt meinen Alterungsprozess in Sekundenschnelle! Dann doch lieber eine „normale“ Fassung zu einem „vernünftigen“ Preis – ein bisschen was sollte es schon gleich schauen, auch wenn ich das Gestell dann nur zum Lesen aufsetze.

… nächste Woche ist es dann soweit – dann sehe ich vielleicht auch deutlich, was ich da so immer wieder von mir gebe!